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Dank KI-Boom wächst globaler Handel trotz Trump-Zöllen

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Der weltweite Warenhandel blieb 2025 laut einer McKinsey-Studie robuster als gedacht. Während sich die Gewichte in der Weltwirtschaft verschieben, verpassten Europa und Deutschland eine Chance. 

Das Geschäftsmodell Globalisierung birgt Risiken. 


Trotz der höchsten US-Zölle seit dem Zweiten Weltkrieg ist der weltweite Warenhandel kräftig gewachsen. Der Studie "Geopolitics and the geometry of global trade: 2026 update" des McKinsey Global Institute zufolge legte er 2025 um mehr als sechs Prozent zu. Ein Treiber dafür seien gewaltige Investitionen in Künstliche Intelligenz. "Zölle haben Handelsströme umgelenkt - aber nicht gestoppt", schreibt McKinsey in der Studie, die mehr als 90 Prozent der weltweiten Handelsströme analysiert. 

Entscheidender Treiber sei der Boom um Künstliche Intelligenz (KI). Rund ein Drittel des globalen Handelswachstums entfalle allein auf Exporte von Halbleitern, Servern und Netzwerktechnik - Güter, die für KI-Rechenzentren benötigt werden.

KI-Boom schafft Warenströme

Die USA, die rund die Hälfte der weltweit neu errichteten Rechenzentrumskapazität aufbauten, waren demnach mit Abstand größter Nachfrager: Der US-Handel mit KI-bezogenen Gütern stieg laut Studie um rund 66 Prozent oder geschätzte 220 Milliarden Dollar. "KI schafft damit nicht nur Datenströme - sondern auch Warenströme", so McKinsey.

Eine andere Verschiebung betreffe Chinas Rolle. Das Land exportiere zunehmend nicht mehr fertige Konsumgüter, sondern Maschinen, Komponenten und Industrieausrüstung - Grundlage für die Produktion anderer Länder. "China entwickelt sich damit zur "Fabrik der Fabriken" - einer Rolle, die traditionell von Deutschland besetzt wurde und die nun zunehmend von chinesischen Anbietern übernommen wird."

Deutschland zwischen den Fronten

Deutschland und die EU gerieten dagegen in Bedrängnis. Sei der Handel zwischen Deutschland und China 2017 noch ausgeglichen gewesen, importiere Deutschland heute doppelt so viel aus der Volksrepublik, wie es dorthin exportiere. "Erstmals importierte Deutschland mehr Autos aus China, als es dorthin verkaufte", schrieb McKinsey. Dafür steige der deutsche Handel mit der EU und in Schwellenländern wachse die Nachfrage nach deutschen Maschinen, Schienenfahrzeugen und Pharmazeutika.

Aus Sicht von McKinsey haben Deutschland und Europa die Chance vertan, als Ersatzlieferant einzuspringen, als die USA ihre Importe aus China stark reduzierten. Abzüglich des zeitlichen Effekts durch vorgezogene Pharmaimporte habe die EU weniger als drei Prozent der umgelenkten US-Nachfrage gedeckt. Asiatische Länder und Indien hätten hier schneller und flexibler reagiert.

Doch der Report zeigt auch Möglichkeiten auf: So bauten deutsche Unternehmen ihren Handel mit anderen EU-Ländern um neun Prozent aus, und in den Schwellenländern wächst offenbar die Nachfrage nach deutschen Maschinen, Schienenfahrzeugen und Pharmazeutika - und zwar im Nahen Osten und Afrika um jeweils über zehn Prozent, in Lateinamerika um sechs Prozent.

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