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Über dieses Buch

In kompakter Form stellt dieses Handbuch das notwendige Wissen für das betriebliche, nachhaltige Gefahrstoffmanagement zur Verfügung. Es ist als praxisorientiertes Nachschlagewerk konzipiert. Darüber hinaus kann es als Lehrbuch bzgl. der Grundaspekte im Gefahrstoffbereich verwendet werden.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Der Erste Gefahrstoffcheck

Gefahrstoffe spielen im Unternehmen die zentrale Rolle bzgl. umweltrelevanter Fragestellungen. Sie sind in der Regel Auslöser für wesentliche Umweltauswirkungen, da Gefahrstoffe alle Unternehmensprozesse von der Beschaffung bis hin zur Entsorgung beeinflussen. Bereits bei der Auswahl von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen ist auf die Gefährlichkeit der ausgewählten Materialien zu achten. Vor der Beschaffung muss geprüft werden, ob eine Notwendigkeit zum Einsatz von Gefahrstoffen mit hohem Gefährdungspotenzial besteht. Wenn möglich, sind Stoffe mit einem niedrigerem Gefährdungspotenzial zu verwenden. Um Wildwuchs beim Einsatz gefährlicher Stoffe zu vermeiden, ist es sinnvoll einen Freigabeprozess für Gefahrstoffe zu etablieren.Nach Gebrauch der Gefahrstoffe müssen diese entsorgt werden. Aufgrund ihrer Eigenschaften werden sie häufig zu gefährlichen Abfällen, so dass sowohl an die Zwischenlagerung als auch an die Entsorgung entsprechende Anforderungen zu stellen sind. Werden alle genannten Faktoren sorgfältig beachtet, ist es oft sinnvoll und hilfreich sich bereits im Vorfeld genauere ökonomische, ökologische und technologische Überlegungen bzgl. Auswahl, Einsatz und Entsorgung zu machen.

Gabi Förtsch, Heinz Meinholz

2. Toxische Wirkungen

Viele Faktoren beeinflussen die Wirkung chemischer Substanzen auf den menschlichen Organismus. So kann z.B. der Aufnahmeweg, die Dauer und Häufigkeit des Stoffkontaktes oder die Wechselwirkung mit weiteren Substanzen die toxische Wirkung in Art, Umfang und Dauer beeinflussen. In den menschlichen Körper können Gefahrstoffe auf verschiedene Wege gelangen:• oral, durch Verschlucken über den Mund und Weitergabe in den Magen-Darm-Trakt,• inhalativ, durch Einatmen über die Lungen sowie• dermal, durch Kontakt über die Haut.Der Stoff wird so an das jeweilige Zielorgan transportiert, wo er seine toxische Wirkung entfalten kann. Er kann aber auch an Proteine gebunden oder im Gewebe gespeichert werden. Die Elimination der gefährlichen Stoffe beginnt mit der metabolischen Umwandlung und endet mit der Ausscheidung des Fremdstoffes bzw. seiner Umwandlungs-/ Abbauprodukte aus dem Körper.

Gabi Förtsch, Heinz Meinholz

3. Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH)

Entsprechend dem am 4. September 2002 vom Weltgipfel über nachhaltige Entwicklung in Johannesburg angenommenen Durchführungsplan, will die Europäische Union bis 2020 erreichen, dass Chemikalien so hergestellt und eingesetzt werden, dass erheblich nachteilige Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt so gering wie möglich gehalten werden.Ein wichtiges Ziel des durch die REACH-Verordnung einzurichtenden neuen Systems besteht darin sicherzustellen, dass besorgniserregende Stoffe letztendlich durch weniger gefährliche Stoffe oder Technologien ersetzt werden, soweit dafür geeignete wirtschaftliche und technisch tragfähige Alternativen zur Verfügung stehen.In der REACH-Verordnung werden die jeweiligen Pflichten und Auflagen für Hersteller, Importeure und nachgeschaltete Anwender festgelegt. Sie beruht auf dem Grundsatz, dass die Industrie Stoffe mit einer solchen Verantwortung und Sorgfalt herstellen, einführen, verwenden oder in den Verkehr bringen sollte, dass die menschliche Gesundheit und die Umwelt unter vernünftigerweise vorhersehbaren Verwendungsbedingungen nicht geschädigt werden.

Gabi Förtsch, Heinz Meinholz

4. Gefahrstoffkennzeichnung nach CLP/GHS

Die EG-Verordnung 1272/2008 (CLP-Verordnung) soll ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und für die Umwelt sicherstellen sowie den freien Verkehr von chemischen Stoffen, Gemischen und bestimmten spezifischen Erzeugnissen gewährleisten und gleichzeitig Wettbewerbsfähigkeit und Innovation verbessern.Der Zweck der CLP-Verordnung ist es, zu bestimmen, welche Eigenschaften von Stoffen und Gemischen zu einer Einstufung als gefährlich führen sollten, damit die Gefahreneigenschaften von Stoffen und Gemischen korrekt ermittelt und ihre Gefahren entsprechend angegeben werden können. Zu solchen Eigenschaften sollten sowohl die physikalischen Gefahren als auch die Gefahren für die menschliche Gesundheit und die Umwelt, einschließlich der Gefahren für die Ozonschicht, gehören.In diesem Kapitel werden die verschiedenen Gefahrenklassen näher erläutert. Dabei wird nach folgender Gliederung vorgegangen:• Begriffsbestimmung,• Einstufungskriterien für Stoffe,• Einstufungskriterien für Gemische,• Gefahrenkommunikation und• Stoffbeispiele.

Gabi Förtsch, Heinz Meinholz

5. Nationales Recht

Durch die europäischen Rechtsakte zur:• REACH-Verordnung und• CLP-Verordnungsind viele Vorgaben bzgl. Gefahrstoffe direkt geregelt. In diesem Kapitel werden darüber hinaus einige Punkte aus nationalen Rechtsvorschriften, wie:• Chemikaliengesetz (ChemG),• Gefahrstoffverordnung (GefStoffV),• Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV),• Mutterschutzrichtlinienverordnung (MuSchRiV), und• Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG)betrachtet. Dabei handelt es sich u.a. um Fragen der Gefährdungsbeurteilung und um Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten. Besondere Vorsichtsmaßnahmen und Beschäftigungsbeschränkungen gelten für werdende/stillende Mütter und für Jugendliche.

Gabi Förtsch, Heinz Meinholz

6. Gefährdungsbeurteilung und Substitution

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung von Gefahrstoffen werden in diesem Kapitel folgende Themen behandelt:• Freigabeverfahren für Gefahrstoffe• TRGS 400 Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen• TRGS 401 Gefährdungsbeurteilung durch Hautkontakt für Ermittlung - Beurteilung - Maßnahmen• TRGS 402 Ermittlung und Beurteilung der Gefährdung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen: inhalative Exposition• TRBA/TRGS 406 Sensibilisierende Stoffe für die Atemwege• TRGS 407 Tätigkeiten mit Gasen - Gefährdungsbeurteilung• TRGS 600 SubstitutionNach dem Arbeitsschutzgesetz hat der Arbeitgeber die Arbeit ist so zu gestalten, dass eine Gefährdung für das Leben und die Gesundheit möglichst vermieden wird. Die verbleibende Gefährdung ist möglichst gering zu halten und die Gefahren sind an ihrer Quelle zu bekämpfen. Bei entsprechenden Maßnahmen zur Gefährdungsbekämpfung ist der Stand der Technik zu berücksichtigen. Dabei sind technische, organisatorische und soziale Beziehungen miteinander zu verknüpfen. Den Mitarbeitern sind geeignete Anweisungen im Umgang mit den Gefahren zu erteilen; entsprechend sind sie zu schulen. Durch eine Beurteilung der für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdung lassen sich die Arbeitsbedingungen beurteilen und Maßnahmen zur Gefährdungsminimierung ableiten.

Gabi Förtsch, Heinz Meinholz

7. Schutzmaßnahmen

Im Zusammenhang mit Schutzmaßnahmen werden in diesem Kapitel behandelt:• TRGS 500 Schutzmaßnahmen• TRGS 560 Luftrückführung bei Tätigkeiten mit krebserzeugenden, erbgutverändernden und fruchtbarkeitsgefährdenden Stäuben• TRGS 800 BrandschutzmaßnahmenUm grundsätzlich einen sicheren Betrieb bzgl. Arbeits- und Umweltschutz zu gewährleisten, müssen verschiedenste Schutz- und Brandschutzmaßnahmen im Unternehmen realisiert werden. Hier kommt die Prioritätsfolge der technischen, organisatorischen und persönlichen Schutzmaßnahmen deutlich zum Tragen. Zusammen mit der Substitution von Gefahrstoffen werden so eindeutige STOP-Signale gesetzt. Dies betrifft auch den Einsatz von CMR-Stoffen, der möglichst vermieden werden sollte. Von daher sollte auch eine Luftrückführung bei Tätigkeiten mit CMR-Stoffen unterlassen werden.

Gabi Förtsch, Heinz Meinholz

8. Unterweisung der Mitarbeiter

Im Rahmen der Mitarbeiterunterweisung werden in diesem Kapitel folgende Themen behandelt:• Sicherheitsdatenblatt (SDB),• Betriebsanweisung (BA).Das Sicherheitsdatenblatt ist bzgl. des Gefahrstoffes die zentrale Informationsquelle im Unternehmen. Von daher kommt der Qualität der Inhalte und Informationen eine besondere Bedeutung zu. Mitarbeiter im Unternehmen müssen sich auf die Angaben verlassen können.Die umfangreichen Informationen des Sicherheitsdatenblatts sind vom Unternehmen in eine verständliche Betriebsanweisung für die Mitarbeiter zu übertragen. Kurz und prägnant sind hier die wichtigsten Aspekte wiederzugeben und als Schulungsunterlage zu nutzen.

Gabi Förtsch, Heinz Meinholz

9. Umgang mit Gefahrstoffen

In Zusammenhang mit dem Umgang mit Gefahrstoffen werden in diesem Kapitel behandelt:• TRGS 510 Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern• TRGS 526 LaboratorienDie Lagerung von Gefahrstoffen gehört zum Betriebsalltag im Umgang mit Gefahrstoffen. Von daher muss jeder Mitarbeiter Kenntnisse über die notwendigen Maßnahmen für die eigene Sicherheit und damit für seinen Gesundheitsschutz besitzen. Entsprechend sind die Beschäftigten zu qualifizieren. Besondere Vorsicht ist im Umgang mit CMR-Stoffen geboten.Viele Unternehmen verfügen über ein Betriebslabor, um Untersuchungen zur Steuerung und Überwachung von Prozessen durchführen zu können. Von daher müssen die Mitarbeiter über die wichtigsten Regeln und Verhaltensweisen zum Arbeiten im Laboratorium verfügen. Dies betrifft sowohl den Umgang mit Gefahrstoffen als auch die Handhabung und Überprüfung der Geräte.

Gabi Förtsch, Heinz Meinholz

10. Überwachung

Im Rahmen der Überwachung von Gefahrstoffen werden in diesem Kapitel folgende Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) behandelt:• TRGS 900 Arbeitsplatzgrenzwert (AGW)• TRGS 903 Biologische Grenzwerte (BGW)• TRGS 907 Verzeichnis sensibilisierender Stoffe und von Tätigkeiten mit sensibilisierenden StoffenDas Einhalten der Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) nach TRGS 900 dient dem Schutz der Gesundheit von Mitarbeitern bei kurzfristigen und chronisch inhalativen Belastungen. Dabei ermöglichen biologische Grenzwerte (TRGS 903) eine Beurteilung der Bedenklichkeit oder Unbedenklichkeit der vom Organismus aufgenommenen Stoffmengen.Besondere Vorsicht ist im Umgang mit krebserzeugenden (cancerogen; C) erbgutverändernden (mutagen; M) oder fortpflanzungsgefährdenden (reproduktionstoxischen; R) Stoffen geboten. Vor dem Umgang mit CMR-Stoffen ist eine umfassende Bewertung aller Gefahren notwendig. Bestimmte Stoffe können durch Einatmen oder Aufnahme über die Haut zu Überempfindlichkeitsreaktionen führen. Die TRGS 907 enthält dazu eine Übersicht.

Gabi Förtsch, Heinz Meinholz

11. Entsorgung als Abfälle

Nach Gebrauch sind Gefahrstoffe als Abfälle zu entsorgen. In diesem Kapitel werden daher behandelt:• Europäische Abfallrahmenrichtlinie 2008/98/EG• TRGS 201 Einstufung und Kennzeichnung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen• Nachweisverordnung (NachwV)Mit der Richtlinie 2008/98/EG werden Maßnahmen zum Schutz der Umwelt und der menschlichen Gesundheit festgelegt, indem die schädlichen Auswirkungen der Erzeugung und Bewirtschaftung von Abfällen vermieden oder verringert, die Gesamtauswirkungen der Ressourcennutzung reduziert und die Effizienz der Ressourcennutzung verbessert werden.Die TRGS 201 regelt u.a. die Anwendung der Kennzeichnungsvorschriften der Gefahrstoffverordnung auf Abfälle, soweit es sich um gefährliche Stoffe und Gemische handelt und Tätigkeiten mit ihnen ausgeübt werden.Die Nachweis-Verordnung gilt für die Führung von Nachweisen und Registern über die Entsorgung von gefährlichen und nicht gefährlichen Abfällen durch:• Erzeuger oder Besitzer von Abfällen (Abfallerzeuger),• Einsammler oder Beförderer von Abfällen (Abfallbeförderer),• Betreiber von Anlagen oder Unternehmen, welche Abfälle entsorgen (Abfallentsorger), sowie• Händler und Makler von Abfällen.

Gabi Förtsch, Heinz Meinholz

12. Umgang mit Gefahrgütern

Werden Gefahrstoffe transportiert, so ist deren Umgang im Gefahrgutrecht geregelt. Daher werden in diesem Kapitel kurz behandelt:• Gefahrgutbeförderungsgesetz (GGBefG)• Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt (GGVSEB)• Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR) und für die Eisenbahn (RID)• Gefahrgutbeauftragtenverordnung (GbV)• Verordnung über die Kontrollen von Gefahrguttransporten (GGKontrollV)

Gabi Förtsch, Heinz Meinholz

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