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30.06.2020 | Gewinn- und Verlustrechnung | Infografik | Onlineartikel

Starke Bilanzen retten Mittelstand über die Krise

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
2:30 Min. Lesedauer

Deutsche Mittelständler haben in der Vergangenheit gut gewirtschaftet und verfügten zum Krisenbeginn über eine stabile Ausgangslage, zeigt eine aktuelle Studie. Viele Unternehmen halten sogar an ihren Investitionsplänen fest.

Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hält die mittelständische Wirtschaft bilanziell für gut gerüstet: "Ich bin zuversichtlich, dass ein Großteil der Unternehmen damit sehr gute Voraussetzungen hat, die Krise zu meistern", sagte BVR-Vorstandsmitglied Andreas Martin zur Veröffentlichung der Studie "Mittelstand im Mittelpunkt". Für diese hat der Verband zusammen mit der DZ Bank vom 18. Februar bis 30. März 2020 mehr als 1.500 Inhaber und Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen in Deutschland online und telefonisch befragt. Zudem wurden die Jahresabschlüsse mittelständischer Firmenkunden, die im Zuge eines Kreditantrags in den Jahren 2001 bis 2018 eingereicht wurden, ausgewertet. So lagen der Analyse zufolge insgesamt rund 2,3 Millionen Abschlüsse zugrunde.

Bilanzqualität hat sich verbessert

Die Auswertung für das Jahr 2018 zeigt, dass sich die Bilanzqualität im deutschen Mittelstand verbessert hat. Demnach stieg die durchschnittliche Eigenkapitalquote von 26,9 Prozent auf 27,4 Prozent. Der Bilanzqualitätsindex liege mit 126,8 Punkten nur knapp unter dem historischen Höchstwert von 130,1 Punkten aus dem Jahr 2016. "Trotz des sich bereits vor Corona abschwächenden Wirtschaftsklimas haben die mittelständischen Unternehmen damit mehrheitlich eine solide Basis für die Zukunft geschaffen", heißt es in der Studie.

Allerdings kämpfen viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit stagnierenden Absatzpreisen. Während vor rund einem halben Jahr noch rund 30 Prozent der Befragten ihre Preise steigern konnten, können dies nun nur noch knapp 20 Prozent der befragten Unternehmen. Zehn Prozent erwarten sogar Preissenkungen. "Diese Entwicklung ist bereits auf die vor Corona spürbare Konjunkturabkühlung zurückzuführen und verschärft sich nun infolge der corona-bedingt sinkenden Nachfrage massiv", sagt Uwe Berghaus, Firmenkunden-Vorstand der DZ Bank. Besonders von dieser Entwicklung betroffen sind KMU aus der Agrarindustrie sowie aus dem Metall-, Automobil- und Maschinenbau.

Mittelstand bleibt investitionsorientiert

Obwohl die Mittelständler in der Krise vorsichtig sind mit ihren Planungen, halten viele an zukunftsweisenden Investitionen fest:  Fast drei Viertel der Befragten wollen innerhalb der nächsten sechs Monate Kapital in das eigene Unternehmen stecken. Während der Finanzkrise 2008 und 2009 nahmen lediglich 60 Prozent hierfür Geld in die Hand. "Von der grundsätzlichen Bereitschaft, weiterhin zukunftsweisende Investitionen zu tätigen, kann also auch das Virus die Mittelständler mit Blick auf die Ungewissheiten in der Zukunft nicht abbringen", so Berghaus. Dass die KMU in diesen Zeiten an ihrer Innovationskraft festhalten, stimme optimistisch.

Allerdings gibt es einen Wermutstropfen: Schon vor Krisenbeginn wollten weniger Mittelständler als im Vorjahr in ihr Unternehmen investieren. Dieser Trend bestätigt sich in der jährlichen Erhebung nun zum fünften Mal in Folge. Die Gründe dafür liegen vor allem in der sich abkühlenden Konjunktur. Der pandemiebedingte Wirtschaftsabschwung lasse die Unternehmen nun noch vorsichtiger werden. So plane nur noch rund ein Fünftel der KMU, das Investitionsvolumen im Vergleich zum vergangenen halben Jahr zu steigern.

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