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Über dieses Buch

Herausforderung Zukunft, die zweite Auflage von Jischas Einführungsbuch für Naturwissenschaftler und Ingenieure zur Implementierung moderner Technik in modernen globalen und ökologisch anspruchsvollen Gesellschaften, vermittelt das Kontextwissen für Studierende, das man für die Entwicklung moderner Technikanwendungen benötigt. Geschrieben mit Blick auf die Praxis industrieller Technikanwendung bietet dieses kompakte und kompetente Übersichtsbuch auch für Profis in Beruf und Politik eine schnelle Information mit Blick auf das Wesentliche.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Menschheitsgeschichte und Umwelt

oder Wie weit haben wir es gebracht?

Versuchen wir, uns in die Gedankenwelt unserer im Mittelalter lebenden Vorfahren hineinzuversetzen. Wir leben auf dem Lande, eingebettet in eine Großfamilie und in eine Dorfgemeinschaft. Unser Tagesablauf ist durch die Arbeit auf den Feldern oder in den Ställen bestimmt, durch weitere lebensnotwendige Tätigkeiten wie Kochen, Tischlern, Weben usw. unterbrochen. Alle Arbeiten müssen durch menschliche und teilweise tierische Kraft – wie beim Pflügen – verrichtet werden. Als zusätzliche Energie (der Begriff ist noch unbekannt) steht uns nur das Feuer zur Verfügung. Wir wissen von Wasser- und Windmühlen, deren Energie jedoch nur vor Ort zum Mahlen von Getreide und Ähnlichem zur Verfügung steht.

Michael F. Jischa

2. Wachstum, Rückkopplung und Vernetzung

oder Wir leben in einer komplexen Welt

Ein indischer König soll von einem Schachspiel, das ein weiser Brahmane bei ihm eingeführt hatte, so begeistert gewesen sein, dass er dem Brahmanen die Erfüllung eines Wunsches zusagte. Dieser erbat sich ein Weizenkorn für das erste, zwei für das zweite, vier für das dritte Feld des Schachbrettes. Kurz: Jedes folgende Feld sollte mit doppelt so vielen Körnern wie das vorangegangene Feld belegt werden. Dem König erschien diese Bitte in Unkenntnis von Wachstumsgesetzen fast bescheiden und er sagte deren Erfüllung zu.

Michael F. Jischa

3. Bevölkerungsdynamik

oder Die demografische Falle

Im ersten Buch Mose lesen wir: „Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ Wir wissen nicht genau, wann diese Worte zum ersten Mal formuliert wurden und wie groß die Bevölkerung damals war. Man darf annehmen, dass der Ursprung des Bibelzitats in die Zeit zwischen 2000 v. Chr. (der Zeit Moses, dessen Wirken von einigen Historikern abweichend davon in das 16. Jahrhundert v. Chr. gelegt wird) und Christi Geburt fällt.

Michael F. Jischa

4. Energie, Sinnbild des Fortschritts

oder Energiesysteme im Übergang

Die Geschichte der Menschheit ist untrennbar mit der Bereitstellung, Verfügbarkeit und Nutzung von Energie verbunden. Aus diesem Grund haben wir in Kapitel 1 den Zusammenhang von Zivilisationsdynamik und technischer Entwicklung am Beispiel der Energiegeschichte behandelt, siehe Bild 1.4 in Abschnitt 1.5. Bis etwa 1750 hat die Menschheit in einer ersten solaren Zivilisation gelebt. Erste Energiequellen waren das Feuer und die menschliche Arbeit. Mit der neolithischen Revolution wurde eine weitere Energiequelle erschlossen, die Nutzung tierischer Arbeit. Als Brennmaterial standen Holz, Abfälle aus der Landwirtschaft und Dung zur Verfügung; wir sprechen heute von Biomasse.

Michael F. Jischa

5. Unsere Umwelt

oder Ruinieren wir unsere Erde und uns selbst?

Die Begriffe Umwelt und Ökologie sind heute Allgemeingut geworden. Der Biologe Jakob von Uexküll (1864–1944) hat Anfang des letzten Jahrhunderts das Wort

Umwelt

geprägt. Er meinte damit die belebte und die unbelebte Natur, wie sie ein Lebewesen wahrnimmt. Heute ist das Wort Umwelt eher zu einem politischen Begriff geworden, der sich auf die Lebensräume Luft, Wasser und Boden bezieht.

Michael F. Jischa

6. Endliche Ressourcen

oder Plündern wir unseren Planeten?

Der Begriff Ressource stammt aus dem Englischen, dort „

resource

“ geschrieben. Die Vorsilbe „re“ erweckt fälschlicherweise den Eindruck, diese würden sich laufend erneuern. Es gibt in der Tat erneuerbare Ressourcen. Aber die wesentlichen Ressourcen, auf denen unser Wohlstandsmodell (unsere Zivilisationsmaschine Bild 5.4) beruht, sind nicht erneuerbar. Das Wort Quelle, im Englischen „

source

“, suggeriert ein ständiges Sprudeln. Auf unserem Planeten ist jedoch nur die Energiezufuhr durch die Sonne eine in menschlichen Zeitmaßstäben ständig fließende Quelle.

Michael F. Jischa

7. Die Dritte Welt und wir

oder Ist Entwicklungshilfe eine tödliche Hilfe?

Armut und Unterentwicklung in den Ländern der Dritten Welt sind die größten sozialen Probleme unserer Epoche und können als solche nur von den Industrieund den Entwicklungsländern gemeinsam gelöst werden. Sollten wir dies nicht schaffen, werden wir auch etwaige Folgeprobleme nicht in den Griff bekommen. Derzeit leben von den 6,4 Mrd. Menschen auf unserer Erde 81,1 % in den Entwicklungsländern. Bis 2050 wird deren Anteil auf 86,3 % ansteigen. Entsprechend wird der Anteil der Menschen in den Industrieländern von 18,9 auf 13,7 % abnehmen, siehe Abschnitt 3.3. Eine Welt, in der die wenigen Reichen immer reicher, immer weniger (relativ gesehen) und immer älter werden, während die vielen Armen immer ärmer, immer zahlreicher und immer jünger werden, kann politisch nicht stabil sein.

Michael F. Jischa

8. Das Konzept Nachhaltigkeit

oder Vom Leitbild zur Umsetzung

Mit diesem Kapitel beginnt der zweite Teil des Buches. Der erste Teil ist diagnostischer Art, er befasst sich mit den Fakten. Am Anfang stand eine historische Einführung mit der Antwort auf die Frage, wie weit wir es gebracht haben (Kapitel 1). Beeindruckend weit, lautet eine Antwort, wenn wir Entwicklung und Fortschritt in Kategorien von Wohlstand und Reichtum messen und uns dabei auf die Erste Welt beschränken. Ziel verfehlt, so lautet eine zweite Antwort. Zum einen, weil Entwicklung und Fortschritt unser Leben nicht nur einfacher, bequemer und gesünder gemacht haben. Denn wir leiden zunehmend unter den negativen Folgen des Fortschritts, die wir verniedlichend als Nebenfolgen bezeichnen. Zum anderen, weil die Menschen der Dritten Welt (mit über 80 % der Weltbevölkerung) an unserem Fortschritt bislang kaum Anteil hatten. Die Teilung der Welt in Reiche und Arme, in Entwickelte und Unterentwickelte, in Satte und Hungrige scheint zementiert zu sein (Kapitel 7).

Michael F. Jischa

9. Die Dynamik des technischen Fortschritts

oder Ist Technik unser Schicksal?

Hier knüpfen wir nahtlos an das erste Kapitel an, das der geschichtlichen Entwicklung und Veränderung von Technik gewidmet war. Wie und warum wurde Technik gestaltet? Wer waren die wesentlichen Treiber der Technik? In diesem Kapitel wollen wir die Brücke zur Gegenwart schlagen. Damit leiten wir gleichzeitig zum nächsten Kapitel über, dem Weg von der Industrie- in die Informationsgesellschaft.

Michael F. Jischa

10. Von der Industrie- zur Informationsgesellschaft

oder Die digitale Revolution und ihre Folgen

Wir erleben den Beginn einer neuen Epoche der Menschheitsgeschichte. Dafür lassen sich mehrere empirische Belege finden. Gemessen am Umsatz und an der Börsennotierung sind die Giganten des Industriezeitalters dabei, ihre führenden Plätze an neue Kolosse abzutreten. Bevor wir diesen Übergang diskutieren, gehen wir weit in die Geschichte zurück und knüpfen an Kapitel 1 an. Dort hatten wir dargestellt, dass die Zivilisationsdynamik bislang durch zwei fundamentale Revolutionen geprägt worden ist, die zu gewaltigen Steigerungen der Produktivität und zu massiven Veränderungen in der Gesellschaft geführt haben.

Michael F. Jischa

11. Globalisierung: Lösung oder Problem?

oder Gewinner und Verlierer

„Politik als Ritual“ lautet der Titel eines Buches, dessen englischer Originaltext erstmalig 1964 veröffentlicht wurde (Edelman 1990). Es trägt den Untertitel „Die symbolische Funktion staatlicher Institutionen und politischen Handelns“. Darin erläutert der Autor, wie Politiker und politische Institutionen durch geschickte Selbstdarstellung die wahren Zustände verschleiern. Der scheinbar mündige Bürger hat, so Edelman, in Wirklichkeit auf die Politik kaum Einfluss. Es geht darum, auf welche Weise Politik beim Bürger akzeptabel gemacht wird.

Michael F. Jischa

12. Herausforderungen im 21. Jahrhundert

oder Zwischen Anarchie und Global Governance

Mit diesem abschließenden Kapitel bezwecke ich zweierlei. Zum einen gebe ich eine Zusammenfassung der geschilderten Weltprobleme und zum anderen werde ich Lösungsvorschläge diskutieren. In der Ausdrucksweise des Club of Rome spreche ich von den „

World Problematiques

“ und der Suche nach den „

World Resolutiques

“ (A 8.1). Da ich häufig auf vorangegangene Abschnitte und Bilder verweisen werde, kürze ich diese mit A und B ab.

Michael F. Jischa

Backmatter

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