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Über dieses Buch

Janika Grunau widmet sich in ihrer qualitativen Untersuchung den ‚feinen Unterschieden’ zwischen Studierenden akademischer und nicht-akademischer Herkunft und entwickelt eine aussagekräftige und konsistente Typologie. Anhand der dokumentarischen Methode rekonstruiert die Autorin vier Studierendentypen und diskutiert die Ergebnisse unter Bezugnahme auf habitus- und milieutheoretische Ansätze sowie hinsichtlich ihrer Relevanz für die hochschulische und hochschulpädagogische Praxis. Der Fokus richtet sich auf Studierende, die keine ‚akademische Normalbiografie’ aufweisen, sondern zuvor eine Berufsausbildung absolviert haben. Auf innovative Weise gelingt die Verknüpfung ungleichheitstheoretischer Perspektiven und (berufs-)pädagogischer Reflexionen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Chapter 1. Einleitung

Angesichts der Tatsache, dass in nur etwa der Hälfte aller Länder weltweit die gesamte Bevölkerung einen Zugang zu elementarer Bildung hat und bei der Alphabetisierung Erwachsener lediglich geringe Fortschritte zu verzeichnen sind (vgl. UNESCO 2015), erscheint eine Auseinandersetzung mit der Frage nach ungleichen Bildungschancen im deutschen Hochschulsystem aus einer globalen Sichtweise von relativ marginaler Bedeutung. Im Gegensatz zu der Situation in vielen Entwicklungsländern wird in den westlichen Wohlstandsgesellschaften durch die grundlegende Funktionsfähigkeit der nationalen Bildungssysteme gewährleistet, dass allen Menschen der Zugang zu Bildung prinzipiell offensteht. In der tatsächlichen Nutzung der vorhandenen Ressourcen und Bildungsangebote von unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen spiegelt sich jedoch wider, inwiefern in einer Gesellschaft das Prinzip der Chancengleichheit realisiert wurde.
Janika Grunau

Chapter 2. Stand der Forschung: Bildungsbeteiligung und soziale Herkunft im Hochschulstudium

Die vorliegende Untersuchung ist aufgrund des genuinen Erkenntnisinteresses an Bildungsorientierungen von Studierenden akademischer und nicht-akademischer Herkunft an der Schnittstelle von erziehungswissenschaftlicher und bildungssoziologischer Forschung angesiedelt (→ 1.3). Dies spiegelt sich auch in der Forschungslage wider: So lassen sich einerseits diverse Studien und Diskussionsbeiträge verzeichnen, die das Thema aus bildungssoziologischer Perspektive betrachten. Sie widmen sich entweder der Bestandsaufnahme der gesamtgesellschaftlichen Situation und der Erklärung entsprechender Zusammenhänge oder nehmen eine stärker mikrosoziologische Perspektive ein.
Janika Grunau

Chapter 3. Theoretisch-konzeptionelle Bezüge: Habitus, Milieu, Biographie und Bildung

Angesichts einer Vielzahl von möglichen theoretischen Bezügen ist es notwendig, sich auf einen Ansatz zu beziehen, anhand dessen der Forschungsgegenstand angemessen untersucht werden kann. In Frage kommen hierbei zum Beispiel theoretische Auseinandersetzungen mit den Grundbegriffen und mit den Konzepten der sozialen Ungleichheit und Benachteiligung, der Biographie, des sozialen Milieus oder des Habitus. Nach sorgfältiger Abwägung erscheint ein habitustheoretischer Zugang als ein tragfähiges Modell, um Erkenntnisse zu Handlungspraktiken, zum impliziten Wissen und zu habituellen Orientierungsmustern im Hinblick auf Bildung und Lernen zu erhalten.
Janika Grunau

Chapter 4. Zwischenbilanz und Gegenstandskonzeption

Das folgende Kapitel beinhaltet eine zusammenfassende Darstellung der heuristischen Vorannahmen, die im Rahmen des Forschungsstands und der theoretischkonzeptionellen Bezugspunkte aufgearbeitet wurden. Darüber hinaus wird der Bezug zu den empirischen Rekonstruktionen und Analysen hergestellt, indem bisherige Forschungslücken und relevante Anknüpfungsperspektiven aufgezeigt werden und der Gegenstand vor diesem Hintergrund systematisch konzipiert wird. Die eingangs formulierten Fragestellungen (→ 1.2) werden in diesem Zusammenhang aufgegriffen und mit den Erkenntnissen aus dem Forschungsstand und der Theorie verknüpft, bevor im anschließenden Kapitel die Forschungsperspektive, der methodologische Rahmen und der methodische Zugang spezifiziert werden (→ 5).
Janika Grunau

Chapter 5. Methodologischer Rahmen und methodischer Ansatz

Bei der Planung, Durchführung und Auswertung von empirischen Untersuchungen sind Entscheidungen bewusst zu treffen, im Sinne des wissenschaftlichen Arbeitens nachvollziehbar auszuweisen und im Hinblick auf den Forschungsgegenstand zu begründen (vgl. Helfferich 2011: 167 ff.). Da Forschungsmethoden nicht isoliert als reines Instrumentarium betrachtet werden können, ist zur Beurteilung der Gegenstandsangemessenheit die Auseinandersetzung mit dem zu Grunde liegenden Forschungsparadigma und mit den methodologischen Grundannahmen erforderlich.
Janika Grunau

Chapter 6. Empirische Rekonstruktionen und Analysen

Das folgende Kapitel bildet den Kern der vorliegenden Studie und umfasst die Darstellung der empirischen Rekonstruktions- und Analyseergebnisse. Fünfzehn narrativ-fundierte Interviews mit Studierenden akademischer und nicht-akademischer Herkunft, die vor der Aufnahme ihres Studiums eine Berufsausbildung absolviert haben, fungieren hierbei als Datengrundlage. Zunächst wird ein Überblick über die einbezogenen Fälle und die Struktur des Samples gegeben (→ 6.1), im Anschluss folgen detaillierte Ausführungen zu den Ergebnissen der sinngenetischen Analysen einschließlich Typenbildung in der für diese Untersuchung relevanten Dimension der Bildungsorientierungen (→ 6.2).
Janika Grunau

Chapter 7. Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse

Wie im Rahmen der empirischen Rekonstruktionen und Analysen gezeigt wurde, lassen sich die fünfzehn anhand der dokumentarischen Methode ausgewerteten Interviews mit Studierenden akademischer und nicht-akademischer Herkunft zu vier sinngenetischen Typen verdichten, die sich in ihren Bildungsorientierungen grundlegend unterscheiden (→ Tabelle 5). Die entworfene Typologie bildet hierbei eine Fokussierung auf diesen Untersuchungsgegenstand ab. Im Sinne der Aspekthaftigkeit dokumentarischer Interpretationen (vgl. Bohnsack 2014a: 191 ff.; 2010c: 47 ff.; → Abbildung 8) bedeutet dies zugleich, dass die Entwicklung weiterer und gegebenenfalls relationaler Typologien aus dem Material heraus denkbar wäre (→ 6.3).
Janika Grunau

Chapter 8. Schlussbemerkungen

Mit den gegenwärtigen Initiativen im Rahmen der Bildungsexpansion und der hiermit einhergehenden formalen Öffnung der Hochschulen wird die Zielsetzung verfolgt, neue Wege für Studierende zu eröffnen, die nicht der traditionellen Klientel der akademischen Bildungseinrichtungen entsprechen. Durch diese Öffnungsprozesse werden – so zumindest die Hoffnung – wertvolle gesellschaftliche Begabungspotenziale erschlossen. Die bisherigen Initiativen leisten zwar einen Beitrag zum Abbau von formalen Hindernissen auf dem Weg in ein Hochschulstudium, z. B. durch erweiterte Zugangsmöglichkeiten für Berufsqualifizierte, bei der tatsächlichen Nutzung dieser Wege offenbaren sich jedoch nach wie vor deutliche Herkunftseffekte (vgl. z. B. Middendorff et al. 2013: 112).
Janika Grunau

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