Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Die stetig zunehmende Komplexität und Dynamik des finanzwirtschaftlichen Risikomanagements erfordern die Entwicklung konsistenter übergeordneter Bilanzierungsgrundsätze für Sicherungsbeziehungen. Zu diesem Zweck unterzieht Matthias Backes die Rechnungslegungsvorschriften zum Hedge Accounting nach IFRS und HGB einer normativen Analyse und identifiziert dabei Leitprinzipien für die Abbildung von Sicherungsstrategien. Im Rahmen einer rechtsvergleichenden Fallstudie werden die Anwendung und Implikationen dieser Grundsätze durch die systematische Ableitung zahlreicher Einzelproblemlösungen veranschaulicht.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Problemstellung

Zusammenfassung
Da die Abbildung von finanzwirtschaftlichen Sicherungsbeziehungen zwischen Grundgeschäften und Sicherungsinstrumenten eine kompensatorische Bewertung von Positionen erfordert, die außerhalb dieses wirtschaftlichen Zusammenhangs als Einzelheit zu betrachten wären, wirft die Sicherungsbilanzierung in der Rechnungslegung grundsätzliche konzeptionelle Fragestellungen auf. Denn die Neutralisation unrealisierter Wertänderungen steht „im besonderen Spannungsverhältnis zwischen der Gewährleistung ökonomischer Entscheidungserheblichkeit und der Anfälligkeit gegenüber Manipulationen.“ Mit anderen Worten wird die Sicherungsbilanzierung in besonderem Maße durch die Wechselbeziehungen zwischen wirtschaftlicher Betrachtungsweise und Objektivierung geprägt. Es ist daher von zentraler Bedeutung, inwiefern diese beiden fundamentalen Rechnungslegungsgrundsätze miteinander vereinbar sind.
Matthias Backes

Grundsatz der Abbildung der ökonomischen Substanz in der Rechnungslegung

Zusammenfassung
Der Grundsatz der Abbildung der ökonomischen Substanz eines Ereignisses oder einer Transaktion ist sowohl in den IFRS als auch im deutschen Handelsbilanzrecht verankert. So erfordert die tatsachengetreue Darstellung (Faithful Representation) als qualitatives Merkmal entscheidungsnützlicher Informationen eine Priorisierung der Substanz gegenüber der rechtlichen Form und etabliert damit den sog. Substance-over-Form-Grundsatz explizit im Rahmenkonzept (RK) der IFRS. Im Rahmen der handelsrechtlichen GoB ist eine als Ausdruck der teleologischen Auslegung des Gesetzes verstandene wirtschaftliche Betrachtungsweise ohnehin „konstitutiv für das gesamte Bilanzrecht“.
Matthias Backes

Konflikte der Interpretation der ökonomischen Substanz in der Rechnungslegung

Zusammenfassung
Die Diskussion des Verhältnisses von Substanz und Form ist nicht auf den Bereich der Bilanzierung beschränkt, sondern hat ihren Ursprung vielmehr in der Philosophie. In einem ontologischen Denkmuster ist die Existenz eines Objekts losgelöst von dessen Wahrnehmung. Dies impliziert das Vorhandensein einer zugrundeliegenden Wirklichkeit, mithin der wahren Substanz eines Objekts, die unabhängig ist von Umständen jeglicher Art, insbesondere von der Perspektive des Betrachters. Das zentrale Problem besteht jedoch in der Bestimmung der unabhängigen Substanz eines Objekts.
Matthias Backes

Möglichkeiten der bilanziellen Abbildung der ökonomischen Substanz als Ausfluss einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise unter Berücksichtigung des Objektivierungserfordernisses

Zusammenfassung
Objektivierung, allgemein als die „Eliminierung subjektiver Elemente“ zu verstehen, ist unabhängig von der konkreten Begriffsabgrenzung in der Rechnungslegung von fundamentaler Bedeutung. Damit steht sie grundsätzlich im Spannungsverhältnis zu jeglichen zukunftsbezogenen Elementen der Bilanzierung, die aufgrund der Notwendigkeit subjektiver Einschätzungen zwangsläufig zu einer Entobjektivierung der Bilanzierung führen. Durch den Ausschluss von Verzerrungen aufgrund der willkürlichen oder manipulativen Ausübung des subjektiven Ermessens dient sie der Glaubwürdigkeit, der Rechtsklarheit und Rechtssicherheit sowie – vor dem Hintergrund der damit einhergehenden Komplexitätsreduktion – auch der Verständlichkeit der Bilanzierung.
Matthias Backes

Finanzwirtschaftliches Risikomanagement als Grundlage der Bestimmung der ökonomischen Substanz

Zusammenfassung
Der betriebswirtschaftliche Risikobegriff lässt sich grundsätzlich ursachenbezogen oder wirkungsbezogen definieren.
Matthias Backes

Bilanzielle Abbildung der ökonomischen Substanz: Hedge Accounting nach IFRS

Zusammenfassung
Primärzweck der Rechnungslegung nach IFRS ist laut Rahmenkonzept (RK) die Vermittlung entscheidungsnützlicher Informationen für die Abschlussadressaten. Angesichts divergierender Informationsbedürfnisse bedarf es dabei einer Konkretisierung des Adressatenkreises. Das IASB definiert bestehende sowie potenzielle Eigenkapitalinvestoren und Fremdkapitalgeber als sog. Primäradressaten, die Rechnungslegungsinformationen zur Investitionsentscheidung benötigen. Die Informationsansprüche der Primäradressaten werden dabei gleich gewichtet und gegenüber anderen denkbaren Adressaten, wie z.B. dem Fiskus oder der allgemeinen Öffentlichkeit priorisiert.
Matthias Backes

Bilanzielle Abbildung der ökonomischen Substanz: Bewertungseinheiten nach handelsrechtlichen GoB

Zusammenfassung
Der handelsrechtliche Jahresabschluss ist nach den GoB aufzustellen (§ 243 Abs. 1 HGB) und dient der Konkretisierung von Informations- und Gewinnansprüchen zur Wahrung der gesellschafts- und öffentlich-rechtlichen Schutzzwecke. Gewinnansprüche können in Form von Gewinnzuweisungs- und Gewinnausschüttungsansprüchen auf gesetzlicher oder vertraglicher Basis entstehen. Dabei sind einerseits die Gewinnberechtigten vor Gewinnverkürzungen zu schützen. Andererseits bedarf es aus Sicht der Gesellschaft und insbesondere der Gläubiger auch eines Schutzes vor substanzgefährdenden überhöhten Ausschüttungen.
Matthias Backes

Backmatter

Weitere Informationen

Premium Partner

    Bildnachweise