Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Mit dem Ziel der Steigerung von Bildungsqualität werden sowohl für das Schulsystem als auch für die Elementarbildung - also für die Kindertageseinrichtungen als Teil der Jugendhilfe - neue Instrumente der Qualitätssteuerung entwickelt. Gleichzeitig entstehen regionale Netzwerke und kommunale Initiativen für eine integrierte, lebensphasenübergreifende Bildungspolitik 'vor Ort'. Aus der Sicht von Wissenschaft und Praxis befasst sich der Band mit Konzepten und Entwicklungstrends, die die Governance-Strukturen von Schul- und Elementarsystem verändern. Damit werden die Grundlagen für eine vergleichende Betrachtung der Governance-Strukturen beider Systeme gelegt und mögliche Verknüpfungen darstellbar.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung: Elementarbildung und Schule – Governance-Strukturen und Entwicklungsstrategien

Einleitung: Elementarbildung und Schule – Governance-Strukturen und Entwicklungsstrategien

Zusammenfassung
Die Weiterentwicklung von Bildungsqualität steht in Deutschland seit einigen Jahren verstärkt auf der politischen Agenda. Den akuten Anlass dafür boten nicht zuletzt die in Deutschland als im internationalen Vergleich katastrophal interpretierten Ergebnisse der Schulleistungsvergleichsstudie PISA 2000; Ursachen der Debatte sind weiterhin die demographische Entwicklung, die für die Zukunft einen Mangel an qualifizierten Fachkräften befürchten lässt, die Konstatierung wachsender sozialer Ungleichheit und Bildungsbenachteiligung sowie eine gestiegene Sensibilität für die (eigentlich seit langem bekannte) Bedeutung frühkindlicher Bildung für die weitere Bildungsbiographie.
Monique Ratermann, Sybille Stöbe-Blossey

Konzepte der Qualitätssteuerung für Elementarbildung und Schule

Frontmatter

Praxisberichte I

Vorbemerkung

Zusammenfassung
Der Governance-Ansatz eröffnet Möglichkeiten, die Felder „Schule“ und „Jugendhilfe“ vergleichend zu betrachten. Dies betrifft zum einen die analytische Perspektive, weil verschiedene Akteure und Koordinationsmechanismen in den Blick genommen werden, so dass unterschiedliche Handlungslogiken ebenso wie Anknüpfungspunkte für integrierte Strategien besser sichtbar werden als bei einer bloßen Betrachtung von (rechtlichen) Regelungsstrukturen. Zum anderen betont der Governance-Ansatz die Überschreitung von Grenzen – der Grenzen zwischen gewachsenen Zuständigkeiten, Handlungsfeldern und Akteursgruppen.
Monique Ratermann, Sybille Stöbe-Blossey

Schulinspektion in Niedersachsen

Zusammenfassung
Die Schulinspektion in Niedersachsen gehört zu den neuen Steuerungsinstrumenten für Bildungsqualität in Schulen. Nach vorbereitenden Arbeiten in den Jahren ab 2000 wurde die Niedersächsische Schulinspektion (NSchI) durch Kabinettsbeschluss als eine dem Niedersächsischen Kultusministerium (MK) nachgeordnete Behörde im Mai 2005 mit Sitz in Bad Iburg errichtet. Mit Wirkung zum 01.01.2011 wurde sie in das neu errichtete Niedersächsische Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) in Hildesheim integriert.
Bert Märkl

Das Deutsche Kindergarten Gütesiegel als Instrument der Qualitätssteuerung

Zusammenfassung
Das deutsche Früherziehungssystem ist seit zwei Jahrzehnten in einem fortdauernden Umbruch begriffen. Mit dem Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz seit Mitte der 1990er Jahre war ein starker quantitativer Ausbau (in den alten Bundesländern) verbunden (vgl. Zwölfter Kinder- und Jugendbericht 2006), der allerdings zum Teil nur durch Absenkung bis dahin gegebener Qualitätsstandards erreicht wurde (vgl. Reidenbach 1996). Mit dem am 16. Dezember 2008 in Kraft getretenen Kinderfördergesetz (KiFÖG) ist ab dem Jahr 2013 auch ein Rechtsanspruch für junge Kinder im Alter von ein bis unter drei Jahren auf einen Platz in einer Einrichtung oder in einer Tagespflegestelle vorgesehen. Auch hier ist zu befürchten, dass die erforderliche und wünschenswerte Qualität für diese jungen Kinder nicht erreicht wird und der quantitative Ausbau durch unzureichende Qualität erkauft wird (z.B. Betreuung unter dreijähriger Kinder in Kindergartengruppen).
Wolfgang Tietze

Steuerungsinstrumente für Bildungsqualität in Kindertageseinrichtungen in Recklinghausen

Zusammenfassung
In diesem Beitrag soll am Beispiel der Stadt Recklinghausen beschrieben werden, welche Probleme fast jede Kommune in Deutschland mit der Steuerung von Bildungsqualität hat. Kommunen orientieren sich an dem, was sie vor Ort an Fachlichkeit vorfinden. So entwickelt sich auch die Qualität in Recklinghausen weiter.
Ulrich Braun

Von der (Un-)Möglichkeit eines gemeinsamen Bildungsverständnisses – der „Gemeinsame Orientierungsrahmen für die Bildung in Kindertagesbetreuung und Grundschule“ in Brandenburg

Zusammenfassung
Im Jahr 2005 startete das Verbundprojekt TransKiGs, das von der Bund-Länder- Kommission für Bildungsplanung (BLK) als letztes Modellvorhaben verabschiedet wurde. TransKiGs sollte dazu dienen, die Bildungsqualität in Kita und Grundschule sowie den Übergang zwischen den Institutionen zu verbessern.1 Die Länder Berlin, Brandenburg, Bremen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen verfolgten unter dem Dach von TransKiGs, eingedenk der jeweiligen bildungspolitischen Entwicklungen, je eigene Strategien zur Gestaltung des Übergangs (TransKiGs 2009). Im Land Brandenburg sollte ein gemeinsamer Orientierungsrahmen für die Bildung in Kindertagesbetreuung und Grundschule (GOrBiKs) entwickelt werden, in dem pädagogisch-konzeptionelle Ideen für die Gestaltung von Bildungsprozessen in Kita und Schule beschrieben werden, die unter Berücksichtigung der unterschiedlichen rechtlichen Verfasstheit und der historischen Traditionen als gemeinsames Bildungsverständnis fungieren können.
Katrin Liebers

Bildungsgrundsätze für den Elementar- und Primarbereich – Die Weiterentwicklung der Bildungsvereinbarung in Nordrhein-Westfalen

Zusammenfassung
In den vergangenen Jahren ist deutlich geworden, dass die von der Öffentlichkeit verantwortete Bildung verstärkt werden muss. Dabei richtet sich der Blick richtigerweise nicht mehr nur allein auf die schulische Bildung. Vielmehr ist der Stellenwert der frühkindlichen Bildung immer deutlicher geworden. Vor diesem Hintergrund hatte 2003 das damalige Ministerium für Schule, Jugend und Kinder mit den Trägerverbänden der Kindertageseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen eine Vereinbarung zu den Zielen in der frühkindlichen Förderung in den Kindertageseinrichtungen abgeschlossen. Diese gilt es fortzuentwickeln zu gemeinsamen Grundsätzen zur Bildungsförderung für den Elementar- und Primarbereich. Ein gemeinsames Bild vom Kind und ein gemeinsames Verständnis von frühkindlichen Bildungsprozessen im Elementar- und im Primarbereich sind Voraussetzung für einen möglichst bruchfreien Förderungsprozess in der frühen Kindheit. Die neuen Bildungsgrundsätze sind jetzt in der wissenschaftlich begleiteten Erprobung.
Silke Fabian, Dagmar Friedrich, Bernt-Michael Breuksch

Educational Governance: Entwicklungstrends im Bildungssystem

Zusammenfassung
In der Gesamtheit der Literatur erscheint die Verwendung des Begriffs Governance inflationär. Zudem lässt sich über Disziplinen hinweg offensichtlich nur sehr schwer bis überhaupt nicht eine einheitliche Begrifflichkeit erstellen. Dies liegt eben auch daran, dass Governance eine (offene) Perspektive für die Forschung und keine festgestellte Theorie ist. Hierbei kann jedoch auf verschiedene Kennzeichnungen des Begriffs in unterschiedlichen Disziplinen zurückgegriffen werden. Bildlich gesagt: Die Jagd nach dem grünen Diamanten (einem einheitlichen Governance-Verständnis) führt zu nichts, denn in den Schatullen, die man findet, liegen immer nur disziplinäre Antworten (Theorien, Methoden). Was neu dazukommt, ist ein gewisses Interesse daran zu beobachten, wie andere Disziplinen reale Governance-Prozesse betrachten. Entsprechend folge ich als Bildungsforscher in dieser Einleitung erst einmal weitgehend dem Politikwissenschaftler Arthur Benz.
Thomas Brüsemeister

Wirkungen externer Evaluationsformen für eine evidenzbasierte Schul- und Unterrichtsentwicklung

Zusammenfassung
Das Verhältnis zwischen dem gesamtstaatlichen Bildungssystem und den Einzelschulen ist in der Folge der deutschen Befunde im Kontext internationaler Schulleistungsstudien, aber auch als Gegengewicht der Zurücknahme staatlicher Regelungsallmacht und größerer schulischer Gestaltungsfreiheit, durch eine zunehmend stärkere Verpflichtung von Schule auf die Erbringung erwarteter, vor allem kognitiver Lernerträge geprägt. In diesem Zusammenhang hat die Kultusministerkonferenz der Länder vor einiger Zeit neue Formen der systematischen und wissenschaftlich fundierten Beobachtung des Bildungssystems beschlossen, die nicht mehr allein die schulstrukturellen und inhaltlichen Voraussetzungen im Bildungswesen in den Blick nehmen, sondern schulische und unterrichtliche Prozesse sowie deren Wirkungen im Hinblick auf definierte, am Ende von Lernprozessen zu erreichende Bildungsstandards analysieren.
Ben Kühle, Isabell van Ackeren

Externe Evaluation und die Steuerung der Einzelschule: Kontrolle oder Entwicklung?

Zusammenfassung
Im Paradigma der „Outputsteuerung“ geht es der Schulpolitik um die Ergebnisse der schulischen „Produktion“, die mittels einer Doppelstrategie gesichert werden sollen: „Einmal geht es um eine Vergrößerung der Autonomie der einzelnen Schule, die gewissermaßen als ‚Betrieb’ konzipiert wird, und zum anderen um eine neue Form von Controlling, von Rechenschaftslegung und der Dokumentation der erbrachten Leistungen“ (Fend 2008: 109, Hervorheb. im Original). Anders formuliert: Neben der erhöhten Selbstständigkeit der Einzelschulen im Steuerungskonzept der Dezentralisierung lässt sich seit gut 20 Jahren ein (auch internationaler) Trend zur parallelen Einführung von Maßnahmen der Re- Zentralisierung ausmachen (vgl. Böttcher 2002). Die im Fokus der Politik stehenden (nunmehr selbstständigeren) Einzeleinrichtungen sollen also, geleitet durch zentrale Verfahren, Nachweise ihrer Qualität erbringen. Zu den einschlägigen Maßnahmen gehören insbesondere Vorgaben durch nationale Curricula oder Bildungsstandards, die Erwartungen an Schülerkompetenzen formulieren. Auch Leistungstests, manche eher nach „klassischen“ Verfahren fachlicher Abstimmung kompiliert, andere als Ergebnis komplexer psychometrischer Ambitionen, gehören zum Set der zentralen Steuerungsinstrumente.
Wolfgang Böttcher, Miriam Keune

Governance und Qualität in der Elementarbildung

Zusammenfassung
Die zentrale Institution für frühkindliche Bildung, also für Bildung vor dem Beginn der Schulpflicht, ist die Kindertageseinrichtung. Deren Bildungsauftrag ist im Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) festgelegt: Im dritten Abschnitt („Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege“) heißt es: „Der Förderungsauftrag umfasst Erziehung, Bildung und Betreuung des Kindes und bezieht sich auf die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung des Kindes.“ (§ 22 III) Die Festlegungen im Kinder- und Jugendhilfegesetz zeigen zum einen, dass Kindertageseinrichtungen in Deutschland zum System der Jugendhilfe gehören; Elementarbildung findet somit in einem anderen Regulierungskontext statt als Schulbildung. Zum anderen verweisen die Formulierungen auf ein ganzheitliches Bildungsverständnis; Erziehung, Bildung und Betreuung ebenso wie die verschiedenen Aspekte der Entwicklung eines Kindes werden im Zusammenhang miteinander betrachtet.
Sybille Stöbe-Blossey

Bildung im Elementarbereich – Entwicklungslinien in der Steuerung und Koordinierung

Zusammenfassung
Das System der Kindertagesbetreuung befindet sich im Hinblick auf Steuerung und Koordinierung in einem tiefgreifenden Wandel. Um die aktuelle Situation, die Radikalität mancher Veränderungen und auch die Schwierigkeiten mancher Entwicklungen verstehen zu können, muss man wissen, dass Steuerung – als zielgerichtete Einflussnahme zur Erreichung beabsichtigter Wirkungen – im Feld der Kindertagesbetreuung (historisch bedingt) stark unterentwickelt ist. Zwar ist das Feld geprägt durch eine Vielzahl und Vielschichtigkeit von handelnden und einflussnehmenden Akteuren, die zuweilen für ihr Handeln Steuerungsabsichten beanspruchen – deren Impulse zumeist aber im Mobile der gegenseitigen Blockierungen oder Verstärkungen verschwinden. Daher beschäftigt sich der folgende Beitrag insbesondere mit bestehenden Problematiken der Steuerung und Koordinierung in der Kindertagesbetreuung. Zuerst werden die Hintergründe und die einflussnehmenden Ebenen mit den daraus resultierenden Steuerungsproblemen näher beschrieben, um im Anschluss daran neue Steuerungselemente wie die Einführung von Bildungsplänen für Kindertageseinrichtungen in den unterschiedlichen Bundesländern näher zu beleuchten.
Detlef Diskowski

Fragen und Perspektiven: Vergleichbare Strategien, gemeinsame Instrumente?

Zusammenfassung
Betrachtet man als Beispiele für Instrumente der Qualitätssteuerung zunächst die Niedersächsische Schulinspektion (die hier stellvertretend für die Konzepte stehen kann, die auch in anderen Bundesländern implementiert wurden) und das Deutschen Kindergarten Gütesiegel, so werden einige Gemeinsamkeiten deutlich. Beide Verfahren orientieren sich an Kriterienkatalogen. Diese wiederum basieren auf einem relativ breiten Konsens darüber, was Qualität in dem jeweiligen Bereich ausmacht. Die diesem Konsens zugrunde liegende wissenschaftliche Basis scheint allerdings unterschiedlich zu sein: Wolfgang Böttcher und Miriam Keune kritisieren im Schulbereich eine mangelnde empirische Fundierung, und in der Tat finden sich auch in den Selbstdarstellungen von Inspektionsverfahren – wie im Beitrag zu Niedersachsen – keine Hinweise auf zugrunde liegende Untersuchungen. Hingegen verweist Wolfgang Tietze auf verschiedene empirische Studien zur Qualität in Kindertageseinrichtungen, und im Beitrag von Sybille Stöbe-Blossey wird die seit 1980 in den USA entwickelte und im Anschluss in verschiedenen Ländern erprobte ECERS (Kindergarten Einschätzskala) angesprochen, die eine Grundlage für das Deutsche Kindergarten Gütesiegel bildet und der selbst wiederum auf verschiedenen Untersuchungen basiert.
Monique Ratermann, Sybille Stöbe-Blossey

Vernetzung in der Region

Frontmatter

Praxisberichte II

Vorbemerkung

Zusammenfassung
Die Hoffnung, mit Hilfe von Regionalisierung Probleme (besser) zu lösen, findet sich nicht nur in der Bildungspolitik, sondern prägt – auch verbunden mit der Governance-Debatte – Diskussionen über staatliche Steuerung in unterschiedlichen Politikfeldern bzw. politikfeldübergreifend. Dabei ist die Diskussion um Regionalisierung nahezu immer verbunden mit der Frage des Aufbaus und der Entwicklung regionaler Netzwerke, also mit der Kooperation unterschiedlicher Akteure. Auch unter diesem Gesichtspunkt werden Verknüpfungen zur Governance-Debatte deutlich.
Monique Ratermann, Sybille Stöbe-Blossey

Frühkindliche Bildung und Entwicklung: Das nifbe Regionalnetzwerk Südwest e.V.

Zusammenfassung
Viele Hände sind im Spiel, wenn es um das Wohl eines Kindes in den ersten Jahren geht: Von den Eltern über Hebammen, Kinderärzte, ErzieherInnen und LehrerInnen bis zur Kinder- und Jugendhilfe reicht die breite Palette derjenigen, die an einem Strang ziehen müssen, um die ersten Jahre des Kindes möglichst optimal zu gestalten. Weitere beteiligte Akteure von der Politik über die Forschung bis zur Aus- und Weiterbildung der pädagogischen Fachkräfte sind in die Förderung der frühkindlichen Bildung und Entwicklung einzubinden. Der Transfer aus der Forschung in die Praxis wie auch umgekehrt ist zu gestalten. Dazu setzt das nifbe Regionalnetzwerk Südwest e.V. in Niedersachsen (Abbildung 1; vgl. auch http://www.südwest.nifbe.de) auf Vernetzung und Verzahnung. Netzwerk- Managerinnen sorgen für den Auf- und Ausbau der Regional-Netzwerke, in denen alle interessierten Akteure aus dem Bereich der frühkindlichen Bildung und Entwicklung gemeinsam agieren können. Das nifbe Regionalnetzwerk Südwest e.V. bildet somit ein Beispiel für den Aufbau eines Bildungsnetzwerkes und der praktischen Netzwerkarbeit im Bedingungsfeld der frühkindlichen Bildung und Entwicklung.
Wolfgang Wöstmann

Regionale Bildungsnetzwerke – Gemeinsam Bildung gestalten

Zusammenfassung
Eigenverantwortliche Schulen führen innerhalb ihrer Region kein Inseldasein, sondern sind lebendiger Bestandteil der Gemeinde oder des Stadtteils. Mehr Bildung in die Gesellschaft, mehr Gesellschaft in die Bildung – das leisten regionale Bildungsnetzwerke landesweit. Städten und Gemeinden kommt dabei eine wachsende Bedeutung zu: nicht nur als Träger von Schulen oder Kindertageseinrichtungen, sondern auch als Initiatoren und Moderatoren dieser regionalen Netzwerke.
Friedhelm Jennessen

Die Bildungsregion Duisburg und das Programm „Lernen vor Ort“

Zusammenfassung
Im Frühjahr 2008 strukturierte die Stadt Duisburg ihr Bildungsressort um. Von getrennten Ämtern bzw. Instituten in einem Dezernat wurde die Bildungsholding der Stadt Duisburg als konsequente Weiterentwicklung der Prozesse geschaffen, die bis zu diesem Zeitpunkt angestoßen worden waren.
Ralf Hörsken

Gelsenkirchen: Koordinierung kommunaler Bildungspolitik im Bildungsbüro

Zusammenfassung
In der Bildungsregion Gelsenkirchen wird ein regionales Bildungsnetzwerk aufgebaut und (weiter-) entwickelt. Ein Kristallisationspunkt dafür ist das Bildungsbüro. In diesem Beitrag werden die Ausgangslage und die Strukturen der Bildungsregion Gelsenkirchen dargestellt.
Bernd Zenker-Broekmann, Gerd Dombrowski

Stärkung der Bildungsqualität durch Regionalisierung?

Zusammenfassung
Unter Regionalisierung werden im bildungspolitischen Diskurs ganz allgemein zumeist kommunale und weniger regionale Aktivitäten verstanden (Berkemeyer und Pfeiffer 2006). Der Trend zur Regionalisierung im Bildungsbereich wird durch die Vielzahl aktueller Projekte, Programme und Initiativen deutlich, die seit Mitte der 1990er Jahre, auch als Reaktion auf die für Regionalisierung maßgebliche programmatische Denkschrift der Bildungskommission NRW (1995) „Zukunft der Bildung – Schule der Zukunft“, angelaufen sind (vgl. hierzu auch Berkemeyer/Otto/Olschewsky 2010). Bereits hier wurde die Forderung nach „regional gestalteten Bildungslandschaften“ laut, um „[…] in den Regionen eine Infrastruktur miteinander vernetzter Bildungsangebote zu entwickeln und zu sichern, die für die Nutzer transparent und als System ökonomisch sind“ (Bildungskommission NRW 1995: 284).
Johanna Otto, Norbert Sendzik, Nils Berkemeyer, Veronika Manitius

Innovationspotenziale und Integrationsdefizite der Kinder- und Jugendhilfe in kommunalen Bildungsnetzwerken

Zusammenfassung
Soziale Arbeit, etwa in Form von Kinder- und Jugendhilfe, ist ein fester Bestandteil der sozialen Infrastruktur in Kommunen. Sie wirkt aktiv mit an der Gestaltung von Lebens- und Entwicklungsräumen junger Menschen und Familien, bietet Unterstützung in schwierigen Erziehungssituationen sowie Schutz und Hilfe in prekären Lebenslagen. Schaut man auf die aktuellen Entwicklungsthemen und -ziele von Kommunen, so fällt auf, dass sie vermehrt jugendhilfespezifische und -relevante Gestaltungsziele in ihre Programme und Leitbilder der Stadtentwicklung aufnehmen (vgl. Maykus/Windheuser 2010). Die Themen Familienförderung und -bildung, Bildung junger Menschen, Kinderfreundlichkeit oder Kommune als Bestandteil einer lernenden Region sind längst bedeutsame Maximen der Kommunalentwicklung geworden.
Stephan Maykus

Die Entwicklung von „Educational Governance“ und die Rolle der Kommune

Zusammenfassung
Die Kommune wurde in der Diskussion um Steuerungsinnovationen im Bildungsbereich bislang wenig beachtet. Dies hängt zweifellos mit den deutschen Zuständigkeitsregelungen für die Schulbildung zusammen: Bei allen Unterschieden im Detail sind die Bundesländer für die „inneren“ Schulangelegenheiten (Ziele, Inhalte, Organisation des Unterrichts und Lehrpersonals), die Kommunen für die „äußeren“ Schulangelegenheiten zuständig (Ausstattung von Schulen, Sachkosten, Verwaltungspersonal) (Avenarius/Heckel 2000: 155ff.). Die staatliche Schulaufsicht ist in den einzelnen Ländern höchst unterschiedlich organisiert; so gibt es teilweise Sonderbehörden, teilweise eine Integration in Bezirksregierungen oder Landesverwaltungsämter; die in den meisten Flächenländern gebildeten Ortsinstanzen sind teils für alle Schulen, teils nur für bestimmte Schulformen zuständig (zur Übersicht vgl. Füssel/Leschinsky 2008: 167ff.).
Monique Ratermann, Sybille Stöbe-Blossey

Fragen und Perspektiven: Regionale Vernetzung – neue Strukturen, neue Inhalte?

Zusammenfassung
Wie die ersten drei Beiträge in Teil II dieses Bandes, so zeigen auch die Praxisbeiträge, dass die Entwicklung regionaler Strukturen und Aktivitäten in einem engen Zusammenhang mit der Vernetzung zwischen Schule und Jugendhilfe und einer stärker integrierten Betrachtung der Bildungsbereiche steht – wenn auch mit sehr unterschiedlichen Akzentsetzungen. Wolfgang Wöstmann beschreibt Initiativen, die vor allem die frühkindliche Bildung, insbesondere auf naturwissenschaftlich- technischem Gebiet, fördern sollen, verweist dabei aber auch auf die Zusammenarbeit mit Lehrerinnen und Lehrern sowie mit der Landesschulbehörde. In den Berichten der Städte Duisburg und Gelsenkirchen wird die Vernetzung zum einen im Hinblick auf die Organisation der Bildungsbüros und ihre Einbindung in die kommunalen Strukturen, zum anderen bezüglich der Inhalte angesprochen, beispielsweise bezüglich der Gestaltung von Übergängen oder der Ganztagsbildung. Auch Friedhelm Jennessen benennt die Jugendhilfe als einen wichtigen Partner im regionalen Bildungsnetzwerk – hier allerdings ausgehend von der Perspektive der Schule: „Regionale Bildungsnetzwerke sollen zu starken Bündnissen für Schulen werden.“ Hier zeigt sich, dass die Schulentwicklung nach wie vor der Ausgangspunkt vieler Bestrebungen zur Vernetzung ist.
Monique Ratermann, Sybille Stöbe-Blossey

Backmatter

Weitere Informationen

Premium Partner

    Bildnachweise