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Über dieses Buch

Die internationale Versicherungsbilanzierung befindet sich seit vielen Jahren in einem tiefgreifenden Wandel. Die Schwierigkeiten des Entwicklungsprozesses eines umfassenden Standards zur Bilanzierung von versicherungstechnischen Verpflichtungen beruhen nicht zuletzt auf einer diskussionswürdigen konzeptionellen Ausrichtung der IFRS. Nicholas Zeitler leitet in diesem Buch unter Beachtung des IFRS-Rahmenkonzepts und den bereits in zahlreichen Standards verwendeten Ergebnisbestandteilen des sonstigen Ergebnisses (OCI) eine bilanztheoretische Ausrichtung der IFRS ab, die als prognostische Statik bezeichnet werden kann. Eine kritische Würdigung des zur Bilanzierung von Versicherungsverträgen relevanten IFRS 17 bildet die Grundlage für einen aus den Grundsätzen der prognostischen Statik abgeleiteten alternativen Ansatz zur Bilanzierung versicherungstechnischer Verpflichtungen, der sowohl den statischen Grundanforderungen der IFRS entspricht als auch den Ausweis einer prognosefähigen und dadurch entscheidungsrelevanten Gewinngröße sicherstellt.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Problemstellung

Zusammenfassung
Die von Hommel in abweichendem bilanzrechtlichen Zusammenhang monierten „reißende[n] Flüsse intellektuellen Angstschweißes“ sind gewiss auch bei der überwiegenden Mehrheit der Bilanzersteller und -leser im Bereich der Versicherungswirtschaft zu diagnostizieren. Dabei begründen sich die Symptome neben reinen bilanzrechtlichen Fragestellungen auch in einem fortschreitenden Wertewandel der Gesellschaft und der Entstehung neuartiger Risikokonstellationen, die besonders im Bereich der Versicherungswirtschaft unternehmerische Antworten auf dynamische Fragestellungen erfordern. So rücken vor allem Risiken aus den Bereichen Umwelt, Technologie und Geopolitik in den Fokus der Öffentlichkeit, was einen zunehmenden Bedarf nach finanzieller Absicherung in dieser Hinsicht nach sich zieht und die Entwicklung neuer Versicherungsprodukte erfordert.
Nicholas Zeitler

Kapitel 2. Charakteristika des Versicherungsgeschäfts

Zusammenfassung
Eine allgemeingültige Definition des Versicherungsgeschäfts gestaltet sich schwierig und ist in der Regel in Abhängigkeit des Untersuchungsbereichs zu formulieren. Im Zeitverlauf haben sich verschiedene Erklärungsansätze zur Beschreibung des Versicherungsprodukts und der Versicherungsleistung herausgebildet. Den Ausgangspunkt bildet dabei historisch die Gefahrengemeinschaft, die eine Umverteilung erhaltener Prämien an Geschädigte des Versichertenkollektivs vorsieht.
Nicholas Zeitler

Kapitel 3. Der Sinn und Zweck der IFRS

Zusammenfassung
Das durch das privatrechtlich organisierte IASB begründete Normsystem der IFRS besteht aus dem Rahmenkonzept (framework), den Standards (IAS/IFRS) sowie den darauf aufbauenden Interpretationen (IFRIC). Das Rahmenkonzept bildet dabei ein theoretisches Grundgerüst, das vor allem für die Entwicklung neuer und die Weiterentwicklung bereits bestehender Standards von Bedeutung ist, aber keine konkreten bilanziellen Sachverhalte regelt. Vielmehr sieht das IASB das Rahmenkonzept als Deduktionsbasis oder Orientierungshilfe an.
Nicholas Zeitler

Kapitel 4. Die Behandlung versicherungstechnischer Rückstellungen nach IFRS 17

Zusammenfassung
Mit dem Ziel der Harmonisierung internationaler Versicherungsbilanzierung im Jahre 1997 gestartet, kam das Versicherungsprojekt des IASC/IASB mit der Veröffentlichung des IFRS 17 im Jahre 2017 nach rund 20 Jahren und vielen Kontroversen zu einem vorläufigen Abschluss. Eine Anwendung der entsprechenden Regelungen ist vorbehaltlich einer Indossierung innerhalb der EU erst für Geschäftsjahre, die nach dem 01.01.2023 beginnen, vorgesehen. Ungeachtet des noch ausstehenden Lackmustests in der Praxis laufen die Vorbereitungen in den betroffenen Versicherungsunternehmen bereits seit Jahren auf Hochtouren, um die Anforderungen der erstmaligen Anwendung frühzeitig zu erfüllen und einen Übergang von IFRS 4 ohne größere Reibungsverluste systemseitig sicherzustellen.
Nicholas Zeitler

Kapitel 5. Zinskomponente und Illiquiditätsberücksichtigung im Rahmen der bilanziellen Bewertung von Versicherungsverträgen

Zusammenfassung
Auch wenn der Wortlaut des IFRS 17.36 dem Zins als Komponente des Bausteinansatzes lediglich eine Funktion als Zeitwert des Geldes zuspricht, drängt sich die Frage auf, inwiefern diese Interpretation vor dem Hintergrund des Versicherungsgeschäfts Gültigkeit beanspruchen kann oder ob eine hiervon abweichende Beurteilung dieser Bewertungskomponente angemessener erscheint. So ist häufig zu beobachten, dass die den Zinseffekt außer Acht lassenden Erträge eines Versicherungsunternehmens – wenn überhaupt – nur eine unterdurchschnittliche Profitabilität widerspiegeln und ein Großteil der Gewinne aus den Erträgen von Kapitalanlagen resultiert.
Nicholas Zeitler

Kapitel 6. Die Bilanzierung von Abschlusskosten vor dem Hintergrund der Neuregelung des ED/2019/4

Zusammenfassung
Da es sich bei der Versicherung „um ein erklärungsbedürftiges, schwer verkäufliches Gut“ handelt, entstehen regelmäßig Vermarktungskosten. Deshalb stellt die Behandlung anfänglicher Abschlusskosten ein weiteres zentrales Thema bei der Bestimmung der mit einem Versicherungsvertrag assoziierten Zahlungsströme dar. Diese Ausgaben erreichen aufgrund der vorvertraglich notwendigen Prüfungen sowie der Einschaltung von Versicherungsmaklern häufig eine substanzielle Höhe, weshalb sich regelmäßig die Frage einer angemessenen bilanziellen Berücksichtigung stellt.
Nicholas Zeitler

Kapitel 7. Thesenförmige Zusammenfassung

Zusammenfassung
Das im Rahmenkonzept der IFRS verankerte Kriterium der Entscheidungsnützlichkeit ist auslegungsoffen und bedarf einer bilanztheoretischen Konkretisierung. Die herrschende Literaturmeinung attestiert den IFRS dabei eine zunehmende zeitwertstatische Ausrichtung, die dem Vermögensausweis Vorrang gegenüber der Gewinnermittlung einräumt. Gleichwohl erfordert eine adressatenorientierte Betrachtung der kapitalmarktorientierten Rechnungslegung den zutreffenden Ausweis einer auf die unternehmerische Leistungserbringung fokussierten Gewinngröße.
Nicholas Zeitler

Backmatter

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