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Über dieses Buch

Die in den vergangenen Jahren außerordentlich gesteigerte Leistungsfähigkeit sowohl der Arbeitsplatzrechner als auch der Kommunikationstechnik für ihre Vernetzung erschließen sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten für immer weitere und umfangreichere Arbeitsbereiche. Die 19. Jahrestagung der GI greift wichtige Fragen hierzu auf und setzt sich mit einer Fülle von Einzelthemen auseinander. Dabei wendet sie sich gleichermaßen an Entwickler, Anwender, Wissenschaftler und Studenten.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Fachgespräch: Computergestützter Arbeitsplatz und juristische Arbeitsmethoden

Frontmatter

Methodisches Vorgehen in Recht und Informatik im Vergleich — Rechtsanwendung und Systemkonzeption als Modellbildungsprozesse

Vor dem Hintergrund immer stärkerer Wechselwirkung zwischen Recht und Informatik werden methodische Vorgehensweisen in beiden Bereichen verglichen. Hier geht es insbesondere um die Methodik der Entscheidung von Rechtsfällen einerseits, die Methodik der Konzeption von Informationssystemen andererseits. Ein sinnvoller Vergleich zwischen juristischen Entscheidungsmethoden und Methoden der Systemkonzeption in der angewandten Informatik ist insofern möglich, als beide Vorgehensweisen als „Modellbildungsprozesse“ angesprochen werden können. Dies überrascht für die Vorgehensweise der Systemanalyse sicherlich nicht. Für die Vorgehensweise der juristischen Fallentscheidung ist dies jedoch ein Neuansatz — welcher allerdings nicht etwa durch die Konzepte der Systemanalyse angeregt ist, sondern unabhängig davon konzipiert wurde. Auf den damit angedeuteten Grundlagen wird hier versucht, Querverbindungen zwischen Informatik und Rechtstheorie zu verstärken. Die Neuartigkeit des Ansatzes bedingt, daß es hier z. T. bei skizzenhaften Andeutungen bleiben muß.

H. Fiedler, R. Traunmüller

Computerarbeitsplatz für die Unterstützung von Richtern

über die Einsatzmöglichkeiten der ADV am Richterarbeitsplatz ist gerade in der letzten Zeit sehr viel diskutiert worden. Dabei wird unter dem Begriff des Richterarbeitsplatzes regelmäßig auch der Arbeitsplatz des Staatsanwaltes erfaßt. Teilweise spricht man vom „Juristischen Arbeitsplatz“ und bezieht damit auch den Bereich des Anwaltes mit ein.

Wolfram Viefhues

Computergestützter Arbeitsplatz für Anwälte

Die Computeranwendung in der Anwaltskanzlei entwickelt sich immer weiter über die klassische Bürokommunikation hinaus zum Arbeitsinstrument des Anwaltes selbst.1 Das hat auch methodische Konsequenzen, deren Untersuchung und Erforschung dringend geboten ist. Im Folgenden soll der Versuch unternommen werden, thesenartig Ansatzpunkte für eine derartige Untersuchung zu bieten.

Helmut Becker

Rechtliche Rahmenbedingungen für den Einsatz von Computerarbeitsplätzen in der Justiz

Der nachstehende Beitrag kann nicht den Anspruch erheben, das Thema erschöpfend zu behandeln. Im Hinblick auf Umfang und Komplexität des Themas kann er nur einen ersten Problemaufriß bieten und erste, vorläufige Antworten geben. Eine vertiefte Bearbeitung ist im Rahmen eines vom Bundesministerium der Justiz vergebenen Forschungsauftrages vorgesehen, der sich mit den Möglichkeiten des Einsatzes von Informationstechnik am Arbeitsplatz von Richtern, Staatsanwälten und Rechtspflegern (Projekt IURISTAR) befaßt.

Manfred Weihermüller

Juristische Lehr- und Lernsysteme

Auch am „Arbeitsplatz des Jurastudenten“ steht immer häufiger ein Computer. Ein großer Teil der Münchner Übungshausarbeiten zeigt sich schon im Schriftbild eines Printers, und manche Studenten nutzen bereits die Möglichkeiten eines Wordprozessors, um durch unterschiedliche Gliederung zweier Arbeiten über deren Identität hinwegzutäuschen. Als Entschuldigung für eine verspätete Abgabe beruft man sich längst nicht mehr nur auf den grippalen Affekt oder den Todesfall in der Familie, sondern auch auf die höhere Gewalt des Computers: den Systemabsturz oder das rätselhafte Versagen des Druckers.

Lothar Philipps

Das Juristische Literaturarchiv JULIA

Die Computerunterstützung für Rechtsanwaltskanzleien schien zumindest bis Mai 1982 unbefriedigend gewesen zu sein, denn der Deutsche Anwaltsverein (DAV) beschloß auf einer Vorstandssitzung zu dieser Zeit, verstärkte Anstrengungen zu unternehmen, um den Anwälten bei ihren Rationalisierungsmaßnahmen helfen zu können. Im August 1983 gründete der DAV zusammen mit der (bundeseigenen) Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung (GMD) sowie der ADVODAT-GmbH das „Institut der Anwaltschaft für Büroautomatisierung und Bürotechnik GmbH“, um „anwaltliche Software“ zu erstellen.

Herbert Göttler, Uwe Günzel, Bernd Himmelreich

KOKON-3: Ein prototypisches System zur Wissensbasierten Vertragskonfigurierung

Dieser Beitrag befaßt sich mit einem prototypischen System, das im Rahmen des Forschungsprojektes KOKON1 entstanden ist. Das System KOKON-3 dient der Konfigurierung von Dokumenten am Anwendungsbeispiel „Immobiliarkaufverträge im Notariat“. Einerseits wird im vorliegenden Beitrag auf Aspekte der Formalisierung und der Repräsentation juristischen Wissens eingegangen, andererseits auf die eher systemtechnischen Aspekte der konkreten Implementierung von KOKON-3.

Detlef L. Kowalewski, Josef Schneeberger, Susanne Wiefel

INTERJUR Das Hamburger Integrationskonzept für die Informationstechnik-Unterstützung am juristischen Arbeitsplatz

Seit längerem wird vorgeschlagen, den Juristen bei seiner spezifisch juristischen Tätigkeit am Arbeitsplatz informationstechnisch zu unterstützen. Die bislang erkennbaren Konzepte und konkreten Informationstechnik-Anwendungen offenbaren jedoch durchweg Schwächen und erscheinen deshalb verbesserungsbedürftig.

Carl-Eugen Eberle

Verarbeitung sich ändernder Vorschriften durch Expertensysteme

Das Ziel des Beitrags ist, Möglichkeiten darzustellen, die Expertensysteme zur Beratung über Vorschrifteninhalte eröffnen. Gelingt es, in Textform vorliegende Vorschriften regelmäßig als Beratungsgegenstand wissensbasierter Systeme zu erschließen, so erfährt der Anwendungsbereich der Expertensysteme sowohl vom Umfang als auch vom Inhalt her eine beachtliche Ausweitung.

Klaus Witulski

Strukturierte Darstellung juristischen Wissens

Diese Arbeit beschreibt einen Ansatz zur strukturierten Darstellung juristischen Wissens. Dazu wird einleitend ein Überblick über die in diesem Gebiet auftretenden Probleme gegeben, um dann ein Schichtenmodell vorzustellen, welches eine deklarative, explizite, modifizierbare und umfassende Formatisie-rung juristischen Wissens zum Ziel hat. Dieser streng deklarative Charakter ermöglicht eine Verwendung derartiger juristischer Wissensbasen in verschiedenen Anwendungen. Das Modell verfolgt dabei das Ziel einer Strukturierung des Wissensgebietes in einer auch von Juristen (implizit) vorgenommenen Art in die Bereiche Begriffsbildungen, juristisches Schlußwissen und Konfliktlösungswissen (Meta-Regelungen).

Andreas Strasser

Der Einsatz von Expertensystemtechniken zur Unterstützung der Arbeit mit Rechtsinformationssystemen

Dieser Beitrag beschreibt ein vom Verfassungsdienst des Bundeskanzleramtes und dem Institut für Informatik der Johannes Kepler Universität gemeinsam durchgeführtes Forschungsprojekt zum Thema „Juristische Expertensysteme“. Der Schwerpunkt des Projektes war dabei, die Arbeit des Benutzers mit bestehenden Rechtsinformationssystemen (im konkreten Fall das Rechtsinformationssystem RIS) durch den Einsatz von Expertensystemtechniken zu erleichtern. Das Hauptanliegen der Anwender im Bereich des Verfassungsdienstes war vor allem die Unterstützung des, Anwenders bei der Suche und Abarbeitung von Verweisen. Nach Abschluβ der Systemkonzeption wurde ein Prototyp entwickelt, der derzeit an Hand typischer Probleme des Verfassungsdienstes getestet wird.

Gerhard Enser, Gerald Quirchmayr, Roland Traunmüller, Norbert Wilfert

Fachgespräch: Der computergestützte Arbeitsplatz des Organisators

Frontmatter

Software als Werkzeug für den Organisator

Die Aufgaben und die Tätigkeiten des Organisators werden heute durch Software in vielfältiger Weise verändert oder beeinflußt. Es handelt sich dabei um ein sehr heterogenes Gebiet, das zunächst einer Strukturierung bedarf. Folgende Sichtweisen können schwerpunktmäßig unterschieden werden: • Durchführung von Organisationsaufgaben unter Zuhilfenahme von Software;• Software als organisatorisches Gestaltungsmittel (z.B. Substitution herkömmlicher Technologien oder Organisationsformen durch Software);• Auswirkungen der Softwaretechnologie auf die Unternehmensorganisation (z.B. Zentralisierung/Dezentralisierung, Integration).

F. Lehner

Anforderungen des Praktikers an den computergestützten Arbeitsplatz des Organisators — Ergebnisse einer qualitativen Marktuntersuchung

Der Organisator der 70er Jahre war ein „Strukturtechniker“. Er beschäftigte sich vorwiegend mit statischen Strukturen der Unternehmensorganisation. Im Zuge der verstärkten Einführung der Datenverarbeitung gewann die DV-Organisation stark an Bedeutung: die anforderungsgerechte Gestaltung von Anwendungssoftware, ihre organisatorische Einführung sowie die effiziente Gestaltung der DV im Unternehmen selbst traten in den Mittelpunkt der Aktivitäten. Derzeit ist ein weiterer Wandel zu beobachten. Mit dem Selbstverständnis des „Organisationsentwicklers“ bemüht sich eine neue Generation von Organisatoren, die bürokratischen Elemente ihrer Tätigkeit abzubauen und durch ausgeprägte Berücksichtigung der Bedürfnisse der betroffenen Menschen Akzeptanz für ihre Systemänderungen zu erhalten.

Horst Strunz

Vorgehensmodell einer rechnergestützten Methode zur Analyse und Gestaltung von Informations- und KommunikationsStrukturen in der rechnerintegrierten Produktion

Die praktische Erarbeitung eines Unternehmensindividuellen Konzepts zur rechnerintegrierten Produktion (Computer Integrated Manufacturing) ist aufgrund der komplexen Unternehmensstrukturen und -ablaufe sowie der in diesem Bereich stattfindenden schnellen technologischen Entwicklung eine äuβerst umfangreiche und komplexe Aufgabe für die Organisatoren.

Andrej Blacher, Ryszard Dabrowski, Bernd Scholz

Organisationsanalyse und -planung mit ODB/OIS: Integration mit bestehenden Anwendungssystemen im Unternehmen

Eine Organisationsdatenbank (ODB) enthält alle für einen Betrieb relevanten Daten zur Aufbau- und Ablauforganisation, unabhängig davon, ob diese manuell oder maschinell bearbeitet werden. Sie bildet als „Metadatenbank“ die vergangene, gegenwärtige und künftige Organisation ab. Das Organisationsinformationssystem (OIS) stellt die zur Datenverwaltung, für Abfragen und Auswertungen, Organisationsanalysen und -planungen notwendigen Funktionen bereit.

Heidi Heilmann, Manfred Simon

Strukturierte Spezifikation und Evaluierung bei der Erstellung von zukünftigen Bürosystemen — Umsetzung der Erkenntnisse aus einem ESPRIT-Projekt zur Prototyp-Entwicklung

Der vorliegende Beitrag skizziert eingangs den gestalterischen Entwicklungsweg von der Büro-Analyse hin zur Büro-Systemgestaltung und beschreibt daran anschließend Aufgabenfelder rechnerbasierter Unterstützung zur Planung und Gestaltung von Bürosystemen.Innerhalb des ESPRIT-Projektes DOEOIS (Design and Operational Evaluation of Office Information Servers) wurde eine auf die Unterstüzung von Büroprozeduren konzipierte Systemschicht, auf der Basis einer Datenbankspezifiziert und prototypisch implementiert. Aufgrund der Erfahrungen und Erkenntnisse innerhalb des Projektes wurde eine Methode zur Spezifikation sowie zur Evaluation der erstellten Prototypen entwickelt.Die Umsetzung des ersten Vorgehensschritts der Anforderungsspezifikation, mittels eines auf Hypertextfunktionen basierenden Gestaltungswerkzeuges in einer Rechnerumgebung, wird dabei vorgestellt. Die Darstellung der beabsichtigten Weiterentwicklungen sowie der zukünftigen Einsatzfelder und Perspektiven wird abschließend vorgenommen.

Rainer Friedrich, Isabella Hofstetter

Konzepte und Instrumente für Organisation und Management evolutionärer Softwareentwicklungsprojekte

Die Erstellung eines größeren computergestützten Informationssystems ist eine Aufgabe, die nicht nur die Lösung software- und hardwaretechnischer Probleme beinhaltet, sondern auch adäquater Planung und Steuerung bedarf. Die traditionellen Methoden des Projektmanagements orientieren sich an linearen Vorgehensweisen, wie sie in der industriellen Fertigung üblich sind. Der wirkungsvolle Einsatz dieser Verfahren ist jedoch an bestimmte Voraussetzungen gebunden: • Adäquate Arbeitsaufteilung: Es muß eine dem Arbeitsablauf entsprechende Aufteilung des Entwicklungsverlaufs in einzelne (Teil-) Aktivitäten möglich sein.• Einfache Ablaufstruktur: Die einzelnen Aktivitäten sollten entweder in einer festen zeitlichen Relation zueinander stehen oder unabhängig voneinander ausgeführt werden können.• Deterministische Planung: Anzahl, Dauer und Abhängigkeiten zwischen Aktivitäten sollten sich im Projektverlauf nicht ändern; die Ausführungsdauer einzelner Teilaufgaben sollte zuverlässig geschätzt werden können.• Unmittelbare Fortschrittskontrolle: Das Ergebnis bzw. die Ergebnisse einer Aktiviät müssen direkt überprüfbar sein, damit festgestellt werden kann, ob und wann eine Aktivität abgeschlossen ist.

Wolfram Pietsch

Flexibles Informationsmanagement für Organisatoren mit Werkzeugumgebungen für Persönliches Informationsmanagement (PIM)

In diesem Beitrag werden neuartige PC-gestützte Werkzeugumgebungen für Personal Information Management (PIM) diskutiert. Diese Tools bieten dem Organisator bisher nicht gekannte flexible Möglichkeiten der computer gestützten Sammlung, Verwaltung und Präsentation von Daten einer komplexen persönlichen Arbeitsumgebung in verteilten Datenbasen. Insbesondere offerieren sie leistungsfähige (Re-) Strukturierungsmöglich-keiten dieser Daten zur Informationsgewinnung via laufend wechselnder Präsentationsalternativen. Als Beispiel eines dieser PIM-Tools wird das seit Mitte 1988 verfügbare Agenda-System (Lotus) zum Informationsmanagement textualer Informationen vorgestellt. Agenda bietet eine Hypertextorientierte, flexible Textdatenbankumgebung, basierend auf Textbausteinen in Items und Notes, die nach Kategoriefamilien explizit oder automatisch klassifiziert werden und in Views präsentierbar sind. Prototypen und Templates für darauf aufgebaute betriebliche Applikationen aus dem CIM-Bereich dienen zur Charakterisierung einiger Leistungsmerkmale dieses Tools bei der ablauf organisatorischen Informationsstrukturierung eines komplexen betrieblichen Teilbereichs. Insbesondere wird auch der Integrationsaspekt der PIM-Tools in das gesamte betriebliche Informations- und Kommunikationssystem, z.B. mittels Workgroup-orientierter Ansätze, unter Verweis auf Archtitekturkonzepte diskutiert.

Ludwig Nastansky

ASH Ein wissensorientierter Arbeitsplatz für die benutzerprogrammierbare Ablaufsteuerung in der Kommunalverwaltung

„ASH“ steht für „Ablaufsteuerungshilfe für Fall- und Vorgangsbearbeitung“. Unter diesem Begriff wird ein Software-Paket verstanden, das es den Sachbearbeitern in der Kommunalverwaltung — ggf. mit Unterstützung des Organisators — ermöglicht, ihre Arbeitsaufgaben mittels eines Rechners auf weitgehend flexible und selbstgesteuerte Weise zu bewältigen, d.h. vorhandene DV-Anwendungen zu verändern und neue DV-Anwendungen selbst zu entwickeln. Die Unterstützung der Sachbearbeiter geht bis hin zur Erstellung von Entwürfen für Bescheide, Gebührenfestsetzungen, Antworten etc. in den jeweiligen Sachgebieten. „ASH“ bildet dabei den jeweiligen Arbeitsvorgang nicht einfach als Ganzes in eine starre Prozedur ab, sondern zerlegt diesen Vorgang in einzelne Schritte, die gemäß der individuellen Gegebenheiten eines speziellen Falles entsprechend den „Regie-Anweisungen“ des Sachbearbeiters im Sinne eines Entscheidungsbaumes logisch zusammengekettet werden.„ASH“ ist auf Aufgaben der Kommunalverwaltung zugeschnitten und hilft, eine Grundspannung in diesem Feld zu bewältigen: einerseits Anforderungen der Rechtsstaatlichkeit und Verfahrenssicherheit des Verwaltungshandelns zu unterstützen, andererseits „situationsgerechte Flexibilität des Verwaltungshandelns“ (/HILL87/) zu ermöglichen.Unser Beitrag konzentriert sich auf die aufgabenorientierte Bereitstellung von Funktionalität der „ASH“ und auf ihr Potential für eine Anwendungsentwicklung durch den Sachbearbeiter.

F. Belli, M. Klug, W. van Treeck

Fachgespräch: Voraussetzungen und Grenzen der betrieblichen Gestaltung computergestützter Arbeitsplätze

Frontmatter

Betriebsrätliche Gestaltungsversuche am Beispiel des Wissenschaftlerarbeitsplatzes der Fraunhofer-Gesellschaft

Die Fraunhofer-Gesellschaft für angewandte Forschung (FhG) ist mit ihren etwa 35 Instituten in den Fachgebieten Mikroelektronik, Informationstechnik, Produktionsautomatisierung, Fertigungstechnologien, Werkstoff- und Bauteilverhalten, Verfahrenstechnik, Energie- und Bautechnik, Umweltforschung und Fachinformation/technischwissenschaftliche Studien tätig. Die meisten Institute betreiben Vertragsforschung mit öffentlichen und privaten Partnern und müssen hierüber bis zu 80% ihres Aufwandes selbst erwirtschaften. Deshalb sind die Akquisition von Projekten und ihre termingerechte Abwicklung wichtige Kennzeichen der Tätigkeit. Es handelt sich somit um Forschungsarbeiten unter Bedingungen des Marktes.

Manfred Scheifele, Wolfgang Stather

Gestaltung von Arbeit und Technik beim Einsatz von Bürosystemen

In den Betrieben und Verwaltungen wird immer stärker der Einsatz neuer Bürotechniken (Büro- und Kommunikationssysteme, PCs etc.) geplant und umgesetzt.

Angelika Bahl-Benker, Anne von Soosten-Höllings

Individuelle Partizipation versus kollektive Mitbestimmung?

Möglichkeiten und Grenzen der Beteiligung bei der betrieblichen Gestaltung computergestützter Arbeitsplätze

Das Thema des Fachgesprächs „Voraussetzungen und Grenzen der betrieblichen Gestaltung computergestützter Arbeitsplätze“ wird im folgenden Beitrag nicht unter dem Gesichtspunkt von Gestaltungszielen und -inhalten behandelt, sondern im Vordergrund steht der Weg, der Prozeß der Gestaltung: Aus der Perspektive der vom Einsatz der Informationstechnologie in den Betrieben betroffenen Arbeitnehmerinnen und ihrer Interessenvertretung — und dies ist die Perspektive, die dem Folgenden zugrundeliegt — geht es dabei vor allem um die Frage: Wie können die Interessen der Arbeitnehmerinnen an menschengerecht gestalteten computergestützten Arbeitssystemen nicht nur eingebracht, sondern unter den gegebenen Rahmenbedingungen in der betrieblichen Auseinandersetzung divergierender Interessen auch durchgesetzt werden? Welche Voraussetzungen dazu gegeben sein müssen, v.a. in Bezug auf die Organisation von Beteiligungsprozessen und auf die Kooperation zwischen den verschiedenen Trägerinnen eines solchen mitbestimmenden Gestaltungsprozesses, soll im folgenden ebenso erörtert werden, wie die Grenzen verschiedener Beteiligungskonzepte bei der betrieblichen Gestaltung computergestützter Arbeitssysteme.

Ulla Schwitalla, Walter Wicke

Rechtsgemässe Gestaltung von ISDN-Nebenstellenanlagen

Selbst wenn Betroffene über institutionelle Möglichkeiten verfügen, die Gestaltung von Informations- und Kommunikationssystemen zu beeinflussen, sehen sie sich kaum überwindbaren Schwierigkeiten gegenüber, diese Möglichkeiten für ihre Interessen zu nutzen. Sie müssen nicht nur gegen eigentlich vermeidbare Hindernisse ankämpfen — gegen unzureichende Informationen, das Kauderwelsch der Fachsprachen oder den Hochmut der Experten. Ihr Beteiligungsbegehren stößt auch auf Barrieren, die tiefer wurzeln, nämlich in der Struktur der objektiven Probleme.

Volker Hammer, Ulrich Pordesch, Alexander Roßnagel

Verlaufsformen und Rahmenbedingungen der Rationalisierung in der zwischenbetrieblichen Logistik und Folgen für die Gestaltung der Arbeitsplätze

Der technischen und organisatorischen Rationalisierung einzelner Bereiche des Produktionssystems wie dem Maschinenbau, der Automobil- und Elektroindustrie u.a. folgt nunmehr eine stärkere Orientierung auf die systemische Integration der horizontalen und vertikalen Produktionsstufen.

Manfred Bergstermann

Zur Gestaltung computergestützter Facharbeit mittels werkstattorientierter Programmierverfahren

Drei Hauptetappen kennzeichnen die Entwicklung der auftragsgebundenen Kleinserien—Produktion bis zur Fabrik von heute. Auf der ersten Stufe wurde die zuvor ganzheitlich handwerkliche Arbeit horizontal geteilt in spezialisierte Verrichtungen nach den Prinzipien von Smith und Babbage, die den Einsatz von Maschinen vorbereiteten. Auf der zweiten Stufe teilten Taylor’s „Grundsätze wissenschaftlicher Betriebsführung“ die Arbeit auch vertikal, indem sie die Planung von der Ausführung trennten. Auf der dritten Stufe wurde diese vertikale Arbeitsteilung mit der Einführung numerisch gesteuerter Werkzeugmaschinen weiter vertieft, indem deren Programmierung zu einem gesonderten Teil der Planungsaufgaben gemacht wurde.

Peter Brödner

Einführung computergestützter Arbeitsplätze in einer DNC-Dreherei: Erfahrungen aus der Praxis

In den folgenden Ausführungen werden Erfahrungen des Betriebsrates der Daimler-Benz AG zur Einführung computergestützter Arbeitsplätze in einer DNC-Dreherei beschrieben. Hierbei wird bewußt die Sichtweise des Betriebsrates hervorgehoben, der — in enger Zusammenarbeit mit der Innovationsberatungsstelle der IG Metall in Berlin — mit der Planung und Einführung der DNC-Dreherei im Werk Berlin Marienfelde konfrontiert war.

Kurt Krause

“Human Centered” CIM-Strukturen — Wunsch und Wirklichkeit eines Esprit-Projektes

Nach einer kurzen Skizze der gängigen Strategien der Fabrikautomatisierung werden anhand des ESPRIT-Projektes „Human Centered CIM Systems“ ein alternatives Gestaltungsprinzip und die Randbedingungen seiner Verwirklichung diskutiert. Am Beispiel einer computergestützten Werkstattsteuerung für den Einsatz in einer experimentellen teilautonomen Fertigungsinsel eines Demonstrationszentrums wird der Entwicklungsprozess und die vorgesehene Nutzung dargestellt.

Holm Gottschalch, Alexander Wittkowsky

Fachgespräch: Der Ingenieurarbeitsplatz in der Industrie

Frontmatter

Probleme bei der Gestaltung von CAD-Benutzungsoberflächen

Um die große Zahl unterschiedlicher am Markt erhältlicher CAD-Systeme vergleichbar und bewertbar zu machen, ist von einem Arbeitskreis der Fachgruppe 4.2.1 „Computergestütztes Entwickeln und Konstruieren“ der Gl ein Referenzmodell für CAD-Systeme entwickelt worden, das eine Strukturierung des CAD-Systems nach Funktionsgruppen vorsieht. Die Benutzungsoberfläche des CAD-Systems wird so als eine dieser Funktionsgruppen betrachtet. Als Schnittstelle zwischen dem arbeitenden Menschen und dem für die Arbeit benutzten System spielt sie eine wichtige Rolle, die Rückwirkungen auf die anderen Funktionsgruppen des CAD-Systems hat und diese zum Teil sogar bestimmt. Dies ist der Anlaß, in einem Arbeitskreis „Benutzungsoberflächen von CAD-Systemen“ dieser Funktionsgruppe verstärkte Aufmerksamkeit zu widmen. Für eine Diskussionsbasis werden zunächst die verwendeten Begriffe genauer abgegrenzt und die vorhandenen Normen und Richtlinien untersucht. Anhand vierer Themenbereiche sollen existierende CAD-Systeme in Bezug auf die Gestaltung der Benutzungsoberfläche untersucht werden. Ziel ist die Erarbeitung einer Empfehlung für eine menschengerechte CAD-Benutzungsoberfläche und gegebenenfalls die Implementation eines Prototyps.

A. M. Heinecke, M. Fischer, P. Martin, M. Gößmann, J. Pfitzmann

Ein integrierter Arbeitsplatz für den Projektierungs-Ingenieur in der Elektrotechnik

Der vorliegende Artikel beschreibt die Architektur einer integrierten Werkzeug-Umgebung für den Projektierungsingenieur der Elektrotechnik und die Integration der wichtigsten, zum Einsatz gelangenden Komponenten wie CAD-, Dokumentenverwaltungs- und Expertensysteme in diese Umgebung. Die Systemumgebung baut auf einer einheitlichen Engineeringdaten-Verwaltung auf der Basis eines aktiven, die logische Konsistenz der Daten garantierenden Datenbanksystems auf. Dies erfordert den Einsatz eines Modellierers, der die Erweiterung eines Kern-Datenmodells um anwenderspezifische Datenstrukturen, Datenbeziehungen und Regeln erlaubt.

M. Bärtschi, H. U. Stamer, F. Wunderlich

Die Computergestützte Entwurfs- und Projektierungsphase

Die Erstellung technischer Systeme, wie z.B. Kraftwerke oder Chemieanlagen, erfordert eine komplexe Interaktion vieler Gruppen und Tätigkeiten, angefangen vom Entwurf über die Projektierung bis hin zur Inbetriebnahme. Für diese — oftmals iterativ voneinander abhängigen ; Phasen ist eine gemeinsame Datenbasis, die für unterschiedliche Anforderungen geeignete Dienste ermöglicht, von entscheidender Bedeutung. In diesem Beitrag wird am ingenieur-technischen Beispiel einiger Entwicklungsphasen von Kraftwerken eine mögliche Arbeitsumgebung vorgestellt. Ein solches ‘design-tool’ zeichnet sich vor allem durch den hohen Grad an Integration aus. Zusätzlich wird jedem Anwender die Darstellung seiner Sicht auf die Daten ermöglicht unter Ausnutzung moderner, intelligenter und konfigurierbarer Mensch-Computer Schnittstellen.

K. Zinser, P. Elzer

Ein Hypertextsystem zur Unterstützung von Konstruktionsingenieuren und Arbeitswissenschaftlern

Es wird ein applikationsspezifisches hypertextsystem zur Unterstützung von erg onomischen Gestaltungs- und Designentscheidungen vorgestellt. Neben der Verwendung einer grafischen Bedienoberfläche zeichnet sich dieses System durch die Möglichkeit orthogonaler Re-trievaltechniken aus. Das System ist auf einem Atari 1040ST unter GEM/TOS lauffähig. Zukünftige Perspektiven multimedialer Ingenieurarbeitsplätze werden abschlieβend als denkbare Erweiterungen dieses Systems diskutiert.

Ralf Cordes, Klaus Süllow

Ingenieursarbeitsplätze in der Technischen Entwicklung und Büroinformationstechnologien

Die Produktivitätssteigerung im Bereich der Technischen Anwendungen in der Produktion war in den Jahren 1969 bis 1979 in etwa 90 %. Gleichzeitig war die Produktivitätssteigerung in den gleichen Jahren im administrativen Bereich nur bei mageren 4 % gelegen. In den Jahren 1979 bis 1989 war die Steigerungsrate im Produktionsbereich abnehmend, im administrativen Bereich weiterhin stark zunehmend.

Gerhard Wächter

Fachgespräch: Der computergestützte Arbeitsplatz in der Planung von Abläufen und Ressourcen in Unternehmen

Frontmatter

Möglichkeiten für arbeitsplatzgestütztes Ressourcenmanagement in verteilten Systemen

auf der Grundlage von integrierten Endbenutzerwerkzeugen für Tabellenkalkulation, Graphik und objektorientierte Entwicklungsumgebungen

Im Unternehmen der 90er Jahre wird das integrierte Informationsmanagement ein entscheidender Wettbewerbsfaktor sein. Dies gilt insbesondere auch für die Planungs-, Verarbeitungsund Koordinationsanforderungen an die Ressource betriebliche Information im CIM-Spannungsfeld zwischen betriebswirtschaftlichen und technischen Bereichen eines in der Fertigungsbranche tätigen Unternehmens.

Ludwig Nastansky

CAD-Technik für Organisatoren und Systemingenieure: Organisationsentwicklung und Ressourcen-Management mit DOMINO(R)

Industrie und Handel sind einem zunehmend härteren Wettbewerb ausgesetzt. Die Innovationszyklen für Produkte und Dienstleistungen werden zusehends kürzer. Diese Situation wird sich durch den EG-Binnenmarkt weiter verschärfen. Die Konsequenz für jedes einzelne Unternehmen kann nur lauten: Gezielt neue Techniken einsetzen, Ressourcen ausschöpfen und Reaktionsgeschwindigkeit maximieren. Das aber setzt in einem Unternehmen die Beherrschung sämtlicher Funktionen des Wertschöpfungsprozesses voraus — mit all ihren Interdependenzen, Vernetzungen und Rückkopplungen. Hier sind Planer, Organisatoren und Systemingenieure gefragt, die mit Hilfe neuer Instrumente aus der Verfahrenstechnik DOMINO für unternehmensweite Transparenz sorgen. Sie schaffen damit die Grundvoraussetzungen für eine gezielte Organisationsentwicklung und ein effektives Ressourcen-Management.

Heike Lüder-Schirmer

Das Planungsunterstützungssystem VIPS: Synthese und Analyse von Vorgängen auf der Basis eines elektronischen Organisationshandbuchs

Jede größere Organisation erfordert die Festlegung bestimmter Regelungen, nach denen sie funktioniert. Als Beispiele seien Satzungen, Betriebsvereinbarungen und Geschäftsordnungen genannt, die meistens in Papierform vorliegen, z.B. [GMD85]. Ein Problem, das seit vielen Jahren im Mittelpunkt der Forschung über Büroinformationssysteme steht, ist die Frage, wie derartiges Wissen über Organisationen im Computer repräsentiert werden kann und wie Systeme zu konzipieren sind, die darauf zugreifen [BaJo83, EINa87]. Hier können Wissensrepräsentationsformalismen und Problemlösungsparadigmen der Künstlichen Intelligenz gewinnbringend eingesetzt werden.

Frank Victor, Edgar Sommer, Frank von Martial

Ein verteiltes PPS-System auf Arbeitsplatzbasis

Die Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen wird heute wesentlich von Flexibilität, kurzen Lieferzeiten und Termintreue bestimmt. Gerade in mittelständischen Unternehmen kommt dem verstärkten Computereinsatz im dispositiven Bereich strategische Bedeutung zu. Für den industriellen Sektor können Produktionsplanungs- und Steuerungssysteme (PPS-Systeme) im Rahmen von CIM-Konzepten grundsätzlich eine wichtige Vorreiterrolle übernehmen.

Karl Kurbel, Claus Rautenstrauch

Rechnergestützte Planung kanbangesteuerter Fertigungen

durch integrierte Systemanalyse und Simulation mit dem PSItool NET

Mit dem PSItool NET steht eine Palette aufeinander abgestimmter Werkzeuge für den Fertigungsplaner zur Verfügung. Aufgaben der Systemanalyse und der Simulation wie Edition, Dokumentation, Validation, Verifikation und Simulation von Systemmodellen werden unterstützt und gemeinsam auf ein theoretisches Fundament gestellt: die Petrinetztheorie bietet den integrierenden Formalismus für alle diese Aufgaben. Mit Petrinetzen lassen sich beliebige komplexe nebenläufige Systeme beschreiben und untersuchen.Neben einer Einführung in Petrinetze und in das Prinzip einer Kanban-Fertigung werden in diesem Papier sogenannte Modellbausteine definiert, die das Modellieren kanbangesteuerter Fertigungen erleichtern. Es handelt es sich um vordefinierte Pe-trinetzteile, die sich in einfacher Weise zu Kanbankreisen, -ketten und -netzen zusammenfügen lassen. Fragestellungen an unterschiedliche Auslegungen und Steuerungen einer Fertigung lassen sich so noch schneller formulieren und beantworten.Die Funktionalität des PSItools NET und das Vorgehen bei der Arbeit werden anhand einer Fallstudie aus der industriellen Praxis aufgezeigt. Erzielte Ergebnisse und Erfahrungen mit dem vorgestellten Ansatz werden geschildert.

Frank Itter

Flexibilitätsaspekte der Planung im Arbeitsfeld der automatisierten Produktion

In diesem Aufsatz wird der Frage nachgegangen, welches Maß an Flexibilität beim Aufbau und Betrieb automatisierter Produktionssysteme erzielt werden kann. Nach einer Begriffsbestimmung und der Klassifikation verschiedener Flexibilitätsarten im Fertigungsbereich wird eine eingehende Untersuchung im Bereich der Steuerungskomponente eines flexiblen Fertigungssystems vorgenommen. Es zeigt sich, daß von der Konstruktion über die Planung eines Teils bis hin zur Fertigung äquivalente Alternativen für die Planung und den Betrieb der Kontrollsoftware zur Verfügung stehen. Ein erster Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Charakterisierung relevanter Flexibilitätsstellen in den Funktionalbereichen rechnerintegrierter Produktionssysteme, wobei der typische Lebenszyklus eines Produkts den Ausgangspunkt der Untersuchung bildet.

Stefan Jablonski, Thomas Ruf, Hartmut Wedekind

Flexible Anwenderunterstützung im integrierten Planungssystem PROFIS

Die meisten Industrieunternehmen sehen sich heute Käufermärkten ausgesetzt, auf denen zunehmend neben Preis und Qualität der Service in der pünktlichen, korrekten und schnellen Abwicklung der Kundenaufträge die Marktstellung bestimmt. Diese Märkte sind zusätzlich häufig durch sehr kurze Produktlebenszyklen gekennzeichnet. Zu diesen Markteinflüssen kommt ein Zurückgehen der Produktivitätszuwächse in der Fertigung.

Markus Wandesleben

Fachgespräch: Der computergestützte Arbeitsplatz im Krankenhaus

Frontmatter

Anforderungen und Konzepte für Integrierte, Patientenbezogene Arbeitsplatzsysteme im Krankenhaus

Die vorliegende Arbeit befaßt sich mit der Frage, wie moderne Arbeitplatzrechner in die EDV-Infrastruktur eines Krankenhauses integriert und wie die Vorteile arbeitsplatzrechnerbasierter Anwendungssysteme im Krankenhaus genutzt werden können. Die Architektur patientenbezogener Anwendungssysteme im Krankenhaus ist zur Zeit durch eine auf Zentralrechner und Abteilungsrechner ausgerichtete Systemarchitektur geprägt [8]. Die Integration der immer zahlreicheren Arbeitsplatzrechner stellt ein erhebliches Problem dar [2], [13]. In der Konsequenz bedeutet die zunehmende Verlagerung von Funktionen auf Arbeitsplatzrechner eine Umkehrung der bisherigen Verhältnisse. Integrierte, arbeitsplatzrechnerbasierte Anwendungssysteme bzw. Arbeitsplatzsysteme bieten auf der Basis von Konzepten verteilter Rechnernetze neue Möglichkeiten, die Anforderungen der (computergestützten) Arbeitsplätze im Krankenhaus zu erfüllen. Vorteile von Arbeitsplatzsystemen bestehen u.a. im Bezug auf grafisch-interaktive Benutzer Schnittstellen und die Bearbeitung unterschiedlicher Daten wie Text, Bilder, Grafiken etc.

J. Wiederspohn

Integration von Arbeitsplatzsystemen in ein heterogenes Klinikkommunikationsystem

In den nächsten Jahren wird die DV-Aus stattung für die Medizinische Fakultät der LMU München erheblich erweitert und ausgebaut. Der Austausch von Daten zwischen Arbeitsplatzsystemen, Subsystemen und Zentralrechner wird entscheidende Bedeutung gewinnen. Im Vordergrund stehen nunmehr die funktionale Verknüpfung von Informationsströmen über Abteilungsgrenzen hinweg und der Ausbau der DV-Kapazität für medizinische Belange im engeren Sinne [Gierl et al. 1987].

S. Villain, H. Müller, M. Bunk, W. Scherrmann, B. Pollwein, L. Gierl

Erste Erfahrungen mit einem integrierten Krankenhausinformationssystem (KIS)

Bei den Kliniken der Universität Würzburg wird die Pilotinstallation eines integrierten Krankenhausinformationssystems (KIS) erprobt. Es handelt sich dabei um ein System, das die Betriebsablaufssteuerung aller Abteilungen im Krankenhaus zusammenfaßen kann und den Anschluß von sogenannten Subsystemen/Departmentsystemen ermöglicht. Die administrativen Funktionen wie Abrechnung und Buchhaltung bleiben vorerst dem Großrechner der Klinikverwaltung vorbehalten.

W. Dolezol, A. Kleine-Kraneburg, N. Prantl, G. Schuller

Adaptive Schnittstellen in Krankenhaus-DV-Arbeitsplätzen und ihre Anwender- und Systemorientierten Anforderungen

Bei der Gestaltung von DV-Arbeitsplätzen im Krankenhaus als Mensch- Computer-Schnittstellen von Abteilungs- oder bereichsübergreifenden DV-Sy-stemen wurde bisher meist von ergonomischen Gesichtspunkten der Hardware, z.B. im Sinne des „Handling“ (Griff- und Bedienelemente wie Tastaturen, Lichtstifte, Maus,Knöpfe, Steuerknüppel etc) ausgegangen,wobei nur selten eine krankenhausspezifische Adaptation der üblichen auf dem Markt befindlichen Peripheriegeräte erfolgte. Ausnahmen hierzu stellen z.B. die in Teilbereichen eingesetzten speziellen Geräte für die nichtelektronische Datenspeicherung dar, z.B. auf Magnetkarten (Erfahrungsbericht in [1]) . Auβerdem gelangt hier der Problemkreis „Kommunikations-Ergonomie“ mit seinen Teilaspekten organisatorisches Umfeld und Software-Ergonomie mehr und mehr ins Bewuβtsein auch der Entwickler von Krankenhaus-Anwenderverfahren als wichtig für Arbeitsdurchsatz, Fehlerrate, Beanspruchung der Benutzer und damit letztlich der Akzeptanz des Verfahrens. Leider haben aber die mittlerweile vorliegenden wesentlichen Grundlagenuntersuchungen und anwendungsnahen Forschungsergebnisse (gute Einführungen in das Thema z. B. in [2], [3], [4]) noch keinen Niederschlag in einsetzbaren, marktfähigen Produkten,d.h.entsprechende Software-Architekturen und hierfür zweckmäβig gestaltete DV-Arbeitsplätze gefunden.

Dieter E. Beckert

Ablaufunterstützung und Terminplanung bei Ungenauen Plandaten — Aspekte der Organisationskomponente eines Medizinischen Abteilungsinformationssystems

Wesentliche Dienstleistungsaufgabe einer Medizinischen Abteilung in einem Klinikum ist die Durchführung von diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen zur Behandlung eines Patienten. Ein Abteilungsinformationssystem zur Unterstützung einer solchen Einrichtung umfaßt nach HAAS (1987): • Personenorientierte Patientenverwaltung• Dokumentation• Organisationsunterstützung• Kommunikation• Abrechung/Administration• Statistik• Befunderstellung• Archiv• Bürosystem• Entscheidungsunterstützung• Apotheke/Materialwirtschaft

R. Sawinski

RAROP — Ein interaktives Programmpaket zur PC-gestützten Personaleinsatzplanung in der Radiologie

In der Radiologischen Klinik der Universität Münster, für die das Programm RAROP ursprünglich entwickelt wurde, arbeiten z.Zt. 46 MTR (Medizinisch-Technische-Radiologieassistentinnen) auf 39 Arbeitsplätzen. Ein Arbeitsplatz entspricht hierbei einem Röntgengerät, das von der MTR zu bedienen ist. Bis auf wenige Ausnahmen sind die MTR keinen festen Arbeitsplätzen zugeordnet. Vielmehr werden von der leitenden MTR Wochenpläne mit der jeweils aktuellen Zuordnung von Mitarbeitern zu Arbeitsplätzen erstellt.

Jörg Schlüchtermann, Klaus Fischer, Ulrich Dikow, Wolfgang Berens

PACS: digitale Bildarbeitsplätze in der medizinischen Diagnostik

PACS — picture archiving and communication systems — steht für den Ersatz des photographischen Bildes durch Technologien, mit denen diagnostisches Bildmaterial durchgängig digital transportiert und gespeichert werden kann. Digitale Massenspeicher werden die traditionellen Filmarchive ablösen. Bildspeicher und Bildquellensystem werden über digitale Datenübertragungssysteme untereinander vernetzt sein. Die für den Radiologen sichtbarste Konsequenz jedoch wird ein neuartiges Arbeitsgerät sein: die diagnostic image workstation. Bilder werden nicht mehr am Lichtkasten präsentiert sondern auf Bildschirmen wiedergegeben werden. Zusätzlich wird eine Vielzahl neuer Arbeitshilfen für die Bildhandhabung angeboten werden. Der Umgang mit Bildmaterial wird sich drastisch ändern, was nicht ohne Einfluß auf Arbeitsweise und Arbeitsbedingungen des Radiologen bleiben wird.

Markus Dahm, Bernd Fasel, Ansgar Kaupp, Dietrich Meyer-Ebrecht

ODIN-RAD: Intelligente Nutzung multimedialer Dokumente in der Radiologie

ODIN (Optical Disc Information Systems) ist ein seit 1984 zunächst an der ETH Zürich (/Appel86/), seit 1987 an der Universität Oldenburg weiter entwickelter Software-Werkzeugkasten, der die Realisierung von Informationssystemen für auf optical discs gespeicherte multimediale Dokumente erlaubt. Die vorliegende Arbeit beschreibt das Projekt ODIN-RAD (Optical Disc Information Systems for Radiology), in dem ODIN-Werkzeuge zur Entwicklung eines intelligenten Dokumentzugriffs für die Radiologie der Städtischen Kliniken Oldenburg genutzt werden.

H.-J. Appelrath, H. Lorek

Der Arbeitsplatz des Kardiotechnikers bei Operationen am offenen Herzen

Seit die Herz-Lungen-Maschine (HLM) unverzichtbarer Bestandteil moderner Kardiochirurgie zur Aufrechterhaltung der Funktionen von Herz, Kreislauf und Lunge während der Zeit der extrakorporalen Zirkulation (EKZ) geworden ist, hat sich das Berufsbild des Kardiotechnikers etabliert. Sein Aufgabengebiet umfaßt die Bedienung und Steuerung der HLM gemäß physiologischer Vorgaben sowie die minutiöse Dokumentation aller Parameter und Ereignisse während der extrakorporalen Zirkulation. Der Arbeitsplatz des Kardiotechnikers stellt einen wichtigen Informationsknoten im Datenfluß zwischen Chirurgen, Anästhesisten und Labor dar.

Heinz Schillings, Herbert Bock

PC-Bildschirmarbeitsplätze auf der Intensivstation für lebertransplantierte Patienten

Auf der Intensivstation für lebertransplantierte Patienten der Abteilung für Abdominal- und Transplantationschirurgie und im hepatologischen Labor der Abteilung für Gastroenterologie der Medizinischen Hochschule Hannover wurden insgesamt drei PC-Bildschirmarbeitsplätze eingerichtet. Die Arbeitsplätze werden für die unterschiedlichen Aufgaben des Datenmanagement genutzt: Einerseits wird die Datenerfassung von Datenerfassungskräften durchgeführt, andererseits per Datentransfer vom Großrechner (z.B. Labordaten). Datenkorrektur wird im wesentlichen mit Unterstützung entsprechender Programme vom Projektpersonal durchgeführt, während die Patientenauskunft von Schwestern und Årzten am PC selbst oder durch Druckerausgabe stattfindet. Dazu gehört auch der Bereich der grafischen Darstellung z.B. der Enzymverläufe. Datenauswertung und -aufbereitung wird auch zum großen Teil am PC mit Hilfe der Statistikpakete SAS und SPSS durchgeführt. Zudem gibt es im Bereich der Entscheidungsunterstützung für den Arzt selbstgeschriebene Programme in PASCAL oder C, die die Konzeptbildung bei der Datenexploration unterstützen (intelligenter Datenzugriff, Patient-Matching [1, 12]). Eine Integration mit Daten des Krankenhausinformationssystems ist durch eine Verwendung der Identifikationszahl (I-Zahl) als Hauptschlüssel gewährleistet.Es wird das Anforderungsprofil des Arbeitsplatzes dargestellt und die bisherigen Erfahrung im Zusammenhang mit den vorgegebenen Restriktionen diskutiert.

G. Tusch, G. Gubernatis, M. Farle

Ein System zur postoperativen Erfassung von Narkoseprotokollen

Als konkretes Projekt entstand am Zentralkrankenhaus (ZKH) St.-Jürgen-Straße in Bremen ein System zur Erfassung und Auswertung von Narkoseprotokollen. Die Datenerfassung geschieht hier nicht im OP, sondern wird postoperativ anhand der manuell ausgefüllten Narkoseprotokolle vorgenommen. Ziel dieses Projektes war es, ein System zu entwickeln, das aus Sicht der Informatik auf dem aktuellen Stand ist und die derzeitige Struktur des Klinikbetriebes unterstützt Dies zielt im Besonderen darauf ab, das Arbeitsfeld des Anästhesisten im OP nicht zu verändern. Zur Erfassung in graphischer Form vorliegender Zeitreihen, wie Medikation während der Operation, wird ein Grafiktablett in das System eingebunden. Dabei wird mit einem Stift der Kurvenverlauf auf dem Narkoseprotokoll ‘nachgezeichnet’. Durch die Verwendung eines kommerziellen relationalen Datenbanksystems und durch die Erfassung nahezu aller im Protokoll vorkommenden Parameter sind umfangreiche medizinische Auswertungen über Narkosegruppen bis hin zur einzelnen Narkose möglich. Den Anforderungen der Krankenhausverwaltung sowie den Bestimmungen des Datenschutzes wird ebenfalls Rechnung getragen.

Andreas Becker, Axel Bücker, Redelf Janßen, Hans-Peter Kriegel, Klaus Matthes, Walter F. Henschel

PC-gestützte Laborarbeitsplätze im lokalen Netzverbund eines klinisch-chemischen Großlabors

Ausgehend von einer Betrachtung des automatisierten Großlabors als „Verteiltes System“ sowie der Klassifizierung typischer Strukturen von Krankenhaus- und Fabrikautomatisierungssystemen werden Möglichkeiten zur Adaption aktueller „offener“ verteilter Systemlösungen für den Laborbereich untersucht. Der Aufsatz stellt den LABORINTH-Netz-verbund für das Zentrallabor des Universitätskrankenhauses Erlangen vor, der über einem optimierten Kommunikationssystem einerseits anwendungsunterstützende Dienste nach MMS-Standard auf Arbeitsplatz-Rechnerebene zur Verfügung stellt, andererseits den Anschluβ beliebiger (Analyse-)Geräte über vergleichsweise einfache Stationen ermöglicht. Das Konzept umfaβt eine spezielle Netzanschaltung für Personal Computer, die einen dedizierten Mikrorechner für die Abwicklung sämtlicher Netzkommunikationsfunktionen zur Verfügung stellt. Erste, ermutigende Anwendererfahrungen liegen mit verteilten Grundfunktionen zur Probenverwaltung, Ergebnispräsentation und Systemkonfiguration vor, die in Form von WINDOWS-Applikationen realisiert wurden.

Thomas Norgall

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