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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

Einleitung

Zusammenfassung
‚Globalisierung‘wird relevant in der Medien- und Kommunikationswissenschaft, und zwar in einem doppelten Sinne: Auf der einen Seite ist die fortschreitende Globalisierung der Medienkommunikation ein zunehmend wichtiger Gegenstandsbereich der Medien- und Kommunikationsforschung geworden. Auf der anderen Seite sieht sich die Medien- und Kommunikationswissenschaft damit konfrontiert, sich selbst zunehmend ‚globalisieren‘zu müssen. Beide Diskussionsstränge sollen in diesem Band aufgegriffen werden. Ziel dabei ist es, fokussiert in die Diskussion um Globalisierung der Medienkommunikation einzuführen.
Andreas Hepp, Friedrich Krotz, Carsten Winter

Theoretische Zugänge

Frontmatter

Von Modernisierungs- über Dependenz- zu Globalisierungstheorien

Zusammenfassung
Der fundamentale Wandel der Welt wird heute sozialwissenschaftlich mit ganz unterschiedlichen Begriffen beschrieben. Zu diesen zählen Globalisierung und Individualisierung, Mediatisierung und Ökonomisierung.
Friedrich Krotz

Von marxistischen Weltsystemtheorien zur Weltgesellschaft

Zusammenfassung
Ein Gespenst geht um in der Welt: das Gespenst der Globalisierung. Wie aber funktioniert Globalisierung? Was zeichnet die globalisierte Gesellschaft vor anderen (älteren) Gesellschaftsformationen aus? Ist sie mehr als nur ein Wiedergänger jener Weltgesellschaftsverhältnisse, die seinerzeit im kommunistischen Manifest beschrieben wurden? Eine extreme Fortsetzung dieser (europäischen) Moderne des ausgehenden 19. Jahrhundertes, aber nichts grundsätzlich Neues?
Alexander Görke

Von der Globalisierungstheorie zur Medienkulturforschung

Zusammenfassung
Die Auseinandersetzung mit Medienkultur war die längste Zeit in der Medien- und Kommunikationswissenschaft nur randständig. Es schien auch keine Anlässe für eine größere Beachtung zu geben.1 Das änderte sich nach der Rezeption der Diskussion über Globalisierung und insbesondere mit der Kritik an der Art und Weise, wie in dieser Diskussion zuerst Kultur und Identität und dann Kommunikation und Medien berücksichtigt und konzeptualisiert werden. Nach einer genuin kulturtheoretisch orientierten Globalisierungsforschung entsteht in diesem Rahmen eine neue Medienkulturforschung, deren Gegenstände zusammen mit ihren neuen theoretischen und empirischen Perspektiven abschließend vorgestellt werden.
Carsten Winter

Problemfelder

Frontmatter

Medienpolitik

Zusammenfassung
Medienpolitik wurde bisher fast ausschließlich im nationalen Kontext analysiert, ihre globale Dimension wird gerade erst entdeckt. Sicherlich wirkt sich der Globalisierungsprozess auch auf die Politik der Medien aus. In der Fachliteratur wird immer wieder der Trend zur Globalisierung mit den sich global ausbreitenden Medien in Verbindung gebracht. So sehr diese Beschreibung zutrifft, sie sollte den folgenden Zusammenhang nicht in Vergessenheit geraten lassen: Kommunikation fand schon seit Jahrtausenden über weite Distanzen statt. Nur deshalb konnte die Kenntnis von Kulturleistungen wie Schriftzeichen (aus dem Zweistromland), Religion (aus Palästina) oder die Kunst der Papierherstellung (aus China) aus fernen Ländern bis zu uns ins Zentrum Europas wandern. Frühe Zeitungen in Europa verfügten über einen hohen Anteil von Nachrichten aus fernen Landen, denn daran bestand gesteigertes Leserinteresse. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden ganze Kontinente kommunikativ miteinander verbunden (erstes transatlantisches Kabel 1866) und schließlich entstanden weltweite Netze für Telegrafen und Telefon, welche vor allem dazu dienten, überseeische Gebiete — damals oft Kolonien — mit ihren europäischen Mutterstaaten zu verbinden. Über dieselben Netze sammelten die global tätigen Nachrichtenagenturen Weltinformationen ein und verbreiteten sie weiter. Um die Wende zum 20. Jahrhundert wurde der drahtlose Weltfunk zum ernsthaften Konkurrenten, eine Technik, die vor allem von Regierungen und Unternehmen eingesetzt wurde.
Hans J. Kleinsteuber

Medienökonomie

Zusammenfassung
Die Ökonomie der Medien, ihrer Angebote sowie der Kommunikationsdienstleistungen war die längste Zeit — viel stärker als der Handel mit anderen Gütern und Dienstleistungen — an territoriale politische Vorgaben gebunden. Die Wirtschaftsgeschichte der Printmedien war die ersten Jahrhunderte eher Zensurgeschichte und die Geschichte des Rundfunks (mit Ausnahme jener der USA) eine der nationalen Produktion und Allokation öffentlicher Güter.1 Erst seit Ende der 1980er Jahre, als sich im Anschluss an Überlegungen aus Großbritannien und den USA eine marktfreundliche Grundhaltung in der Politik und den internationalen Finanzorganisationen durchsetzte, wäre Medienwirtschaftsgeschichte als Geschichte kommerzieller und zunehmend global verfügbarer privater Güter zu schreiben. Im Zuge dieser Entwicklungen werden vor allem die wohlfahrtssteigernden Wirkungen liberalisierter Märkte hervorgehoben. Das gilt es zunächst zu erinnern, bevor die Globalisierung der Medien als Wandel ihrer fundamentalen ökonomischen Voraussetzungen in den Blick geraten soll.
Günter Lang, Carsten Winter

Medienkultur

Zusammenfassung
Betrachtet man die Auseinandersetzung in der Medien- und Kommunikationswissenschaft mit Fragen der Medienkultur, so stellt man fest, dass diese über Jahrzehnte hinweg in der Tendenz ‚territorialisierend‘ gewesen ist: Medienkultur wurde teils implizit teils explizit als die Medienkultur eines (National)Staates konzeptionalisiert, wenn von der ‚deutschen‘, ‚französischen‘, ‚brasilianischen‘oder ‚amerikanischen Medienkultur‘ die Sprache ist. Auch wenn ein solches territorialisierendes Verständnis gerade in Europa mit seiner Geschichte territorial gebundener Nationalstaaten und deren Nationalkulturen auf den ersten Blick nahe liegen mag, so erscheint dies doch in Zeiten der Globalisierung der Medienkommunikation bei einem näheren Hinsehen zunehmend problematisch. So gibt es verschiedene kulturelle Gemeinschaften, die sich nicht mit einem Territorium decken. Hier kann man beispielsweise an die kulturellen Gemeinschaften der Diaspora denken, die über verschiedene Staaten hinweg bestehen, eine Form von Gemeinschaft, die mit zunehmender Migration an Relevanz gewonnen hat.1 Ein anderes Beispiel wären deterritorial bestehende Lebensstile im Bereich der Freizeit- und Jugendszenen (vgl. Welsch 1994).
Andreas Hepp

Empirische Zugänge

Frontmatter

Vergleichende Fernsehprodukt- und Programmforschung

Zusammenfassung
Was gibt es eigentlich bei unseren Nachbarn im Fernsehen? Jenseits schlichter Neugier war diese Frage im Prinzip immer schon von Interesse, in medienpolitischer, medienästhetischer und medienwissenschaftlicher Hinsicht. Das Interesse war jedoch lange Zeit nicht besonders stark ausgeprägt. Mit einer Ausnahme: Wer Fernsehen machte, für den war der Blick über die Landesgrenzen natürlich von Anfang an besonders reizvoll, einerseits um seine eigene Arbeit mit der der Kollegen zu vergleichen und andererseits um Anregungen zu gewinnen. Medienpolitisch relevant wurde die Frage nach dem Fernsehen der Anderen allenfalls gelegentlich und dann eher in allgemeinpolitischem Kontext, etwa der europäischen Integration. Medienwissenschaftliches Interesse schließlich setzte zunächst die Herausbildung von Medien- und Kommunikationswissenschaft voraus, ein Prozess, der in allen Ländern mit einiger zeitlicher Verzögerung gegenüber der Entwicklung des Gegenstandes einsetzte und von Land zu Land durchaus unterschiedlich verlief.
Gerd Hallenberger

Vergleichende Medienethnografie

Zusammenfassung
In den letzten Jahren werden die Bewohner ‚westlich‘orientierter Medienwelten zunehmend mit Medienerzeugnissen aus anderen Kulturen konfrontiert. Der Sender Al Dschasira aus Katar bringt uns andere Ansichten über die Welt nahe, als wir es zu sehen und zu hören gewohnt sind. Telenovelas aus Südamerika, Hindi-Liebesfilme, Action-Thriller aus Hongkong muten hier oder dort fremd an, und künstlerische Filme — beispielsweise „Atanarjuat“, der Film einer Gruppe von Inuit-Filmemachern, der auf der Documenta XI (2002) vorgestellt wurde — erreichen ein großes und interessiertes Publikum. Dennoch wird die Tatsache fremder Medienwelten bei uns nur wenig reflektiert — Globalisierung findet aus unserem, westlich orientierten Blickwinkel hauptsächlich in einer Richtung statt: ‚Wir‘beschallen ‚die Anderen‘. Mit dieser Vorstellung ist gleichzeitig die kulturpessimistische Idee verbunden, dass alle Kulturen der Welt allein durch das Nutzen westlicher Medien in Zukunft nach und nach „verwestlicht“werden, ihre eigene Identität verlieren oder aufgeben und ganz und gar in der eindringenden Kultur aufgehen werden. Diese Redeweise über Medien ist hartnäckig vorherrschend und verhindert eine Auseinandersetzung mit einer globalen Medienrealität, mit anderen Medienwelten. Hier setzen medienethnografische Untersuchungen an und entwerfen ein differenziertes Bild der globalen Medienlandschaft.
Dorle Dracklé

Fallbeispiele

Frontmatter

„Harry Potter“ — Strategien globaler Medienunternehmen Eine Fallstudie zur normativen Stakeholder-Theorie

Zusammenfassung
Es sind immer ungewöhnliche Personen, die Wirtschaftsgeschichte schreiben. Diese jedoch ist fabelhaft: das Manager-Magazin hat „Harry Potter“unter seinen 20 Köpfen des Jahres 2000 aufgeführt — ein heranwachsender Romanheld, dessen mediale Reinkarnationen zu einer weltweiten „Pottermania“geführt haben (Turner-Vorbeck 2003). „Harry Potter“kam 1996 zur Welt. Die Figur der Engländerin J.K. Rowling ist seit der Veröffentlichung fester Bestandteil der modernen Populärkultur. Die Abenteuer des Zauberlehrlings haben sich bislang in fünf Bänden weltweit mehr als 300 millionenmal in Buchform verkauft. Im Jahre 1998 hat die Autorin die globalen Film- und Vermarktungsrechte der auf sieben Bände ausgelegten Saga für eine nicht veröffentlichte Summe an Time Warner abgetreten. Warner Bros. übernahm die Verfilmung des ersten Teils „Harry Potter und der Stein der Weisen“. Die weiteren Teile der Buchvorlage werden nun konsequent verfilmt. Die ersten beiden Teile haben insgesamt 1,8 Mrd. US-Dollar eingespielt (AOL-Time Warner 2003). Dieser Erfolg ist bislang einmalig in der Filmgeschichte. Doch kann die Vermarktungsstrategie generell als Modell für erfolgreiche, global agierende Medienunternehmen dienen? Dass diese Frage keinesfalls trivial ist, soll im Folgenden gezeigt werden. Berechtigung erlangt die Frage durch den Umstand, dass die Vermarktungsstrategie in Teilen der Öffentlichkeit erhebliche Irritationen und Widerspruch ausgelöst hat.
Michael Neuner, Swaran Sandhu

Medienkritik der Globalisierung. Die kommunikative Vernetzung der globalisierungskritischen Bewegung am Beispiel von Attac

Zusammenfassung
Im Bereich der Internetforschung kann man zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine deutliche Umorientierung ausmachen. Denn bis Mitte der 1990er Jahre war die Auseinandersetzung mit dem „Hybridmedium Internet“ (Höflich 1997) durchsetzt mit höchst spekulativen Entwürfen und Hypostasierungen. Mike Sandbothe und Walther Zimmerli (1994: 7) bringen die irrationalen Eigentümlichkeiten dieser Diskursphase auf den Punkt: „Weite Teile der in den Schnittbereichen von Literatur-, Medien- und Computerwissenschaften geführten Diskussion wurden dabei zumeist entweder von apokalyptischen Schreckbildern oder von medien-euphorischen Heilsvisionen geprägt. Auf der Grundlage dieser globalen Szenarien hat sich eine neue Diskursgattung entwickelt, die man als ‚media fiction‘ bezeichnen könnte. Ihr Markenzeichen ist eine sich als gezielte Ironie präsentierende methodische Unschärfe, durch welche die phänomenologischen Intuitionen, die ihr zugrunde liegen, notorisch verschliffen werden.# In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre sind die fiktionalen Elemente in der Internetdebatte jedoch deutlich in den Hintergrund getreten resp. abgelöst worden durch eine empirisch fundierte und kontextualisierte Auseinandersetzung mit diesem Medium. David Silver spricht hier von der Hinwendung zur Perspektive der „critical cyberculture studies“ (Silver 2000: 24), die sich vor allem durch vier Punkte auszeichnet: Erstens fokussiert die kritische Cyberkulturforschung die sozial, kulturell und ökonomisch kontextualisierten Interaktionen, die online stattfinden. Zweitens setzt sie sich mit den (wissenschaftlichen und alltäglichen) Diskursen über diese Interaktionen auseinander.
Andreas Hepp, Waldemar Vogelgesang

Zwischen Giant Neighbours und US-Kulturindustrie. Medienentwicklung und kultureller Wandel im asiatischen Zeitalter

Zusammenfassung
Asien heute ist in ökonomischer, technologischer und kultureller Aufruhr und in medialem Aufbruch. Die asiatische Medienlandschaft blieb inmitten der wirtschaftlichen Krise in ihrem Kern stabil, und vielfach geben die Medien heute den Ton und die Geschwindigkeit von Modernisierung und Technisierung vor. „Bollywood goes global“lautete die Headline von Newsweek Asia am 28.2.2000. „America is not the only country that knows how to spin and export fantasies.“In der Tat, Indiens Popkultur eroberte unübersehbar die Herzen und die Märkte ganzer Kontinente. Time Asia titelte am selben Tag: „Struggle.com — Can China’s Bureaucrats hold back the Internet Revolution?“Das Internet penetriert nicht allein das Reich der Mitte, in vielen Ländern gilt es bereits als das schnellste und verlässlichste Medium. Aber was heißt schon „neue Technologie“? Im Staat Bhutan kamen Internet und Fernsehen gleichzeitig zur Welt, zum 25. Thronjubiläum des Königs am 2. Juni 1999.
Jörg Becker, Kurt Luger

Globalisierung und das Bild von fremden Kulturen im europäischen Fernsehen

Zusammenfassung
Berichte von fremden Kulturen aus fernen Ländern werden seit der Antike und den Irrfahrten des Odysseus vermittelt — die Art der medialen Vermittlung ist dabei einem steten Wandel unterworfen und prägt damit unser Bild, das wir uns von dem Anderen, dem Menschen einer fremden Kultur machen. Im Zeitalter der Globalisierung gibt es keine sagenumwobenen, unbekannten Gegenden mehr, und auch die Ränder der Welt, zu denen noch Kolumbus segeln konnte, sind längst Teil eines weltumspannenden Kommunikationsnetzes geworden. Keine Generation vor uns war so gut informiert, niemals waren die Landkarten so genau und noch nie waren Bilder vom anderen Ende der Welt so leicht per Fernbedienung oder Mausklick verfügbar.
Sonja Kretzschmar

Backmatter

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