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Über dieses Buch

Dieses Lehrbuch setzt an den Inhalten des Bandes "Einführung in die Medienwirtschaftslehre" von Christoph Zydorek an und erweitert diese entsprechend den Anforderungen von medienbezogenen Masterstudiengängen. Dabei wird ein hochaktuelles und für die Medienwirtschaft hoch bedeutsames Thema fokussiert: der Einsatz von Algorithmen in Verbindung mit großen Datenmengen in alltäglichen medienwirtschaftlichen Zusammenhängen. Es wird analysiert, auf welche Weise Medienunternehmen in jüngster Zeit veränderte technische Rahmenbedingungen für ihre Leistungserstellungs-, Leistungsangebots-, Interaktions- und Distributionskonfigurationen nutzen, um damit den seit jeher gegebenen ökonomischen Herausforderungen zu begegnen, die sie bei der Produktion und Vermarktung medialer Inhalteangebote haben. Nachdem der Algorithmusbegriff und seine medienwirtschaftlichen Zusammenhänge erläutert wurden, diskutiert der Autor konkrete Beispiele, die die aktuellen Veränderungen illustrieren.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Medienwirtschaft und Algorithmen

Frontmatter

Kapitel 1. Ökonomische Zusammenhänge der medienwirtschaftlichen Algorithmisierungsdiskussion

Medien sind heute als industriell produzierte Wirtschaftsgüter den Produktions- und Vermarktungsbedingungen in Medienunternehmen und auf Medienmärkten unterworfen. Als Mittel der Bedürfnisbefriedigung sind sie für ihre Abnehmer Prozessen der Wahl, der Nutzung und deren Rahmenbedingungen unterworfen, die man modellhaft vereinfacht darstellen kann. Medienmanagement nutzt diese Erkenntnisse und kombiniert sie mit Instrumenten und Techniken, die die Managementforschung zur Analyse der Handlungszusammenhänge von Managemententscheidungen und zur Entscheidungsfindung in Unternehmen entwickelt hat. In immer neuen Zusammenhängen, so auch im Kontext der zunehmenden Durchdringung der Medienwirtschaft mit Algorithmen, kann dies zur Analyse und zum Verständnis der Situation genutzt werden.
Christoph Zydorek

Kapitel 2. Algorithmisierung in der Medienbranche

Dieses Kapitel bereitet die nachfolgenden Kapitel über die Veränderungen in den einzelnen Wertschöpfungsstufen der Medieninhalte vor, indem es grundsätzliche Rahmenbedingungen des Einsatzes von Algorithmen in der heutigen Medienwirtschaft vorab klärt: Technologische Neuentwicklungen verändern auch die Produktions- und Rezeptionsbedingungen in der Medienbranche. Durch das Internet verändern sich die Rezeptionsweisen von Inhalten, das anonyme Massenpublikum wird zur Ansammlung individueller und potenziell aktiver User. Dadurch entstehen große Datenmengen sowie die Notwendigkeit, bestimmte Aktionen (z. B. Informationen selektieren, Wissen produzieren, Güter empfehlen, Kommunikation managen) durch festgelegte Handlungsschrittfolgen (Algorithmen) zu automatisieren. Für die Contentanbieter spielen hinsichtlich der Zielstellung ihrer Handlungen eine Anzahl ökonomischer Bezugsprobleme eine wichtige Rolle. Algorithmen werden in allen Stufen der Content-Wertschöpfung eingesetzt, da sie Wettbewerbsvorteile ermöglichen. Ihr Einsatz wirft aber grundsätzliche gesellschaftliche und auch medienökonomische Fragen auf.
Christoph Zydorek

Algorithmen in der Medienwirtschaft

Frontmatter

Kapitel 3. Algorithmische Initiierung, Konzeption und Formatentwicklung von Mediengütern – Demand Driven Content Production

Die Erstellung von Mediencontent ist ein arbeitsintensiver geistiger Prozess, was ihn relativ teuer und ökonomisch risikoreich macht. Die Kundenzufriedenheit eines Massenpublikums mit dem komplexen Produkt Mediencontent kann aber nur relativ schlecht im Vorhinein beurteilt werden. Deshalb ist die Medienwirtschaft seit jeher bemüht, das finanzielle Risiko durch verschiedenste Maßnahmen, unter anderem auch durch eine möglichst frühzeitige und genaue Einschätzung der Erfolgswahrscheinlichkeit des jeweiligen Produkts zu beherrschen. Algorithmische Instrumente der Entscheidungsunterstützung werden zunehmend in der Medienwirtschaft eingesetzt, um die Situation zu verbessern und das Produktionsrisiko zu minimieren: Indem nur Erfolg versprechende Produkte hergestellt werden oder nur diejenigen Produkte, die dem Medienunternehmen einen Return on Investment erbringen. Durch das veränderte Verhältnis einer in den Algorithmen manifestierten „ökonomisch-kalkulatorischen Logik“ gegenüber einer „editoriellen Entscheidungslogik“ verändern sich die Produktionsbedingungen im Web verfügbaren Contents.
Christoph Zydorek

Kapitel 4. Automatisierte Contentproduktion bei Nachrichten – Automated Journalism

Der Einsatz von Algorithmen zur automatisierten Produktion von Nachrichteninhalten ist unter der Bezeichnung Automated Journalism in der Praxis auf dem Vormarsch. Dies ist vor dem Hintergrund eines wesentlichen Bezugsproblems der journalistischen Produktion in der Wertschöpfungsstufe der Content-Generierung, der relativ hohen und unteilbaren Ex-ante-Kosten des Produktionsfaktors journalistische Arbeit aus Sicht von Nachrichtenanbietern ökonomisch rational und ergänzt deswegen andere – klassische und neuere – Anstrengungen der Produktivitätssteigerung. Die verschiedenen praktischen Ansätze der automatischen Textgenerierung lassen sich unter einem allgemeinen Modell zusammenfassen. Auf Basis dieses Modells kann man eine Anzahl charakteristischer Eigenschaften, Bedingungen und Restriktionen solcher Anwendungen beschreiben. So ist es möglich, eine Einschätzung des Ansatzes des Automated Journalism im Hinblick auf die Lösung medienökonomischer Grundprobleme der Produktion von Nachrichtencontent vorzunehmen und es können einige Antworten auf öffentlich diskutierte Grundfragen bezüglich der Durchdringung unserer Medienumwelt mit automatisch generierten Nachrichteninhalten gegeben werden.
Christoph Zydorek

Kapitel 5. Die Erstellung personalisierter Contentprogramme durch Empfehlungssysteme

Die zunehmend genutzten Möglichkeiten des interaktiven Abrufs von Inhalten von Videostreaming-Angeboten wie Netflix verändern für Nutzer und Anbieter die Bedingungen ihrer Kooperation. Anbieter müssen nun in Interaktion mit entscheidungssouveränen Usern ein jeweilig nutzerindividuelles Programm zusammenstellen. Diese anspruchsvolle Programmierungslösung muss einerseits geeignet sein, das mit den neuen Auswahlmöglichkeiten entstandene Optionenproblem der User zu lösen. Andererseits müssen sie den ökonomischen Zielen der Anbieter (Publikumsattraktivität des Programms, Kundenbindung, Wettbewerbsvorteile, Gewinnerzielung) dienen. Empfehlungssysteme leisten dies, indem sie reichhaltige aus der Nutzer-System-Interaktion gewonnene Informationen dabei einsetzen, algorithmisch kalkulierte Aussagen über den angenommenen Nutzen der verschiedenen Optionen in einer für den User einfachen Weise zu generieren. Diese müssen dem Nutzer so präsentiert werden, dass er daraus relativ aufwandsarm das eigene Programm zusammenstellt, das seinen Interessen sowie den Interessen des Inhaltsanbieters möglichst gut entspricht.
Christoph Zydorek

Kapitel 6. Newsbots als Distributionstechnologien für Nachrichteninhalte

Aus einer Vielzahl heute im Netz eingesetzter Bots eignen sich einige besonders für die Distribution von Nachrichten durch Medienunternehmen. Diese Newsbots sind Algorithmen zur automatischen Publikation/Weiterleitung von neuen und relevanten Nachrichteninhalten, die diese über unterschiedliche Distributionspattformen und -methoden (Suchmaschinen, Soziale Netzwerke, Messenger-Plattformen, Apps) dem Rezipienten zuleiten. Der Fokus liegt dabei weltweit gegenwärtig auf den sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Reddit, YouTube, Instagram und Snapchat als Distributionsweg. Eine Verlagerungstendenz in Richtung der Messenger-Plattformen wie WhatsApp und Facebook Messenger sowie auf spezielle Apps wird gegenwärtig erkennbar. Was den Bot-Typ anbetrifft, geht der aktuelle Trend hin zu Conversational Newsbots, die Interaktion mit dem Rezipienten ermöglichen. Es werden verschiedene Conversational Newsbots untersucht und dargelegt, wie sie zur Lösung der ökonomischen Bezugsprobleme der Distributionsphase für Nachrichtencontent beitragen.
Christoph Zydorek

Ergebnisse der Diskussion

Frontmatter

Kapitel 7. Algorithmen als Rationalisierungsinstrument in der Medienwirtschaft

Christoph Zydorek
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