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Über dieses Buch

In einer sich rasch wandelnden Welt steht auch der Soldatenberuf vor neuen und wachsenden Herausforderungen. Dieses Handbuch bietet Grundlagen für eine umfassende und wissenschaftlich fundierte, dennoch praxisorientierte Reflexion des soldatischen Handelns und des militärischen Auftrags.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Der Soldat zwischen Krieg und Frieden: Ethische Orientierungen

Frontmatter

Grundperspektiven der militärischen Berufsethik

Ethik ist die wissenschaftliche Reflexion des menschlichen Urteilens und Handelns unter der Perspektive von richtig und falsch, von gut und böse, von geboten und verboten. Der Begriff geht auf das griechische Wort ethos (Gewohnheit, Sitte, Brauch) bzw. äthos (Charakter, Grundhaltung, Tugend) zurück und wurde von Aristoteles erstmals verwendet. Nach diesem Verständnis umfasst Ethik zum einen die Lehre von den kollektiven Gewohnheiten und zum anderen die Lehre vom Charakter des Einzelnen.
Thomas Bohrmann

Der Soldat als moralischer Akteur

Ohne Pathos sollte die künftige Streitmacht sein, aber nicht ohne Ethos. Eine neue Konzeption des Soldatischen, ein besonderer Typus des Soldaten sollte die innere Struktur der Armee tragen und eine moderne Führungsphilosophie – die der Inneren Führung (vgl. De Libero 2010: S. 47).
Veronika Bock

Grundzüge christlicher Friedensethik

Das Ideal des Friedens spielt in nahezu allen Religionen eine zentrale Rolle. Dabei gibt es jedoch zugleich charakteristische Unterschiede zwischen den Weltreligionen, die sich wechselseitig ergänzen und befruchten können. Berühmt wurde beispielsweise Gandhis Verknüpfung des hinduistischen Prinzips „Ahimsa“, Gewaltlosigkeit, mit dem biblischen Ideal der Feindesliebe.
Markus Vogt

Der Gerechte Friede als politisch-ethisches Leitbild

Der Gerechte Friede bezeichnet das Leitbild, unter dem der friedensethische Diskurs nach dem Zweiten Weltkrieg in den deutschsprachigen Kirchen zu einem weitgehenden Konsens gekommen ist (vgl. Ackermann 2008: S. 14). Im Folgenden sollen zunächst wesentliche historische Stationen auf dem Weg zu diesem Konsens beschrieben werden.
Dirck Ackermann

Krieg und Frieden: Traditionslinien und aktuelle Positionen in der philosophischen Ethik

Kriege werden nicht nur geführt; sie werden gedacht (vgl. Aron 1980), und sie werden überdacht (vgl. Geis 2006). Das Denken und – besonders – das Überdenken des Krieges sind Aufgaben der Ethik, wenn es denn die Aufgabe der Ethik ist, das menschliche Leben in der Gesamtheit seiner Phänomene denkend zu begleiten unter der normativen, schon vom platonischen Sokrates gestellten Frage, „wie man leben soll“ (vgl. Lohmann 2007).
Friedrich Lohmann

Gewalt – Recht – Staat: Interdisziplinäre Annäherungen

Frontmatter

Die Trennung von Religion und Politik als Voraussetzung moderner Staatlichkeit

Es waren „ganz normale Männer“ (Browning 1998), die während des 2. Weltkrieges in „Reserve-Polizeibataillonen“ hinter der Ostfront eingesetzt waren, um dort systematisch Juden aufzuspüren und entweder zu erschießen oder in Konzentrationslager zu verfrachten, auf dass sie dort ermordet würden.
Volker Stümke

Die Trennung von Religion und Politik als Voraussetzung moderner Staatlichkeit

Am 28. Januar 1919 hielt Max Weber in München seinen legendären Vortrag „Politik als Beruf“. Gerade auch dem Verhältnis des Politischen zur Ethik gilt dabei seine Aufmerksamkeit. Am Beispiel des Calvinismus zeigt Weber auf, dass eine grundsätzliche Bereitschaft zur Verteidigung des eigenen Glaubens mit Mitteln der Gewalt kein auf den Islam beschränktes Phänomen ist. Religion, Politik und Ethik sind eng ineinander verwoben.
Alf Christophersen

Verrechtlichung staatlicher Gewalt aus ethischer Perspektive Das Verhältnis von Recht, Moral und Politik im Kontext militärischer Auslandseinsätze

Die Demokratien des Westens verstehen sich heute mehrheitlich als Rechtsstaaten. Dies bedeutet, dass die Staatsgewalt an das Recht gebunden ist und gleichzeitig durch das Recht kontrolliert wird. Das Recht tritt damit sowohl der persönlichen als auch der staatlichen Willkür und Gewalt entgegen und sichert die Gleichberechtigung aller Menschen in einer Gemeinschaft. In den modernen Demokratien ist das Recht zu einem Garanten geworden, durch das Freiheit und Gleichheit institutionell gesichert werden.
Michael Reder

Zulässigkeit und Begrenzung militärischen Handelns aus völkerrechtlicher Perspektive

Das gegenwärtige Völkerrecht (das in erster Linie zwischen den Staaten geltende Recht) regelt die Zulässigkeit und Begrenzung militärischen Handelns in drei unterschiedlichen Normkomplexen: 1. dem zwischenstaatlichen Gewaltverbot, das bewaffnete Konflikte zwischen Staaten verhindern will (ius ad bellum), 2. dem in bewaffneten Konflikten anwendbaren Recht (ius in bello), humanitäres Völkerrecht, und 3. dem internationalen Recht zum Schutz der Menschenrechte. Dabei kommen die Rechtsnormen des zweiten und dritten Komplexes grundsätzlich parallel zur Anwendung. Überwiegend sind diese Regeln, aus denen sich Verpflichtungen sowohl für die Staaten als auch für Individuen ergeben, in von den Staaten abgeschlossenen völkerrechtlichen Verträgen niedergelegt, doch gibt es auch gewohnheitsrechtliche Normen, die kraft kontinuierlicher Übung und einer Rechtsüberzeugung der Staaten gelten.
Bardo Fassbender

Bundesdeutsche Besonderheiten der Einhegung militärischer Sicherheitspolitik

Die politischen Überlegungen und Entscheidungen, die schließlich zur Aufstellung bundesdeutscher Streitkräfte führten, erfolgten unter dem Eindruck des sich zuspitzenden Kalten Krieges und mit Blick auf das von einer Mehrheit der damaligen politischen Akteure angestrebte Ziel, die Bundesrepublik Deutschland möglichst bald als gleichberechtigten Partner in den Kreis der westlichen Nationen zu integrieren.
Ursula Münch, Jasmin Röllgen

Soldatsein im 21. Jahrhundert: Sicherheitspolitische Rahmenbedingungen

Frontmatter

Weltpolitische Veränderungen nach dem Ende des Kalten Krieges

Im vorliegenden Beitrag gehe ich von der Beobachtung aus, dass weltpolitische Veränderungen nach dem Ende des Kalten Krieges zahlreiche direkte und indirekte Implikationen für globale Politik im Allgemeinen sowie für Sicherheitspolitik und den Beruf des/der Soldat/in im Speziellen haben.
Stephan Stetter

Deutsche Bündnispolitik im 21. Jahrhundert

Auch im 21. Jahrhundert wird Deutschlands Zugehörigkeit zu militärischen Bündnissen von zentraler Bedeutung für die Außen- und Sicherheitspolitik des Landes sein. Allerdings darf dies nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass das 21. Jahrhundert einer Neudefinition deutscher Beteiligung an sicherheitspolitischen Bündnissen bedarf. Denn der Übergang vom 20. zum 21.
Carlo Masala

Von der konventionellen Kriegführung zur Abwehr asymmetrischer Gewalt Zur Theorie der „neuen Kriege“

Die Theorie der „neuen Kriege“ ist vor allem, etwa bei Mary Kaldor (vgl. dies. 2000), durch die Beobachtung der jugoslawischen Zerfallskriege sowie der Massakerkriege in West- und Zentralafrika angestoßen worden. Zuvor bereits hatte Martin van Creveld (vgl. ders. 1998) die These aufgestellt, die Ära des high intensity war sei zu Ende und durch eine Epoche des low intensity war abgelöst worden.
Herfried Münkler

Terrorismus als Bedrohung in einer globalisierten Welt

Im wissenschaftlichen Diskurs wird gegenwärtig eine Vielzahl an Terrorismus-Definitionen unterschieden. Schmid (vgl. ders. 2011: S. 99) etwa verweist auf über 250 verschiedene staatliche, internationale und akademische Definitionen von Terrorismus, wobei über 20 verschiedene Definitionselemente verwendet werden, je nachdem, welche Interessengruppen die Definition vornehmen.
Thomas Kron, Eva-Maria Heinke

Neue Aufgaben und Einsätze der Bundeswehr

Spätestens mit dem am 4. September 2009 durch einen deutschen Oberst angeordneten Luftschlag gegen zwei von den Taliban entführte Tanklastzüge nahe des nordafghanischen Kunduz wurde die von der politischen und militärischen Führung in Deutschland ausdauernd gepflegte Legende über das Wesen der Auslandseinsätze der Bundeswehr von der harten Realität eingeholt.
Sven Bernhard Gareis

Berufsethische Bildung: Aktuelle Entwicklungen und Perspektiven

Frontmatter

Berufsethische Aspekte in der gegenwärtigen Ausbildung der Bundeswehr

An erster Stelle gilt es einen allgemeinen Überblick darüber zu geben, welche Institutionen in der Bundeswehr sich an ihrer berufsethischen Bildung beteiligten. So gibt es an den 1973 gegründeten Hochschulen, später Universitäten der Bundeswehr in Hamburg und München sowohl eine Professur für Evangelische Theologie als auch eine Professur für Katholische Theologie unter besonderer Berücksichtigung der Sozialwissenschaften und der Sozialethik.
Thomas R. Elßner

Der Lebenskundliche Unterricht als Lernort ethischer Reflexion

Der Lebenskundliche Unterricht war sowohl inhaltlich als auch methodisch von Anbeginn seiner Einführung im Kern immer schon ein Ethikunterricht. Dies gilt es in einem ersten Teil – nach einigen erläuternden Hinweisen zu den grundlegenden Zielbestimmungen bei der Einrichtung dieses Unterrichts – anhand ausgewählter Beispiele darzustellen. Erst mit der Inkraftsetzung der neuen Zentralen Dienstvorschrift (ZDv) 10/4 im Jahr 20091, welche die ZDv 66/2 aus dem Jahre 1959 ablöste, erfuhr dieser Unterricht eine spezifische berufsethische Ausrichtung.
Lothar Bendel, Manfred Suermann

Berufsethik in anderen Streitkräften am Beispiel der Schweizer Armee

Basierend auf diesen Fragen wird nach den notwendigen Vorbemerkungen zur militärischen Berufsethik im Allgemeinen und zur Schweizer Armee im Speziellen (Kap. 1) das Konzept „Militärethik in der Schweizer Armee“ detailliert vorgestellt (Kap. 2). Anschließend geht der Artikel auf die inhaltlichen Grundlagen des Schweizer Konzeptes ein (Kap. 3) und stellt die Führungs-, Ausbildungs- und Erziehungskultur der Schweizer Armee vor (Kap. 4).
Dieter Baumann

Ärztliche Ethik als Beispiel einer berufsethischen Konzeption

Kaum ein anderer Beruf kann auf eine vergleichbar detailliert ausformulierte, historisch über Jahrtausende gewachsene und dabei in weiten Bereichen erstaunlich stabile berufliche Ethik zurückgreifen wie derjenige des Arztes. Bereits in der Antike formulierte eine pythagoräische Ärztegruppe einen Verhaltenskodex für Ärzte, der unter der Bezeichnung „Hippokratischer Eid“ bis in die Neuzeit hinein gewirkt hat.
Georg Marckmann

Die Grenzen des Menschenrechts und das Ethos des Soldaten Überlegungen zur Haltbarkeit einer Idee

Wolf Graf von Baudissin, der Vater der Inneren Führung und des Leitbildes vom „Staatsbürger in Uniform“, war ein nüchterner Diagnostiker. Die gesellschaftliche Wirklichkeit in Deutschland nach 1945 und die ideologischen Vorgaben der Siegermächte ließen nur einen Schluss zu: Der Zusammenbruch einer überkommenen Lebensform durfte auch für neue bundesdeutsche Streitkräfte nicht folgenlos bleiben.
Jochen Bohn

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