Skip to main content
main-content

03.11.2017 | Hochhäuser | Im Fokus | Onlineartikel

Wasserturm wurde Plusenergie-Hochhaus

Autor:
Christoph Berger

Ein stillgelegter Wasserturm wurde in ein Plusenergie-Hochhaus umgebaut, ein Hotel. Mit Photovoltaik, Solarthermie, Hydrothermie und Windkraft wird mehr Energie erwirtschaftet, als für die Gebäudetechnik benötigt wird.

Um den stillgelegten und 55,5 Meter hohen Wasserturm eines ehemaligen Milchwerks in Radolfzell am Bodensee optimal nutzen zu können, ließen Planer und Bauherren einen Erschließungsturm errichten, in dem Aufzug und Treppenhaus untergebracht sind. Und der zugleich der Aussteifung dient. Die beiden Türme sind zwar fest miteinander verbunden, thermisch aber voneinander getrennt – zum einen, um keine Heizwärme zu verlieren, zum anderen, um der Bildung von Kondenswasser entgegenzuwirken.

Empfehlung der Redaktion

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Energie – Gebäudeperformance in Planung und Betrieb optimieren

Die gesetzlichen und normativen Anforderungen an den Energieverbrauch, sowie die Anforderungen an die Behaglichkeit in Gebäuden nehmen stetig zu. Umso wichtiger ist es dem Thema Energie im Rahmen der integralen Planung hocheffizienter Gebäude entsprechende Aufmerksamkeit zu widmen.


Da das Bauwerk auf weichem und gering tragfähigem Seeton steht, sich Radolfzell außerdem in der Erdbebenzone 2 liegt, wurde mit einer neuen, kombinierten Pfahl-Platten-Gründung mit 15 Metern tief verankerten Pfählen ein tragfähiges Fundament gelegt. Von innen stabilisieren Wand- und Deckenelemente aus Stahlbeton das Gebäude. Der ehemals 34 Meter hohe Turm wurde auf eine Schaftlänge von 20 Metern abgetragen, um fünf weit auskragende Geschosse in Stahlbeton-Bauweise aufzustocken.

Dämmkörper mit Kern-Bewehrung

Um die auskragenden Bauteile, bei denen auch die Wärmedämmebene mit Stahl oder Stahlbeton durchstoßen wird, zu dämmen, wurde ein Isokorb von Schöck eingesetzt. Die zertifizierte Passivhaus-Komponente besitzt einen Dämmkörper aus Polystyrol-Hartschaum, darin verankert sitzt die Kern-Bewehrung. Bei diesem Projekt besteht diese aus Edelstahl.

Die Energie wird zu 100 Prozent selbst produziert: aus Solar- und Geothermie, Windkraft und Photovoltaik. Versorgt werden damit auch vier hauseigene Elektrotankstellen sowie fünf E-Bike-Ladeplätze. Um Null- und Plusenergiehäuser geht es auch im Kapitel "Energie – Gebäudeperformance in Planung und Betrieb optimieren" des Springer-Fachbuchs "Gebäude.Technik.Digital.".

Im April 2017 wurde das Hotel eröffnet, nachdem die Brüder Norman und Thorsten zusammen mit Vater Jürgen Räffle den 1956 errichteten und 1979 stillgelegten Turm im Jahr 2002 für 25.000 Euro erworben hatten. Gefördert wurde das Projekt mit 435.000 Euro aus einem Umweltinnovationsprogramms des damaligen Bundesumweltministeriums.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

01.12.2016 | Gebäudeautomation | Im Fokus | Onlineartikel

Plusenergieschule erhält Architekturpreis

27.09.2017 | Im Fokus | Onlineartikel

Bürohochhaus wird Wohnhochhaus

22.06.2017 | Stadtplanung | Im Fokus | Onlineartikel

Vom Heizkraftwerk zum Kulturzentrum

05.11.2014 | Bauen im Bestand | Im Fokus | Onlineartikel

Umbau eines ehemaligen Luftschutzbunkers

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.