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Über dieses Buch

Dieses umfassende und systematisch aufgebaute Handbuch befasst sich mit der ganzheitlichen Projektierung der Produktion in Fabriken. Es behandelt sowohl die Systeme der Produktion für die Teilefertigung und Erzeugnismontage, der Ver- und Entsorgung sowie des Fabrikbetriebes als auch die Erhaltungs- und Materialflusssysteme.

Ausgehend vom Produktionsprogramm beschreiben die Autoren, wie die Systeme der Fabrik unter Beachtung praktischer Aspekte durch Funktionsbestimmung, Dimensionierung und Strukturierung entwickelt, optimiert und realisierungsgerecht gestaltet werden. In den Projektierungsmethoden kommen Prinzipien, Grundsätze, Berechnungsvorschriften und Algorithmen zur Anwendung. Dabei steht die Technologische Projektierung im Vordergrund, deren einzelne Phasen, Stufen und Schritte für alle Systeme der Fabrik exakt und reproduzierbar abgearbeitet und durch Beispiele unterstützt werden.

Neu in der 2. Auflage sind Ergänzungen zur Fabrikorganisation, zum Energiefluss sowie zu den Kühlschmierstoffsystemen.

Die Zielgruppen

Dieses Buch wendet sich an Technologische Projektanten, Fabrikplaner, Architekten, Investitionsbewerter, Technologen, Werkplaner u.ä. Berufsgruppen, die in der Forschung, in der Lehre oder in der Praxis tätig sind. Angesprochen sind auch Studenten der betreffenden Studien- und Vertiefungsrichtungen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Grundlagen und Methodik

Frontmatter

1. Einführende Bemerkungen

Der Begriff FABRIK wurde von fabrica (lat.) und fabrique (frz.) abgeleitet. Hierunter wurden die örtlich begrenzten Flächen zur Herstellung von Bauelementen für den Kirchen- bzw. Kathedralbau in Frankreich und etwas später in den deutschen Ländern verstanden. Jeder Kathedral- oder Kirchenbauplatz hatte eine fabrica als räumliche Stätte des produktiven Wirkens unterschiedlicher Berufsgruppen (Steinmetze, Schnitzer, Zimmerer, Steinformer, Gießer (bereits vor 1332 als Fabriker bezeichnet)). Seit dem 17. Jahrhundert wurde in den deutschen Ländern schon der Begriff FABRIK als gewerbliche Produktionsstätte oder Werkstatt und die Begriffe fabricare (lat.) und fabriquer (frz.) für das Herstellen, Fertigen, Bauen oder Zusammenbauen (Montieren) verwendet.

Kurt W. Helbing

2. Produktionsgrundlagen für die Technologische Fabrikprojektierung

Produktion: Gesamtheit von Technik, Organisation und Tätigkeit zur Neuherstellung, Wiederherstellung und Verwertung von nutzbaren Produkten.Produktion wird auf vielfältige Weise, in natürlicher und technisch-organisatorischer Form, in Gebäuden und im Freien, mit direktem oder indirektem menschlichen Einfluss, aber immer in Verbindung mit der Nutzung von Naturgesetzen, Naturressourcen und natürlicher Umwelt durch Technologie zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse durchgeführt, Abb. 2.1. Produktion setzt einen Produktbedarf voraus.

Kurt W. Helbing

3. Fabrikbereiche und Fabriksysteme

Die Produktion wird durch die Fabrik in eine reale und sichtbare Form gebracht, Forderungen der Produktionsaufgabe werden in konkrete technische, räumliche und zeitliche Kategorien, Verhältnisse, Merkmale und Größen umgesetzt, die Produktion wird durch die Fabrik menschlich beherrschbar. Der methodische Weg von der Produktionsaufgabe bis zur produzierenden Fabrik erfolgt über die Planungsvorgaben zur Fabrik als Objekt und die Projektierung der Fabrikinhalte als Stätte der Produktion. Die Fabrikprojektierung ist systematisch und methodisch. Eine Systematisierung der Fabrik mit den Fabriksystemen ist für die Fabrikprojektierung eine unerlässliche Grundlage.

Kurt W. Helbing

4. Grundlagen der systematischen und methodischen Fabrikprojektierung

Produkte, die aufgrund ihrer Größe, ihres Umfanges und ihrer Besonderheiten nicht konstruiert werden können, sind zu projektieren. Das ist im Regelfall für komplexe und komplizierte Systeme als Anlagen bzw. Fabriken der Fall. Die Projektierung ist keine alleinige konstruierende, sondern eine entwicklungs- und konstruktionsorientierte, eigenständige Ingenieurdisziplin mit Technologiebezug.

Kurt W. Helbing

5. Grundlagen und Methodik der Technologischen Fabriksystemprojektierung

Technologische Fabriksystemprojektierung: Vorausschauendes, methodisches und systematisches Entwickeln, Entwerfen und Gestalten der Funktionen, Dimensionen und Strukturen der auf die Technologie der Produktion ausgerichteten Systeme der Fabrik.

Kurt W. Helbing

6. Grundlagen der Fabrikstättenprojektierung

Mit der durchgängigen Technologischen Fabriksystemprojektierung, Kapitel 5, liegen die Systemanforderungen an die räumliche und gestalterische Systemprojektierung soweit vor, dass das technologisch projektierte System in seine sogenannte End- und Realisierungsform durch die Trag-, Stütz- und Schutzfunktion gebracht werden kann. Bei dieser Projektierungsaufgabe sind fast alle Projektierungsaktivitäten vom Raum, von den baulichen Systemen, Abb. 5.123, von den Schutzsystemen, Abb. 5.124, und vom technologischen Wirken durch menschliche und technische Arbeit im Raum abhängig, Abb. 6.1. Es ergeben sich neue Gebiete, Relationen und Aktivitäten der Fabriksystemprojektierung, die einen zusätzlichen Einsatz von Spezialprojektanten und ein räumliches Denken erfordern.

Kurt W. Helbing

7. Projektierung der Gesamtfabrik

Gesamtfabrik: Gesamtheit der Aufgaben realisierenden Systeme, Wirkungsstätten und Beziehungen der Fabrik, die durch funktionelle Integration und eine bestimmte Investitionskostensumme an einem örtlich fixierten Standort ganzheitlich angestrebt wird.

Kurt W. Helbing

Ausgewählte Teilgebiete und Systeme

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8. Abführungsmaterial

Abführungsmaterial (AB-Material): Gruppenbezeichnung für gebrauchtes Material, das nicht mehr als Produktmaterial, Betriebsstoff, Energieträger, Betriebsmittel oder Betriebsinformation im gleichen Fabriksystem oder im gleichen Fabrikraum direkt verwendet werden kann und zu entsorgen ist.

Kurt W. Helbing

9. Absaugsystem

Absaugsystem: Fabrikentsorgungssystem für die pneumatische und hydraulische Entfernung von Abführungsmaterial durch Saug- oder Saug- und Drucktechnik.

Kurt W. Helbing

10. Arbeitsdichte

Arbeitsdichte (dA): Zur funktionsgerechten Arbeitsdurchführung eines Bezugssystems (Wirksystem, ↑ Arbeitssystem, Betriebsmittel- oder Systemgruppe) notwendige Menge von Arbeitskräften und Arbeitstätigkeiten sowie von Bedienstellen und Bedientätigkeiten.

Kurt W. Helbing

11. Arbeitsgestaltung

Arbeitsgestaltung: Beziehungsgestaltung und Optimierung für das Zusammenwirken von Mensch, Technik und Organisation in einem System zur Erfüllung von Aufgaben, Bedürfnissen und Schutzfunktionen in einer Fabrik durch Arbeit (i. A. DIN 33400).

Kurt W. Helbing

12. Arbeitsplatzflächendimensionierung

Arbeitsplatzflächendimensionierung: Aufgabe und Teilgebiet der Projektsynthese zur vorausschauenden funktionell-dimensionalen, beanspruchungs- und betreibungsgerechten Auslegung der Arbeitsplatzfläche von ↑ Arbeitssystemen.

Kurt W. Helbing

13. Arbeitsraum

Arbeitsraum (AR): Zur gefährdungsfreien Realisierung von manueller Arbeit durch Arbeitskräfte und von technischer Arbeit durch technische Elemente notwendiger Raumanteil eines Systems, der aus Raumelementen besteht und unter Beachtung von menschlichen und technischen Bedingungen zu projektieren ist.

Kurt W. Helbing

14. Arbeitssystem

Arbeitssystem (AS): Materiell-technisches System der Arbeit, in dem Arbeitskräfte (AK) direkt oder indirekt mit Arbeitsmitteln (AM) und Energieeinsatz in einem Arbeitsprozess so durch eine Arbeitsorganisation (AO) auf einen Arbeitsgegenstand (AG) in einem Arbeitsraum (AR) und einer räumlichen Arbeitsumwelt (AU) einwirken, dass am Arbeitsgegenstand eine gewollte Veränderung des Zustandes in den Produktionsstufen erreicht wird.

Kurt W. Helbing

15. Bedarfsermittlung

Bedarfsermittlung: Zielgerichtete Dimensionierung einer zukünftigen Anforderung für Bedarfsgruppen nach qualitativen und quantitativen Aspekten für die Systemprojektierung, den Systembetrieb und andere technologische Sachverhalte als Vorgabe für einen bestimmten Zeitpunkt, für einen bestimmten Zweck und für eine bestimmte Entwicklung.

Kurt W. Helbing

16. Betriebsmitteldimensionierung

Betriebsmitteldimensionierung: Aufgabe und Teilgebiet der Projektsynthese zur vorausschauenden funktions-, beanspruchungs- und betreibungsgerechten Bestimmung der Betriebsmittel für ein definiertes System.

Kurt W. Helbing

17. Betriebsmittelfluss

Betriebsmittelfluss: Gesamtheit der einzelnen oder gruppierten, einmaligen oder mehrmaligen Betriebsmittelbewegungen über die Relationen der Quell- und anfordernden Zielorte der Fabrik, um eine Bereitstellung, Wirkungsnutzung und Erhaltung der Betriebsmittel zur Produktionsdurchführung zu sichern.

Kurt W. Helbing

18. Betriebsstoffe

Betriebsstoffe (S): Sammelbegriff für materielle Stoffe, ↑ Material und Unterstützungsmittel der Fabrik, die zum Betreiben und Erhalten der Fabriksysteme und Fabrikräume erforderlich sind, nicht als materieller Gegenstand in das Produkt eingehen, im Gebrauchszustand versorgt und nach dem Gebrauch als ↑ Abführungsmaterial entsorgt werden müssen.

Kurt W. Helbing

19. Bewegungsbedarfsmengen

Bewegungsbedarfsmengen: Funktions-, beanspruchungs- und betreibungsgerechte Anforderungen der Flussgegenstände an die Bewegungsdimensionierung von Flusssystemen der Fabriksysteme, die vorausschauend als Projektierungsaktivität der Systemsynthese zu ermitteln sind.

Kurt W. Helbing

20. Bewertung

Bewertung: Charakterisierende Einschätzung, Beurteilung und Vergleich von Elementen, Systemen oder Sachverhalten als Grundlage einer Einordnung, Entscheidung oder Auswahl.

Kurt W. Helbing

21. Brandschutzsystem

Brandschutzsystem: Fabriksystem, das aufgrund von Brandlasten der Materialien sowie der System- und Bauwerkselemente erforderlich ist und die Fabrikpersonen, Fabriksysteme, Fabrikräume und Fabrikmaterialien vor einem Schaden durch Brand schützt. Es gehört zur Gruppe der Fabrikerhaltungssysteme.

Kurt W. Helbing

22. Druckluftversorgungssystem

Druckluftversorgungssystem: Fabrikenergieflusssystem mit eigener Erzeugung, Bereitstellung und Verteilung von verdichteter atmosphärischer Luft im Gebrauchszustand (Druckluft) als arbeitsfähige Energie für Fabrikabnehmer.

Kurt W. Helbing

23. Durchsatz

Durchsatz: Mit Bewegungen verbundene Gegenstandsmenge je Zeiteinheit einer Bezugseinheit (Flusssystem, Wirksystem, …), wobei die Bezugseinheit die Spezifik (Flusssystem-, Wirksystem-, …, Fabriksystemdurchsatz) kennzeichnet.

Kurt W. Helbing

24. Energiefluss

Für die Bereitstellung, Umwandlung, Nutzung und Abführung von Energie notwendiger Fluss, damit technische Elemente und Systeme Arbeit leisten können und eine Behaglichkeit für die Arbeitsausführenden erreicht wird.

Kurt W. Helbing

25. Fabrikgebäude

Fabrikgebäude: Aus Bauelementen zur Erfüllung von Fabrikaufgaben zusammengefügtes technisches Raumbauwerk mit bestimmter Funktion, Dimension, Struktur und Gestalt zur umweltschützenden und arbeitssichernden Aufnahme von Personen, ortsfesten und ortsveränderlichen Elementen und Systemen der Fabrik.

Kurt W. Helbing

26. Fabriklagersystem

Fabriklagersystem: Technisch-räumliches Gebilde mit bestimmter Funktion, Dimension, Struktur und Gestalt zur bedarfsgerechten Entgegennahme (Sammeln), Aufbewahrung (Lagerung) und Abgabe (Verteilen) von materiellen Gegenständen für einen bestimmten Zweck der Fabrik.

Kurt W. Helbing

27. Fabrikorganisation

Gesamtheit des geordneten Aufbaus und Ablaufs für das Zusammenwirken der Elemente und Systeme sowie der Prozesse für die Potentialnutzung und der Tätigkeiten zur Arbeitsdurchführung der Fabrik.

Kurt W. Helbing

28. Fabrikstandortbebauung

Die Notwendigkeit einer Bebauung durch Bauwerke leitet sich aus den Trag-, Stütz- und Schutzfunktionen der Bauwerke für die technologischen, infrastrukturellen und ultrastrukturellen Funktionen der Fabrik ab. Dabei sind standortflächenbeanspruchende Bauwerksgruppen zu berücksichtigen, die auch in die zu genehmigende Grundflächenzahl des Fabrikstandortes eingehen, Abb. 28.1.

Kurt W. Helbing

29. Fabrikverkehrssystem

Der Begriff Verkehr entstand im 18. Jh. (niederl., dt.; verkeren) für das Bewegen von Handelswaren. Er erreichte in der zweiten Hälfte des 19. Jh. seinen kennzeichnenden Höhepunkt, da jede Bewegung mit Beförderungsleistungen als Verkehr (Straßen-, Schienen-, Flug-, Wasser-, Luft-, Brief-, Funk-, Schnell-, Nachrichten-, Schwerlast-, Fähr-, LKW-, PKW-, Fahrrad-, Fahrzeug-, Taxi-, Omnibus-, Reise-, Berufs-, Linien-, Durchgangs-, Ausflugs-, Fremden-, Pendel-, Orts-, ruhender, fließender, stockender Verkehr) bezeichnet wurde, ähnlich, wie heute bei der Logistik.

Kurt W. Helbing

30. Fertigungsform

Fertigungsform: Nach technischen, räumlichen, zeitlichen oder organisatorischen Aspekten geordnete Aufbauform der Fertigung, die durch typische Grundformen vertreten wird, die Fertigungsorganisation beschreibt und Basis der Projektierung von Fertigungssystemen ist.

Kurt W. Helbing

31. Feststoffentsorgung

Feststoffentsorgung: Aufgabengebiet von Fabriken zur Erfassung, Sammlung, Aufbereitung, Verwendung, Verwertung, Lagerung und zum Transport von zu entsorgenden Stückgütern und ↑ Abführungsmaterial.

Kurt W. Helbing

32. Flexibilität

Flexibilität: Anpassungsfähigkeit von materiell-technischen Systemen und Systemelementen an variierende Aufgaben und Prozesse ohne Veränderung der Funktion, Dimension und Struktur.

Kurt W. Helbing

33. Gefahrstoffe

Gefahrstoffe: Stoffe und Gegenstände unterschiedlicher Zustandsformen, von denen durch ihre Herstellung, Nutzung, Veränderung, Lagerung, Bewegung oder Entsorgung eine Gefahr für Mensch, Natur und Technik ausgeht oder ausgehen kann.

Kurt W. Helbing

34. Genehmigungsverfahren

Genehmigungsverfahren: Behördlicher und fachrechtlicher Vorgang zur Prüfung, Zulassung, Bewilligung, Erlaubniserteilung und Ausführungsgenehmigung von vorgelegten Projektunterlagen für Fabrikinvestitionsvorhaben und den Betrieb von Fabriken, überwachungspflichtigen Fabriksystemen und Fabriksystemelementen.

Kurt W. Helbing

35. Gesamtbetriebliche Fabrikbereiche

Gesamtbetriebliche Fabrikbereiche: Für den Fabrikbetrieb notwendige ultrastrukturelle Bereiche, die den Fabriksystemen nicht oder nur teilweise zugeordnet werden können, überwiegend gesamtbetriebliche Fabrikaufgaben erfüllen, durch menschliche, unternehmerische und staatliche Bedürfnisse entstehen, fabrikintern oder kooperativ in zentraler oder dezentraler Form realisierbar und durch Tätigkeitsorganisation zu regeln sind.

Kurt W. Helbing

36. Gleichzeitigkeit

Gleichzeitigkeit: Projektierungsgröße, die ein gleichzeitiges Arbeiten, Wirken, Fließen, Bedienen oder Verbrauchen der Elemente eines Systems und der Systeme einer Gesamtfabrik zum Ausdruck bringt.

Kurt W. Helbing

37. Instandhaltung

Instandhaltung (IH): Gesamtheit der technischen und organisatorischen Mittel, Vorgänge und Maßnahmen zur Erhaltung, Verbesserung und Wiederherstellung des Funktions-, Leistungs- und Güteniveaus von materiellen Objekten während ihrer Wirkungs- und Lebenszeit durch Wartung, Inspektion und Instandsetzung.

Kurt W. Helbing

38. Integration

Integration: Herstellen der Systemganzheit durch Einbeziehung, Vereinigung, Zusammenschluss, Vervollständigung oder Ergänzung und Erreichen eines Systemgefüges durch Verbindung oder Verschmelzung von Systemteilen.

Kurt W. Helbing

39. Kapitalbedarf

Kapitalbedarf: Geldwertmenge, die zur Realisierung von Fabrikinvestitionen und zum Anlauf des Fabrikneubetriebes für Lieferungen, Leistungen und Abgaben insgesamt bereitgestellt werden muss.

Kurt W. Helbing

40. Kennzahl

Kennzahl: Angabe zur quantitativen und qualitativen Bewertung und Charakterisierung definierter Merkmale oder Merkmalsbeziehungen und Grundlage von Methoden der Kennzahlenprojektierung.

Kurt W. Helbing

41. Kombinatorik

Kombinatorik: 1. Mathematische Lehre von den möglichen Zusammenstellungen und Anordnungen gegebener Sachverhalte (Elemente, Teilsysteme, Systeme). 2. Mathematische Grundlage zur Berechnung der Anzahl von Projektierungslösungen, Projektierungsvarianten und Neuerungen durch Variieren und Kombinieren.

Kurt W. Helbing

42. Kooperation

Kooperation: Durch Arbeitsteilung hervorgerufene Beziehungen zwischen Partnern.

Kurt W. Helbing

43. Kühlschmierstoffsystem

Flusssystem eines technologischen Fabriksystems für den Betriebsstoff Kühlschmierstoff (KSS), der zur Reibungsminderung durch Schmiereigenschaften, Temperatursenkung durch Kühlen und zur Qualitätserhöhung durch Zusatzstoffe bei Trennverfahren der Teilefertigung in verschiedenen Zustandsformen eingesetzt wird und eine Aufbereitung, Ver- und Entsorgung erfordert.

Kurt W. Helbing

44. Layoutprojektierung

Layoutprojektierung: Gestalterisches Projektierungsgebiet für das flächenmäßige, räumliche, konturhafte und grafische Darstellen sowie zur Lösungsfixierung von strukturell anzuordnenden Elementen oder Teilen eines Systems auf einer Ebene.

Kurt W. Helbing

45. Lichtversorgung

Lichtversorgung: Erzeugung, Bereitstellung und Verteilung einer Belichtung durch Beleuchtungssysteme für das gefahrlose und sichere Betreiben von Systemen und Räumen der Fabrik durch Personen (↑ Personenfluss).

Kurt W. Helbing

46. Luftversorgung

Luftversorgung: Aufbereitung, Bereitstellung und Verteilung von konditionierter Luft für das Betreiben von Systemen und Räumen der Fabrik unter Beachtung menschlicher Bedürfnisse.

Kurt W. Helbing

47. Maschinenaufstellung

Maschinenaufstellung: Anordnung, Kraft sichernde und schwingungsdämpfende Befestigung von Systemelementen am projektierten Aufstellungsort.

Kurt W. Helbing

48. Material

Material: Sammelbegriff für materielle Gegenstände der Produktion und des Materialflusses, die als Arbeitsgegenstand bis zum endgültigen Produkt be- und verarbeitet oder als Betreibungsgegenstand für die Versorgung, Entsorgung und Erhaltung der Produktion in der Fabrik gebraucht und verbraucht werden.

Kurt W. Helbing

49. Materialflusstechnik

Materialflusstechnik: Technikgebiet, das ein Fließen von materiellen Gegenständen zwischen Start- und Zielorten durch Bewegungen beinhaltet.

Kurt W. Helbing

50. Optimierung

Optimierung: Tätigkeitsgebiet zur methodischen Erarbeitung von optimalen Lösungen, die unter Einbeziehung von variablen Einflussfaktoren und Optimierungsmodellen möglich sind.

Kurt W. Helbing

51. Personalbedarfsermittlung

Personalbedarfsermittlung: Teilgebiet der Projektsynthese zur vorausschauenden funktionellen, dimensionellen und strukturellen Bestimmung der erforderlichen Personen für den Betrieb eines definierten Systems und der Gesamtfabrik.

Kurt W. Helbing

52. Personenfluss

Personenfluss: Gesamtheit der einzelnen oder gruppierten, ein- oder mehrmaligen Personenbewegungen über die Relationen der Fabrik, um eine wirksame Fabrikarbeit oder eine sanitäre und soziale Bedürfnisbefriedigung der Personen in der Fabrik zu sichern.

Kurt W. Helbing

53. Produktflusssystemfläche

Produktflusssystemfläche: Gesamtfläche eines Produktflusssystems und Teilfläche von technologischen Fabriksystemen, die unter Beachtung von Schutzgüteanforderungen zu dimensionieren und durch die Flächenprojektierung im System- Layout nachzuweisen ist.

Kurt W. Helbing

54. Produktflusssystemraum

Produktflusssystemraum: Gesamtheit von Belegungs- und Bewegungsraum der Teilsysteme eines Produktflusssystems und Teilraum von technologischen Fabriksystemen.

Kurt W. Helbing

55. Projektierungsgrundsätze

Projektierungsgrundsätze: Gesetzmäßigkeiten, Prinzipien oder Regeln als Ergebnis theoretischer und praktischer Analysen bestimmter Vorgänge zur Objektivierung der Projektierung, i. A. ROCKSTROH.Die Grundsätze sind ein Beitrag zur wissenschaftlichen Vertiefung und zur praktischen Durchführung der Projektierung. Sie schaffen Rahmenbedingungen für die Methoden und unterstützen die Erarbeitung optimaler Projektlösungen, ohne dass die Kreativität und die Weitsicht des Projektierungsingenieurs eingeengt werden.

Kurt W. Helbing

56. Projektierungsprogramm

Projektierungsprogramm: Gesamtheit von Merkmalen und Merkmalsausprägungen, die gezielt auf die Projektierung von Systemen ausgerichtet sind und die Systemaufgabe definieren. Zu unterscheiden sind technologische, konstruktive und gestalterische Projektierungsprogramme für jedes zu projektierende System.

Kurt W. Helbing

57. Projektierungssinnbild

Projektierungssinnbild: Vereinfachte Modellbilddarstellung ohne Maßstab mit einer bestimmten, abstrakten und wiederholbaren Projektierungsaussage zu einem definierten Zweck.

Kurt W. Helbing

58. Relationen

Relationen: Sachlich notwendige Verbindungen für den strukturellen Zusammenhalt und zur Anbindung eines Systems.

Kurt W. Helbing

59. Rohrleitungssystem

Rohrleitungssystem: Flusssystem für die Sammel- und Verteilungsbewegung von flüssigen und gasförmigen Stoffen in umhüllten Konstruktionen mit Pumpen für die Flüssigkeitsbewegung, mit Verdichtern für die Gasbewegung, Abscheidern und Filtern für die Sicherung der Stoffreinheitsqualität sowie mit Ein- und Anbauten für die Flusssystembetreibung.

Kurt W. Helbing

60. Schutzgüte

Schutzgüte: Qualitative und quantitative Aussage zu den Projektierungslösungen und über die Vorbeugungsmaßnahmen zum Schutz von Personen, Objekten, Elementen und Systemen der Fabrik sowie der Fabrikumwelt gegen interne, externe, ungewollte und gewollte (gewaltsame) Gefahren jeglicher Art.

Kurt W. Helbing

61. Speicherbedarfsmengen

Speicherbedarfsmengen: Funktions- und betreibungsgerechte Auslegungsanforderung an die Speicher von Flusssystemen.

Kurt W. Helbing

62. Speicherdimensionierung

Speicherdimensionierung: Aufgabe und Teilgebiet der Systemsynthese zur funktions-, beanspruchungs- und betreibungsgerechten Auslegung der Speicher eines Flusssystems von Fabriksystemen.

Kurt W. Helbing

63. System

System: (griech.: Systema): 1. Ein Ganzes, eine Vereinigung, eine Zusammenstellung. 2. Menge von Elementen M (Objekte, Gebilde) zwischen denen ganz bestimmte Relationen R bestehen (Sy = [M, R], WINTGEN 1968), KLAUS u. BUHR (1974). 3. Systeme der Fabrik: Materiell-technisches Gebilde mit bestimmter Funktion, Dimension und Struktur, in denen die Aufgaben realisierenden Prozesse der Fabrik ablaufen. Systemtheorie: Geordnete Menge von Aussagen zu Systemen der objektiven Realität.

Kurt W. Helbing

64. Technologische Vereinheitlichung

Technologische Vereinheitlichung: Aufgabe und Zielstellung der Projektierung zur Erreichung von technologiebezogenen Ähnlichkeitsmerkmalen, Vereinfachungen und Einheitlichkeitspotentialen von Produktgruppen und Systemen.

Kurt W. Helbing

65. Technologische Zeiten

Technologische Zeiten: Zeitlicher Aufwand für technologische Prozessvorgänge und Prozessrelationen in Systemen.

Kurt W. Helbing

66. Typenvertreter

Typenvertreter: Repräsentativer Alleinvertreter einer Sachgruppe in der Planung und Projektierung, der mit seinen Merkmalen, Merkmalsausprägungen und Merkmalsbeziehungen alle Elemente der Gruppe vertritt, für die er bestimmt wurde. Synonym für Gruppenvertreter.

Kurt W. Helbing

67. Variabilität

Variabilität: Technische Eigenschaft eines Systems, durch Strukturveränderungen sich den ändernden Systemaufgaben anpassen zu können.Die erste Definition erfolgte 1975 von SCHMIGALLA: „Anpassungsfähigkeit eines Systems an sich verändernde Bedingungen des Produktionsprogramms durch Strukturveränderung“.

Kurt W. Helbing

68. Wärmeenergieversorgung

Wärmeenergieversorgung: Erzeugung, Bereitstellung und Verteilung von thermischer Energie (Wärme) für das Betreiben von Systemen und Räumen (Kurzbegriff: Wärmeversorgung)

Kurt W. Helbing

69. Zeitfonds

Zeitfonds (ZF): Zeitvermögen eines technischen Elementes, einer Arbeitsperson oder eines Systems zur bestimmten Zwecknutzung, Bedarfsermittlung, Bewertung oder zum Vergleich für einen definierten Bezugszeitraum.

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