Gewinnverwendung und Vermögen
Strategien der Finanzierung, des Wachstums und der Vermögensentwicklung
- 2026
- Buch
- Verfasst von
- Hermut Kormann
- Verlag
- Springer Fachmedien Wiesbaden
Über dieses Buch
Dieses Buch, in der 2., vollst. überarb. und erw. Auflage, bietet einen profunden Leitfaden rund um Gewinnverwendung und Vermögensentwicklung in Familienunternehmen. Die Frage nach der richtigen Ausschüttung spielt bei Familiengesellschaften eine besondere Rolle. Praxisnah und kundig stellt das Buch sowohl die strategischen Perspektiven einer Ausschüttungspolitik, wie auch die Besonderheiten im Detail dar. Ferner wird die Notwendigkeit für ein unternehmensexternes Sekundärvermögen der Familie und dessen Strukturierung herausgearbeitet. Für alle Gesellschafter in Familienunternehmen, wie für Geschäftsführer, Beiräte, juristische und steuerliche Berater sehr empfehlenswert.
Inhaltsverzeichnis
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Frontmatter
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Grundlagen der Ausschüttungspolitik
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1. Die Gewinnausschüttung als Schlüsselstelle zwischen Unternehmen und Unternehmerfamilie
Hermut KormannZusammenfassungDie Ausschüttungspolitik ist in fast jedem Familienunternehmen der zweiten oder folgenden Generationen ein „Thema“. Es gilt, das rechte Maß der Ausschüttung zu bestimmen. Diese Abwägung sollte alle Interessen erfassen, die auf das Unternehmen gerichtet sind. Der Ausgangspunkt der Interessenabwägung ist die Höhe des Gewinns. Alle Funktionen des Gewinns – die der Wertfindung, der Finanzierung, der Kommunikation und der Orientierung – sind auch für die Bestimmung der Ausschüttung relevant. -
2. Ziele und Stellgrößen einer Ausschüttungspolitik
Hermut KormannZusammenfassungEs gibt viele Formen der Ausschüttung von Gewinn. Daher muss vor der Formulierung einer Ausschüttungspolitik zuerst geklärt werden, was überhaupt geregelt wird. Es ist Kern jeder Politik, zwischen divergierenden Zielen zu entscheiden oder sie miteinander vereinbar zu machen durch Selektion, durch das Setzen von Prioritäten und durch Kompromisse. Für eine gute Umsetzung im hier erörterten Sachgebiet muss man sich aller Einflussfaktoren auf das Ausschüttungsverhalten bewusst sein und dann den Weg zur Entscheidung in Regeln fassen. Die Regeln sollten über die Zeit und über wechselnde Situationen hinweg eine Konstanz des Vorgehens ermöglichen. -
3. Steuern und Gewinnausschüttung
Philipp S. Weinmann, Hermut KormannZusammenfassungBei jedem Unternehmen ist der Fiskus ein „stiller Gesellschafter“ (May, P. (2012), S. 106.). Er hat ein Anrecht auf rund die Hälfte des Gewinns. Die Besonderheit dieses „Beteiligten“ besteht darin, dass er unbarmherzig die sofortige Ausschüttung seines kompletten Gewinnanteils fordert. Aufgrund dieser spezifischen Ausschüttungsquote von 100 % ist die Ausschüttung an den Fiskus höher als die an alle anderen Inhaber zusammen. Die Minimierung der Steuerlast ist daher die schiere Voraussetzung dafür, dass das Familienunternehmen nachhaltig bestehen kann. Es gilt daher, die steuerrechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten optimal zu nutzen. Neben der laufenden Ertragsbesteuerung sollte beim Thema Ausschüttung auch die Erbschaftsteuer im Blick behalten werden, denn sie ist gegebenenfalls aus der Ausschüttung zu finanzieren.
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Aspekte des Familienunternehmens
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Frontmatter
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4. Einflüsse aus der Charakteristik der Gewinnerzielung
Hermut KormannZusammenfassungVor Fragen nach der richtigen Aufteilung des Gewinns in Ausschüttung und Thesaurierung sollte man die Größe des zu verteilenden Kuchens betrachten: den Gewinn und seine Relation zum Umsatz und zum Kapitaleinsatz.Wir entwickeln hier Beurteilungskriterien, mit denen sich entscheiden lässt, ob ein Ertragsbild „gesund“ ist und welche Teile eines Ergebnisses zur Ausschüttung zur Verfügung stehen -
5. Einflüsse aus der Unternehmensstrategie der finanziellen Stabilität
Hermut KormannZusammenfassungVor der Ausschüttung steht die Frage, ob sich das Unternehmen den Liquiditätsabfluss leisten kann. Dies setzt finanzielle Stabilität voraus. Ohne finanzielle Stabilität wären die Unabhängigkeit des Unternehmens und seine weitere Entwicklung gefährdet. Ist die Finanzlage nicht stabil genug, dann muss „gespart“ werden: erstens, damit durch sparsames Wirtschaften gute Gewinne erzielt werden, und sodann dadurch, dass der größere Teil der Gewinne zur Stärkung des Eigenkapitals zurückbehalten wird. -
6. Einflüsse aus den Gefährdungen der Geschäftstätieit
Hermut KormannZusammenfassungUnternehmer zu sein bedeutet, Risiken einzugehen. Gewinne sind notwendig, um die Verluste bei Risikoeintritt zu tragen. Je höher die Risiken anzusetzen sind, umso höhere Gewinne sind erforderlich. -
7. Einflüsse aus der Unternehmensstrategie des Wachstums
Hermut KormannZusammenfassungDie Langlebigkeit der meisten Unternehmen – zumindest derer mit industriellen Aktivitäten – setzt Wachstum voraus. Wachstum wiederum setzt wachsendes Eigenkapital voraus. Beim Familienunternehmen kommt dieses vorzugsweise aus der Thesaurierung von Gewinnen. Damit sind wir bei der wichtigsten Frage: Wie viel Thesaurierung ist für das Wachstum erforderlich? Dies rechtfertigt, auf die Erfordernisse und Wirkungen von Wachstum einzugehen. Ein Wachstumserfordernis muss erfüllt werden, wenn die Langlebigkeit des Unternehmens gesichert werden soll. Die sich daraus ergebende Steigerung des Unternehmenswertes ist normalerweise von deutlich größerem Gewicht für die Entwicklung des Gesamtvermögens als die Höhe der Ausschüttung.
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Aspekte der Familiengesellschafter
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8. Einflüsse aus dem Interesse der Gesellschafter
Hermut KormannZusammenfassungIn unserer heutigen Gesellschaft hat jedes Individuum das Recht, seine Wünsche zu verwirklichen – vorausgesetzt, sie sind legitim und beeinträchtigen keine anderen Personen. Daher ist es nicht weiter zu begründen, dass Gesellschafter eines Familienunternehmens durch ihre Beteiligung an einem Wirtschaftsunternehmen auch ihre materiellen Bedürfnisse erfüllen wollen. Diese Erkenntnis sollte allgemein akzeptiert sein. Die eigentliche Herausforderung liegt jedoch darin, diese materiellen Wünsche zu quantifizieren und sie in ein ausgewogenes Verhältnis zu den kollektiven Interessen zu setzen – insbesondere mit Blick auf kommende Generationen. -
9. Einflüsse aus dem Wachstum der Familie
Hermut KormannZusammenfassungEine immer wieder geäußerte Besorgnis der Inhaberfamilien besteht darin, ob sie das Familienunternehmen auf Dauer tragen können, wenn sich die Gesellschafterzahl von Generation zu Generation immer weiter erhöht. Das ist eine unternehmerische Herausforderung, aber es ist möglich. In jedem Fall ist die Herausforderung durch einen großen Gesellschafterkreis mit höherer Erfolgswahrscheinlichkeit zu bewältigen als der Versuch, mit einem Alleingesellschafter ein altes und großes Unternehmen zu werden. Der Schlüsselfaktor für den Erfolg ist das Unternehmenswachstum. Die Thesaurierung dient diesem Wachstum, von dem die nächste Generation den vollen Nutzen haben wird
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Das Vermögen der Unternehmerfamilie
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10. Das Familienunternehmen als Vermögensanlage
Hermut KormannZusammenfassungIn diesem Kapitel nehmen wir die Perspektive des nur an der Rendite orientierten Investors ein. Komplexe materielle Werte werden vorzugsweise durch den Vergleich mit anderen, bekannten und vergleichbaren Wertgrößen bestimmt (Unternehmensbewertung nach „Comparables“). So vergleichen wir hier die Vermögensbindung im Familienunternehmen mit anderen Vermögensanlagen. Nach dem Prinzip der „Meistbegünstigung“ sucht der auf die Gewinnmaximierung eingestellte Investor das Beste aller Anlagekonzepte. In der Verbindung von Familienunternehmen und Sekundärvermögen kann unseres Erachtens diese „beste aller Anlagewelten“ dargestellt werden. Dabei wollen wir Vorteile und Nachteile möglichst vollständig erfassen, dabei aber bewusst die Vorteile beleuchten. Sie werden oft nicht von allen Gesellschaftern in gleicher Weise gewürdigt. -
11. Das Sekundärvermögen als ergänzende Vermögensanlage
Hermut Kormann, Tom A. RüsenZusammenfassungDas Vermögen eines Familiengesellschafters besteht aus den Anteilen am Unternehmen – dem Primärvermögen –, dem Vermögen der Gesellschafterfamilie außerhalb des Unternehmensverbundes – dem Sekundärvermögen – und dem individuellen Vermögen. Hier werden die Zwecksetzungen für ein Sekundärvermögen erörtert. Dieses Vermögen wird mit den Ausschüttungen des Primärvermögens begründet. Wir analysieren hier die Gesichtspunkte, die für die Begründung, Strukturierung und das Management dieses Vermögens von Bedeutung sind. -
12. Regeln zur Beschlussfassung
Philipp S. Weinmann, Hermut KormannZusammenfassungNach der Erörterung der Einflussgrößen ist nun zu betrachten, wie diese Einflüsse zu einer zweckgerichteten Politik gebündelt werden. Hierbei geht es um die ausgewogene Berücksichtigung der Interessen aller Stakeholder. Es ist aber auch zu betrachten, dass die Ausschüttungspolitik dazu missbraucht werden kann, Gesellschafter aus dem Gesellschafterkreis herauszudrängen.
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Regeln für die Entscheidungsfindung zur Ausschüttung
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13. Zusammenfassende Modellansätze
Hermut KormannZusammenfassungIn diesem abschließenden Kapitel führen wir synoptisch die einzelnen Komponenten auf, die die Ausschüttungsquote der Unternehmung insgesamt bestimmen sollten. Als Summe unserer vorstehenden Überlegungen kann eine Spannbreite von plausiblen Ausschüttungsquoten in einer Kapitalgesellschaft zwischen 15 % und 35 % des Konzern-Jahresüberschusses angenommen werden. Als typischer Mittelwert können 25 % angesetzt werden. Dies bedeutet, dass Familienunternehmen durchschnittlich weniger ausschütten und mehr thesaurieren als Börsengesellschaften, bei denen noch Aktienrückkäufe als Modus der Gewinnverwendung hinzukommen.
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Backmatter
- Titel
- Gewinnverwendung und Vermögen
- Verfasst von
-
Hermut Kormann
- Copyright-Jahr
- 2026
- Electronic ISBN
- 978-3-658-49386-8
- Print ISBN
- 978-3-658-49385-1
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-658-49386-8
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