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09.07.2024 | Gewinn- und Verlustrechnung | Nachricht | Nachrichten

Genossenschaftsbanken verzeichnen 2023 Gewinnsprung

verfasst von: Jan F. Wagner

2 Min. Lesedauer

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Die deutschen Genossenschaftsbanken haben für das Jahr 2023 einen rekordverdächtigen Gewinn erzielt. Der Grund sind das Plus bei den anleihelastigen Portfolios und das "rege Vermittlungsgeschäft". Doch 2024 dürfte nicht mehr ganz so rosig ausfallen. 

Wie der Bundesverband deutscher Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) auf einer Pressekonferenz in Frankfurt mitteilt, betrug der Vorsteuergewinn seiner Mitglieder 14,4 Milliarden Euro für 2023. Das ist mehr als dreimal so viel wie der Vorsteuergewinn, der für 2022 ausgewiesen wurde (4,2 Milliarden Euro).

Plus bei anleihelastigen Portfolios

Dem BVR zufolge haben die Genossenschaftsbanken unter anderem kräftig bei ihren anleihelastigen Portfolios aufgeholt. Nachdem es bei diesen im Jahr 2022 zu Wertberichtigungen in Höhe von von 6,8 Milliarden Euro gekommen war, die seinerzeit den Vorsteuergewinn erheblich drückten, freute sich die Finanzgruppe 2023 über ein Plus von 1,3 Milliarden Euro.

Gleichzeitig ist der Zinsüberschuss der Institute um 17,3 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro gestiegen. Auch erhöhte sich der Provisionsüberschuss 2023 dank "regem Vermittlungsgeschäft" um 2,1 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro. Ein weiterer wichtiger Ertragsbringer war das Versicherungsgeschäft der Banken, das sich nahezu verdoppelte auf 1,29 Milliarden Euro. 

GuV weist Schwächen auf

Dennoch war nicht alles Gold in der Gewinn- und Verlustrechnung der genossenschaftlichen Bankengruppe. So mussten die Institute ihre Risikovorsorge um gut 20 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro nach oben schrauben. "Hier spiegeln sich die gedämpften Konjunkturaussichten, der Zinsanstieg und die Zunahme der Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzen wider", kommentierte BVR-Vorständin Tanja Müller-Ziegler auf der Pressekonferenz den Schritt. 

Auch der Verwaltungsaufwand der Institute war im vergangenen Jahr um fast sieben Prozent auf 20,3 Milliarden Euro geklettert. Dennoch: Dank der erhöhten Erträge konnten die Genossenschaftsbanken eine wesentlich bessere Aufwand-Ertragsquote aufwiesen. Diese sank um 21,2 Prozentpunkte auf rund 56 Prozent.

Verband rechnet 2024 mit geringerem Vorsteuergewinn

Mit Blick auf das laufende Jahr sagte Müller-Ziegler: "Für 2024 erwarten wir angesichts des weiter schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds ein geringeres Ergebnis vor Steuern, jedoch auf dem Niveau des mittelfristigen Erlebnispfades." Eine konkrete Zahl nannte die Vorständin auf Nachfrage nicht. In den fünf Jahren vor 2022 lagen die Vorsteuergewinne der Volks- und Raiffeisenbanken bei über sieben Milliarden Euro.

Außerdem drückt laut Müller-Ziegler ein niedrigerer Zinsüberschuss wegen steigender Zinsaufwendungen für Kundengelder, Entgeltzuwächse, höhere regulatorische Kapitalquoten sowie "Investitionen in die Gewinnung, Ausbildung und Bindung von Personal" auf die Gewinne im Jahr 2024.

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