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14.04.2016 | Hochhäuser | Im Fokus | Onlineartikel

Ein gemischtes Quartier für das AfE-Areal

Autor:
Christoph Berger

Die Entscheidung, was auf dem ehemaligen AfE-Gelände in Frankfurts Stadtteil Bockenheim passieren wird, ist gefallen. Gebaut werden dort vier Baukörper, die zusammen ein gemischt genutztes Quartier ergeben sollen.

Anfang Januar 2016 hatte die Jury, die über die Neubebauung des AfE-Areals zu bestimmen hatte, in ihrer Preisgerichtssitzung noch drei Sieger gekürt. Aus diesen setzte sich schließlich im März das Frankfurter Architekturbüro Cyrus Moser nach einer Überarbeitsphase gegen die Mitbewerber durch.

Der Entwurf sieht für das Gelände, auf dem 2014 der das Viertel prägende AfE-Turm gesprengt wurde – AfE steht für Abteilung für Erziehungswissenschaft, allerdings waren in ihm die Gesellschaftswissenschaften untergebracht – vier Gebäude vor: einen neuen Hotel- und Wohnturm mit 140 Metern Höhe, ein weiteres Bürohochhaus, ein alleinstehendes Gebäude mit Büroflächen sowie eine Kita. Gemeinsam soll das Ensemble einerseits eine Nahtstelle zwischen den Stadtbezirken Bockenheim und Westend bilden, andererseits ein gemischt genutztes Quartier werden, in dem Hotellerie, Gastronomie sowie Büro- und Apartmentflächen miteinander verbunden sind. Insgesamt markiert das Areal den südlich räumlichen Abschluss des neuen Frankfurter Quartiers Kulturcampus.

Ein neuer Akzent für die Frankfurter Skyline

In dem Hotel- und Wohnturm wurde für die unteren Etagen bis zum 16. Obergeschoss bereits ein langfristiger Mietvertrag mit einer Hotelkette abgeschlossen. Darüber, in den Etagen 17 bis 40, werden bis zu 300 Apartments mit Panoramablick über Frankfurt, den Taunus und das Rhein-Main-Gebiet entstehen. Die Jury überzeugte dabei unter anderem die Kombination von markanter Kubatur und schlichter Eleganz in Verbindung mit hoher städtebaulicher Qualität. Der Turm setze einen neuen Akzent in der Frankfurter Skyline, heißt es.

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Das zweite Hochhaus soll mit 100 Metern Höhe ein weiteres städtebauliches Element werden, die als Solitär gedachte Kita wird hingegen eine autarke Einheit mit eigener Erschließung sein. Insgesamt soll die Mischnutzung, so das Ziel der Planer, zu einem der Ort Begegnung werden, an dem gemeinsam geforscht, gelebt und gearbeitet wird.

Die Akzeptanz von Wohnhochhäusern

Ob dieser Plan aufgeht, muss sich zeigen. Denn im Kapitel „Aufbruch in die Moderne“ des Springer-Fachbuchs „Architektursoziologie“ heißt es, dass Wohnhochhäuser in Deutschland umstritten seien und wenig Akzeptanz finden würden. Doch der Autor nennt auch eine Ausnahme. Er schreibt weiter: „Frankfurt am Main als Banken- und Messemetropole machte eine Ausnahme; seine Skyline gleicht in Mitteleuropa noch am ehesten der von Manhattan oder Chicago – und inzwischen vielen anderen Metropolen auf der Welt.“

Zudem folgt die Entwicklung in Frankfurt – der hier vorgestellte Gebäudekomplex ist nicht das einzige in der Mainmetropole geplante Wohnhochhaus – auch Tendenzen, die in US-Städten festgestellt wurden. Im Kapitel „Die Zukunft der amerikanischen Stadt“ des Buchs „Die US-amerikanische Stadt im Wandel“ werden 26 Megatrends aufgeführt, die jeweils für eine größere Anzahl von Städten gelten. Unter dem 17. Punkt heißte es: „Seit den 1990er-Jahren sind in vielen Downtowns mehr Hochhäuser als in den vorausgegangenen Jahrzehnten gebaut worden. Neu ist die große Zahl von Wohnhochhäusern.“

In Frankfurt entstehen beispielsweise auf dem Deutsche Bank-Areal im Bankenviertel vier neue Hochhäuser. Zwei der Türme sind für Wohnraum eingeplant. Und auch beim Nachfolgebau auf dem Grundstück des einstigen Henninger-Turms ist ein Wohnhochhaus entstanden. Der Beginn der Bauausführung für das AfE-Areal wird für das vierte Quartal 2016 angestrebt. die Fertigstellung ist für das zweite Quartal 2019 geplant.

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