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07.05.2020 | Gewinn- und Verlustrechnung | Nachricht | Onlineartikel

Viele Unternehmen kassieren Prognosen für 2020

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
2 Min. Lesedauer

Laut einer aktuellen Analyse können viele deutsche Unternehmen ihre Prognosen für das laufende Geschäftsjahr nicht halten. Vor allem die Automobilindustrie steht unter massivem Druck. Es gibt aber auch Branchen, die deutlich weniger unter der wirtschaftlichen Entwicklung leiden.

Schon ohne die Pandemie-Maßnahmen hatte in einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln Ende 2019 nur jedes vierte Unternehmen in Deutschland mit einem Produktionszuwachs für 2020 gerechnet. Doch nun rauschen die Umsatz- und Gewinnerwartungen deutscher Firmen reihenweise nach unten. Das zeigt eine aktuelle Auswertung von Daten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) durch die Analysten von Statista. 

Automobilindustrie am härtesten betroffen

Besonders betroffen sind dabei Unternehmen der Automobilindustrie. 58 Prozent der im Performance-Index Prime All Share gelisteten Firmen haben demnach ihre Prognosen für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigiert. Im Prime All Share sind 30 Dax-, 60 MDax-, 70 SDax- und 144 Unternehmen aus dem übrigen Prime Standard aufgeführt, der als das Segment der Frankfurter Börse mit den höchsten Transparenzstandards gilt.

Hierzu gehört unter anderem der Daimler-Konzern. Dieser kassierte Ende April seine im Geschäftsbericht 2019 ausgegebenen Prognose für 2020. "Aufgrund der andauernden Pandemie" sei das Unternehmen der Auffassung, die ursprünglichen Umsatz- und Gewinnerwartungen nicht mehr aufrechterhalten zu können. "Die Covid-19-Pandemie hat erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft - und auf unser Unternehmen. Wir haben proaktiv die Fertigung im März gestoppt und sehr schnell Maßnahmen zur Liquiditätssicherung und zum Kostenmanagement auf den Weg gebracht", sagte Daimler-Chef Ola Källenius anlässlich der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal 2020.

Auch die BMW Group hat alle Prognosen radikal gekürzt. Die Münchener gehen davon aus, das ihre EBIT-Marge, die sich Ende 2020 ursprünglich im Bereich zwischen acht und zehn Prozent befinden sollte, für das Segment Automobile nun zwischen null und drei Prozent liegen wird. Ob es bei BMW und den anderen Unternehmen bei diesen Korrekturen bleibt, entscheidet die weitere wirtschaftliche Entwicklung in wichtigen Märkten - allen voran in China. 

Finanz- und Pharmaindustrie kommen bislang glimpflich davon

Aber auch Unternehmen aus dem Konsumbereich (44 Prozent) sowie der Medienbranche (38 Prozent) werden laut Analyse von den Pandemie-bedingten Entwicklungen belastet und müssen ihre Prognosen für 2020 zum Teil massiv nach unten korrigieren. 

Weniger Auswirkungen hat die aktuelle Lage dagegen auf Finanzdienstleister (17 Prozent) sowie Pharma- und Biotech-Konzerne (zehn Prozent). So hat beispielsweise das im MDax notierte Biotech-Unternehmen Morphosys aktuell verkündet, im ersten Quartal 2020 in die Gewinnzone zurückgekehrt zu sein. Insgesamt haben die Münchener von Januar bis März ein Nettoergebnis von 195,5 Millionen Euro eingefahren. Und für das Gesamtjahr bestätigte Morphosys seine Finanzprognose. 

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