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Über dieses Buch

Das vorliegende Buch nimmt Sie mit auf eine dokumentarische Reise in die Welt des Granits. So bekannt das Gestein sein mag, ist es doch auch voller Rätsel. Die Frage nach seiner Entstehung und Bedeutung hat die Geologie nahezu 200 Jahre beschäftigt und dabei zeitweilig zu harten, wenn nicht gar unversöhnlichen Kontroversen geführt. Der Autor schildert diese bemerkenswerten wissenschaftsgeschichtlichen Verwicklungen und vergisst dabei nicht, ebenso die kulturellen Hintergründe zu beleuchten. Zugleich wird der Leser gut verständlich und fundiert in die Welt dieses faszinierenden Gesteins eingeführt.

Granit: Geschichte und Bedeutung ist eine spannende Zusammenfassung der Forschungsgeschichte, eine fotografische Dokumentation und ein mitreißender Exkurs, in dem der Leser anschaulich alles Wichtige über den Granit, von seiner Entstehung bis zu seinem Zerfall und seiner Bedeutung im Wirkungsgefüge der Erde erfährt. Das anschauliche Sachbuch richtet sich an alle, die sich mit geologischen Phänomenen befassen – Naturfreunde, Geo-Ranger und Geologen sowie an alle, die den verschlungenen Wegen des menschlichen Geistes bei seiner Auseinandersetzung mit den großen Fragen unserer Welt folgen möchten.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Anmerkung
Granit ist vielleicht das bekannteste aller Gesteine. Aber niemand hat jemals gesehen, wie dieses Gestein tatsächlich entsteht, denn das geschieht tief in der Erdkruste. Von seiner Überdeckung befreit, vermag der Granit Landschaften in unverwechselbarer Weise zu prägen.
Gottfried Hofbauer

Kapitel 2. Granit – ein erster Blick

Anmerkung
Eine alte Schulweisheit lautet: „Feldspat, Quarz und Glimmer, die vergess ich nimmer!“ Der Reim hat sicher viel dazu beigetragen, dass dieser Spruch selbst dann gegenwärtig ist, wenn man noch nie bewusst die Minerale eines Granits zu unterscheiden versucht hat. Tatsächlich lassen sich viele Granite auf diese einfache Formel herunterbrechen – zumindest auf den ersten Blick, auf den wir uns in diesem Abschnitt vorerst beschränken wollen.
Gottfried Hofbauer

Kapitel 3. Tiefengestein oder Vulkangestein?

Anmerkung
Granitmagma – an die Oberfläche gekommen – ergibt keinen Granit, sondern eine Vielfalt verschiedener Vulkangesteine. Im Gegensatz zu Basaltlava sind granitische Magmen arm an eisenreichen dunklen Mineralen. Gelangt granitisches Magma durch Vulkanausbrüche an die Oberfläche, treffen wir daher auf helle und bunte Landschaften.
Gottfried Hofbauer

Kapitel 4. Granit – die Bausteine

Anmerkung
Die Erscheinungsformen des Wassers zeigen uns anschaulich die drei möglichen Zustände der Materie: Gas („Dampf“), Flüssigkeit („Wasser“) und Festkörper („Schnee/Eis“). Kristalle sind als Festkörper die Organisationsform, die dem relativ kühlsten, energieärmsten Zustand entsprechen. Nicht anders ist es im Reich der Minerale, nur dass die Schmelzpunkte von Quarz oder Feldspat weit über den unter Alltagsbedingungen auftretenden Temperaturen liegen.
Gottfried Hofbauer

Kapitel 5. Die Entdeckung des Granits

Anmerkung
Granit ist nicht der ideale Naturstein für den Bau menschlicher Behausungen. Die natürliche Gestalt der Blöcke ist meist zu groß, um sie direkt als Werksteine verwenden zu können. Die Bearbeitung von Granit ist mühsam, denn das Gestein ist zäh. Trotz der schwierigen Bearbeitung wurde das Gestein aber bereits in frühgeschichtlicher Zeit wegen seiner Haltbarkeit in Kunst und Architektur eingesetzt.
Gottfried Hofbauer

Kapitel 6. Das Gerüst der Erde

Anmerkung
Die Mehrzahl der Naturforscher war sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts einig, dass Granit eine Art Ur-Kruste oder – wie Goethe es nannte – „Knochengerüst“ der Erde sein müsse. Der Granit wurde im Kern der Gebirge – als die morphologisch höchste – und zugleich die strukturell tiefste Formation gefunden. Im Harz lässt sich eine solche Perspektive an vielen Stellen finden, sei es vom Gipfel des Brocken oder auch über die Felstürme des Okertals hinweg, von wo aus man nach Norden auf den aus erdgeschichtlich jüngeren Sedimentgesteinen aufgebauten Sudmerberg blicken kann.
Gottfried Hofbauer

Kapitel 7. Der Granit wird lebendig

Anmerkung
Der Glen Tilt im Schottischen Hochland wurde im Sommer 1785 zu einer Schlüsselstelle in der Diskussion um die Natur des Granits. Rote Granitadern durchziehen eine Abfolge von Kalksteinen, Schiefern und Quarziten. Deutlicher hätte sich James Hutton den Beweis für das nachträgliche Eindringen des Granits nicht wünschen können.
Gottfried Hofbauer

Kapitel 8. Lakkolith und Batholith

Anmerkung
Wie verschaffen sich Magmen beim Aufstieg den nötigen Raum? Die mechanisch einfachste Lösung scheint die Aufwölbung der überlagernden Gesteine zu sein. Am Sandfell in Island ist ein solches Verhalten anschaulich dokumentiert. Das Magma ist hier zwischen Lagen aus Basalt eingedrungen und hat das Dach erkennbar nach oben gewölbt.
Gottfried Hofbauer

Kapitel 9. Hans Cloos und die Granittektonik

Anmerkung
Die Platznahme eines Granits war für Hans Cloos nicht ein einziger kurzer Akt, sondern ein langer Prozeß. Die in einem Granit erhaltenen Strukturen können daher Zeugnisse unterschiedlicher Episoden repräsentieren, wobei die frühesten bis in den noch fließfähigen Zustand zurückreichen. Ein beträchtlicher Teil der Bruchstrukturen wird jedoch erst dann angelegt, wenn das Magma soweit kristallisiert ist, dass es auf anliegende Spannungen mit der Bildung von Rissen reagieren kann.
Gottfried Hofbauer

Kapitel 10. Vulkanoplutone

Anmerkung
Noch bevor Hans Cloos die Granite des Riesengebirges oder des Passauer Waldes zu erforschen begann, führte ihn eine Reise mit dem Dampfschiff nach Namibia. Dort traf er im Erongo-Massiv auf Granit, der seinen Platz weit oben inmitten von Lavadecken eines Vulkans eingenommen hatte.
Gottfried Hofbauer

Kapitel 11. Der Intrusivkomplex von Ploumanac’h

Ein tief erodierter Vulkanopluton?
Anmerkung
Der berühmte rote Granit der Bretagne zeigt vielfältige Beziehungen zu dunklen basischen Gesteinen. Vermischungen zwischen Granit und Gabbro und auch die vielfältige gegenseitige thermische Beeinflussung sind ein sicherer Beleg dafür, dass beide Gesteine noch im schmelzflüssigem Zustand aufeinander getroffen sind.
Gottfried Hofbauer

Kapitel 12. Die Wiederauferstehung des Granits

Anmerkung
Schon ein kurzer Besuch in Skandinavien konfrontiert uns bald mit Gesteinen, die nicht selten ein verschlungenes, mitunter sogar bizarr erscheinendes Gefüge zeigen. Diese Strukturen sind tief in der kontinentalen Kruste entstanden, in deren Prozesse wir auf diese Weise Einblick erhalten. Darunter scheinen Momentaufnahmen zu sein, die uns einzelne Bereiche in einem weichen, beweglichen Zustand zeigen, bevor sie offenbar wieder zu einem festen, granitartigem Gestein kristallisiert sind.
Gottfried Hofbauer

Kapitel 13. Anatexis oder Assimilation?

Ein Rätsel in den Schären von Skeppshamn
Anmerkung
Eine in Granit eingeschlossene, dunkle Gesteinsscholle mit einem gewundenen, hellen Gang grenzt an einen gleichartig erscheinenden, aber schräg und geradlinig durchschlagenden Gang. In welcher Beziehung stehen die beiden hellen, quarzreichen Gänge zueinander, oder ist dieses Bild nur ein verwirrendes, zufälliges Nebeneinander?
Gottfried Hofbauer

Kapitel 14. Tiefe Granite

Der Intrusivkomplex von Fürstenstein
Anmerkung
Im Intrusivkomplex von Fürstenstein treffen wir auf eine besonders große Vielfalt magmatischer Gesteine. Sie begegnen sich in enger Nachbarschaft, mitunter sind sie vor allen an den Rändern auch miteinander vermischt. Ihre Umgebung wird durchweg von Migmatiten mit fortgeschrittener Anatexis bestimmt. Offenbar sind die Magmen nicht in die kühle obere Kruste aufgestiegen, sondern in größerer Tiefe, noch nahe an ihrem Bildungsbereich, kristallisiert.
Gottfried Hofbauer

Kapitel 15. Der Granit von Flamanville

Der Weg in die große Granitkontroverse
Anmerkung
Kein anderer Granit hat vermutlich so viel Einfluss auf die Vorstellungen von der Platznahme ausgeübt wie der von Flamanville. Über Jahrzehnte hinweg galt er als Musterfall dafür, wie Magma weniger mit mechanischer Gewalt in das Nebengestein eindringt, als es Stück für Stück aufzulösen und zu verzehren.
Gottfried Hofbauer

Kapitel 16. Tief unten in der Kruste

Duktiles Verhalten – Assimilation – überkritisches Wasser
Anmerkung
Rötlicher Granit durchschlägt graue Gneise und schwarzen Amphibolit. Der „Bunte Fels“ zeigt uns aber mehr als nur das spektakuläre Farbenspiel sich gegenseitig durchdringender Gesteine. Der Granit bildet ein verzweigtes Netz von Gängen, die in ihrem Verlauf an- und abschwellen und dabei Fetzen des schwarzen Gesteins mit verschleppt haben. Solche Strukturen begegnen uns weniger in der kühlen oberen Kruste, als in der tieferen heißen Kruste, in der die Gesteine zu einem „ziehenden“ Verhalten neigen.
Gottfried Hofbauer

Kapitel 17. Pluton und Batholith

Anmerkung
Granit – soweit das Auge blickt. Der Korsisch-Sardische Batholith ist einer der größten Granitkomplexe Europas. Man trifft darin auf unterschiedlichste Landschaften: Hochflächen, tief eingeschnittene Täler und nur schwer zugängliche Gebirge. Der „Batholith“ – ein Begriff, einst geschaffen für Granite, die sich in „unendliche Teufe“ erstrecken und unermesslichen Raum in Anspruch nehmen – was ist aus dieser Idee geworden?
Gottfried Hofbauer

Kapitel 18. Der Kreislauf des Granits

Anmerkung
Ob ein Granit gerade freigelegt oder wieder unter Sedimenten begraben wird, lässt sich nicht immer auf den ersten Blick feststellen. Auch das Alter eines Granits entzieht sich unserem Blick, denn der erdgeschichtliche Zeitpunkt seiner Kristallisation lässt sich nur mit radiometrischen Methoden im Labor bestimmen. Allein die Zeit, die er den zerstörerischen Wirkungen der Verwitterung ausgesetzt ist, vermag sein Erscheinungsbild im Sinne von „noch frisch“ bis zu schon „sehr verfallen“ sichtbar zu verändern.
Gottfried Hofbauer

Kapitel 19. Der Granit in der Plattentektonik

Die Erde im ständigen Umbruch
Anmerkung
Der Thingvallavatn – der „See im Tal von Thingvellir“ – liegt inmitten des Mittelatlantischen Rückens, der sich in Island über den Meeresspiegel erhebt. Die Nordamerikanische und die Eurasische Platte rücken hier um einige Zentimeter pro Jahr auseinander. Bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts hat man hier nur einen einfachen Grabenbruch gesehen und nicht gemerkt, welche Bedeutung diese und viele andere ähnliche Strukturen für die Dynamik unseres Planeten haben. Mit diesem neuen Bild der Erde – der „Plattentektonik“ – mussten nun aber auch Vorkommen und Bedeutung des Granits in Einklang gebracht werden.
Gottfried Hofbauer

Kapitel 20. Kontaktmetamorphose

Anmerkung
Auch wenn es sich im Eröffnungsbild um versteinerte Gräser zu handeln scheint und für Gesteine dieser Art auch die Bezeichnung „Garbenschiefer“ existiert, sind diese Formen doch anorganisch kristallisierte Minerale. Allein schon die von einem heißen Granitmagma ausgehende Wärmeenergie vermag im Nebengestein mitunter spektakuläre Reaktionen auszulösen und die Sprossung auffälliger Kristalle zu bewirken.
Gottfried Hofbauer

Kapitel 21. Vom Magma zum Fluid

Anmerkung
Geysire gehören zu den spektakulärsten Zeugnissen hydrothermaler Aktivität. Sie sind unmissverständlicher Ausdruck davon, dass Magma in die höhere Kruste aufgestiegen ist. Hydrothermale Effekte sind auch die letzten Wirkungen, die von einem abkühlenden Granitmagma ausgehen.
Gottfried Hofbauer

Kapitel 22. Die Strukturanlage von Granitfelsen

Anmerkung
In den weiten Moorlandschaften der Britischen Inseln vermögen Granitfelsen die Landschaft deutlicher zu prägen als etwa in den meist von Wald bestandenen Mittelgebirgen Deutschlands. In diesen Landschaften können wir sehen, wie Felsgruppen bevorzugt auf Höhen liegen und von kuppelförmigen Absonderungsstrukturen geprägt sind.
Gottfried Hofbauer

Kapitel 23. Verwitterung und Zerfall

Anmerkung
Der Zerfall des Granits kann im Boden wie an der Oberfläche stattfinden. Dabei hält die Verschränkung des mineralischen Gefüges mitunter noch so weit, dass nicht vereinzelt Korn für Korn, sondern – wenngleich nur in losem Zusammenhang – ganze Schalen absondern. Die Einbettung des Granitblocks in einen Geschiebemergel am Ende der letzten Kaltzeit vor etwa 10.000 Jahren ermöglicht es in diesem Fall, die Geschwindigkeit dieses Vorgangs relativ zuverlässig einzuschätzen.
Gottfried Hofbauer

Backmatter

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