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Über dieses Buch

Die Geschichte des Bergbaus, das Leben der Bergleute, der Wandel der Harzer Industrielandschaft und die Entwicklung der Bergbautechnik werden in einem allgemeinen Teil ausführlich beschrieben. Ein regionaler Teil stellt die wichtigsten Harzer Bergbaureviere sowie deren Geschichte vor und unterbreitet zahlreiche Vorschläge für eigene Exkursionen. Informationen über alte Grubenreviere, Besucherbergwerke, Museen und sonstige Sehenswürdigkeiten, ein kleines bergmännisches ABC sowie eine Zusammenstellung der Eigenschaften und Erkennungsmerkmale der wichtigsten Erze und Gangartmineralien vervollständigen das mit zahlreichen historischen Fotografien, Zeichnungen und Stichen illustrierte Buch.

Die Neuauflage enthält neben Aktualisierungen und Ergänzungen zu den verschiedenen Kapiteln, ein Schlagwortverzeichnis, zahlreiche neue Abbildungen sowie ein komplett überarbeitetes Layout.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Allgemeiner Teil

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Der Reichtum des Harzes an Silber-, Blei-, Kupfer- und Eisenerzen führte seit dem Mittelalter zu einem ausgedehnten und blühenden Montanwesen. Wirtschaftliche Schwerpunkte waren dabei der Oberharz mit seinen im 16. Jahrhundert gegründeten sieben Bergstädten und Goslar mit dem Rammelsberg, der schon frühzeitig eine herausragende Stellung einnahm. Im Ostteil des Gebirges entwickelte sich im Raum Straßberg-Harzgerode ein ebenfalls während der Renaissancezeit florierender Erzbergbau, wenn auch mit insgesamt geringeren Erträgen. Nicht unbegründet erscheint es daher, den Harz als eins der ersten geschlossenen Industriegebiete Deutschlands zu betrachten. Nach einem jähen Niedergang infolge des Dreißigjährigen Krieges, avancierte speziell das Oberharzer Revier während der Barockzeit zum bedeutendsten Silberproduzenten Europas. Die Landesherren nahmen nun immer stärker direkten Einfluss auf das Berg- und Hüttenwesen, um an das zunehmend schwieriger zu gewinnende Währungsmetall Silber zu gelangen, das zum Auffüllen der Staatskassen dringend benötigt wurde. Der reiche Bergsegen des Harzes trug nun maßgeblich zur Finanzierung der aufwendigen absolutistischen Hofhaltungen bei.

Wilfried Liessmann

Kapitel 2. Überblick zur Geologie und Lagerstättenkunde des Harzes

Trotz mehr als 200 Jahren geologischer Forschung und „vielen Metern“ einschlägiger Fachliteratur bleibt der Harz für die Geowissenschaftler ein Gebirge, das voller Geheimnisse steckt.

Kaum eine andere deutsche Landschaft verfügt auf so engem Raum über so viele unterschiedliche geologische Erscheinungen und ein solch breites Spektrum verschiedener Gesteins- bzw. Erzarten wie der Harz und sein umgebendes Vorland. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts nannte man den Nordharz zwischen Goslar und Bad Harzburg die „

klassische Quadratmeile der Geologie

“ – ein Prädikat, das für sich spricht!

Wilfried Liessmann

Kapitel 3. Montanwesen und politische Entwicklung

In kaum einer anderen deutschen Landschaft hat der Reichtum an Bodenschätzen die politische Entwicklung so nachhaltig beeinflusst wie im Harz.

Andererseits wirkte sich die Politik auch umgekehrt auf das Bergwesen aus; entweder fördernd, durch die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen oder viel häufiger auch hemmend durch kriegerische Auseinandersetzungen oder den Abbau von Subventionen. Äußerst treffend schildert dies eine Darstellung aus dem berühmten

Schwazer

Bergbuch

von 1556 „

die Dinge, die ein Bergwerk verderben

“ (Abb. 3.1).

Wilfried Liessmann

Kapitel 4. Bergwirtschaft und soziale Verhältnisse

Inhaber des

Bergregals

– des Rechtes auf die Nutzung aller Bodenschätze, „

die tiefer liegen, als eine Flugschar geht

“, war der Landesherr. Dieser übte es meist nicht direkt aus, sondern verlieh die Bergbauberechtigung auf bestimmte Erze gegen einen Förderzins (den

Zehnten

) und das Vorkaufsrecht an den erschmolzenen Metallen an Privatpersonen oder -gesellschaften.

Wilfried Liessmann

Kapitel 5. Die technische Entwicklung des Bergbaus

Seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zeichnete sich vor allem der Oberharzer Bergbau durch eine Reihe wichtiger technischer Innovationen aus, die dieses Montanrevier besonders auf den Gebieten der bergbaulichen Wasserwirtschaft und der Wasserhaltungstechnik bald zu einer in Europa führenden Rolle verhalfen (Abb. 5.1). Schon frühzeitig schickte die Bergbehörde junge Bergbeamte auf sog.

Instruktionsreisen

in andere Montanregionen (Erzgebirge, Schweden, Oberungarn), um von dort Anregungen und Ideen zur Verbesserung der technischen Einrichtungen des Berg- und Hüttenwesens mitzubringen. Im 18. Jahrhundert zählten die Harzer Bergingenieure neben ihren erzgebirgischen Kollegen zu den Geachtetsten ihres Faches in Europa. Immer wieder wurden auch Harzer Bergbauexperten in die Grubenreviere der Alten und der Neuen Welt (Røros und Kongsberg in Norwegen, Südamerika, Australien) gerufen, um dort ihre Fachkenntnissebeim Aufbau einer Bergbauindustrie einfließen zu lassen (Hillegeist 2001).

Wilfried Liessmann

Kapitel 6. Die Gewinnung der Metalle

Von den geförderten Roherzen bis zur Darstellung des verwendbaren Metalls – insbesondere des vermünzbaren Feinsilbers – lag noch ein weiter technologischer Weg. Auch die reichsten Bleiglanzerze (früher

Stufferze

genannt) enthielten selten mehr als 0,1% des begehrten Edelmetalls. Ärmere, mehr oder weniger innige Verwachsungen von Erzmineralen und taubem Nebengestein oder Gangarten hießen

Pocherze

; sie mussten entsprechend aufwendigeren Anreicherungs- und Veredelungsprozessen unterzogen werden, um daraus wirtschaftlich Metalle zu gewinnen.

Wilfried Liessmann

Regionaler Teil

Frontmatter

Kapitel 7. Weltkulturerbe Rammelsberg – Weit mehr als 1 000 Jahre Bergbau

Am 30. Juni 1988 stellte das Erzbergwerk Rammelsberg (Abb. 7.1, Fig. 9) bei Goslar am Harz für immer seine Förderung ein. Der Stilllegungstermin hatte sich schon lange abgezeichnet, denn bis auf einige wirtschaftlich nicht gewinnbare Erzreste (ca. 400 000 t) war die Lagerstätte vollständig erschöpft. Damit endete eines der interessantesten Kapitel europäischer Montanindustriegeschichte, das bereits in grauer Vorzeit, vermutlich vor mehr als 17 Jahrhunderten, seinen Anfang genommen hatte.

Wilfried Liessmann

Kapitel 8. An Silber und an Bleien reich – Der Bergbau im zentralen Oberharz

Bedeutendste Zentren des historischen Oberharzer Erzbergbaus waren die Bergstädte

Clausthal

und

Zellerfeld

(s. u. Abb. 8.2). Drei bedeutende Gangzüge führten in deren Umgebung außergewöhnlich reiche Erzmittel, die in den früheren Jahrhunderten vor allem ihrer beträchtlichen Silbermengen wegen intensiv abgebaut wurden. Im Zellerfelder Revier betrug Mitte des 16. Jahrhunderts der wertmäßige Ertrag an Silber 96 % und der an Blei 4%, mengenmäßig hingegen kam auf 97 % Blei nur etwa 3% Silber! Zink erhielt erst nach 1860 eine wirtschaftliche Bedeutung. Kupfer fiel sporadisch als Nebenprodukt an.

Wilfried Liessmann

Kapitel 9. Montanhistorische Streifzüge rund um Clausthal-Zellerfeld

Eine Rundreise auf den Spuren des Oberharzer Bergbaus beginnen wir am besten in Clausthal-Zellerfeld, der Hauptstadt des alten Oberharzes, früher Zentrum der „

Berghauptmannschaft

Clausthal

“. Die von weiten Wiesenflächen eingerahmte Stadt liegt auf einer Hochebene im Einzugsgebiet der Innerste und ist umgeben von einer großen Zahl künstlich angelegter Stauteiche, die der Landschaft einen ganz besonderen Reiz verleihen.

Wilfried Liessmann

Kapitel 10. Die Oberharzer Wasserwirtschaft Wasser – Fluch und Segen des Bergbaus

Ebenso eindrucksvoll wie die in der Tiefe verborgenen Grubenbaue sind die meisterhaft erdachten Anlagen der Wasserwirtschaft, deren Zweck es war, das zum Antrieb der vielen Radkünste notwendige Wasser zu sammeln, zu speichern und den Gruben zuzuleiten. Heute sichtbarstes Zeichen dieses großartigen, in drei Jahrhunderten schrittweise entstandenen Systems sind die zahlreichen kleinen und großen Teiche auf der Clausthaler Hochfläche, die sich so harmonisch in die Oberharzer Landschaft einfügen, als hätte es sie schon immer gegeben. Diese zwischen Wäldern und Bergwiesen eingebetteten Stauseen sind durch Fußwege verbunden, die den viele Kilometer langen Wassergräben folgen und ideale Erholungs- und Wandermöglichkeiten bieten. Wir haben hier ein schönes Beispiel dafür, wie in früheren Jahrhunderten – mangels anderer Techniken – durch ein sanftes nicht zerstörerisches Eingreifen in das natürliche Landschaftsbild zu industriellen Zwecken letztendlich eine einmalige Kulturlandschaft geschaffen wurde.

Wilfried Liessmann

Kapitel 11. Moderner Gangbergbau mit Tradition bei Bad Grund

In der ehemaligen Bergstadt Grund – dem heutigen Kurort Bad Grund – befand sich die letzte produzierende Metallerzgrube des Harzes. Am 31. März 1992 stellte das von der Preussag-AG Metall betriebene Erzbergwerk Grund (EBG) – eine der modernsten und leistungsfähigsten Gruben ihrer Art in Europa – seine Förderung ein. Damit endete gleichzeitig die Tradition des gesamten deutschen Metallerzbergbaus. Das Hauptwerk mit Erzaufbereitungsanlage, Verwaltung, Kauen, Werkstätten und einer dazu gehörenden Zechensiedlung lag am Taubenborn, unmittelbar westlich der Stadt. Die nicht störend im Landschaftsbild wirkende, heute anderweitig genutzte Industrieanlage wird vom mächtigen, 1976 errichteten Fördergerüst des

Achenbachschachtes

überragt (Abb. 11.1), der als weithin sichtbares Industriedenkmal stehenblieb. Der 1904–1907 geteufte, 719 m tiefe Seilfahrt- und Hauptförderschacht ersetzte den alten

Hilfe-Gottes-Schacht

(363 m tief), dessen Tagesanlagen Mitte des 19. Jahrhunderts Abb. 11.2 zeigt.

Wilfried Liessmann

Kapitel 12. Der Bergbau von Lautenthal

Die Bergstadt Lautenthal liegt in einem breiten Talkessel, dort, wo die Laute in die Innerste einmündet. In den umliegenden Bergen und Tälern wurden bereits im 13. und 14. Jahrhundert Erze vom Rammelsberg verschmolzen. Ob damals bereits Gangerze gewonnen wurden ist fraglich. Der von Seesen aus ostsüdostwärts verlaufende Lautenthaler Gangzug quert zwischen dem Bromberg und dem Kranichsberg das Tal der Innerste und setzt sich ostwärts in Richtung Hahnenklee fort. Im Lautenthaler Bereich ist der Hauptgang auf etwa 2 km Länge bauwürdig vererzt. Das Haupterzmittel, das zu Tage ausstrich, lag östlich der Innerste, wo auch nachweislich Anfang des 16. Jahrhunderts der Bergbau begann.

Wilfried Liessmann

Kapitel 13. Sankt Andreasberg – Weltberühmtes Mineralienkabinett des Harzes

In Kreisen von Mineralogen und Mineralienliebhabern ist Sankt Andreasberg weltweit wohl die bekannteste Harzer Erzlagerstätte. Diesen internationalen Ruhm verdankt die kleine Bergstadt keineswegs etwa einer außergewöhnlich hohen Silberproduktion, sondern allein der Tatsache, dass hier im Gegensatz zum sonstigen Oberharzer Gangrevier das Edelmetall nicht „getarnt“ in Bleiglanz oder Fahlerz, sondern meist als „Reicherz“ und häufig in Form von gut auskristallisierten, z. T. äußerst seltenen Silbermineralen auftritt.

Wilfried Liessmann

Kapitel 14. Kupfer, Eisen und Schwerspat – Die Schätze des Südwestharzes

Die in den Bergen des südwestlichen Harzes verborgenen Vorkommen von Kupferund Eisenerzen gaben Anlass zu einem nicht unbedeutenden Bergbau, dessen Spuren sich bis in die frühgeschichtliche Zeit zurückverfolgen lassen. Vergleichsweise jung hingegen ist die erst Mitte des 19. Jahrhunderts begonnene Nutzung des zuvor als „taube Gangart“ kaum beachteten

Schwerspats

, der hier in großen Mengen auftrat und bis vor kurzem bergmännisch gewonnen wurde. Das weiße, heute mineralogisch

Baryt

(chemisch Bariumsulfat, BaSO

4

) genannte Mineral erhielt seinen Namen wegen seiner für ein „Nichterz“ ungewöhnlich hohen Dichte von 4,5 g/cm

3

und seiner vollkommenen Spaltbarkeit.

Wilfried Liessmann

Kapitel 15. Bedeutende Zentren des Harzer Eisenerzbergbaus

Zahlreiche kleine und große Eisenerzvorkommen machten den Harz jahrhundertelang zu einem bedeutenden Zentrum der deutschen Eisenerzeugung. Einen starken Aufschwung erlebte die Eisenindustrie im 18. Jahrhundert, als die Anrainerstaaten im Geiste des Merkantilismus bestrebt waren, ihre Eisenversorgung möglichst autark zu gestalten. Zahlreiche fiskalische Hütten entstanden neu, häufig dort, wo sich früher Privatwerke befunden hatten, die aufgrund hoher Verschuldung ihre Produktion einstellen mussten (Abb. 15.1).

Wilfried Liessmann

Kapitel 16. Silber, Blei und Flußspat – Der Gangbergbau im Unterharz

Stets im Schatten des wirtschaftlich dominierenden Oberharzer Bergbaus standen die Gruben des recht komplex aufgebauten Unterharzer1 Gangreviers. Entsprechend gering ist das hierüber vorhandene montanhistorische Schrifttum.

Ähnlich wie der Oberharz in der Umgebung von Clausthal-Zellerfeld bildet auch der zentrale Unterharz eine weite etwa 400–450 m hoch liegende Rumpffläche. Im Norden wird die Ebene von der 582 m hohen Granitkuppel des

Ramberges

und im Süden vom 579 m hohen Quarzporphyrgipfel des

Großen Auerberges

markant überragt. Um den Ramberg herum gruppieren sich zahlreiche, vor allem WNW-OSO-streichende Erzgänge, die neben Blei-, Zink-, Silber-, Kupfer- und Eisenerzen, ganz im Gegensatz zu den Gängen des Oberharzes, auch erhebliche Mengen an Flußspat führen, der hier bis 1990 bergmännisch gewonnen wurde.

Wilfried Liessmann

Kapitel 17. Steinkohle, Kupferschiefer und Braunstein – Der Bergbau am Südharzrand

Im letzten Kapitel dieses Buches werden einige Bergreviere des Südharzes vorgestellt, die sich in einem Streifen von Herzberg im Westen bis nach Rottleberode im Osten erstrecken. Einen besonderen Schwerpunkt bildet dabei der Raum Ilfeld.

Geologisch und montangeschichtlich hat dieser landschaftlich sehr reizvolle Landstrich viel Interessantes zu bieten. Insbesondere in der Umgebung von Ilfeld sind die Gesteine und Lagerstätten der Perm-Formation lehrbuchhaft aufgeschlossen.

Wilfried Liessmann

Backmatter

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