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Über dieses Buch

Das Buch beschäftigt sich mit den langfristigen sozialstrukturellen Auswirkungen von Gewaltkonflikten in Postkonfliktgesellschaften, eines der aktuellsten Forschungsthemen der Friedens- und Konfliktforschung. Basierend auf empirischer Forschung in verschiedenen Landesteilen Kolumbiens wird argumentiert, dass sich die unter Gewalteinfluss entstandenen Sozialstrukturen primär durch Misstrauensmechanismen in der Gesellschaft auszeichnen, wodurch sich einerseits Gewalt als Kommunikationsmuster auch nach Friedensschlüssen weiter erhält und reproduziert sowie andererseits sich exkludierende Strukturen für marginalisierte Bevölkerungsteile ausbilden, die einem Frieden nachhaltig entgegenwirken. Mittels eines systemtheoretischen Ansatzes macht das Buch daher ein Angebot zum besseren Verständnis anhaltender Gewalt in Postkonfliktgesellschaften.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Über dieses Buch

Zusammenfassung
Kapitel 1 nimmt als einführendes Kapitel einen Problemaufriss und eine Verortung der Forschungsarbeit vor. Hierbei wird auf die Systemtheorie Niklas Luhmanns verwiesen und die Friedens- und Konfliktforschung als Subdisziplin debattiert. Darüber hinaus wird die Methodologie der Forschung ausgeführt.
Bettina M.E. Benzing

Kapitel 2. Zentrale Begriffe der Friedens- und Konfliktforschung in systemtheoretischer Reflexion

Zusammenfassung
Kapitel 2 beschäftigt sich mit den für dieses Buch zentralen Begriffen – Frieden, Konflikt, Gewalt –, diskutiert diese interdisziplinär und schlägt eine systemtheoretische Deutung vor. Hierbei wird auch ein grundlegendes und für das bessere Verständnis essentielle Wissen über die Gesellschaftstheorie Niklas Luhmanns vermittelt.
Bettina M.E. Benzing

Kapitel 3. Lokale Gewalt in alltäglichen Räumen einer Postkonfliktgesellschaft

Zusammenfassung
Kapitel 3 nimmt eine begriffliche Diskussion zum Postkonfliktbegriff vor, um dem in der Forschung bestehenden definitorischen Defizit entgegenzuwirken. Es folgt ein Definitionsvorschlag.
Es folgt ein Überblick über aktuelle Debatten in der Friedens- und Konfliktforschung zu Friedenskonsolidierung und lokaler Gewalt sowie eine Diskussion zum Zusammenhang von Frieden und Sicherheit, der in den letzten Jahren in der wissenschaftlichen wie politischen Debatte als zentral charakterisiert wurde, mit besonderem Fokus auf Unsicherheitsempfindungen durch Gewalt in alltäglichen Räumen von Postkonfliktgesellschaften.
Bettina M.E. Benzing

Kapitel 4. Kolumbiens Gewaltgeschichte. Weit mehr als 100 Jahre Einsamkeit

Zusammenfassung
Kapitel 4 gibt einen Einblick in die kolumbianische Geschichte, aktuelle Gewaltstrukturen und alltägliche Verhältnisse in Kolumbien. Es zeigt sich in diesem Kapitel, dass der bewaffnete Konflikt mit den FARC nur einer von vielen diversen Konflikten in Kolumbien ist und daher nur einen kleinen Teil der Gewaltgeschichte reflektiert. Darüber hinaus gibt das Kapitel einen zusammenfassenden Überblick über den Friedensvertrag zwischen der kolumbianischen Regierung und der Guerillaorganisation FARC und diskutiert dessen Ablehnung im Referendum. Das Kapitel schließt mit einer Diskussion über eine antizipierte Kultur der Gewalt in Kolumbien.
Bettina M.E. Benzing

Kapitel 5. Banalität der Gewalt. Gewaltkommunikation und ihre Effekte auf Kolumbien

Zusammenfassung
Kapitel 5 diskutiert Gewaltphänomene in Kolumbien aus systemtheoretischer Perspektive und geht hierbei vertieft auf legitimierende und delegitimierende Faktoren von Gewalt sowie eine auf Erlebnissen und Erfahrungen basierende Gewöhnung an und Normalisierung von Gewaltkommunikationen ein. Ferner erläutert das Kapitel die Effekte dieser Gewöhnung und Normalisierung von Gewalt auf die Semantik und Sozialstruktur der kolumbianischen Gesellschaft und geht mithilfe dieser Erläuterungen ferner auf Bedrohung und empfundene Unsicherheit als Folge einer normalisierten Gewalt ein.
Bettina M.E. Benzing

Kapitel 6. Gewalt und Unsicherheit. Auswirkungen auf Frieden und Entwicklung

Zusammenfassung
Kapitel 6 diskutiert kommunikationstheoretische Überlegungen zu Vertrauens- und Misstrauenserwartungen, die mit einer Bedrohungskommunikation einhergehen. Argumentiert wird, dass eine für komplexe soziale Systeme übliche Vertrauenserwartung in Kommunikation ersetzt wird durch eine Misstrauenserwartung, welche versicherheitlichende Aspekte des Alltags mit sich bringt. Mithilfe eines differenzierungstheoretischen Arguments wird die Versicherheitlichung sozialer Räume und soziale Exklusionsmechanismen in Funktionssystemen aufgrund von Gewaltphänomenen und deren Auswirkung auf Entwicklung und Frieden erläutert.
Bettina M.E. Benzing

Kapitel 7. Fazit

Zusammenfassung
Kapitel 7 das Fazit gliedert sich in drei Teile. Es fasst zum einen die Kernaussagen, Argumente und Schlussfolgerungen zusammenfassen und diskutiert sie. Zum zweiten gibt das Fazit einen Ausblick auf die weitere Forschung in der Friedens- und Konfliktforschung, die notwendig sein wird, um lokale Gewalteffekte in Postkonfliktländern besser zu verstehen. Das Fazit schließt mit einem Nachwort.
Bettina M.E. Benzing

Backmatter

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