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21.11.2018 | Gewässerschutz | Kommentar | Onlineartikel

Grundwassermanagement zukunftssicher machen

Autor:
Dipl.-Ing. Ute Göttlicher

Das Management unseres Grundwassers wird sich bedingt durch zahlreiche Faktoren verändern müssen. Ute Göttlicher zeigt in ihrem Kommentar der WASSER UND ABFALL interessante Aspekte auf.


Der Sommer 2018 hat als Jahrhundertsommer sogar den Sommer 2003 übertroffen. Aufforderungen zum Sparen von Trinkwasser durch beispielsweise den Verzicht der Rasenwässerung wurden in mancher Kommune ausgesprochen. Doch wie steht es um unsere Wasserversorgung in Zeiten extremer Trockenereignisse? Im Interview gibt Prof. Dr.-Ing. Frieder Haakh, Geschäftsführer beim Zweckverband Landeswasserversorgung in Baden-Württemberg, einen Ausblick auf die Trinkwasserversorgung in Zeiten des Klimawandels. Seine Quintessens lautet: "Verbundlösungen ohne Konkurrenzdenken". Doch lesen Sie selbst.

Empfehlung der Redaktion

01.11.2018 | Interview | Ausgabe 11/2018

„Verbundlösungen ohne Konkurrenzdenken sind gefragt“

Als einer der größten Wasserversorger in Deutschland sichert die Landeswasserversorgung (LW) in Baden-Württemberg die Trinkwasserversorgung für ca. drei Millionen Menschen. WASSER UND ABFALL sprach mit dem technischen Geschäftsführer der Landeswasserversorgung Prof. Dr.-Ing. Frieder Haakh über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserversorgung, über gerechte Wasserpreise und die Herausforderung in den nächsten Jahren qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen.


Ein Beispiel wie ein integriertes Wasser-Ressourcenmanagement schon heute im Hessischen Ried praktiziert wird, welcher Aufwand damit verbunden ist und welche Perspektiven sich auftun schildert Volker Manger vom Wasserverband Hessisches Ried in seinem Fachbeitrag "Integriertes Wasser-Ressourcen-Management im Hessischen Ried". Das System hat auch den Herausforderungen des Trockenjahres 2018 Stand gehalten.

Quantität und Qualität des Grundwassers sind entscheidend

Neben der ausreichenden Quantität von Grundwasser ist auch eine gute Qualität von hoher Bedeutung. Bereits seit 19 Jahren unternehmen die Bundesländer hohe Anstrengungen zur Umsetzung von Maßnahmen, die der Zielerreichung der Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie dienen. Vor Aufstellung des dritten Bewirtschaftungszyklus bietet sich nochmals die Gelegenheit Maßnahmen auf ihren Erfolg hin zu evaluieren, fortentwickeln und zur Umsetzung festzuschreiben. Doch bereits jetzt ist absehbar, dass aus den verschiedensten Gründen nicht in allen Bereichen der geforderte gute Zustand sich bis 2027 einstellen wird. Zudem gilt es Erreichtes auch zu verstetigen, so dass auch bei einer erfolgreichen Umsetzung Maßnahmen zum Erhalt des Ergebnisses notwendig sind. Michael Trepel gibt in seinem Fachaufsatz "Review der Wasserrahmenrichtlinie – zur Diskussion in Deutschland und Europa" einen Überblick zum Stand der Diskussion in Deutschland und Europa zum Review der Wasserrahmenrichtlinie und rundet diese mit konkreten und lesenswerten Empfehlungen ab.

Nitratgehalt im Grundwasser

Beim Dauerthema Nitrat ist ein grundwasserschonendes Nährstoffmanagement von organischen Düngemitteln ein Schlüsselthema auf dem Weg zur Erzielung einer Trendumkehr bei den Nitratgehalten im Grundwasser. Ein Überblick, welche Mengen wo auf die Felder gebracht werden fehlt vielerorts. Das ist in einer unzureichenden Überwachung und Kontrolle des Wirtschaftsdüngereinsatzes begründet und auch in fehlenden Lagerkapazitäten und Entsorgungsmöglichkeiten. Nach dem Trockensommer 2018 ist davon auszugehen, dass vielerorts die Güllebehälter mehr als voll sind und andererseits vor den Sperrfristen ein ausreichender Düngebedarf nicht gegeben ist, um die Mengen, wie erforderlich als Dünger verwenden zu können. Hier gilt es kurzfristig Konzepte zu entwickeln, die mittel- bis langfristig dazu beitragen, dass nur dort, wo es gebraucht wird, zum Einsatz von Wirtschaftsdüngern kommt und für Überschussmengen andere Lösungsoptionen etabliert werden. Ein progressives Beispiel zur Schaffung einer Nährstoffbörse mit flächenbezogenen Ansatz und kooperativem Ansatz zeigen Frau Dr. Angelika Homm-Belzer et al. Von der Arbeitsgemeinschaft Gewässerschutz und Landwirtschaft, Otzberg, auf. Dieses Thema werden wir im Auge behalten und zu gegebener Zeit erneut aufgreifen.

Dieser Kommentar ist  in Ausgabe 11/2018 ​​​​​​​der Fachzeitschrift WASSER UND ABFALL erschienen.

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