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03.06.2024 | Gewinn- und Verlustrechnung | Fragen + Antworten | Online-Artikel

Degressive Abschreibungen steueroptimal nutzen

verfasst von: Sylvia Meier

3 Min. Lesedauer

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Mit dem Wachstumschancengesetz wurde die degressive Abschreibung vorübergehend wiedereingeführt. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das wichtige Thema liefert dieser Überblick.

Mit Abschreibungen wird der Wertverlust eines Wirtschaftsguts abhängig von seiner Nutzungsdauer steuerlich berücksichtigt. In der Gewinn- und Verlustrechnung wird beispielsweise jährlich ein bestimmter Betrag gewinnmindernd geltend gemacht, bis das Wirtschaftsgut vollständig abgeschrieben ist. Das Wachstumschancengesetz liefert der Buchhaltung mit der degressiven Abschreibung nun eine attraktive Wahlmöglichkeit .

Was ist eine degressive Abschreibung?

Die degressive Abschreibung (häufig auch als degressive Abschreibung für Abnutzung (AfA) bezeichnet) ist eine Abschreibungsmethode, die im Steuerrecht aktuell vorübergehend wieder zugelassen wird. In diesem Fall können Unternehmen das Wirtschaftsgut in fallenden Jahresbeträgen abschreiben. Zu Beginn ist der Betrag also am höchsten und reduziert sich dann von Jahr zu Jahr.

Was macht diese Alternative interessant für die Steuerplanung?

Unternehmen können besonders hohe Betriebsausgaben zeitnah zur Anschaffung oder Herstellung des Wirtschaftsguts geltend machen und damit ihren Gewinn mindern. Das wiederum reduziert ihre Steuerlast. Wer also Investitionen plant, sollte die Möglichkeit in Betracht ziehen, die diese noch im laufenden Geschäftsjahr (2024) vorzunehmen, damit die degressive AfA greift.

Wann kommt die Regelung in Betracht?

Begünstigt von der degressiven AfA sind Wirtschaftsgüter des beweglichen Anlagevermögens, die nach dem 31. Dezember 2019 und vor dem 1. Januar 2023 oder nach dem 31. März 2024 und vor dem 1. Januar 2025 angeschafft oder hergestellt worden sind.

Hinweis: Bereits mit den Corona-Steuerhilfegesetzen wurde befristet (Zeitraum nach dem 31. Dezember 2019 und vor dem 1. Januar 2023) die degressive AfA wiedereingeführt, um Unternehmen finanziell zu entlasten. Mit dem Wachstumschancengesetz können Unternehmen erneut von dieser Maßnahme profitieren.

Allerdings sei an dieser Stelle kurz darauf hingewiesen, dass auch für Wohngebäude die degressive AfA vorübergehend wieder zugelassen wird. In diesem Beitrag soll jedoch vor allem die AfA nach § 7 Absatz 2 Einkommensteuergesetz (EStG) kurz beleuchtet werden.

Wie hoch ist die Abschreibung?

Die Absetzung für Abnutzung in fallenden Jahresbeträgen kann nach einem unveränderlichen Prozentsatz vom jeweiligen Buchwert (Restwert) vorgenommen werden. Bei der Berechnung der degressiven AfA kommt es für die Höhe darauf an, in welchem Zeitraum das Wirtschaftsgut angeschafft oder hergestellt wurde. 

Die Corona-Steuerhilfegesetze ermöglichten hier großzügigere Regelungen als das Wachstumschancengesetz: Gesetzlich ist hier geregelt, dass der dabei anzuwendende Prozentsatz höchstens das Zweieinhalbfache des bei der Absetzung für Abnutzung in gleichen Jahresbeträgen in Betracht kommenden Prozentsatzes betragen und 25 Prozent nicht übersteigen darf.

Für Wirtschaftsgüter, die nach dem 31. März 2024 und vor dem 1. Januar 2025 angeschafft oder hergestellt worden sind, darf der anzuwendende Prozentsatz höchstens das Zweifache des bei der Absetzung für Abnutzung in gleichen Jahresbeträgen in Betracht kommenden Prozentsatzes betragen und 20 Prozent nicht übersteigen.

Was ist der Unterschied zwischen linearer und degressiver Abschreibung?

Die lineare Abschreibung erfolgt in gleichen Jahresbeträgen. Bei der degressiven Abschreibung kommt eine andere Berechnungsmethode zur Anwendung: Die Absetzung für Abnutzung wird in fallenden Jahresbeträgen bemessen. Zu Beginn ist die degressive Abschreibung deutlich höher, als die lineare AfA wäre. Doch nach einigen Abschreibungsjahren kann sich ein Wechsel zur linearen AfA lohnen.

Kann die Abschreibungsmethode gewechselt werden?

Unternehmen können von der degressiven Abschreibungsmethode zur linearen wechseln. Der Wechsel von der linearen AfA zur degressiven AfA ist jedoch nicht möglich. Deshalb ist Steuerexpertise so wichtig, damit die richtige Strategie gewählt wird.

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Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2023 | OriginalPaper | Buchkapitel

Abschreibungen

Quelle:
Formelsammlung Finanzmathematik

2023 | OriginalPaper | Buchkapitel

Einkommensteuer und Gewinnermittlung

Quelle:
Steuerrecht

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