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Über dieses Buch

Dieses Buch führt in die digitale (R)evolution der Wirtschaft am Beispiel des Dienstleistungssektors Handel ein und stellt Strategien sowie neue Technologien für eine erfolgreiche Gestaltung der digitalen Transformation vor. Unter dem Stichwort „Handel 4.0“ diskutieren Autoren aus Wissenschaft und Praxis, wie eine traditionelle Branche durch die Digitalisierung neben neuen Konkurrenten vor allem neue Chancen erhält, mit innovativen Dienstleistungen ihre Kunden neu zu begeistern. Dabei spielen die Auswirkungen auf Geschäftsmodelle, Wertschöpfungsketten, Prozesse und Technologien eine genauso große Rolle wie die eigene Transformation der Unternehmen und ihrer Mitarbeiter. Das rasante Wachstum des Online-Handels zwingt Unternehmen, traditionelle Geschäftsmodelle zu überdenken. Multi- oder Omni-Channel sind Themen, mit denen sich auch rein stationäre Handelsunternehmen beschäftigen müssen, um am Markt bestehen zu können. Eine intelligente Kombination stationärer Elemente mit Online-Inhalten ist ein Schlüssel, um im digitalen Konkurrenzkampf wettbewerbsfähig zu bleiben. Aufgezeigt werden mögliche Wege hin zu einer erfolgreichen Transformation und gelungene Beispiele namhafter nationaler und internationaler Handelsunternehmen. Die Kombination aus aktuellen Forschungsergebnissen und Best Practices machen diese Einführung in das Thema Handel 4.0 zu einer lohnenswerten Lektüre für Praktiker und Forscher.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Die Digitalisierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Handel

Frontmatter

Wie verändert die Digitalisierung unser Denken und unseren Umgang mit der Welt?

Ausgangspunkte einer Theorie der Digitalisierung
Zusammenfassung
Das Stichwort der Digitalisierung der Gesellschaft ist in aller Munde. Jeder weiß, was darunter zu verstehen ist. Es spielt an auf eine zunehmende Beteiligung von Computern an privaten und beruflichen Aktivitäten der Menschen, auf eine zunehmende Durchsetzung der Infrastruktur der Gesellschaft mit elektronischen Rechnern, auf das Wachsen von Datenspeichern mit dem Versprechen des Gewinns neuartiger Kenntnisse aus raffinierten statistischen Verfahren („Big Data“), auf die verblüffende Reduktion multimedialer Kommunikation mit Bildern, Texten, Tönen und Videos auf einen digitalen 0/1-Code, der diese Kommunikation überdies vielfach bearbeitbar macht, und nicht zuletzt auf die große Frage, was den Menschen noch Menschliches bleibt, wenn ihr Intellekt, ihre Wahrnehmung, ihre Kommunikation, ihr Gedächtnis in die Maschinen auswandern. Bleibt ihnen nur das Analoge? Und was wäre das?
Dirk Baecker

Einzelhandel in Läden – Ein Auslaufmodell?

Chancen und Risiken in einer strukturellen Umbruchphase
Zusammenfassung
„Handel ist Wandel“. Nie schien diese alte Weisheit aktueller. Das große Sterben des letzten Jahrhunderts, ob das der Tante-Emma-Läden, der Supermärkte, der Fachgeschäfte, der Warenhäuser oder der Ladenpassagen, scheint eine Randnotiz der Geschichte vor den angeführten Umwälzungen dieser Tage. Die Bedrohung komme aus dem Netz. Dem Konsumenten stünden online kostengünstigere Einkaufsmöglichkeiten zur Verfügung, was zwangsläufig zum Austrocknen des stationären Handels führen müsse. Einzelhändler würden zum digitalen Broker, in dem sie dem Verbraucher die Ware direkt vom Distributionslager nach Hause zustellen. Der Einzelhandel im engeren Sinne würde sich somit schon kurzfristig selber abschaffen. Was bleibe, seien vereinzelte Restbestände, die aus Mitleid und Romantik gerade noch am Leben erhalten werden.
Manuel Jahn

The Big Change. Auswirkungen der neuen Technologien von Industrie 4.0.

Neue Wertschöpfungsketten für den Handel
Zusammenfassung
Der Terminus Industrie 4.0 (I4.0) ist aus einer Arbeitsgruppe der Forschungsunion zur Erarbeitung der Vision einer zukünftigen Industriegesellschaft unter Einfluss des Internets hervorgegangen. Insbesondere ist er von den Leitern dieser Gruppe Prof. Dr. Henning Kagermann, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Wahlster sowie Prof. Dr. W.-D. Lukas geprägt worden. (Die Forschungsunion ist eine vom BMBF eingerichtete Gruppe von Vertretern aus Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft zur Erarbeitung von Leitlinien für die High- Tech-Strategie der Bundesregierung gewesen, der auch der Verfasser angehörte).
August-Wilhelm Scheer

Die Basisarchitektur digitaler Geschäftsmodelle

Zusammenfassung
Das relative Kräfteverhältnis in der modernen Geschäftswelt hat sich schon lange von analog zu digital verlagert und die digitale Transformation erfasst heute sämtliche Geschäftsbereiche vom hoch innovativen Hightech-Sektor bis hin zur klassischen Industrie. Zahlreiche der aktuell wertvollsten Unternehmen der Welt sind gar sogenannte „Pure Player“, also rein digital ausgerichtete Unternehmen mit ausschließlich elektronischen Wertschöpfungsprozessen (z. B. Google, Facebook oder Alibaba). Viele dieser Unternehmen waren vor nicht zu langer Zeit noch ein Start-Up und konnten seit ihrer Gründung ein enormes Wachstum generieren. Davon abgesehen haben diese Unternehmen eine Sache gemein: Ein gut entwickeltes, differenziertes und klar artikuliertes digitales Geschäftsmodell basierend auf elektronischen Wertschöpfungsprozessen als zentraler Punkt ihrer Geschäftsstrategie und somit als Treiber ihres Wettbewerbsvorteils in einer immer komplexer und dynamischer werdenden Umwelt, die in stetig kürzer werdenden Zyklen durch Innovationen neu geordnet wird.
Tobias Kollmann, Simon Hensellek

Analyse des Digitalisierungspotentials von Handelsunternehmen

Zusammenfassung
Die aktuelle Diskussion um die „Moden“1 der „Digitalisierung“ und der „Disruption“2 durch neue Technologien ist aus einer wissenschaftlichen Perspektive als kritisch zu beurteilen. Es wird mitunter der Eindruck erweckt, dass es einen kategorischen Unterschied von digitalen und „analogen“ Unternehmen gibt. Dabei werden seit Jahrzehnten Unternehmen oder Betriebe als sozio-technische Systeme in der Betriebswirtschaftslehre verstanden.3 Dieses Verständnis von Unternehmen hat auch weiterhin Bestand und es bedarf keiner Anpassung dieser Definition: es gibt kein ausschließlich digitales Unternehmen. In jedem Unternehmen sind mindestens die Anteilseigner Individuen oder Institutionen.
Reinhard Schütte, Thomas Vetter

Technologien für die Digitalisierung des Handels

Frontmatter

Vom Barcode zu Mobile Commerce – Moderne Handels-IT stellt Kundennutzen in den Mittelpunkt

Zusammenfassung
Die Bedeutung der Informationstechnik für den Handel ist heute so hoch wie nie zuvor. Mittlerweile gibt es kaum noch Bereiche, welche die IT nicht durchdringt. Und auch die strategischen Aufgaben der IT haben sich geändert. Während bis zur Jahrtausendwende die Rationalisierung im Mittelpunkt der IT-Nutzung stand, steht heute immer mehr der Kundennutzen im Vordergrund. Themen, wie Omni-Channel, Mobile Commerce oder mobiles Bezahlen stehen heute ganz oben auf den Prioritätenlisten der Handels-IT. Damit reagiert der Handel auf ein neues Konsumentenverhalten, das in enger Verbindung mit einer immer stärkeren Nutzung von IT-Systemen durch die Menschen selbst steht.
Michael Gerling

Der technologische Fortschritt im Handel getrieben durch Erwartungen der Kunden

Von der Digitalisierung im Handel zur kundenorientierten Cyber-Physischen Handelsumgebung mit Beispielen aus dem Innovative Retail Laboratory
Zusammenfassung
Getrieben durch die allgegenwärtige Bestellmöglichkeit und die Möglichkeit der Akquise spezifischer Produktinformationen unterschiedlichster Artikel im Onlinehandel, sind die Erwartungen an Datentransparenz und Dienstleistungen deutlich gestiegen. Dies zeigt sich unter anderem auch daran, dass Kunden heutzutage bereits vor dem Betreten eines Geschäfts sich über das gewünschte Produkt im Internet informieren und somit teilweise mehr Produktinformationen als die Verkäufer im Geschäft aufweisen. Dennoch möchten sie auch dort weitere qualifizierte Informationen und eine individualisierte Beratung erhalten. Um diesen Kundenbedürfnissen gerecht zu werden, müssen immer mehr auf den jeweiligen Kunden zugeschnittene Dienstleistungen und vorselektierte Produktinformationen im Markt zur Verfügung gestellt werden.
Antonio Krüger, Gerrit Kahl

Die technologische Entwicklung der Digitalisierung im Handel

Zusammenfassung
Die Digitalisierung schreitet auch im Handel unaufhaltsam voran. Seit jeher hat der Handel auf eine intelligente Nutzung von Technologie gesetzt – die Margen des Geschäfts erfordern ein besonders klares Verständnis des Geschäftsnutzens, bevor weitreichende Investitionen getätigt werden – und umgekehrt wird gezielt investiert, sobald sich dadurch klare Vorteile in Wettbewerbs- und Kostenposition ergeben. In derselben Weise erfolgt derzeit die Digitalisierung der Geschäftssysteme des Handels. Natürlich besteht im Vergleich zu vorhergegangenen Technologisierungsschritten eine besondere Herausforderung: Die Geschwindigkeit, mit der etablierte ebenso wie neue Wettbewerber bestehende Geschäftsmodelle angreifen und erfolgreich in Frage stellen, ist um ein Vielfaches höher als in der Vergangenheit.
Stefan Spang

Ertragsmanagement im Wandel – Potentiale der In-Memory Technologie

Zusammenfassung
Der rasante Zuwachs an computergestützten Verkaufsmöglichkeiten und die wachsende Bedeutung sozioökonomischer Kommunikation führen zu einem Wandel im modernen Ertragsmanagement und dem elektronischen Handel. Durch die Digitalisierung des Handels können Verkaufsdaten in einem stetig wachsenden Umfang erfasst, gespeichert und ausgewertet werden. Damit ist es möglich, automatisierte Verfahren zur Optimierung von Verkaufsstrategien einzusetzen und Verkaufsprozesse effizienter zu gestalten.
Matthias Uflacker, Rainer Schlosser, Christoph Meinel

Transformation des Handels zu digitalisierten Unternehmen

Frontmatter

Herausforderungen und Chancen für die Digitalisierung von Handelsunternehmen.

Zusammenfassung
„Durch die zunehmende Digitalisierung aufgrund technologischer Innovationen haben sich die Arbeitswelten im Handel grundlegend verändert und werden dies weiter tun“ (Weinfurtner et al. 2015, S. 2). Diese Aussage von Weinfurtner spiegelt exemplarisch eine Vielzahl aktueller Einschätzungen wider, die den fundamentalen Einfluss der Digitalisierung auf bisherige sowie zukünftige Prozesse in Handelsunternehmen diskutieren. Darüber hinaus ist aus unternehmerischen Sicht dem Umstand Rechnung zu tragen, dass die Komplexität entscheidungsrelevanter Rahmenbedingungen zugenommen hat.
Bernd Leukert, Rainer Gläß

Veränderung der Geschäftsmodelle im Handel durch die Digitalisierung

Zusammenfassung
Der Einzelhandel durchlebt im Zuge der Digitalisierung eine fundamentale Transformation, die selbst die mit dem Aufkommen der Selbstbedienung einhergegangenen Veränderungen der Handelslandschaft (Müller-Hagedorn/Preißner 1999, S. 150) in den Schatten stellt. Das Konsumentenverhalten verändert sich in einer enormen Geschwindigkeit. Der Umsatz im Online-Handel konnte 2014 die 40-Milliarden-Euro-Grenze durchbrechen. Damit wird im Einzelhandel heute bereits jeder zehnte Euro online ausgegeben (IFH Köln 2014a, S. 5f.). Bis 2020 wird der online generierte Einzelhandelsumsatz – je nach Szenario – sogar bei rund 15 bis 25 Prozent liegen (vgl. Abb. 1).
Eva Stüber, Kai Hudetz, Gero Becker

Omni-Channel und Modularisierung bei Coop

Format- und kanalübergreifender Handel und Digitalisierung
Zusammenfassung
Wer in der Schweiz „Coop“ hört, denkt sofort an den Supermarkt um die Ecke. Doch Coop ist weit mehr als das: Neben den über 800 Supermärkten führt Coop im Schweizer Detailhandel (Einzelhandel) zahlreiche Fachformate, die oftmals nicht das Coop-Logo tragen. Beispielsweise gehören Interdiscount, die Nummer eins im Schweizer Markt für Unterhaltungselektronik, The Body Shop Switzerland und Christ, die größte Uhren- und Schmuckkette der Schweiz, zur Coop-Gruppe. Tab. 1 gibt einen Überblick über die Fachformate der Coop-Gruppe.
August Harder

Die Digitalisierungsperspektive bei Fressnapf

Zusammenfassung
Die Fressnapf-Gruppe ist Marktführer im Heimtierbedarf in Europa. Das Unternehmen wurde 1990 von Inhaber Torsten Toeller in Erkelenz (NRW) gegründet. Zur Unternehmensgruppe gehören heute rund 1.400 Fachmärkte in elf europäischen Ländern (dort meist unter dem Namen Maxi Zoo) und mit mehr als 10.000 Beschäftigten. In seinen Märkten bietet Fressnapf zwischen 6.000 und 10.000 Produkte an: von Futter, über Pflege, Spielzeug, Zubehör bis zu Spezialangeboten wie Bio- oder BARF-Produkte. Hinzu kommt ein großes Angebot an Fressnapf-Marken. Die aktuell 13 exklusiv bei Fressnapf erhältlichen Marken führen Tiernahrung, Snacks, Zubehör und Spielzeug für alle Tierarten im Portfolio.
Torsten Toeller
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