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Handbuch Mensch-Roboter-Kollaboration

  • 2024
  • Buch
  • 2. Auflage

Über dieses Buch

Die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter – Möglichkeiten, Ziele, Grenzen Jeder Robotereinsatz hat nur dann Sinn, wenn er dem Menschen nützt. Der Nutzen eines Roboters entsteht durch seine Fähigkeit, uns von Arbeit zu befreien, die wir nicht machen können oder wollen. Bei der Mensch-Roboter-Kooperation geht es um Arbeitsplätze, an denen der Mensch ohne trennende Schutzeinrichtungen direkt mit einem Roboter zusammenarbeitet. Dadurch wird z. B. die höhere Flexibilität des Menschen mit der größeren Ausdauer und Genauigkeit der Maschine kombiniert. Das vorliegende Handbuch beschreibt alle wichtigen Aspekte, die beim Einsatz von kollaborativen Robotern eine Rolle spielen: - das Geschäfts- und Wettbewerbsumfeld – Wo und wann lohnt sich der Einsatz von kollaborativen Robotern überhaupt? - der vorhandene Maschinenpark im Unternehmen – Passen Roboter da hinein oder muss man zusätzliche Investitionen einplanen? - Arbeitsschutz – Sind Roboter unter allen Umständen sicher? - Technik – Welche Typen gibt es, welche Steuerungskonzepte gibt es? - Produktionsprozesse – Wie werden Roboter auf allen Ebenen erfolgreich integriert, ohne Menschen zu benachteiligen? Zahlreiche Beispiele aus verschiedenen Branchen zeigen die verschiedenen Einsatzszenarien von kollaborativen Industrierobotern. In der 2. Auflage gibt es zahlreiche Updates: - neue Applikationen und Sicherheitsstrategien - Weiterentwicklung der Sensorik und Programmierung - verbesserte Kopplung des Digitalen Zwillings - wesentlich erweiterte Modelle der Mensch-Roboter-Interaktion - neue Ansätze zur Inbetriebnahme und Umprogrammierung - KI-Unterstützung Dieses Buch ist ein Muss für alle, die den Roboter jenseits der Großserie für eine wandelbare Produktionsumgebung einsetzen möchten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. 1. Einführung in die industrielle Robotik mit Mensch-Roboter-Kooperation

    Susanne Oberer-Treitz, Alexander Verl
    Zusammenfassung
    In seinen Anfängen in den 1970er Jahren stand der Begriff Roboter für massige, hydraulisch betriebene Maschinen, die in Produktionsanlagen schwere Tätigkeiten verrichteten. Die schweren Maschinen konnten große Massen mit hoher Geschwindigkeit bewegen und hoben sich von Anfang an durch ihre universelle Einsetzbarkeit von den bis dahin bekannten Fertigungsmaschinen ab (Fryman, Matthias 2012). In den 1990er Jahren hatte sich der Industrieroboter in der Produktion als klassisches Arbeitsmittel verbreitet und obwohl für das Robotersystem aus damaliger Sicht viele seiner heutigen Einsatzgebiete und Anwendungen noch undenkbar waren, wurde seine Entwicklung schon damals als eine Revolution im industriellen Zeitalter gefeiert (Schraft 2003).
  3. 2. Hardwareseitige MRK-Systemgestaltung

    Sebastian Blankemeyer, Tobias Recker, Annika Raatz
    Zusammenfassung
    Das Kapitel Hardwareseitige MRK-Systemgestaltung gliedert sich in fünf Unterkapitel. Beginnend mit dem ersten Unterkapitel werden Grundlagen konventioneller Industrieroboter in den Bereichen mechanischer Aufbau, Sicherheitstechnik und Programmierung vermittelt. In dem darauffolgenden Unterkapitel werden die unterschiedlichen Kollaborationsszenarien sowie mit konventionellen Industrierobotern umsetzbare Kollaborationsarten und die dazu erforderliche Sicherheitstechnik beschrieben. Das dritte Unterkapitel widmet sich den dedizierten MRK-Robotern und ihren Anwendungsbereichen in der Produktion. Ebenfalls wird auf die biomechanischen Grenzen des Menschen und die Besonderheiten bei der Programmierung von kollaborationsfähigen Robotern eingegangen. Im vierten Unterkapitel wird eine Auswahl am Markt erhältlicher Roboterperipherie vorgestellt und in diesem Zusammenhang die Besonderheiten von kollaborationsfähigen Greifersystemen aufgezeigt. Den Abschluss bildet eine Sammlung weiterführender Fachbücher und der relevanten Normen.
  4. 3. Sensortechnik

    Christina Ramer, Maximilian Landgraf, Maximilian Wagner, Andreas Blank, Julian Seßner, Eike Schäffer, In Seong Yoo, Arnd Buschhaus, Hannah Riedle
    Zusammenfassung
    Eine grundlegende Voraussetzung zur Realisierung von MRK-Systemen stellt der Einsatz geeigneter Sensortechnik dar. Wie in herkömmlichen Produktionssystemen dienen Sensoren zur Automatisierung von Fertigungsschritten wie beispielsweise durch Abstandsmessungen oder Anwesenheitskontrollen von Bauteilen. Im Kontext der Mensch-Roboter-Kooperation spielen Sensoren zusätzlich eine wesentliche Rolle zur Realisierung sicherer Systeme.
  5. 4. Steuerungstechnik

    Akos Csiszar, Alexander Verl, Shan Fur, Florian Jaensch, Karl Kübler, Christian Scheifele, Stefan Scheifele
    Zusammenfassung
    Steuerungen bestimmen das Verhalten von industriellen Anlagen, Maschinen und Robotern. Basierend auf dem aktuellen Zustand der Anlage (erfasst durch Sensoren) ist die Steuerung der Teil, der die nächsten durchzuführenden Aktionen in der Anlage anfordert, wie in Bild 4.1 dargestellt. Das erwartete Verhalten der Anlage ist in Form eines Anwendungsprogrammes kodiert, welches in dedizierten Entwicklungsumgebungen entwickelt und auf die Steuerung geladen wird. Auf der Steuerung sorgt die von den Steuerungsherstellern entwickelte Firmware dafür, dass das Anwendungsprogramm ausgeführt wird. Die Konzipierung und Realisierung von Steuerungen und Steuerungsarchitekturen sind die Themen, mit denen sich die Steuerungstechnik auseinandersetzt.
  6. 5. Mensch-Roboter-Interaktion

    Michael Gradmann, Dominik Henrich, Eric M. Orendt, Dominik Riedelbauch, Michael Riedl, Michael Spangenberg, Tobias Werner
    Zusammenfassung
    Heutzutage werden Robotersysteme größtenteils in industriellen Umgebungen wie beispielsweise der Automobilindustrie, der Elektroindustrie oder dem Maschinenbau verwendet (IFR 2016). Diese klassischen Robotersysteme sind darauf ausgerichtet, einige spezielle Aufgaben mit maximalem Durchsatz durchzuführen. Die auszuführenden Aufgaben werden durch einen Experten im Vorfeld programmiert und nach Abschluss der Programmierung selbständig durch das Robotersystem ausgeführt.
  7. 6. Planung, Simulation und Inbetriebnahme

    Kai Lemmerz, Paul Glogowski, Alfred Hypki, Matthias Bartelt, Matthias Brossog, Eike Schäffer, Simon Roggendorf, Werner Herfs, Simon Storms, Christian Brecher, Bernd Kuhlenkötter
    Zusammenfassung
    Der breite Einsatz von Robotern und weiteren Automatisierungskomponenten in der Produktions-, Montage- und Bearbeitungstechnik wird durch verschiedene Hemmnisse erschwert, wobei die aufwendige Programmierung mit zeit- und kostenintensiven Stillstandszeiten des Produktionssystems ein entscheidender Nachteil ist.
  8. 7. Methoden zur erfolgreichen Einführung von MRK

    Rainer Müller, Matthias Vette-Steinkamp, Ali Kanso, Anne Blum, Attique Bashir, Khansa Rekik, Alexander Verl, Thomas Dietz, Miriam Benyakoub, Dirk Burkhard, Aaron Geenen, Leenhard Hörauf, Ortwin Mailahn, Tobias Masiak
    Zusammenfassung
    Die Einführung von MRK-Prozessen wird meist durch die technischen Möglichkeiten zur Automatisierung getragen, indem Tätigkeiten, die bisher vorwiegend manuell ausgeführt werden, automatisiert werden. Die Einbindung des Menschen, der mit dem System im Produktionsumfeld interagiert, ist sehr wichtig, da der Erfolg einer MRK-Anwendung stark von ihm abhängt. Nur eine wechselseitige Betrachtung von Mensch, Technik und Organisation führt zu einem langfristigen Erfolg der geplanten Maßnahme (Bild 7.1). Der Fokus dieses Kapitels liegt daher auf einer Einführungsstrategie, welche neben den technischen Anforderungen auch die Hemmnisse des Menschen gegenüber Veränderungen berücksichtigt und die Akzeptanz durch frühzeitige und aktive Einbindung sowie Aufklärung steigert.
  9. 8. Branchenspezifische Applikationen

    Achim Menges, Aimée Sousa Calepso, Alexander Verl, Andreas Argubi-Wollesen, Andreas Zeug, Benjamin Kaiser, Bernward Otten, Felix Amtsberg, Jens Wulfsberg, Jochen Bauer, Kai Lemmerz, Kornelius Wächter, Matthias Scholer, Maximilian Metzner, Maximilian Wagner, Michael Scholz, Michael Sedlmair, Robert Weidner, Sebastian Hirschmann, Sebastian Reitelshöfer
    Zusammenfassung
    Die Automobilindustrie hat, insbesondere in der Montagelinie, großes Interesse am Einsatz der Mensch-Roboter-Kooperation1. Hier bietet eine angepasste Automation mit einer fähigkeitsbasierten Aufgabenteilung zwischen Mensch und Roboter deutliche Vorteile im Vergleich zu einer Vollautomation. Die Gründe hierfür sind die hohe Variantenvielfalt und Komplexität der Montageprozesse. Innerhalb dieses Kapitels werden zunächst die Rahmenbedingungen und Anforderungen zur Nutzung der MRK in der Automobilindustrie dargestellt. Hierzu werden eine Übersicht der Teilbereiche der Produktion und die Nutzung der Robotik innerhalb dieser Bereiche gezeigt. Im Anschluss werden die Anforderungen an die MRK aus Sicht des Produktes, der Planung, der Sicherheitstechnik und der Produktion abgeleitet und Lösungsansätze dargestellt. Hierzu werden zunächst die MRK-Einsatzbereiche in der Automobilindustrie gezeigt und anschließend eine Systematik zur Implementierung beschrieben. Danach erfolgt die Illustrierung von Beispielen umgesetzter Applikationen.
  10. 9. Entwicklungsrichtungen für aktuelle und zukünftige Anwendungen

    Gundula Runge-Borchert, Mats Wiese, Jan Peters, Annika Raatz, Lüder A. Kahrs, Max-Heinrich Laves, Sebastian Tauscher, Tobias Ortmaier
    Zusammenfassung
    Das Bestreben nach einem weitreichenderen Einsatz von robotischen Systemen jenseits von industriellen Anwendungen hat die Suche nach neuen Lösungsansätzen auf diesem Gebiet in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus von Wissenschaft und Gesellschaft gerückt. Längst sollen Roboter den Menschen nicht mehr nur bei der Verrichtung schwerer und monotoner Arbeiten in der Produktion entlasten; so zeichnet sich schon seit einiger Zeit eine Trendwende dahingehend ab, dass vermehrt auch einfach auszuführende Dienstleistungstätigkeiten von intelligenten robotischen Systemen übernommen werden können und sollen. Bislang jedoch haben, neben rechtlichen Gesichtspunkten, vor allem die Faktoren „Sicherheit“ und „Zuverlässigkeit“ einer weiteren Durchdringung des alltäglichen Lebens mit Robotern Einhalt geboten. Doch Bemühungen mit der Robotik in bisher wenig erschlossene Gebiete vorzudringen und Nischen durch Schaffung von neuen Anwendungsfeldern zu besetzen, haben gleichzeitig zur Entstehung von neuartigen Lösungsansätzen und, damit einhergehend, zu einem veränderten Verständnis dessen, was gemeinhin als robotisches System verstanden wird, geführt.
  11. Backmatter

Titel
Handbuch Mensch-Roboter-Kollaboration
Verfasst von
Rainer Müller
Jörg Franke
Dominik Henrich
Bernd Kuhlenkötter
Annika Raatz
Alexander Verl
Copyright-Jahr
2024
Verlag
Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Electronic ISBN
978-3-446-47460-4
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-446-47460-4

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    Marktübersichten

    Die im Laufe eines Jahres in der „adhäsion“ veröffentlichten Marktübersichten helfen Anwendern verschiedenster Branchen, sich einen gezielten Überblick über Lieferantenangebote zu verschaffen. 

    Bildnachweise
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