Skip to main content
main-content

29.11.2016 | Getriebe | Im Fokus | Onlineartikel

Techniktrends bei automatisierten Getrieben

Autor:
Christiane Köllner

Sparsamer, komfortabler, effizienter: Automatikgetriebe gewinnen an Bedeutung. Opel, Schaeffler, Magna Powertrain und Getrag zeigen Entwicklungen bei automatisierten Getrieben auf.

Handschaltgetriebe und Wandlerautomatgetriebe haben den Pkw-Triebstrang in der Vergangenheit fast ausschließlich geprägt. Dieses Bild hat sich jedoch verändert. Zusätzlich gibt es heute automatisierte Getriebe, Doppelkupplungsgetriebe und stufenlose Getriebe (CVT). "Das kostengünstige Handschaltgetriebe und das komfortorientierte Wandlerautomatgetriebe werden aber auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, das Handschaltgetriebe allerdings mit abnehmendem Anteil", schreiben die Springer-Autoren im Kapitel Antriebe aus dem Vieweg Handbuch Kraftfahrzeugtechnik.

Beträgt der Anteil der Handschaltgetriebe in Deutschland noch 80 Prozent, liegt der Anteil der Automatikgetriebe im deutschen Pkw-Markt entsprechend erst bei 20 Prozent. Dieser Anteil könnte sich in den nächsten Jahren aber erhöhen. Die Gründe: Hochautomatisiertes Fahren und Emissionsreduzierung werden wohl mit der Ablösung des Handschaltgetriebes einhergehen. 

Empfehlung der Redaktion

01.12.2016 | Titelthema | Ausgabe 12/2016

Achtgang-Automatikgetriebe für den neuen Opel Insignia

Bereits im Chevrolet Malibu, Cadillac XT5 und Buick LaCrosse verwendet, kommt das Achtgang-Automatikgetriebe „AF50-8“ nun Anfang 2017 im Opel Insignia im Einsatz. Es zeichnet sich durch besonderen Komfort und Effizienz aus, steigert Sportlichkeit …


AF50-8 für den neuen Opel Insignia

Daneben zeigt der Pkw-Markt im mittleren und gehobenen Segment einen klaren Trend zu mehr Gängen und höherem Komfort bei den Automatikgetrieben auf. Gangwechsel sollen bei automatisierten Getrieben präzise und schnell erfolgen. Entwicklungsziele sind zudem höhere Laufruhe und geringerer Kraftstoffverbrauch. Opel hat daher ein neues Automatikgetriebe entwickelt, das acht Gänge und einen hydrodynamischen Drehmomentwandler aufweist, wie der Hersteller im Artikel Achtgang-Automatikgetriebe für den neuen Opel Insignia aus der ATZ 12-2016 beschreibt. Das Achtgang-Automatikgetriebe "AF50-8" soll Anfang 2017 im Opel Insignia zum Einsatz kommen.

"Automatisierte Getriebe in weiterentwickelter Form wird es auch künftig für kleine, nicht sehr beschleunigungsstarke und sparsame Fahrzeuge sowie für Sportwagen und Transporter geben", prognostizieren die Springer-Autoren des Kapitels Antriebe. Insbesondere Doppelkupplungsgetriebe würden sehr gut zu sportlichen Fahrzeugen passen. "Bei bestimmten Antriebskonzepten (front-quer und front-längs) können sich auch Vorteile in Bauraum und Gewicht gegenüber einem Wandlerautomatgetriebe ergeben", so die Autoren. Von daher werden sich die Doppelkupplungsgetriebe ihren Platz unter den Getriebesystemen erobern.

Schaeffler hybridisiert das CVT-Getriebe

Neben den noch vergleichsweise jungen Doppelkupplungsgetrieben haben sich stufenlose Getriebe (CVTs) und Wandler-Automatikgetriebe schon länger große Marktanteile sichern können. Dies allerdings nicht in Deutschland, sondern in Japan, wo häufig im Stadtverkehr samt Stop-and-Go gefahren wird und in den USA, wo langen Fahrstrecken über Land häufig sind. Im Vergleich zu Deutschland liegt in den USA und Japan die Automatisierungsquote der Fahrzeuggetriebe schon seit Langem bei 90 Prozent. Hier sind auch die stufenlose Getriebeart CVT beliebter.

Alle drei Systeme werden zunehmend auch hybridisiert angeboten, das heißt mit einem E-Motor kombiniert. Schaeffler hat zum Beispiel ein Plug-in-Hybrid-Konzept auf Basis eines stufenlosen Getriebes für den Volumenmarkt, also für Personenwagen im B- und C-Segment mit Front-Quer-Applikation, entwickelt. Wesentliches Merkmal dieses CVT für Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeuge (PHEV-CVT) ist die parallele Anordnung von Variator und einem Direktgang für den elektrischen Antrieb, wie der Zulieferer im Artikel Effizientes CVT für Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge aus der ATZ 12-2016 beschreibt.

Autonom fahrende Autos ermöglichen kleinere Getriebe

Auch Magna Powertrain und Getrag machen eine Entwicklung in Richtung Elektrifizierung und Automatisierung beim Getriebe und Antriebsstrang aus.

Allgemein sehen wir einen Trend in Richtung mehr Automatisierung und Elektrifizierung in unterschiedlichsten Ausprägungen", sagt Ron Frawley von Magna Powertrain im Interview "Durch vollautomatisierte Fahrzeuge wird das Getriebe noch effizienter" aus der ATZ 12-2016.

So kommen neue Hybridvarianten auf den Markt, und perspektivisch führen autonom fahrende Autos zu geringeren Belastungen im Antriebsstrang, sodass Getriebe kleiner ausgelegt werden können. "Es ist kaum anzunehmen, dass vollautomatisierte Fahrzeuge ständig überholen oder sportlich beschleunigen, sie werden sich so verhalten, dass der Ressourcenverbrauch des gesamten Fahrzeugschwarms möglichst gering ist. Das bedeutet geringere Lasten und somit die Chance, Getriebe noch leichter und effizienter auszulegen", erläutert Didier Lexa von Getrag im Interview. Er ergänzt: "Vermutlich werden sich auch die Getriebearchitekturen verändern, denn auf der Zeitschiene wird auch die Hybridisierung und Elektrifizierung zunehmen". Diese beiden Entwicklungen könnten sich gegenseitig Auftrieb geben.

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Antriebe

Quelle:
Vieweg Handbuch Kraftfahrzeugtechnik

01.12.2016 | Titelthema | Ausgabe 12/2016

Achtgang-Automatikgetriebe für den neuen Opel Insignia

01.12.2016 | Titelthema | Ausgabe 12/2016

Effizientes CVT für Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge

Das könnte Sie auch interessieren

19.07.2016 | Getriebe | Im Fokus | Onlineartikel

Multi-Mode-Getriebe vor dem Durchbruch

Premium Partner

BorgWarnerdSpaceSimensZF TRW

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Zur B2B-Firmensuche

Whitepaper

- ANZEIGE -

Kompaktes Kupplungssystem für den elektrifizierten Antriebsstrang

Immer strengere Richtlinien zum CO2-Ausstoß, die allein mit konventionellen Antrieben auf Basis von Verbrennungsmotoren schwer zu erfüllen sind, zwingen Hersteller in aller Welt zum Umdenken und rücken zunehmend elektrifizierte Antriebskonzepte ins Blickfeld. Zur weiteren Verringerung von Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen nutzen immer mehr Fahrzeuge verschiedene Lösungen, wie beispielsweise eine Start-Stopp-Automatik, Mildhybrid- oder Plug-In-Hybrid-Systeme sowie Systeme für reine Elektrofahrzeuge.

Jetzt gratis downloaden!

Gastartikel

-ANZEIGE-

Moderne Dieselmotoren erfordern im Spannungsfeld zwischen Mobilitäts- und Umweltanforderungen hocheffiziente Kraftstofffiltersysteme. Hengst stellt hierzu abgestimmte Vor-und Hauptfilterkombinationen mit besonders guter Gesamtperformance vor.

Mehr