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Über dieses Buch

Die Autoren stellen eine in dieser Form noch nicht vorhandene Untersuchung von Hanginstabilitäten im System „Hart auf Weich“ vor, die weltweit ein erhebliches Gefahrenpotenzial sind. Anhand von vier alpinen Fallbeispielen werden Ursachen und Erscheinungsbild instabiler Felshänge untersucht, deren Auswirkungen abgegangene oder potenzielle Felsstürze sind. Eine Besonderheit ist, dass durch teilweise über einen Zeitraum von 30 Jahren andauernde Messungen den steuernden externen Einflüssen nachgegangen werden konnte.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung, Zielsetzungen

Zusammenfassung
Die zunehmende infrastrukturelle Belastung durch steigenden Siedlungsdruck, Fremdenverkehr und Ausbau der Transport-/Verkehrswege haben in reliefbetonten Regionen (z. B. Alpen, Mittelgebirge) zu einem Vordringen des Menschen in potenziell gefährdete Bereiche geführt, in denen der Abbau relief- und materialbedingter Instabilitäten durch morphogenetische Prozesse wie Erosion und Hangbewegungen erfolgt (vgl. von POSCHINGER 1992). Plötzliche Massenbewegungen wie Felsstürze und Felsgleitungen gehören meist zu natürlichen Hanginstabilitäten mit längerer Vorgeschichte, deren ursächliche Faktoren in der Morphologie, geologischen Struktur, in Verwitterungs- und Entspannungsvorgängen und u. U. im Wasserhaushalt der Hänge zu suchen sind (vgl. SCHINDLER 1994). Sie bereiten sich über lange Zeiträume vor und können ohne Aufnahme und Überwachung oder falscher Interpretation der Vorgänge zu einer unerwarteten Gefährdung von Menschen und Sachwerten führen.
Michael Moser, Michael Lotter, Ulrich Glawe, Dominik Ehret, Michael Krautblatter, Joachim Rohn

Kapitel 2. Grundlagen zum geomechanischen System „Hart auf Weich“

Zusammenfassung
„Hart auf Weich” hat schon sehr früh Naturforscher und Geologen in den Bann gezogen. So beschreibt Walter Penck zu Anfang des 20. Jahrhunderts, dieses Phänomen in den Dolomiten sehr eindrucksvoll und poetisch (1912: 90, Abb. 2).
Michael Moser, Michael Lotter, Ulrich Glawe, Dominik Ehret, Michael Krautblatter, Joachim Rohn

Kapitel 3. Spröde Deckplatte überlagert eine mächtige duktile Unterlage

Zusammenfassung
Besonders schöne Beispiele liefert für diese Konstellation der mittlere Abschnitt der Nördlichen Kalkalpen. Kennzeichnend ist das Auftreten von teilweise Anhydrit bzw. Gips und Salz führenden, feinklastischen Ton- und Mergelsteinen. Diese weisen eine deutlich geringere Gesteinsfestigkeit auf als Kalk- und Dolomitsteine.
Michael Moser, Michael Lotter, Ulrich Glawe, Dominik Ehret, Michael Krautblatter, Joachim Rohn

Kapitel 4. Spröde Deckplatte auf geringmächtiger, geneigter, duktiler Unterlage

Zusammenfassung
Im Einzugsgebiet des Oselitzenbaches im oberen Gailtal (Kärnten) existieren bedeutsame, strukturell komplexe und rezent aktive, durch langsame Fließ- und Gleitprozesse charakterisierte Großhangbewegungen in unterschiedlicher Ausbildung (Abb. 76). Die Talzuschübe Reppwand-Gleitung (KAHLER & PREY, 1963; MOSER & WINDISCHMANN, 1989; MOSER et al., 1988; WEIDNER, 2000; EISENBARTH et al., 2004; AMATRUDA et al., 2004) und Schlanitzenalm-Gleitung (GLAWE & MOSER, 1990) sind aufgrund ihrer Größe und/oder ihrer (Teil-)Aktivität besonders hervorzuheben. Der Tomritsch-Zuschub (aktiv, im Vergleich kleinflächig) und der Madritschen-Zuschub (inaktiv, subrezent) sind weitere nennenswerte Großhangbewegungen im hinteren Rudniggraben (MOSER & GLAWE 1994).
Michael Moser, Michael Lotter, Ulrich Glawe, Dominik Ehret, Michael Krautblatter, Joachim Rohn

Kapitel 5. Wechsellagerung von gebankten Kalken mit dünnschichtigen Mergelzwischenlagen

Zusammenfassung
Für die angegebene Konstellation kann die Großhanggleitung am Monte Toc in Vajont/Italien als sehr lehrreiches, aber trauriges Beispiel, angeführt werden. Hier glitten am 9. Oktober 1963 ca. 250 × 106 m3 in den Stausee, wobei ca. 2000 Opfer zu beklagen waren. Die Haupthorizonte für die Entstehung der Gleitzone lagen in der Fonzaso-Formation (Oberjura), die aus dünn- bis dickbankigen Kalksteinen mit Quarzknauern oder –bändern und dünnen, mergeligen bis tonigen Zwischenlagen besteht. Das Einfallen der Schichtverbände von 650 m bis 1150 m (oberer Abrissbereich des westlichen Teiles) beträgt ca. 35°.
Michael Moser, Michael Lotter, Ulrich Glawe, Dominik Ehret, Michael Krautblatter, Joachim Rohn

Kapitel 6. Zusammenfassung der untersuchten Lokalitäten

Zusammenfassung
Die spröd-karbonatische Deckplatte der Plassen-Ostflanke besteht aus massigen bis gebankten Plassenkalken (Oberjura) und im Bereich des Steinbergkogels aus triassischen Hallstätter Kalken des Juvavikums der Nördlichen Kalkalpen (Oberostalpin), ebenfalls in massiger und gebankter Fazies. Diese Deckplatte wird vom duktil-feinklastischen Auslaugungsdach des Hallstätter Salzstocks (oberpermisches Haselgebirge) unterlagert. Der Kontakt der Deckplatte zum mächtigen Unterlager ist damit rein salz- und hangtektonischer Natur und stellt keinen stratigraphischen Verband der. Über den gesamten Bereich sind verschiedene Stadien großräumiger Bergzerreißungsvorgänge ausgebildet, die ihre Ursache in langsamen Drift-, Fließ- („Kriechen“) und Gleitprozessen des geomechanischen Systems „Hart auf Weich“ haben.
Michael Moser, Michael Lotter, Ulrich Glawe, Dominik Ehret, Michael Krautblatter, Joachim Rohn

Backmatter

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