Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Der vorliegende Sammelband beleuchtet die Bologna-Reform aus verschiedenen Blickwinkeln kritisch und arbeitet auf Grundlage aktueller Forschungsergebnisse bisherige Erfolge und Misserfolge heraus. Neben empirischen Analysen enthält der Sammelband praxisnah-konzeptionelle Beiträge.Einen Schwerpunkt bilden Innovationen in der Hochschullehre und die stärker werdende Forderung nach einer Kompetenzorientierung in der Lehre. Des Weiteren werden ungewollten Nebenfolgen der Bologna-Reform, wie z.B. die zunehmende Verschulung von Studiengängen, benannt sowie Reformresistenzen beschrieben, die sich an einzelnen Hochschulen zeigen. Ebenso wird auf die Veränderungen in der Studiengangsplanung und in der Studiengangsgestaltung eingegangen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

Der Bologna-Prozess wird oftmals vor allem als Strukturreform und weniger als inhaltliche Reform mit vorwiegend technischen Richtlinien zur Strukturierung des Studiums verstanden. Veränderungen der Struktur bringen jedoch nicht automatisch eine bessere Studienqualität hervor, welche mittlerweile als fortlaufende Aufgabe von Hochschulen anerkannt ist. Die Umbruchphase ist damit, sowohl in Hinblick auf ihre Dauer als auch auf ihre Tiefe an den Hochschulen noch lange nicht abgeschlossen. Ziel des vorliegenden Sammelbands ist es, die Bologna-Reform aus verschiedenen Blickwinkeln kritisch zu beleuchten und auf Grundlage aktueller Forschungsergebnisse bisherige Erfolge und Misserfolge herauszuarbeiten.

Nicola Hericks

Kurzzusammenfassungen der Beiträge

Dieses Kapitel enthält die Zusammenfassungen aller Beiträge.

Nicola Hericks

Die Bologna-Reform im Überblick

Dieses Kapitel bietet einen chronologischen Überblick über Entwicklung und Stationen der Bologna-Reform.

Nicola Hericks

Veränderungen in der Studiengangsplanung und in der Studiengangsgestaltung

Frontmatter

Lebenslanges Lernen im europäischen Hochschulraum. Eine Bestandsaufnahme unter besonderer Berücksichtigung der Situation in Deutschland

Der vorliegende Beitrag zeichnet die Diskussion um Lebenslanges Lernen im Rahmen des Bologna-Prozesses nach und dokumentiert den bisher erreichten Umsetzungsstand in den teilnehmenden Ländern – mit einem Schwerpunkt auf Deutschland. Es wird gezeigt, dass die verschiedenen Ansätze zur Förderung des Lebenslangen Lernens in den einzelnen Ländern in ganz unterschiedlichem Maße umgesetzt wurden.

Anna Spexard, Ulf Banscherus

Das Teilzeitstudium als Schlüssel zum Umgang mit studentischer Heterogenität?

Die Öffnung der deutschen Hochschulen für eine wachsende und zunehmend heterogenere Gruppe von Studierenden ist ein zentrales Ziel des Bologna- Prozesses. Der vorliegende Beitrag untersucht und diskutiert, inwieweit Teilzeitstudienangebote zur Realisation dieses Anspruchs und zur Bewältigung der damit verbundenen Herausforderungen beitragen können.

Sabrina Hahm, Janina Hundert, Holger Leerhoff

Workload – vom Stundenzählen zum Steuerungsinstrument

Workload wird in der Regel verbunden mit dem studentischen Arbeitsaufwand und ist häufig konnotiert mit einer besonderen Belastung der Studierenden im Studium. Inzwischen zeigt sich aber, dass entsprechende Workloadinstrumente neben der reinen Beschreibung der Arbeitsbelastung auch steuerungsrelevante Hinweise im Hochschulkontext geben können. Zudem sind die Instrumente auch im Rahmen der Kompetenzentwicklung von Studierenden als Reflexionsinstrument einsetzbar.

Claudia Gómez Tutor, Stefen Müller

Modulorientierte Evaluationsverfahren aus der Perspektive eines Verhandlungsansatzes

Die Universität Vechta beschäftigt sich bereits seit mehreren Jahren mit Fragen zur kompetenzorientierten Entwickung von Studiengängen. Kompetenzorientierte Modulbeschreibungen liegen flächendeckend vor. Insofern scheint der Schritt zu modulorientierten Evaluationsverfahren (und damit auch die zunehmende Abkehr von "einfachen" Verfahren der Lehrveranstaltungsbewertung) naheliegend. Der vorliegende Artikel vermittelt Denkanstöße aus der Perspektive einer “negotiation of order“; denn aus der Sichtweise dieses Verhandlungsansatzes können Evaluationsinstrumente mit ihren jeweiligen Stärken und Schwächen analysiert werden. Da die Universität Vechta ihr Augenmerk auch auf qualitative Verfahren richtet, erfolgt im Fazit ein kurzer Exkurs zu Gütekriterien.

Susanne König, Mette Rehling

Innovationen in der Hochschullehre

Frontmatter

Forschendes Lernen und Service Learning: Das humboldtsche Bildungsideal in modularisierten Studiengängen

Die Kritik am Bologna-Prozess der letzten zehn bis fünfzehn Jahre schien auf eine weitgehende Unvereinbarkeit mit dem humboldtschen Bildungsideal hinzuweisen. Die programmatische Leitlinie der Outcome-Orientierung der konsekutiven Studiengänge und hochschuldidaktische Ansätze, wie sie teils bereits vor vielen Jahrzehnten entwickelt wurden, bieten jedoch durchaus Ansatzpunkte. Am Beispiel der Formate Forschendes Lernen und Service Learning werden diese vorgestellt, aktuelle Entwicklungen im Feld skizziert und am Beispiel einer mit dem Lehrpreis der Universität Duisburg-Essen prämierten Lehr-/Lernveranstaltung illustriert. Abschließend werden Konsequenzen für die Rolle der verschiedenen Akteure, vor allem der Lehrenden in diesem didaktischen Arrangement gezogen.

Christina Müller-Naevecke, Stefan Naevecke

Digitalisierung der Lehre – Chancen für eBologna

Der Bologna-Prozess, universitäres E-Learning sowie die Diskussion einer lernerzentrierten, partizipativen Hochschuldidaktik stellen seit Ende der 1990er Jahre bis hin zu gegenwärtigen Change Management-Prozessen die institutionellen Strukturen von Hochschulen vor Herausforderungen. Im Folgenden werden die Schnittmengen zwischen dem Bologna-Prozess mit einem zeitgemäßen E-Learning sowie einer partizipativen Hochschuldidaktik herausgearbeitet.

David Kergel, Birte Heidkamp

„Inkompetenzkompensationskompetenz“ Studentische Projekte als neue Lernkulturen in Bachelor-Studiengängen

Im Hintergrund von historischen und aktuellen pädagogischen Erfahrungen befasst sich der Beitrag mit dem hochschuldidaktischen Konzept der studentischen Projekte als neue Lernkulturen in Bachelor-Studiengängen. Im Fokus der Untersuchung stehen die Selbstständigkeit der Studierenden bei der Planung und Realisierung von Projekten, ihre Interaktion, Lehrenden-Studierenden-Relation, Reflexion als eine Arbeitsmethode beim Kompetenzerwerb sowie Förderung der Bereitschaft zum lebenslangen Lernen.

Ljuba Kirjuchina

Lehren und Lernen im InFoLaB – Ein Ansatz für inklusive Hochschulpraxis

In diesem Beitrag geht es darum, wie zukünftige Lehrkräfte für inklusives Lehren und Lernen professionalisiert werden können. Welchen Spannungsfeldern die Hochschulen bei der Umsetzung dabei begegnen und wie die notwendigen Kompetenzen für Inklusion vermittelt werden können, wird exemplarisch anhand des entwickelten Konzepts InFoLaB der Universität Rostock vorgestellt.

Ulrike Bruhn, Stefanie Granzow, Eileen Hage, Arne Koevel, Anne Schulz

(Neue) Herausforderung Kompetenzorientierung

Frontmatter

Kompetenzen von Studierenden – Ergebnisse des „KoKoHs“-Programms im Kontext der nationalen und internationalen Assessmentpraxis

Ausgehend von aktuellen Entwicklungen im Hochschulbereich und daraus resultierenden Anforderungen wird in diesem Beitrag die nationale und internationale Assessmentpraxis skizziert und vor diesem Hintergrund zentrale Ergebnisse des „KoKoHs“-Programms dargestellt. Abschließend werden weitere theoretische, methodologische und empirische Herausforderungen sowie Entwicklungsperspektiven für Hochschulpolitik und -praxis aufgezeigt.

Corinna Lautenbach, Miriam Toepper, Olga Zlatkin-Troitschanskaia, Hans Anand Pant, Dimitar Molerov

Kompetenzorientierte Lehre in der Studieneingangsphase am Beispiel des Vechta-Moduls an der Universität Vechta

Mit dem sog. Vechta-Modul hat die Universität Vechta eine Maßnahme für die Studieneingangsphase entwickelt, welche die Studierenden bei der Entwicklung von Schlüsselkompetenzen sowie von forschungsmethodischen Kompetenzen unterstützen soll. Zwischen 2013 und 2015 wurde das Vechta-Modul semesterweise evaluiert. Im vorliegenden Beitrag werden Ergebnisse der Evaluation vorgestellt und geprüft, inwieweit Angebote in der Studieneingangsphase die Kompetenzentwicklung von Studierenden fördern können.

Nicola Hericks

Veränderungen von Angst zu unterrichten bei Lehramtsstudierenden nach einem schulpraktischen Aufenthalt Ergebnisse der InPraxis-Studie zum Praxissemester in Nordrhein-Westfalen

Der Beitrag führt in die Ziele und die Organisation des Praxissemesters als ein verlängerter schulpraktischer Aufenthalt im Rahmen der Lehramtsausbildung in Nordrhein-Westfalen ein. Anschließend werden ausgewählte Ergebnisse der InPraxis-Studie berichtet. In der Untersuchung wurden Veränderungen der Selbstwirksamkeitsüberzeugungen zum Unterrichten sowie Angst zu unterrichten bei Lehramtsstudierenden im Verlauf des Praxissemesters im Vergleich mit einer Kontrollgruppe untersucht.

Raphaela Porsch, Patrick Gollub

Einfluss der Kompetenzorientierung auf die Tätigkeit von Hochschuldozent/-innen

Eine kompetenzorientierte Hochschulbildung setzt eine neue Lehr-Lern-Kultur voraus, die mit neuen Anforderungen für die Lehrenden einhergeht. Bisher kaum untersucht worden ist, wie die Kompetenzorientierung in der Hochschulbildung von den Lehrenden selbst wahrgenommen wird und wie diese mit der (neuen) Herausforderung einer kompetenzorientierten Lehre umgehen. Dieser Beitrag stellt Ergebnisse von Interviews mit Hochschullehrenden der Universität Vechta über deren Einstellung zur Kompetenzorientierung in der Hochschullehre sowie deren Erfahrungen in der Umsetzung vor.

Nicola Hericks, Marco Rieckmann

Nebenfolgen und Reformresistenzen

Frontmatter

Bologna – die ungeliebte Reform und ihre Folgen

Die Bologna-Reform hat das Studium an den Hochschulen einschneidend verändert. Oftmals wird die Studienreform für den mutmaßlichen Niedergang des Humboldt‘schen Bildungsideals verantwortlich gemacht. Wie sehr die reformierten Studiengänge tatsächlich die vorhergesagte „Verschulung“ mit sich gebracht haben oder nicht – darüber scheiden sich die Geister. Im Gefolge der Reform sind allerdings tatsächlich gravierende Veränderungen eingetreten, die erstaunlicherweise kaum thematisiert werden. Dazu gehören die schleichende Entwertung des Abiturs und die digitale Durchdringung von Studium und Lehre.

Martin Winter

Verschulung wider Willen. Die ungewollten Nebenfolgen einer Hochschulreform

Der Beitrag analysiert die drei zentralen Verschulungstendenzen im Rahmen der Bologna-Reform: die Renaissance des Frontalunterrichts, die Entstehung der Prüfungsinflation und Einschränkung der Wahlmöglichkeiten. Diese Verschulungstendenzen sind, so die These, nicht auf die Intentionen von Studiengangsplanern zur Verschulung von Studiengängen zurückzuführen. Vielmehr müssen sie als ungewollte Nebenfolgen einer Studiengangsplanung erklärt werden, die mit besten Intentionen mit Hilfe der Einführung eines ECTSPunktesystems versucht, das Studium von einer „Lehrendenzentrierung“ auf eine „Studierendenzentrierung“ umzustellen.

Stefan Kühl

Faktoren für Studienerfolg – eine kritische Analyse von Bachelorstudiengängen

Empirische Grundlage des Beitrags ist das Projekt USuS (Untersuchung zu Studienverläufen und Studienerfolg), in dem die Studiengangebene beschritten wurde und für vier Studiengänge an verschiedenen Hochschulen die Studierenden auf ihren Studienverlauf und ihren Studienerfolg hin untersucht wurden. Die Befunde verdeutlichen die Notwendigkeit einer Reform der Bachelorstudiengänge zur Erhöhung des Studienerfolgs: denn obwohl Studienstile und -strategien wesentliche Faktoren für Studienerfolg sind, bietet das Studium kaum Möglichkeiten, diese zu entwickeln. Die entscheidende Rolle der Fachkulturen tritt in den Analysen klar hervor.

Margret Bülow-Schramm

Präventives Reformieren. Wie und warum „Gallische Dörfer“ an Hochschulen das Bologna-Studium ablehnen

Wie und warum „Gallische Dörfer“ an Hochschulen das Bologna-Studium ablehnen

Mit Einführung des Bologna-Studienmodells hat die überragende Mehrzahl der Hochschulen in Deutschland die vorhandene Fächerarchitektur nahezu flächendeckend auf die Bachelor- und Masterabschlüsse umgestellt. Eine kleine Gruppe von Fakultäten hat die Reform ihrer bzw. einzelner Studiengänge allerdings explizit verweigert und führt die Diplomstudiengänge fort oder – neuerdings lokal – sogar wieder ein. Im Rahmen einer organisationssoziologischen Studie in den betreffenden anwendungsnahen Fächern dieser Fakultäten, wurde den Begründungen und Handlungsstrategien zur Erhaltung der alten Studiengänge nachgegangen.

Marcel Schütz, Heinke Röbken

Backmatter

Weitere Informationen

Premium Partner

Stellmach & BröckersBBL | Bernsau BrockdorffMaturus Finance GmbHPlutahww hermann wienberg wilhelm

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Best Practices zu agiler Qualität

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der letzten Jahre aus agilen Kundenprojekten ist, dass die meisten agil arbeitenden Projekte entwicklergetrieben sind und deshalb leider meistens die Test- und QS/QM-Themen zu kurz zu kommen drohen. So gibt es immer noch Scrum-Befürworter, die ernsthaft der Meinung sind, dass es in agilen Projekten nur noch zwei Arten von Tests gibt: Unittests (durch die Entwickler) und Akzeptanztests (durch den Product Owner). Das ist ein sehr einfaches und bequemes Bild, vor allem aber ist es zu einfach und vielen Produktrisiken schlichtweg nicht angemessen. Jetzt gratis downloaden!

Bildnachweise