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2022 | Buch

Globale Pharmaindustrie – quo vadis?

Daten, Hintergründe und Analysen – eine Branchenbewertung

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Über dieses Buch

Dieses Buch beleuchtet die gegenwärtige Situation der globalen Pharmaindustrie und ihre künftige Entwicklung. Die Pharmaindustrie galt Jahre lang als eine der wirtschaftlich stabilsten und von konjunkturellen Phasen unbeeinträchtigsten Industriezweige. In den letzten Jahren kamen allerdings Zweifel an ihrer Produktivität und ihren Zukunftsaussichten auf. Zur Offenlegung der Ist-Situation und Abschätzung zukünftiger Veränderungen erfolgt in diesem Buch zunächst eine Aufarbeitung der fundamentalen Grundlagen der gesamten Branche samt Analyse erfassbarer Finanzdaten sowie gegenwärtiger und in Zukunft zu erwartender medizinischer und Einfluss nehmender demographischer Entwicklungen. Geprüft werden jeweils die historische Entwicklung, die gegenwärtige Lage sowie auf Basis dieser Daten die zukünftigen Aussichten.

Als Unterlagen dienen der quantitative und qualitative Stand der Arzneimittelforschung, Umfang und Inhalt der Forschungspipelines, die Form der Produktvermarktung und des Vertriebs, die Finanzdaten der globalen Top 20 Pharmaunternehmen, medizinische Gesichtspunkte sowie Gestaltung und Problematik der Preispolitik. Einbezogen in die Überlegungen werden auch Auswirkungen eventueller makroökonomischer, legistischer oder politischer Veränderungen.

Die zweite Auflage wurde aktualisiert und um ein wichtiges Kapitel zu den aktuellen Entwicklungen auf dem Pharma-Markt im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ergänzt - Impfstoffentwicklung, Testkits, Antikörperentwicklung etc.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
1. Einleitung
Zusammenfassung
Die Pharmaindustrie galt jahrelang als einer der stabilsten Industriezweige mit traditionell steigenden Umsatzzahlen und hohen Erträgen. In den letzten Jahren kamen allerdings Zweifel an ihrer Produktivität und ihrer Zukunftsaussichten auf. Zusätzlich ergaben sich völlig neue Aspekte durch das Auftreten der Coronapandemie. Zur Erfassung der derzeitigen Situation erfolgt im vorliegenden Buch zunächst eine Durchleuchtung der globalen Gesundheitssysteme und relevanter demographischer Veränderungen, eine Analyse der fundamentalen Grundlagen und erfassbarer Finanzdaten der gesamten Pharmabranche samt der wirtschaftlichen Entwicklung ihres Umfeldes. Daran angeschlossen wird eine Prüfung des quantitativen und qualitativen Standes der Arzneimittelforschung und deren medizinische Bedeutung, des Umfangs und des Inhalts der Forschungspipelines, der Formen der Produktvermarktung und des Vertriebs, der Gestaltung und Problematik der Preispolitik und zuletzt Auswirkungen eventueller makroökonomischer, legistischer oder politischer Veränderungen.
Georg Watzek
2. Überblick über die ökonomischen und medizinischen Grundlagen
Zusammenfassung
 Die Pharmaindustrie gilt seit Jahren als konjunkturunabhängige, wertstabile, stetig wachsende Wirtschaftsbranche, der auch gesamtwirtschaftlich mit einem globalen Jahresumsatz von mehr als 1100 Mrd. € eine wesentliche Bedeutung zukommt. Diese positive Entwicklung ist gekennzeichnet durch eine laufende Wertzunahme ihrer Aktien, dem stetigen Anstieg der Zahl neuer Pipelineprodukte und Medikamentenzulassungen sowie enormen medizinischen Behandlungsfortschritten. Dies alles trotz stetig steigender Arzneimittelentwicklungskosten sowie zunehmendem Preisdruck durch Generika, Biosimilare und Parallelimporten. Auch Preise und Patente sind immer wieder Gegenstand politischer Diskussionen. Ein Faktum ist der stetige Anstieg der Bedeutung kleinerer Biotechnologie-Firmen, der Zulieferindustrie sowie des OTC Markts. All diese Fragen werden einer ersten groben Analyse unterworfen, bevor in den folgenden Kapiteln im Einzelnen darauf eingegangen wird.
Georg Watzek
3. Der Gesundheitssektor im Allgemeinen
Zusammenfassung
 Die Gesundheitsausgaben stiegen insbesondere in den wohlhabenden Ländern in den letzten Jahrzehnten stetig an und erreichten beispielsweise in den USA 2019 18% des BIP, wobei allerdings die Ausgaben für rezeptpflichtige Medikamente nur etwa 10% davon ausmachten, also 1-2% des BIP. Global gab es diesbezüglich enorme Unterschiede. So lagen die durchschnittlichen Gesundheitsausgaben pro Kopf und Jahr in den USA 2019 bei über 10000 USD, in der Republik Kongo bei 18 USD. Analog zu den Gesundheitsausgaben stieg in manchen industrialisierten Ländern auch der Anteil der jeweiligen Pharmaindustrie bzw. des -sektors am BIP und erreichte beispielsweise in der Schweiz 2017 6% des BIP. Eine detaillierte Auflistung und tabellarische Darstellung dieser und anderer diesbezüglicher Angaben ergibt einen genaueren Überblick über dieses Thema.
Georg Watzek
4. Wirtschaftliche Analyse der Pharmaindustrie
Zusammenfassung
. Sukzessive werden zunächst der Forschungsaufwand der globalen Pharmaindustrie, der weltweite Medikamentenverbrauch, die Umsatzentwicklung im Ganzen sowie aufgeschlüsselt auf Großfirmen und Regionen, die Handelsbilanz pharmazeutischer Produkte sowie die volkswirtschaftliche Bedeutung der globalen Pharmaindustrie analysiert. Im Weiteren wird dann ein Überblick gegeben über Fusionen und Akquisitionen im Bereich der Pharmaindustrie in den letzten Jahren und deren Hintergründe sowie die zunehmend Fokusierung der Großfirmen auf ähnliche gewinnbringende Produkte. Zuletzt wird die Charakteristik börsennotierter Pharmaaktien diskutiert. All diese Themen werden durch detaillierte Untersuchungen, Tabellen und typische Beispiele ergänzt. Auf regionale Unterschiede wird genauso hingewiesen wie auf analoge Daten und Entwicklungen anderer Industriezweige.
Georg Watzek
5. Ökonomische Randbereiche der Pharmabranche
Zusammenfassung
Inhaltlich wird auf die Veränderungen des Apothekenmarktes und des „Over The Counter“ (OTC) Markts, die Entwicklung des Pharmagroßhandels und auf die wirtschaftliche Situation der Pharmazulieferindustrie eingegangen. Die Analyse des Apothekenmarkts zeigt unter anderem eine deutliche Zunahme der Selbstmedikation. Dies zeigt auch die Entwicklung des globalen OTC Markts mit einer geschätzten jährlichen Steigerungsrate von etwa 4%. Der Pharmagroßhandel wird beherrscht von Großfirmen, die sich zunehmend auch direkt an Apotheken beteiligen. Ihr Umsatz hat sich seit 2004 nahezu verdoppelt. Immer mehr Bedeutung gewinnt die Pharmazulieferindustrie, da sie vielfach auftragsgemäß Medikamente bis zu ihrer kompletten Fertigstellung produziert. Alle diese Ergebnisse werden im Detail analysiert und durch entsprechende Tabellen erläutert.
Georg Watzek
6. Derzeitiger Stand der Arzneimittelforschung und -entwicklung
Zusammenfassung
 Anfangs erfolgt zunächst ein Überblick über die rechtlichen Voraussetzungen jeglicher Medikamentenentwicklung. Angeschlossen ist eine Stellungnahme zum gegenwärtig gültigen weltweiten Patentschutz und die insbesondere zu Zeiten der Coronapandemie gebrauchten geförderten Zulassungen. In der Folge erfolgt eine zahlenmäßige sowie inhaltliche Analyse der globalen Forschungspipelines. Den Abschluss bildet eine Darstellung der Morbidität ausgewählter Krankheiten und deren Forschungspipelines. Geprüft wird zunächst die Effizienz der gegenwärtigen Behandlungsmöglichkeiten und deren Zukunftsaussichten von Karzinomen, kardiovaskulären Erkrankungen und Diabetes. Breit dargestellt werden dann die therapeutischen Erfahrungen bei Infektionserkrankungen im Besonderen bei Covid-19. Den Abschluss bilden analoge Analysen bei neurologischen und rheumatischen Erkrankungen.
Georg Watzek
7. Produktformen
Zusammenfassung
Den Anfang bildet eine Beschreibung der Charakteristika von Originalpräparaten, Generika und Biosimilaren. Daran anschließend folgt deren zahlenmäßige regional aufgeschlüsselte analytische Aufarbeitung hinsichtlich mengen - und wertmäßigem Umsatz sowie die Abschätzung zukünftiger wirtschaftlicher Entwicklungen dieser Arzneimittelgruppen. Hier zeigte sich unter anderem, dass nur die Gruppe der Biosimilare in den letzten Jahren eine deutliche Umsatzsteigerung zeigte und wohl auch in Zukunft zeigen wird. Daran angeschlossen ist der Themenbereich minderwertige Arzneimittel und Fälschungen mit regionalen Zuordnungen und Beispielen. Zuletzt erfolgt eine Analyse von Versorgungsengpässen und deren Ursachen.
Georg Watzek
8. Schwerpunkte der Forschungspipelines
Zusammenfassung
Die erste Gruppe der medizinisch und wirtschaftlich analysierten Schwerpunkte der Forschungspipelines umfasst die in erster Linie auf technischem Fortschritt basierenden zukunftsträchtigen Gebiete der personalisierten Medizin, von E-Health und der Pharmatechnologie. Anschließend daran werden die Möglichkeiten und Aussichten der Behandlung mit konjugierten monoklonalen Antikörpern und das immer mehr an Bedeutung gewinnende Gebiet der Gendiagnostik und -therapie detailliert dargestellt. Angefügt ist in Folge eine Beschreibung des Gebietes der Zell- und Immunbehandlung und deren zukünftige Möglichkeiten. Das Kapitel Vakzine beinhaltet vornehmlich eine ausführliche Darstellung der Entwicklung und wirtschaftlichen Bedeutung der Covid-19 Impfstoffe. Den Abschluss bildet das Problem der geringen Antibiotikaentwicklung und -erzeugung.
Georg Watzek
9. Finanzwirtschaftliche Situation der Pharmabranche
Zusammenfassung
Grundlage aller Berechnungen sind die erhobenen Wirtschaftsdaten der nach Marktkapitalisierung führenden 20 globalen Pharmaunternehmen. Ausgewertet wurden demnach die Werte von AbbVie, Abbott Lab, AstraZeneca, Bayer, Amgen, Biogen, Bristol-Myers, CSL Limited, Eli Lilly & Co, GlaxoSmithKline, Gilead Sciences, Johnson& Johnson, Merck&Co, Merck KGaA, Novartis, Novo Nordisk, Pfizer, Roche, Sanofi S. A. und Takeda. Zunächst erfolgt eine Charakterisierung dieser Firmen hinsichtlich wirtschaftlicher Basis und medizinisch-pharmakologischen Forschungs- und Therapieschwerpunkten. Angeschlossen ist eine Analyse ihrer zusammengefassten durchschnittlichen fundamentalen Finanzkennzahlen und deren Stellenwert im Vergleich mit anderen industriellen Branchen. Verwendet wurden die Durchschnittswerte von KBV, KGV, KCV, KCV, Gewinn- und Eigenkapitalrendite, ROI, Dividende und Ergebnis je Aktie, Bilanzsumme, Ebit, Eigen- und Fremdkapital, Überschuss und Umsatz.
Georg Watzek
10. Preisbildung von Pharmaprodukten
Zusammenfassung
Die Behandlungsfortschritte der Medizin in den letzten Jahren waren vielfach verbunden mit einem enormen Kostenanstieg neuer Pharmaprodukte. Im Vordergrund sollte die Preisgestaltung auf Basis gesundheitsökonomischer Modelle stehen. Meist erfolgt die Preisgestaltung aber multifaktoriell. Einfluss nehmende Parameter sind dabei die Konkurrenzsituation, die Höhe der Entwicklungskosten, institutionell-politische Faktoren oder regional differierende Preisanalysen, aber auch der Bedarf gegeben durch Zahl der Krankheitsfälle (z. B. “Seltene Erkrankungen“) und deren Behandlungsdauer. Medikamente für extrem seltene Erkrankungen erreichten in letzter Zeit Preise von einigen 100000 USD. In diesen Fällen wird auch eine erfolgsabhängige Bezahlung angeboten. Eine Sonderstellung nimmt die Preisbildung von Generika und Biosimilaren ein und der Einfluss von Importarzneimitteln und Zöllen. All diese Punkte werden eingehend diskutiert.
Georg Watzek
11. Branchenstrukturanalyse
Zusammenfassung
Die Branchenstrukturanalyse der Pharmaindustrie erfolgt hier auf Basis von Porters „Five forces“ Analyse und der sogenannten PESTEL- Analyse. Entsprechend den Vorgaben wird Porters „Five forces“ Analyse durchgeführt durch Diskussion der Rivalität der Wettbewerber, der Bedrohung durch neue Anbieter, der Verhandlungsstärke der Lieferanten und der Abnehmer, sowie der Bedrohung durch Ersatzprodukte. Dem gegenüber erfolgt die Analyse der Pharmaindustrie aufgrund der PESTEL Analyse durch Prüfung der Verhandlungsstärke der Lieferanten, der Verhandlungsmacht der Abnehmer, der Bedrohung durch Ersatzprodukte, durch neue Anbieter oder, sowie wie auch bei Porters „Five forces“, durch die Rivalität unter den Wettbewerbern. Auch wird eine zunehmende Bedeutung sozialer, technologischer und auch demographischer Faktoren angenommen.
Georg Watzek
12. Art und Ausmaß zukünftiger Entwicklungen der Pharmaindustrie
Zusammenfassung
Nahezu weltweit ist mit einer weiteren globalen Expansion des Pharmamarktes um 3-6% jährlich in den nächsten Jahren zu rechnen. Hauptursache dafür sind demographische Veränderungen. Der globale Umsatz der Pharmafirmen sollte 2023 1500 Milliarden USD erreichen. Der Marktanteil der Großfirmen wird dabei weiter zugunsten kleinerer Firmen sukzessive zurückgehen. Meistverkaufte Medikamente werden auch in Zukunft Onkologika, aber auch Produkte der Gen- und Zelltherapie sowie alle personalisierten Therapieformen sein. Während zwar nicht der mengenmäßige, aber der wertmäßige Anteil von Generika in Zukunft eher zurückgehen wird, sollte jener von Biosimilaren zunehmen. Ein Problem in Zukunft sind sicher vielfach enorme Preise für neu entwickelte Medikamente. Fasst man die Finanzdaten und Produktionspläne zusammen, so ist in den nächsten Jahren zwar mit einer leicht abnehmenden Bonität der Großfirmen zu rechnen, sie werden aber nach wie vor krisensichere Unternehmen darstellen.
Georg Watzek
13. Resümee
Zusammenfassung
Die allgemeine politische Situation wird wohl auch in Zukunft die Pharmaindustrie wenig beeinflussen. Erfolgsgefährdend könnte sein, dass in Entwicklung befindliche Projekte der einzelnen Großfirmen immer ähnlicher werden und damit eine Differenzierung von der Konkurrenz durch das Produktportfolio immer schwieriger wird. Zu beachten ist auch die zunehmende Konkurrenz der großen Technologiefirmen Insbesondere auf dem Gebiet der personalisierten Medizin. Zuletzt bleibt das Problem einer akzeptablen Preispolitik.
Georg Watzek
Backmatter
Metadaten
Titel
Globale Pharmaindustrie – quo vadis?
verfasst von
Univ.-Prof. Dr. Georg Watzek
Copyright-Jahr
2022
Electronic ISBN
978-3-658-36302-4
Print ISBN
978-3-658-36301-7
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-36302-4

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