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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Problemstellung

Auszug
Die Möglichkeit, einen effektiven Versicherungsschutz zu bekommen, ist ein wesentlicher Faktor, um Wohlfahrt und Wachstum in einer Volkswirtschaft zu gewährleisten.1 Jedoch stellt die zunehmende Anzahl von Katastrophenereignissen (Natur- und Mann-Made-Katastrophen) im letzten Jahrzehnt mit immer neuen Rekordschäden2 die private Versicherungswirtschaft an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. Zudem entstehen immer neue Gefahrenquellen (Klimaveränderungen, Globalisierungstendenzen, Terrorgefahr usw.), die nicht vorhersehbare Risiken in sich verbergen und die ein enormes Schadenspotenzial für die Gesellschaft aufweisen. In diesem Zusammenhang stellt sich in zunehmendem Maße die Frage,
  • ob die Katastrophenrisiken weiterhin von der privaten Versicherungswirtschaft versichert werden können oder
  • ob der Staat in Wahrnehmung seiner ordnungspolitischen Aufgaben eine gewisse Risikoübernahme bei Katastrophenrisiken betreiben soll.
Diese Fragen sind auch der Ausgangspunkt für die folgende Untersuchung, die in fünf Hauptkapitel unterteilt sind.

Kapitel 1:. Katastrophen und Versicherungsnachfrage

Auszug
Das Wort „Katastrophe“ entstammt dem Griechischen und bedeutet sinngemäß Umkehr oder Wendung4 und damit eine Umkehrung der gewohnten Verhältnisse. In diesem Sinne bedeutet Katastrophe ein durch plötzliche Ereignisse auftretendes Missverhältnis zwischen den zur Grundbedarfsbefriedigung erforderlichen Gütern und Dienstleistungen sowie deren Nachfrage. Nach der Definition der UN-DHA (United Nation Department of Humanitarian Affairs) sind Katastrophen Unterbrechungen der Funktionsfähigkeit einer Gesellschaft, die Verlust an Menschenleben, Sachwerten und Umweltgütern verursachen, und die die Fähigkeiten der betroffenen Gesellschaft, aus eigener Kraft damit fertig zu werden, übersteigen.5

Kapitel 2:. Risiken und Versicherbarkeit

Auszug
Der Ursprung des Begriffs „Risiko“ ist nicht zweifelsfrei geklärt.151 Als Vorläufer gelten aus dem Italienischen die Begriffe „riscio“ oder „risco“, die etwa mit Wagnis, Gefahr oder Verantwortung übersetzt werden kann.152 Auch in dem modernen Sprachgebrauch gibt es für den Begriff „Risiko“ keine einheitliche Definition. Jede Wissenschaftsdisziplin hat ein eigenes Konzept, wie Risiko zu verstehen ist.153 In der betriebswirtschaftlichen Literatur wird nicht mehr versucht, eine exakte Definition über den Begriff Risiko zu geben.154 Selbst innerhalb der versicherungswissenschaftlichen Literatur gibt es verschiedene Auffassungen über den Begriff Risiko.155 Das Risiko wird vielmehr mit seinen wesentlichen Eigenschaften umschrieben:156
Das Risiko aus einem Handeln oder Verhalten des Versicherungsunternehmens kommt in einer Wahrscheinlichkeitsverteilung der möglichen Ergebnisse zum Ausdruck.157Die Ergebnisse sind Maße für die Zielerfüllung oder Zielverfehlung.158

Kapitel 3:. Risikotransfer durch Rückversicherung

Auszug
Eine Möglichkeit zur Erweiterung der Zeichnungskapazität sind Rückversicherungen. Im deutschen Handelsgesetzbuch wird die Rückversicherung als „die Versicherung der von dem Versicherer übernommenen Gefahr“ definiert.358 In der versicherungswissenschaftlichen Literatur wird die Rückversicherung als eine Form der Risikoteilung zwischen Versicherungsunternehmen bezeichnet, die ein Erstversicherungsverhältnis zwischen Versicherungsnehmer und Erstversicherungsunternehmen voraussetzt.359

Kapitel 4:. Risikotransfer durch Katastrophenanleihen

Auszug
Cat Bond ist die Kurzform von Catastrophe Bond und bedeutet zu Deutsch Katastrophenanleihe.599 Genauso wie die traditionellen Anleihen (Unternehmensanleihen oder Staatsanleihen) basieren auch Cat Bonds auf Vereinbarungen über Laufzeit, Zinszahlungen und Rückzahlungsform bzw. Rückzahlungshöhe. Der entscheidende Unterschied ist jedoch, dass bei Cat Bonds mindestens eine dieser Ausprägungen an eine versicherungstechnische Größe gekoppelt ist, und es sich dadurch um eine bedingte Form der Kapitalanlage handelt.600

Kapitel 5:. Risikotransfer durch Versicherungsderivate

Auszug
Allgemein stellen Optionsgeschäfte Verträge dar, die das Recht verbriefen, bestimmte Mengen von vertretbaren Sachen oder synthetischen Werten (Basisobjekte) zu einem vereinbarten Preis (Basispreis, Ausübungspreis) zu erwerben oder zu verkaufen.823 Für dieses Recht zahlt der Käufer eine Optionsprämie. Kaufoptionen beinhalten das Recht, ein Basisobjekt zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Sie werden Calls genannt. Verkaufsoptionen beinhalten das Recht, ein Basisobjekt zu einem bestimmten Preis zu verkaufen. Sie heißen Puts. Optionen können dabei entweder zu jedem beliebigen Zeitpunkt während der Vertragslaufzeit ausgeübt werden (amerikanische Optionen) oder nur am Ende einer Laufzeit (europäische Optionen).824

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