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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Was machen eigentlich Gruppendynamiker und Gruppendynamikerinnen, wenn sie das machen, was sie machen? Und wie verstehen sie das, was sie machen? Was sehen Gruppendynamikerinnen1, wenn sie sich mit einer Gruppe beschäftigen? Auf was achten sie besonders und von welchen Hintergrundannahmen lassen sie sich dabei leiten? Was meinen sie eigentlich damit, wenn sie von Gruppenprozess reden? Wie versuchen sie das, was sie sehen, sich und anderen verständlich zu machen?
Oliver König

2. Das gruppendynamische Arbeitsmodell

Zusammenfassung
Die Ausführungen zum gruppendynamischen Arbeitsmodell in diesem Kapitel beschreiben einerseits die Vorannahmen, mit denen wir in die Untersuchung der Gruppenprozesse eingestiegen sind, und andererseits sind sie ein Teil der Ergebnisse dieser Untersuchungen. Die Verschränkung von Ausgangspunkt und Ziel ergibt sich aus dem zugrundeliegenden empirischen Vorgehen: Um Gruppenprozesse anhand der Interviewtexte untersuchen und um überhaupt Fragen an die Gruppen stellen zu können, benötigten wir Ausgangsannahmen, an denen wir uns innerhalb der unendlich vielen Frage- und Interpretationsmöglichkeiten orientieren, und die unsere Aufmerksamkeit auf Phänomene ausrichten konnten, die sich aus der gruppendynamischen Praxis und Theorie ableiten.
Andreas Amann, Karl Schattenhofer

3. „Ja, es ist Trainingsgruppe“ — Sequenzanalyse des Beginns einer Trainingsgruppe der Gruppe „Alf“

Zusammenfassung
Die hier analysierte Trainingsgruppe ist eine der beiden T-Gruppen, die im ersten Kursabschnitt der Gruppe Alf stattfanden und über fünf Sitzungen gingen.1 Die Analyse ist die gekürzte Fassung einer Sequenz- und Segmentanalyse aller fünf T-Gruppensitzungen. Textgrundlage ist das lückenlose Verba-timprotokoll dieser Sitzungen, das mit dem Verfahren der objektiven Hermeneutik analysiert wurde. An einigen Stellen bezieht sich die Analyse auf das in Kapitel 2.1 dargestellte Hintergrundmodell des gruppendynamischen Raumes, ohne dies weiter ausführen zu können.
Andreas Amann

4. Ansprüchliche Autonomie — die Gruppe „Alf“

oder wie eine Gruppe die Balance sucht zwischen Leistungsansprüchen und ihrem Streben nach Autonomie
Zusammenfassung
Nähert sich die vorausgegangene Sequenzanalyse einem kleinen Ausschnitt des Gesamtmaterials in mikroanalytischer Weise, so gilt es in diesem Kapitel, die Materialfulle, die ein anderthalbjähriger Kurs produziert, auf das Wesentliche zu beschränken, ohne sie zu verzerren. Ich werde deshalb die Hypothesen, die Andreas Amann zum weiteren Verlauf postuliert, als Leitlinie nehmen und das Material danach organisieren.
Klaus Antons

5. Individualität und Zugehörigkeit — die Gruppe „Kurt“

oder wie die Mitglieder einer Gruppe die Balance suchen zwischen der Zugehörigkeit zu einem kollektiven Wir und der Individualität jedes einzelnen
Zusammenfassung
Soziale Akteure, so auch die Teilnehmerinnen einer Gruppe, brauchen bzw. schaffen sich fur die Konstruktion ihrer Welt, für ihre Wahrnehmung und die Bewertung dieser Wahrnehmung, ein System von Differenzen. Dieser in unterschiedlichen Denktraditionen formulierte Gedanke (z.B. bei Bateson 1983, Bourdieu 1982) ist der Ausgangspunkt meiner Analyse. Sie zielt darauf, die Unterscheidungen bzw. Leitdifferenzen herauszuarbeiten, die die Teilnehmerinnen der untersuchten Gruppe für die Beschreibung des gemeinsam erlebten Gruppengeschehens benutzen. Über diese Leitdifferenzen konstituiert sich sowohl die personale Identität der Gruppenakteure wie auch das soziale Phänomen Gruppe selber.
Oliver König

6. Grunddilemmata der Gruppendynamik am Beispiel der Forschungsgruppe und ihrer Untersuchungsmethoden

Zusammenfassung
Gruppendynamik ist selbst eine Methode, mit der Gruppen im laufenden Prozeß untersucht und reflektiert werden. Somit ist die Wahl der Methode, wie eine Gruppe, die sich selber untersucht, von Forscherinnen (noch einmal) untersucht wird, eine komplexe Frage. Schnell hat man es mit einer sehr verschachtelten Angelegenheit zu tun, und es besteht die akute Gefahr, in den verschiedenen Untersuchungsebenen und Bezugsmöglichkeiten zwischen forschenden und erforschten Gruppen zu versinken. Davon waren wir auch in unserem Projekt bedroht. Nachdem wir feststellen mußten, daß unser ursprüngliches Forschungsdesign, das wir aus einer Untersuchung selbstorganisierter Gruppen (Schattenhofer 1992) übernehmen wollten, nicht praktikabel war, wurden wir erst der Parallelität zwischen der Forschungssituation und der Trainingssituation richtig gewahr. Hier sollen die Widersprüchlichkeiten und Verwicklungsmöglichkeiten dargestellt werden, die sowohl in gruppendynamischen Trainingsgruppen als auch bei der Erforschung von Gruppen auftreten und die in spezifischer Weise gestaltet werden müssen. Beide „Forschungssettings“ weisen viele Ähnlichkeiten, aber auch signifikante Unterschiede im Umgang mit diesen Dilemmata auf. Mit dem Vergleich soll das Typische der gruppendynamischen Forschungssituation deutlich gemacht werden.
Karl Schattenhofer

7. Ergebnisse und Perspektiven

Zusammenfassung
Der Titel dieses Abschnittes ist die leichte Veränderung einer dichterischen Metapher. Wir verdanken sie Theo Gehm, der uns auf einen Roman von Milan Kundera mit dem Titel „Die Unsterblichkeit“ (1992) verwiesen hat. Die Metapher, die im Original „Die unsterbliche Geste“ heißt, hat uns durch das Forschungsprojekt begleitet. — Kunderas Roman ist um eine zentrale Romanfigur namens Agnes aufgebaut. Er konstruiert die Erzählung so, daß der Leser manchmal nicht weiß, was nun Erzählung ist und was die erzählte Lebensrealität des Schriftstellers, in die seine Romanfiguren hineinragen. Am Beginn beschreibt er, wie er Agnes gefunden bzw. erfunden hat: In einem Fitnessclub, wo er eine ältere Frau mit einem jungen Schwimmlehrer im Bade sieht.
Klaus Antons, Gisela Clausen, Oliver König, Karl Schattenhofer

8. Anhang

Zusammenfassung
Der hier beschriebene Kurs war der sechste Durchgang der Gruppenleiterfortbildung der SAAP, im weiteren Verlauf abgekürzt als Gruppe Alf; sein voller Titel lautet: „Gruppendynamische Fortbildung in der Leitung von Gruppen — im Bereich Erwachsenenbildung, Führung, Beratung, Therapie. Integriertes Curriculum 1996–1998“. Die Gruppenleiterkurse werden in einem Zweijahresturnus kontinuierlich seit 1986 durchgeführt. Der Beginn ist im Herbst des ersten, das Ende im Frühjahr des übernächsten Jahres. Veranstaltende Institution ist die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Angewandte Psychologie, die meistens nur unter dem Kürzel SAAP erscheint. Sie wurde 1985 ins Leben gerufen als schweizerische Korrespondenzinstitution des Zentrums für angewandte Psychologie (ZAP) in Nürnberg; die ersten Kurse fanden in gemeinsamer Trägerschaft statt.
Klaus Antons, Andreas Amann, Gisela Clausen, Oliver König, Karl Schattenhofer

Backmatter

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