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02.11.2018 | Hochhäuser | Im Fokus | Onlineartikel

"Torre Reforma" gewinnt Internationalen Hochhaus Preis 2018

Autor:
Christoph Berger

Der in Mexiko-Stadt stehende Büroturm "Torre Reforma" wurde mit dem Internationalen Hochhaus Preis 2018 ausgezeichnet. Der Architekt knüpfte mit dem Turm an die baulichen Traditionen der Azteken an – modern interpretiert.

Der 246 Meter hohe, von Benjamín Romano entworfene „Torre Reforma“, ein 57- geschossiges Hochhaus mit Sichtbetonfassade, verkörpere in den Augen der gesamten Jury die kunstvolle Verbindung von Nachhaltigkeit, modernster Technologie und gut strukturierten Räumen, hieß es bei der Preisverleihung in der Frankfurter Paulskirche am 1. November 2018. Der Preis wird gemeinsam von der Stadt Frankfurt am Main, dem Deutschen Architekturmuseum und der DekaBank seit 2004 alle zwei Jahre vergeben.

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GrÜndungen (Fundamente)

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Zwar sei die Nutzung als Büroturm konventionell, doch schon die Fassade des Torre Reforma habe inmitten des Erdbeben-Risikogebiets Mexiko-Stadt mehr als nur ästhetische Gründe, wie es weiter heißt. Dahinter stecke ein kluges Tragwerkskonzept: Zwei massive Außenwände aus Sichtbeton sorgen zusammen mit der dritten, gläsernen Seite für Erdbebensicherheit – und kreieren quasi "nebenbei" den äußerst ungewöhnlichen dreieckigen Grundriss. Wobei sich eine vierte Ecke – je weiter es in die Höhe geht – immer weiter auskragt, sodass es zu mehr Nutzfläche kommt.

Knautschzonen, Sollbruchstellen und bewegliche Gelenke

Die Betonwände, in ihrer gesamten Breite von 1,20 Meter, reichen 60 Meter in die Erde – Gründungen werden auch im Kapitel "Gründungen (Fundamente)" des Springer-Fachbuchs "Frick/Knöll Baukonstruktionslehre 1" besprochen. Sie wurden Schicht für Schicht gegossen, wobei die Fugen zwischen den Schichten auch als Sollbruchstellen im Falle eines Erdbebens dienen. In einem solchen Fall kann sich das Gebäude zudem mitbewegen, weil große Öffnungen als "Knautschzonen" aus den massiven Wänden ausgespart sind. Und nicht zuletzt: Stahlstreben, die die Geschosse tragen, laufen vor der Glasfassade in beweglichen Gelenken zusammen.


Was das Gebäudeklima betrifft, so ermöglichen Sonnenblenden aus Aluminium den Einfall von Tageslicht ohne das Gebäudeinnere aufzuheizen. Am Boden bezieht der Torre Reforma eine angrenzende historische Villa mit ein, in der Mitte des Gebäudes liegen die Terrasse, das Auditorium und die Konferenzräume. Regen- und Abwasser werden ohne Abfluss in die städtische Kanalisation vollständig für die Kühltürme der Klimaanlage wiedergenutzt. Zertifiziert ist das Hochhaus mit LEED-Platin.

Unterschiedlichste Ansichten

Da eine Bauvorschrift vorgibt, dass Hochhäuser an der Paseo de la Reforma maximal doppelt so hoch sein dürfen wie die Straße breit ist, knickt eine der beiden Betonwände auf einer Höhe von 200 Metern auffällig nach innen ab.

"Der Torre Reforma ist eines der komplexesten Hochhausprojekte, die ich je gesehen habe. Benjamín Romano war hier extrem wagemutig, ist viele Risiken eingegangen und hat dadurch einen hochintelligenten Ansatz gefunden. Seine Lösung sieht nicht nur völlig unkonventionell aus, sondern ist es auch. Ihm ist eine unmissverständlich lokale Typologie für einen Standort auf der Prachtstraße von Mexiko-Stadt gelungen. Das Hochhaus bietet zwei völlig unterschiedliche Ansichten, sodass man es beinahe nicht wiedererkennen würde, würde man es nur von einer Seite kennen", fasste Kai-Uwe Bergman die Jury-Entscheidung zusammen.

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