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15.11.2017 | Glasfasertechnik | Nachricht | Onlineartikel

5G soll Geld für Glasfaser-Ausbau bringen

Autor:
Sven Eisenkrämer

Deutschland soll Vorreiter bei der Einführung des Mobilfunkstandards 5G werden. Daran halten die Politiker in den Sondierungsgesprächen zu einer neuen Regierungsbildung fest. Der Plan ist auch, dass 5G 20 Milliarden Euro für den flächendeckenden Ausbau von Glasfaser-Netzen erwirtschaftet.

20 Milliarden Euro an öffentlichem Geld könnten bis zum Jahr 2025 in den Ausbau von Breitband-Internet fließen. Wie mehrere Medien berichteten, sei im überarbeiteten Digitalpapier, das aus den Sondierungsgesprächen von CDU/CSU, FDP und Grünen hervorging, festgehalten worden, dass Deutschland ein flächendeckendes Netz mit Übertragungsraten von einem Gigabit pro Sekunde bekommen soll und der Ausbau entsprechend gefördert werden müsse. 

Geht es nach den Sondierern, soll die neue Mobilfunktechnik 5G den Betrag erwirtschaften. Genauer gesagt die Versteigerung von 5G-Frequenzen an Mobilfunkanbieter. Fehlbeträge könnten gegebenenfalls durch einen Verkauf der Bundes-Anteile an der Deutschen Telekom AG aufgefangen werden, heißt es. 

Deutschland liegt bei Breitband-Geschwindigkeit weit zurück

Im Mai 2017 erst hatte eine Studie der Bertelsmann-Stiftung und des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) Karlsruhe aufgezeigt, dass Deutschland zwar in der Fläche eine recht hohe Verfügbarkeit von Internet-Anschlüssen aufweist, die Leistungsfähigkeit der Netze aber im Vergleich zu anderen europäischen Ländern erheblich zurückliegt. Der Glasfaserausbau kommt demnach nur schleppend voran. Zudem bemängelt die Studie die Strategie der großen Telekommunikationsunternehmen, verstärkt hybride Technologien einzusetzen. Dabei werden Glasfaserleitungen zwar bis zum Verteiler oder Verstärker gelegt, die "letzte Meile" wird aber durch herkömmliche Kupferleitungen versorgt. Damit kann die eigentliche Glasfaser-Leistungsfähigkeit nicht annähernd erreicht werden. Bei hybriden Technologien handele es sich immer um Brückentechnologien, "die langfristig nicht an die Kapazitäten und Qualitätsmerkmale einer direkten Glasfaserverbindung heranreichen", heißt es in der Studie. 

Die durch die Telekom verfolgte und in den Wettbewerb getragene Strategie des Vectoring, bei dem die Leistungsfähigkeit von Kupferleitungen gesteigert werden kann, führe dazu, dass der Glasfaser-Ausbau verlangsamt werde. Vectoring wäre nach derzeitigem Stand übrigens auch im Breitband-Ausbau bis 2025 durch den Bund förderfähig, nicht nur Glasfaser-Ausbau. 

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Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Wirtschaft 4.0

Quelle:
Deutschland 4.0

01.10.2016 | Digital | Ausgabe 10/2016

Breitbandstrategie konsequent mit Glasfaser

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