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Über dieses Buch

Im Mittelpunkt dieses Lehrbuches stehen die wissenschaftstheoretischen Grundlagen und die Schlussweisen bei der Anwendung empirischer Methoden für Entwurf und Prüfung betriebswirtschaftlicher Theorien. Die Autoren stellen diese Grundlagen klar und verständlich dar. Das soll dabei helfen, mit empirisch ausgerichteten wissenschaftlichen Arbeiten, Beiträge zur (Weiter-) Entwicklung von Theorien zu leisten und deren Bewährung einzuschätzen. Hinsichtlich methodologischer Gesichtspunkte stehen deren Grundideen im Zentrum, nicht die technischen Einzelheiten.

Zielgruppe sind fortgeschrittene Studierende in betriebswirtschaftlichen Masterprogrammen sowie Doktorand*innen, die am Beginn eines empirisch ausgerichteten Dissertationsprojekts stehen.

Für die 2. Auflage wurden alle Kapitel überarbeitet, aktualisiert und an zahlreichen Stellen ergänzt. Die deutlichste Veränderung besteht darin, dass mit der Betrachtung des gesamten Prozesses der Theorie-Entwicklung (mit Tests, Modifikationen, Überlegungen zur Generalisierbarkeit etc.) die Darstellung integriert und die Perspektive wesentlich ausgeweitet wurde.

Der Inhalt

Empirische Forschung und BetriebswirtschaftslehreWesen und Relevanz von TheorienDie wissenschaftstheoretische Grundlage: Wissenschaftlicher RealismusWege zum Theorie-EntwurfAnsätze zur Prüfung von TheorienGewinnung von Daten zum Theorietest: Operationalisierung, Messung und DatensammlungHypothesen und Modelle beim Theorietest Test von KausalbeziehungenEmpirische Forschung und Theorie-EntwicklungForschungsethik und Forschungspraxis

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einführung

Zusammenfassung
Im vorliegenden Kapitel soll zunächst – eher allgemein – eine kurze Kennzeichnung von Wissenschaft vorgenommen werden. Diese Kennzeichnung wird anschließend durch Überlegungen zur Abgrenzung von Wissenschaft und „Nicht-Wissenschaft“ weiter verdeutlicht. Damit werden schon einige Maßstäbe für die Anwendung empirischer Forschungsmethoden bei wissenschaftlichen Fragestellungen umrissen. Eine etwas differenziertere Darstellung von Aspekten des wissenschaftlichen Erkenntnisprozesses (mit besonderer Beachtung empirischer Forschung) folgt dann im Abschn. 1.2. Im anschließenden Abschn. 1.3 wird ein kurzer Blick auf die Entwicklung empirischer Forschung in der Betriebswirtschaftslehre geworfen. Am Ende des Kapitels steht im Abschn. 1.4 eine knappe Übersicht zu den weiteren Inhalten des vorliegenden Buchs. Dabei werden auch Konzeption und Vorgehensweise dieses Lehrbuchs erläutert.
Martin Eisend, Alfred Kuß

Kapitel 2. Wesen und Relevanz von Theorien

Zusammenfassung
Wissenschaftliche Erkenntnisse werden hauptsächlich in Theorien systematisiert und zusammengefasst. Theorien sind somit die Basis für unzählige praktische Anwendungen und dienen der Bewahrung und Kommunikation von Wissen sowie der Entwicklung von Verständnis. Vor diesem Hintergrund ist ihre zentrale Bedeutung für alle wissenschaftlichen Disziplinen zu verstehen. Im ersten Abschnitt wird gekennzeichnet, was man unter einer Theorie versteht. Diese Kennzeichnung wird dann durch das Beispiel des in der Konsument*innen- und Kommunikationsforschung sehr bekannten Elaboration-Likelihood-Modells illustriert. Typischerweise dienen Theorien dazu, bestimmte Aspekte bzw. Ausschnitte der Realität zu verstehen. Deswegen wird anschließend (Abschn. 2.2) die Beziehung von Theorie und Realität erörtert. Wesentliche Anwendungen von Theorien (→ „Relevanz von Theorien“) beziehen sich auf Erklärungen realer Phänomene und die Feststellung entsprechender Gesetzmäßigkeiten (siehe Abschn. 2.3), die Prognose realer Ereignisse und Entwicklungen und die Nutzung solcher Erkenntnisse für (praktische) Anwendungen in der Realität („Gestaltung“), z. B. bei der Entwicklung von Strategien und bei Entscheidungen (siehe Abschn. 2.4). Am Ende dieses Kapitels (Abschn. 2.5) werden noch einige typische wissenschaftliche Schlussweisen (Induktion, Deduktion und Abduktion) dargestellt. Bei all diesen Überlegungen sind Theorien, wie sie in unterschiedlichen Bereichen der Betriebswirtschaftslehre verwendet werden, im Fokus.
Martin Eisend, Alfred Kuß

Kapitel 3. Die wissenschaftstheoretische Grundlage: Wissenschaftlicher Realismus

Zusammenfassung
Einschätzungen von Forschungsmethoden und Empfehlungen für wissenschaftliche Arbeit sind entscheidend abhängig von Annahmen über Möglichkeiten und Grenzen wissenschaftlicher Erkenntnis sowie von Zielen und Bedingungen wissenschaftlicher Forschung. Im Lauf der Wissenschaftsgeschichte und auch der Entwicklung der Betriebswirtschaftslehre gab und gibt es dazu unterschiedlichste wissenschaftstheoretische Positionen, die natürlich hier nicht alle vorgestellt und diskutiert werden sollen und können. Die Autoren haben diesem Buch die Sichtweise des wissenschaftlichen Realismus zugrunde gelegt. In dieser Position sind wesentliche Erfahrungen aus der Wissenschaftsgeschichte berücksichtigt, sie entspricht gut aktueller Forschungspraxis und ist die heute wohl dominierende Position. Einige Bezüge zu früher in der Betriebswirtschaftslehre stärker beachteten Ansätzen (kritischer Rationalismus, Relativismus) werden hergestellt, auch um die spezifischen Merkmale des wissenschaftlichen Realismus zu verdeutlichen. Natürlich gehört dazu auch die kritische Reflexion einiger Aspekte (Unterbestimmtheit von Theorien, pessimistische Induktion, Kontext und Erkenntnis) im dritten Teil (Abschn. 3.3) dieses Kapitels. Diesen Überlegungen vorangestellt ist eine kurze Darstellung der Relevanz wissenschaftstheoretischer Überlegungen (Abschn. 3.1); am Ende (Abschn. 3.4) steht ein Fazit, in dem wesentliche Argumente – pro und contra – zur Ausrichtung auf den wissenschaftlichen Realismus zusammengefasst werden.
Martin Eisend, Alfred Kuß

Kapitel 4. Theorie-Entwurf

Zusammenfassung
Über lange Zeit hat man den Prozess des Theorie-Entwurfs aus dem Bereich wissenschaftstheoretischer Überlegungen weitgehend ausgeklammert, weil man davon ausging, dass es hier in erster Linie um kreative bzw. psychologische Prozesse gehe (siehe Abschn. 4.2), die für eine systematische Analyse zu schlecht zugänglich seien. Nun ist dieses Gebiet immer noch deutlich weniger entwickelt als andere Teile der Erkenntnistheorie. Gleichwohl sollen im vorliegenden Kapitel im Abschn. 4.3 drei verbreitete Wege des Theorie-Entwurfs vorgestellt werden. Zunächst aber zu Konzepten mit entsprechenden Definitionen, die Bausteine jeder Theorie sind und im Abschn. 4.1 erläutert werden.
Martin Eisend, Alfred Kuß

Kapitel 5. Ansätze zur Prüfung von Theorien

Zusammenfassung
Im vorliegenden Kapitel geht es um Möglichkeiten, Theorien zu beurteilen und diese (zumindest vorläufig) zu akzeptieren oder abzulehnen. Dafür werden unterschiedlichse Kriterien herangezogen, die im Abschn. 5.1 kurz vorgestellt werden. Im Mittelpunkt dieses Buches stehen natürlich Aspekte der empirischen Bewährung einer Theorie. Der „klassische“ Weg der Bildung und empirischen Prüfung von theoriebasierten Hypothesen („hypothetisch-deduktive Methode“) wird im Abschn. 5.2 dargestellt. Verschiedene Aspekte der Theorieprüfung werden im 9. Kap. noch einmal aufgegriffen und vertieft.
Martin Eisend, Alfred Kuß

Kapitel 6. Gewinnung von Daten zum Theorietest: Operationalisierung, Messung und Datensammlung

Zusammenfassung
Zum Testen von Theorien bedarf es geeigneter Methoden. Dabei müssen zunächst die Konzepte einer Theorie messbar gemacht werden, d. h. sie müssen operationalisiert werden (→ Operationalisierung), bevor man entsprechende Teile der Realität messen kann (→ Messung). Nur wenn die Übersetzung der Theorie in messbare Variablen gelingt, sind Untersuchungsergebnisse aussagekräftig. Als Kriterien zur Überprüfung der Qualität der Messinstrumente in der empirischen Forschung bedient man sich der Validität und der Reliabilität. Die Überprüfung dieser Kriterien erfolgt mit einer Reihe von etablierten Verfahren. Wichtig für die Anwendung von Messinstrumenten ist auch deren Generalisierbarkeit und Übertragbarkeit auf verschiedene Kontexte, Objekte, etc. Mit geeigneten Messinstrumenten können Daten für das Testen von Theorien gesammelt werden. Schließlich spielt für die Qualität der Daten und damit für das Testen von Theorien auch die Stichprobenziehung eine wichtige Rolle (→ Datensammlung).
Martin Eisend, Alfred Kuß

Kapitel 7. Hypothesen und Modelle beim Theorietest

Zusammenfassung
Anhand von Hypothesen lassen sich Theorien empirisch prüfen. Nachstehend werden das Wesen von Hypothesen und die Vorgehensweise bei der Überprüfung von Hypothesen, den empirischen Tests, dargestellt. Dabei wird insbesondere auch auf die Probleme der Signifikanztests von Null-Hypothesen und der in der Wissenschaft immer wichtiger werdende Beziehung zwischen Signifikanztests und Effektstärken (oder etwas allgemeiner: zwischen statistischer und substantieller Signifikanz) eingegangen sowie auf die Problematik der Post-hoc-Hypothesentests. Mit der Modellierung, die empirisch beispielsweise mit Regressionsanalysen arbeitet, aber auch mit Strukturgleichungsmodellen, können mehrere Hypothesen gleichzeitig getestet werden.
Martin Eisend, Alfred Kuß

Kapitel 8. Test von Kausalbeziehungen

Zusammenfassung
Die Untersuchung von Kausalbeziehungen ist ein zentrales Anliegen der Wissenschaft. Für das Vorliegen von Kausalität ist eine Reihe von typischen Merkmalen und Bedingungen erforderlich. Man unterscheidet unterschiedliche Arten von Kausalbeziehungen, insbesondere direkte, indirekte und moderierte Kausalbeziehungen. Die Untersuchung von Kausalbeziehungen erfolgt typischerweise im Rahmen von Experimenten. Mit experimentellen Designs ist es möglich, die Bedingungen für das Vorliegen von Kausalität zu erfüllen. Als Gütekriterien für die Bewertung experimenteller Designs gelten die interne Validität und externe Validität. In bestimmten Situationen, in denen man wesentliche Prinzipien experimenteller Untersuchungen anwendet, ohne allen entsprechenden Anforderungen gerecht werden zu können, spricht man von Quasi-Experimenten. Ein weiteres Verfahren zu Untersuchung komplexer Kausalitäten ist die Qualitative Comparative Analysis.
Martin Eisend, Alfred Kuß

Kapitel 9. Empirische Forschung und Theorie-Entwicklung

Zusammenfassung
Theorie-Entwicklung, die sich nur an den Ergebnissen einzelner Studien, orientiert, ist problembehaftet. Die Entwicklung von Theorien als umfassenden Prozess zu verstehen, wird der Idee des wissenschaftlichen Realismus am ehesten gerecht und adressiert zentrale Kritikpunkte an einer an Einzelergebnissen ausgerichteten Forschungspraxis. Spezifische Methoden im Rahmen der als Prozess verstandenen Theorie-Entwicklung sind Replikationsstudien und Metaanalysen. Typische Schritte und Dimensionen des Prozesses der Theorie-Entwicklung sind die Bestätigung bzw. Bezweiflung einer Theorie, deren Generalisierbarkeit deren Modifikation oder die Steigerung ihres Informationsgehalts.
Martin Eisend, Alfred Kuß

Kapitel 10. Forschungsethik und Forschungspraxis

Zusammenfassung
Von Zeit zu Zeit erregen Wissenschafts-Skandale, die durch unethisches Verhalten von Wissenschaftler*innen– z. B. Plagiate bei Promotionen oder Fälschung von Daten – verursacht sind, erhebliches Aufsehen auch in der breiteren Öffentlichkeit. Damit verbunden ist oft eine Beeinträchtigung des Vertrauens gegenüber der Wissenschaft. Für die verantwortlichen Wissenschaftler*innen ergeben sich typischerweise harte Konsequenzen, z. B. die Aberkennung akademischer Titel oder die Beendigung der beruflichen Karriere.
Martin Eisend, Alfred Kuß

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