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Über dieses Buch

Können wir das Gehirn als Glücksorgan nutzen? Und ob! In diesem Buch erfahren Sie anhand neuster Erkenntnisse aus Neurowissenschaft und Psychologie, wie Sie Ihr Gehirn ganzheitlich und langfristig hinsichtlich Glückserfahren und geistiger Leistungsfähigkeit optimieren können. Neben bestimmten Nahrungsmitteln, dem Einfluss der Darmflora, Sportaktivitäten, optimalem Schlaf oder gezielten kognitiven Methoden, um die Hirnfunktion und sogar das von Neurologen beobachtete Wachstum einiger Hirnareale anzuregen, sind im abschließenden Praxisteil außerdem einfach zu erlernende und durchzuführende meditative Techniken zur konkreten Anwendung im Alltag beschrieben.Die dargestellten neurowissenschaftlichen Studien sind dabei oft überraschend und in jedem Fall faszinierend. Dabei ist eine Optimierung des Gehirns gar nicht kompliziert, sondern kann überaus genussvoll und effizient zugleich sein. Probieren Sie es aus, denn:Brainpower, gute Laune, Selbstbewusstsein und ein klarer Kopf sind eins!

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Das Gehirn: ein Wunderwerk zur Optimierung

Sehr schmeichelhaft und zugleich spannend für Ihr Gehirn ist die Information, dass es ein hochpotentes Labor ist. Richtig genutzt wird es zu Ihrer Quelle, die glückserzeugende Botenstoffe in Umlauf bringt. Unter Ihrer Regie wird im Hirnlabor zum Beispiel heitere Zufriedenheit erzeugt, gute Laune, innere Ruhe und Gelassenheit. Ganz nach Wunsch liefert es auch klare Konzentration, Selbstwertgefühl und mentale Leistungsfähigkeit. Und selbst das ist noch nicht alles – auch die Psychosomatik kann in Bestform gebracht werden, weil sich die optimale Hirnchemie auf Ihre körperliche Fitness und Gesundheit auswirkt. Unser Gehirn vermag Substanzen herzustellen und in Hirnstromwellen zu schwelgen, die uns in allen Bereichen leistungsfähiger, gesünder und vor allem glücklicher machen. Nach diesem selbst erzeugten Potenzial darf man unbekümmert ein bisschen „süchtig“ sein. Wie man das Gehirn zu einem effizienten Glücksorgan machen kann, werden wir analysieren und mit der passenden Methodik nutzen.
Gabriele Rossbach

Kapitel 2. Kurioses aus der Hirnforschung

Neurowissenschaftler und Psychologen stöbern gern in allen Regionen des Hirns und studieren die Wechselwirkungen der Hirnfunktionen. Dabei fördern sie manchmal skurrile Zusammenhänge zutage. Mitunter können uns solche Experimente ziemlich erheitern, während sich der Nutzen nicht immer so ganz erschließt. In einer Studie wird den Probanden zum Beispiel per Cyberbrille vorgegaukelt, er sei unsichtbar. Biochemisch zeigt sich, dass das Gehirn dieser Illusion glaubt und in einer sozial stressigen Situation deshalb weniger Stresshormone ausschüttet. Prinzip Tarnkappe – schon lange eine nette Science-Fiction-Idee. Dann wieder sollen elektrische Ströme die Intelligenzleistung bei Kindern und bei Erwachsenen fördern und Gehirnscans pathologische Kriminalität aufdecken … Und wieso fühlt sich der Kopf mit seinem Hochleistungsorgan Gehirn eigentlich leer an, wenn man sich auf diesen Innenraum zwischen den Ohren konzentriert?
Gabriele Rossbach

Kapitel 3. Ein Blick ins Gehirn

Bekanntlich besteht unser Gehirn aus zwei Gehirnhälften, die mittels eines zentralen Balkens miteinander kommunizieren. Dabei herrscht eine weitgehende Arbeitsteilung zwischen den Hälften. Die linke Hälfte ist stärker auf Sprache und Logik spezialisiert, während die rechte eher für Gefühle und Affekte zuständig ist. Die verschiedenen Hirnareale kooperieren alle miteinander und der Hippocampus ist zum Beispiel für andere Funktionen zuständig als die Amygdala, und faszinierend ist in dem Kontext auch der Nucleus Accumbens für uns. Dieser bildet das Belohnungszentrum im Gehirn, das uns durch die Produktion von Glückshormonen berauschen kann. Alles, was wir gerne tun konsumieren, wird in dort als reizvoll fixiert, ganz gleich ob es sich um Sport, Essen, Alkoholkonsum, Shopping, Glücksspiel, Abenteuer, Sex, Geselligkeit oder Meditation handelt. Besonders spannend und zukunftsträchtig: das Areal des Precuneus steht im Verdacht, das bewusste ICH zu beinhalten.
Gabriele Rossbach

Kapitel 4. Gehirn und Bewusstsein

„Cogito ergo sum“, formulierte Descartes 1641. „Ich denke, also bin ich.“ Auch heute beruft man sich noch auf diesen historischen Satz, doch bei genauer Überprüfung sollte es vielleicht eher lauten: „Ich bin (und zwar Bewusstsein), also denke ich.“ – „Sum – ergo cogito!“ Die hier aufgeführte Chronologie der Bewusstseinsforschung belegt, dass Bewusstsein seit jeher ein Faszinosum für den Menschen war, und es gab im Lauf der vergangenen Jahrhunderte allerlei wüste Spekulationen darüber. Erste ernstzunehmende Forschungsergebnisse entstanden erst 1924, als es dem Jenaer Psychiater Berger gelang, menschliche Hirnströme mittels Elektroenzephalographie aufzuzeichnen. Seitdem werden die Untersuchungsmöglichkeiten ständig erweitert, so dass mittlerweile eine präzise Differenzierung möglich ist. Doch nach wie vor entzieht sich das Phänomen Geist und Bewusstsein einer naturwissenschaftlichen Analyse. Was Bewusstsein genau ist und wie es entsteht, darf also weiterhin Forschungsgegenstand bleiben.
Gabriele Rossbach

Kapitel 5. Neugierig auf sich selbst – das Gehirn

Sie lesen diese Worte? Folglich besteht an der Existenz Ihres Bewusstseins kein Zweifel. Nur weil Ihr Gehirn sich für sich selbst interessiert, liest es diesen Text überhaupt. Unwillkürlich fragt man sich: Wer beschließt eigentlich die Lektüre dieses Textes? Mein Gehirn? Mein Ich? Oder mein Geist? Steuert mein Ich das Gehirn oder wird es vom Gehirn erzeugt? Welche Rolle spielt mein Geist? Oder ist das alles eins, Ich-Geist-Verstand-Bewusstsein, verstrickt in komplexen Wechselwirkungen? Spannende Fragen. Gehirnforscher vergleichen dazu empirische und neurowissenschaftliche Studien. Ist das ICH ein Konglomerat der Billionen bioelektrischen Impulse im Gehirn oder entspringt es einem bestimmten Areal? Bildet der Geist das Gehirn? Wie entsteht Geisteskrankheit? Unbestritten ist, dass das Bewusstsein neugierig auf sich selbst ist. Mit diesem Forschungsdrang untersuchen intelligente Gehirne die Funktionen anderer Gehirne mittels EEGs, Magnetresonanztomographen und psychologischer Studien.
Gabriele Rossbach

Kapitel 6. „Gehirndoping-Food“ und gut geölte graue Zellen!

In diesem Kapitel widmen wir uns ganz pragmatisch unserer Gehirnoptimierung. Und zwar mit einem wunderbaren Thema – denn was gibt es Schöneres, als etwas Leckeres zu essen – und dabei auch noch glücklicher zu werden! Bei Stress oder bei Liebeskummer Schokolade zu vertilgen, kennt wohl jeder. Doch es gibt wirklich gute Nachrichten zum Thema Essen: Mit leckeren Nahrungsmitteln können wir uns klug und glücklich essen und dabei gleichzeitig abnehmen! Spannend ist nämlich, dass wir die Gehirnfunktionen über bestimmte Nahrungsmittel gezielt dopen können: die Konzentration fördern und gute Stimmung „essen“. Wenn wir das Passende auswählen, macht uns unsere Gehirnchemie nicht nur leistungsfähiger und vergnügter, wir sind auch früher zufrieden-satt. Automatisch essen wir dann weniger und obendrein gesünder. Sie finden neben vielen erstaunlich wirksamen Superfoods auch ein Rezept für das effizienteste Hirn- und Glücksdoping, für das ein täglicher Esslöffel ausreicht.
Gabriele Rossbach

Kapitel 7. Die Kehrseite des Essens – Essen als Sucht

Man kann gerade einen Lunch mit 2000 Kalorien verputzt haben, fühlt sich satt bis zum Völlegefühl. Und dann wird zum Dessert eine leckere Mousse-au-Chocolat aufgetischt. Plötzlich ist der Appetit reaktiviert, obwohl der Magen bis zum Platzen befüllt scheint. Mit Genuss verdrückt man trotzdem gut und gerne nochmal 1500 Kalorien. Viel mehr, als der Körper an dem Tag verwerten kann. Nicht nur das, abends hat man trotz des überfüllten Kalorienkontos schon wieder Hunger. Werden hier archaische Überlebensmuster aktiviert, um Kalorien in Form von Körperfett zu deponieren, für schlechte Zeiten? In grauer Vorzeit bewertete unser Gehirn den exzessiven Verzehr kalorienreicher Nahrung nämlich positiv und belohnte uns mit Zufriedenheit. So futterten wir uns begeistert Reserven für Notzeiten an. Doch nun plagen uns hierzulande die gegenteiligen Sorgen, denn offensichtlich kann sich beim Essen ganz leicht Suchtverhalten etablieren, das zu unerwünschter Fettleibigkeit führt. Was können wir tun?
Gabriele Rossbach

Kapitel 8. Gehirn und Darm – eine unbemerkte Kooperation

Wir nennen das Gehirn aus gutem Grund „Glücksorgan“. Doch es gibt eine Art sekundäres „Glücksorgan“ – und zwar den Darm! Man weiß, dass der Darm über seine Mikroben permanent mit dem Gehirn kommuniziert und damit Angst- und Stressreaktionen beeinflusst. Aktuelle Untersuchungen beschäftigen sich daher nicht mehr nur mit dem Einfluss der Darmbefindlichkeit auf körperliche Erkrankungen. Stattdessen rücken nun die Zusammenhänge zwischen dem Darmzustand und einer Erkrankung an Angstzuständen oder Depressionen ins Blickfeld. Neue Studien zeigen, dass sogar Autismus, Parkinson und die bipolare Störung mit dem Zustand der Darmflora in Verbindung stehen können. Weiterer schlüssiger Beweis für den Darm als „Glücksorgan“: Bestimmte Darmzellen liefern den Großteil unseres Zufriedenheits- und Wohlbefindenshormons Serotonin, weitaus mehr, als der Hirnstamm produziert. Wie können wir dann den Darm als kooperierendes „Glücksorgan“ nutzen und darüber z. B. mehr Mut und Selbstbewusstsein generieren?
Gabriele Rossbach

Kapitel 9. Lachen ist Gehirnjogging

Unser Gehirn liebt es über alles, von Komik „gekitzelt“ zu werden und ein zwerchfellerschütterndes Lachen zu veranlassen. So kitzelig wie wir unter den Füßen sind, genauso kitzelig ist unser Gehirn, wenn es von mentalen Eindrücken gekitzelt wird, die es witzig findet. Und das Lachen genießen unser Gehirn, unsere Seele und der ganze Körper. Beglückend wirken dabei vor allem die euphorisierenden Endorphine. Der Gelotologe (Lachforscher) Berk wies nach, dass die Zirkulation gewisser Immunsubstanzen nach einem Lachanfall stundenlang erhöht ist. Die Zahl der T-Lymphozyten steigt an, die Aktivität und Anzahl der natürlichen Killerzellen ist erhöht und die Antikörper der Immunglobulin-A-Klasse vermehren sich. Auch Gamma-Interferon, das die Zellen normalerweise nur zur Bekämpfung einer Virusinfektion ausschütten, ist im Blut nach ausgiebigem Lachen vermehrt nachweisbar. Diese Immunreaktionen erklären, dass heitere Menschen seltener erkranken – Lachen macht einfach gesund und fröhlich.
Gabriele Rossbach

Kapitel 10. Gehirndoping Schlaf

Warum muss der Mensch über ein Drittel seiner Lebenszeit in einer Art Bewusstlosigkeit verbringen? Welche Hirnströme gehen mit den Schlafphasen einher? War Einsteins Gewohnheit, stets 12 Stunden zu schlafen, das Geheimnis seiner kreativen Genialität? „Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf“, heißt es schließlich in der Bibel. Doch Schlaf dient nicht nur einem Zweck, tatsächlich optimiert Schlaf etliche biologische Faktoren gleichzeitig – begonnen bei der Stärkung des Immunsystems über die Fähigkeit, zu lernen und uns etwas zu merken, und das hormonelle Gleichgewicht bis hin zur emotionalen und psychischen Gesundheit. Außerdem wird das Gehirn von toxischen Proteinabfällen gereinigt. Zu kurzer Schlaf hindern das Gehirn und das Immunsystem an der Regeneration, krebsfördernde Stoffe werden nicht abgebaut und das Herz-Kreislauf-System erholt sich nicht. Viele Erkrankungen können die Folge eines Schlafmangels sein, und vollständiger Schlafentzug über drei Monate gilt sogar als tödlich.
Gabriele Rossbach

Kapitel 11. Gehirndoping Ausdauersport

Weshalb macht Sport gute Laune? Die sportlichen Naturen unter uns kennen es aus eigener Erfahrung, dass regelmäßige sportliche Betätigung den Stoffwechsel aktiviert und die Stimmung hebt. Tatsächlich verändert Sport eben nicht nur den Stoffwechsel im muskulären Bereich, sondern auch ganz spezifisch im Gehirn. Der Abbau von Stresshormonen und die gleichzeitige Produktion von Wohlfühlhormonen – im Extremfall bis zur Euphorisierung – gehören zu den bekannten Untersuchungsergebnissen bewegungsmotivierender Studienreihen wie „Was sportliche Nagetiere glücklich macht“. Doch neuerdings tauchen weitere spannende Aspekte auf, hier spielt plötzlich das Neuropeptid VGF eine wichtige Rolle. Darüber hinaus gehören Synapsenbildung, Hirnvolumen und Nervenzellkommunikation zu den aktuellen Forschungsthemen, welche die Auswirkung bestimmter sportlicher Aktivitäten dokumentieren. Eine neue Studie in den „Cell Reports“ wies sogar Heilung an Gendefekten nach.
Gabriele Rossbach

Kapitel 12. Gehirndoping Denken

Können wir Glücksbotenstoffe erdenken? Das Prinzip für unser Wohlbefinden ist simpel: Denken erzeugt Botenstoffe. Und Botenstoffe erzeugen Stimmungen und Gefühle. Gedanken wirken sich unmittelbar auf die Botenstoffe und darüber auf die Emotionen aus. Hochkomplexe Stoffwechselvorgänge geschehen so in Sekundenbruchteilen. Das Gehirn – ein Zauberlabor? Oder gar eine Hexenküche? Welche Macht üben Gedanken auf den Hirnstoffwechsel aus? Viele Menschen wären gern zufriedener und glücklicher, hätten gern mehr Erfolg. Doch nur mit dem Wissen, wie sich das konkret bewerkstelligen lässt, können wir uns selbst optimieren. Tatsächlich existieren zuverlässig funktionierende Methoden, um Erfolg und Lebensglück zu verbessern, indem wir die Mechanismen, auf deren Grundlage unser Gehirn funktioniert, täglich zu unserem Vorteil einsetzen. Kleine Änderungen im mentalen Bereich können nämlich große Wunder für unseren Erfolg, für mehr Selbstbewusstsein und für das gesamte Wohlbefinden bewirken.
Gabriele Rossbach

Kapitel 13. Gefühle entstehen aus Gedanken

Traumata können sich bekanntlich als massive Blockade auswirken. Doch wie unterscheidet die Wissenschaft auf hirnphysiologischer Ebene ein Trauma von einer normalen Erinnerung? Dazu werden chemische Vorgänge definiert, die als Aminosäuremuster in den Synapsen abgespeichert wurden. In Tierversuchen wurde nachgewiesen, dass in den Gehirnen traumatisierter Tiere ein Anstieg von Alanin, GABA und Valin zu finden war, außerdem ein Abfall der Asparaginsäure und eine leichte Erniedrigung der Glutaminsäure. Diese Kombination lässt sich bei solchen Traumagruppen als typisches Aminosäurenprofil erkennen. Diese Forschungsergebnisse ermutigen uns, einen Reset, eine Sanierung und eine Erneuerung der unerwünschten Aminosäuremuster im Gehirn anzuregen, denn Aminosäuremuster sind veränderbar. Nur deshalb ist psychische Heilung überhaupt möglich. Auch Suchtverhaltensmuster lassen sich eindämmen, denn auch diese haben bestimmte „Aminogravuren“ in unseren Hirnsynapsen eingeprägt.
Gabriele Rossbach

Kapitel 14. Erfolg beginnt im Kopf, Glück auch

Eine Langzeitstudie aus Harvard beschäftigt sich seit langem mit dem Thema Erfolg und Glück. Harvard-Forscher haben die Erfolgskoeffizienten präzise und langfristig unter die Lupe genommen und teilweise Überraschendes zutage gefördert. Immerhin erforscht eine Gruppe von Wissenschaftlern – derzeit geleitet von Harvard-Professor George Vaillant – seit ganzen 75 Jahren, wie Menschen ein erfülltes Leben gelingt. 268 Harvard-Absolventen, Jahrgang 1910 aufwärts, wurden vom Studium bis zum Ruhestand begleitet; zu den Teilnehmern zählte sogar der spätere Präsident John F. Kennedy. Auch Harvard-Professor Achor widmete sich diesem Thema mit internationalen Studien, für die er in 3 Jahren insgesamt 45 Länder bereiste. Beide Forscher haben unabhängig voneinander ihre Formeln aufgestellt und definiert, wie ein erfolgreiches Leben gelingt. Welche Voraussetzungen bietet das Gehirn dafür, auf welche Sabotagefaktoren ist zu achten? Laut Achor liegt es jedenfalls nicht primär an harter Arbeit, Erfolg zu generieren.
Gabriele Rossbach

Kapitel 15. Neurowissenschaftler untersuchen den Effekt von Großzügigkeit

Ist Geiz geil? Wissenschaftler dokumentierten nun das Gegenteil. Hirnforscher der Universitäten Lübeck und Zürich und der Feinberg School of Medicine in Chicago fanden heraus, dass Großzügigkeit ganz im Gegensatz zu Geiz Glücksgefühle im Gehirn auslöst. Mehrere Studien zeigten, dass Versuchspersonen, die großzügig agiert hatten, danach über ein erhöhtes Glücksgefühl berichten. Prof. Dr. Soyoung Park bezeichnet dieses Glücksgefühl durch eine gute Tat als „warm glow“, was im Deutschen mit „wohligem Gefühl“ übersetzt werden kann. Wie kann man so etwas wissenschaftlich untersuchen? Tatsächlich sind die Wissenschaftler dieser Frage mittels Fragebögen und mit funktioneller Magnetresonanztomographie auf den Leib gerückt und haben sich die Glückswirkung mittels Hirnscan schon beim Entstehen und auch im weiteren Verlauf angeschaut.
Gabriele Rossbach

Kapitel 16. Drogenlabor Gehirn

Der Psychiater Aaron T. Beck postuliert, dass Depressionen oft die Folge von irrational pessimistischen Gedanken und Bewertungen seien. Seitdem stellen die kognitiven Verhaltenstherapeuten im Gespräch mit dem Patienten dessen destruktive Gedankenmuster infrage, denn das gedankliche Umkreisen vermeintlicher Fehler, Kritik an anderen, an eigenen Unfähigkeiten oder Wertlosigkeitsgefühle sind häufig ein Kennzeichen von Depression, möglicherweise auch deren Ursache. Stark entwertende und selbstentwertende Gedanken stellen generell einen Risikofaktor für Depressionen dar. Im Magnetresonanztomographen zeigt sich bei Depressiven eine charakteristische Hirnaktivität: Konzentrieren sich depressive Menschen auf eine Testaufgabe, dämpfen sie das „default mode network“ in ihrem Gehirn nicht so stark wie die gesunde Kontrollgruppe. Ein negatives Hintergrundprogramm sabotiert die geistige Leistungsfähigkeit. Dieses umzukehren, bildet eine wichtige Grundlage zur Heilung von Depression.
Gabriele Rossbach

Kapitel 17. Aus der Hirnforschung: ein Loblied auf Meditation

Seitdem man dem Gehirn bei seinen Aktivitäten im Magnetresonanztomographen zuschauen kann, finden Forscher es hochinteressant, darin auch Meditation in ihrer Wirkung auf das Gehirn zu beobachten. Neurowissenschaftler haben sich unter anderem mit der neuronalen Plastizität des Gehirns beschäftigt und mittels diverser Methoden festgestellt, dass Achtsamkeitspraxis und Meditation die Hirnstruktur messbar und positiv beeinflussen. Konkret: Es werden neue neuronale Verbindungen gebildet, „Glücksbotenstoffe“ produziert, und die Hirnstromwellen schwingen in Mustern, die außerordentlich klare Geisteszustände ausweisen. Blutuntersuchungen wiesen nach Meditationen eine deutliche Verbesserung des Immunsystems nach. Erstaunlich auch, dass Meditation die Aktivität des „Angstareals“ Amygdala dämpft, jedoch den frontalen Kortex zugunsten besserer Konzentration aktiviert und darüber hinaus eine neuronale Neubildung anregt. Das Gehirn wächst! Eine Option, die u. a. der Demenz vorbeugen könnte.
Gabriele Rossbach

Kapitel 18. Grundlos glücklich sein

Manchen Zeitgenossen gelingt es nicht einmal, trotz guter Gründe glücklich zu sein. Und umgekehrt – es gibt Naturtalente, die sind gut gelaunt, ausgeglichen und zufrieden, selbst wenn die Umstände wenig beglückend sind. Von solchen Naturtalenten können wir alle lernen. Der buddhistische Mönch und Zenmeister Thich Nhat Hanh sagt: „Das größte aller Wunder ist es, lebendig zu sein. Achtsamkeit ermöglicht uns, dieses Wunder zu berühren.“ Durch Selbstachtsamkeit und Selbstachtung vermögen wir das eigene Dasein als Faszinosum zu erkennen und wertzuschätzen. Es gibt allerdings auch typische Sabotagefaktoren, die gute Laune und Glück im Keim ersticken. Und diese Sabotagefaktoren haben ihren Keim auch wieder in der Art des Denkens. Unbewusst nutzen wir die Macht des Denkens nämlich erstaunlich oft zur Selbstsabotage. In diesem Teil geht es um die praktische Anwendung der im Theorieteil erläuterten Kenntnisse. Denn nur durch einen Willensbeschluss allein funktioniert die Optimierung leider nicht.

Gabriele Rossbach

Kapitel 19. Praxisteil: Das Gehirn als Glücksorgan trainieren

Manchmal würden wir den Alltagsturbulenzen gern die Stirn bieten und in uns selbst ruhen, unerschütterlich und gelassen. Robust, widerstandsfähig und mit der Fähigkeit gerüstet, Probleme selbstbewusst, konstruktiv und kreativ zu bewältigen. Die Ausrichtung des eigenen Denkens spielt dabei eine Schlüsselrolle. Sich zu diesem Zweck eine positivere Gesinnung anzueignen, falls wir damit nicht aufgewachsen sind, mag anfangs nicht so einfach sein, denn unsere Denk- und Gefühlsgewohnheiten sitzen tief. Doch mit Hilfe eines gedanklichen Trainings kann man sofort bessere Botenstoffe in Umlauf bringen, um sich wohler in der eigenen Haut zu fühlen. Denn der Mix von Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol ist zweifellos äußerst unkomfortabel und zudem ungesund, wir sind gereizt und schlafen schlecht. Durch Selbstliebe und Selbstwertgefühl setzen wir die Antagonisten in Umlauf: Serotonin, Dopamin und Oxytocin. Diesen Wohlfühlmix können wir nämlich durch bestimmte Gedanken ebenso gut aktivieren.
Gabriele Rossbach

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