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21.10.2021 | Handel | Nachricht | Onlineartikel

Innenstädte im Corona-Schock

Autor:
Alexander Ebert
2 Min. Lesedauer

Der deutsche Innenstadt-Einzelhandel erlitt im Zuge der Pandemie einen regelrechten Corona-Schock. Zeitgleich legte der Online-Handel kräftig zu, zeigt eine aktuelle empirische Analyse. 

Die Corona-Schutzmaßnahmen führten zu einem erheblichen Rückgang an Passantinnen und Passanten in den Innenstädten. Etwa ein Drittel weniger Menschen schlenderten 2020 durch die Fußgängerzonen der deutschen Städte. Besonders die Händlerinnen und Händler in den Innenstädten waren davon negativ betroffen und mussten Umsatzrückgänge verkraften.

Ohne E-Commerce gingen die Nettoumsätze in den deutschen Innenstädten um rund 9,4 auf gut 241 Milliarden Euro zurück. Hingegen: Der Onlinehandel nahm in der Pandemie nochmals deutlich an Bedeutung zu; über diesen Vertriebsweg konnten innerstädtische Händlerinnen und Händler Umsätze retten.

Zu diesen Ergebnissen kommt die empirische Analyse "Corona-Schock für den Handel in deutschen Innenstädten", die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im September 2021 veröffentlichte. Die Studie basiert auf einer Umfrage des Handelsverbandes Deutschland unter mehr als 1.000 Unternehmen im ersten Quartal 2021, auf Daten des Statistischen Bundesamtes sowie Passantenzahlen in ausgewählten Innenstädten.

Zeitweise starke Umsatzeinbrüche

Die Auswirkungen der Pandemie zeigen sich besonders im April 2020 sowie im Januar/Februar 2021. In diesen Phasen seien Umsatzrückgänge um acht und mehr Prozent zu verzeichnen. Die Studie stellt fest, "dass durch die Pandemie der regelmäßige Rhythmus des Einzelhandels aus dem Takt geraten ist".

Internet-Handel profitierte

Weiter hält die Analyse des IW fest, "dass besonders der Versand- und Internethandel überproportional im Jahr 2020 profitieren konnte, während vor allem kleinere Unternehmen aus der Gruppe sonstiger Einzelhandel in Verkaufsräumen unter der Pandemie gelitten haben".

Wegen der uneinheitlichen Umsatzentwicklung wurden Passantenzahlen als weiterer Gradmesser im Hinblick auf die Auswirkungen der Pandemie auf die Innenstädte analysiert. Im Jahr 2019 waren in den Innenstädten im Schnitt etwa 28 Millionen Fußgänger pro Monat unterwegs – mit dem ersten Corona-Lockdown im März und April 2020 aber nur noch gut sieben Millionen. Ein ähnlicher Absturz wiederholte sich beim zweiten Lockdown. Insgesamt, so das IW, "sank die Zahl der Passanten in den Innenstädten im Schnitt um rund ein Drittel".

Konsumerholung in Sicht

Die IW-Studie blickt auch auf die zweite Jahreshälfte 2021. Dazu heißt es: "Im Juli 2021 lagen die Passantenzahlen bereits bei 90 Prozent des Vorkrisenniveaus. Da sie zusätzlich das Konsumklima sehr gut abbilden, zeigt sich anhand der aktuellen Entwicklung durchaus das Potenzial einer Konsumerholung in der zweiten Jahreshälfte 2021."

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