Skip to main content
main-content

Hochwasser

weitere Buchkapitel

Kapitel 2. Grundlagen der Mathematik

In diesem Buch wird das in Abbildung 2.1 dargestelle Koordinatensystem verwendet. Damit deutet die z-Achse entgegen der Erdbeschleunigung nach oben. Die Geschwindigkeitskomponenten in den Richtungen (x, y, z) sollen als (u, v, w) bezeichnet werden. Später werden wir auch die so genannte Indexschreibweise benutzen. Dabei werden die drei Raumrichtungen mit den Indizes (1, 2, 3) beschrieben. Es gilt x1 = x, x2 = y, x3 = z und respektive u1 = u, u2 = v sowie u3 = w.

Christoph Rapp

Kapitel 9. Versicherungen

Es ist besser, eine Versicherung zu haben und nicht zu brauchen, als eine Versicherung zu brauchen und nicht zu haben.Und hat man einmal das Glück, dass eine Versicherung zahlt, dann muss man schon großes Pech haben.

Adam Merschbacher

Kapitel 3. Supply-Chain-Disruptionen in der VUCA-Welt

Lieferketten waren nie frei von Störungen. Dennoch haben in den letzten Jahren Dichte und Auswirkungen sogenannter „Disruptionen“ nach Wahrnehmung vieler spürbar zugenommen. Exemplarisch stellt das Kapitel mit der „Klimakrise“, dem „Brexit“ sowie der Corona-Pandemie drei solcher Phänomene vor (Handfield et al., 2020). Spezieller Fokus gilt jeweils den Auswirkungen auf die Wertschöpfungsaspekte.

Florian C. Kleemann, Ronja Frühbeis

Kapitel 1. Nachhaltige Entwicklung, eine Einführung

Am 30. Januar 1995 beschlossen die niederländischen Behörden, die Flussgebiete um Maas und Waal zu evakuieren. Tiel, Hedel, Kerk, Kerkdriel, Kerkdriel, Zaltbommel, Kesteren und mehr als zehn weitere Dörfer wurden evakuiert.

Niko Roorda

Kapitel 1. Technologien

Der Übergang zu einer regenerativen Energieversorgung entspringt keineswegs einer ökologisch-romantischen Vorstellung, sondern ist von sachlichen Notwendigkeiten geprägt. Interessanterweise gehen technische und soziale Aspekte dabei Hand in Hand: Das Ausbeuten endlicher Vorräte an Energieträgern führt zwangsläufig zur Anreicherung von Abgasen in der Atmosphäre und nichtflüchtigen Abfallstoffen im Meer. Beide Vorgänge finden langsam und schleichend statt, sodass sie nach menschlichem Empfinden kaum wahrzunehmen sind. Auch die Folgen für Klima und Landnutzung, Nahrungsketten und Gesundheit sind nur auf langen Zeitskalen zu beobachten. Doch gerade das schleichende Fortschreiten birgt die Gefahr, dass die an sich bekannten Bedrohungen gegenüber der Tagespolitik und kurzatmigen Schlagzeilen ins Hintertreffen geraten. Am Beispiel der Energieklippe (Abschn. 2.2.4) wird deutlich, wie ein allmählicher Prozess abrupt in eine Katastrophe münden kann – technisch wie sozial:

Christian Synwoldt

Verkehrswasserbau – Wasserstraßen und Hinweise zu Häfen

Bernhard Söhngen

Verkehrsplanung

Das Kapitel beschreibt zunächst die wichtigsten Zusammenhänge Mobilität und Verkehr einschließlich der relevanten Definitionen und zentralen Kenngrößen. Dargestellt werden die Folgen und Wirkungen des Verkehrs, Gerechtigkeitsaspekte, die Interdependenzen zwischen Raum und Verkehr sowie die Grundprinzipien einer integrierten Verkehrsplanung. Darauf aufbauend werden die Aufgaben und Vorgehensweisen der Verkehrsplanung beschrieben. Dabei werden die Stufen des Planungsprozesses dargestellt und Ziele, Strategien sowie Maßnahmen der Verkehrsplanung und Verkehrspolitik diskutiert. Abschließend werden verkehrsmittel- bzw. verkehrsträgerübergreifend die wichtigsten Herausforderungen dargestellt.

Carsten Gertz

Teil 3. Rechtsgeschäftliche Primäransprüche

Bei der Fallbearbeitung setzt die Fallfrage den Rahmen. Innerhalb dieses Rahmens gehen Sie in folgender Reihenfolge vor und prüfen Ansprüche auf

Jürgen Plate, Anton Geier

Finanzwirtschaft am Kipp-Punkt? Neue Entwicklungen an der Schnittstelle von Klimakrise und Finanzwirtschaft

Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit diversen Fragen an der Schnittstelle von Klimakrise und Finanzwirtschaft: Erleben wir gerade einen Kipp-Punkt in der Beziehung zwischen Finanzwelt und fossiler Wirtschaft? Wendet sich der Herdentrieb der Finanzmärkte gegen die fossilen Energien? Ist das doch nur Greenwashing? Kann die Finanzwirtschaft zu einem zentralen Hebel werden, um den Klimakollaps doch noch aufzuhalten? Und falls ja: Wie muss die Politik diesen Prozess begleiten und steuern, damit sich die erhoffte Hebelwirkung entfalten kann?

Jörg Haas, Barbara Unmüßig

Kapitel 5. Einkommensteuer im laufenden Forstbetrieb

Dies ist das ausführlichste Kapitel des Buches. Vom Wirtschaftsjahr über verschiedene Formen der Gewinnermittlung bis hin zu Einnahmen, Ausgaben und Abschreibungen wird alles erklärt, was ein Waldbesitzer für die Einkommensteuererklärung wissen muss. Auf die verschiedenen Arten von Ausgaben wird in Unterkapiteln ausführlich eingegangen. Zusätzlich werden Tarifvergünstigungen in besonderen Situationen erklärt, zum Beispiel die Holznutzung aufgrund höherer Gewalt und das Forstschädenausgleichsgesetz.

Thomas Siegel, Felix Siegel

Kapitel 7. Trigonometrische Funktionen und Gleichungen

Beobachtet man mit einem Teleskop den Planeten Jupiter und betrachtet den Abstand einer seiner Monde (z. B. Europa) zu ihm, kann man die in Abb. 7.1 dargestellten Informationen gewinnen. Anhand des abgebildeten Schulbuchausschnitts lässt sich ein zeitlich variierender Abstand von Europa zu Jupiter erkennen.

Bärbel Barzel, Matthias Glade, Marcel Klinger

4. Behavior Patterns für die Wahrnehmungsphase

Die wissenschaftliche Forschung hat disziplinenübergreifend (v. a. Psychologie, Neurowissenschaften, Wirtschaftswissenschaften) mittlerweile eine beachtliche Anzahl von Behavior Patterns identifiziert und validiert. Die wirksamsten und für den E-Commerce-Einsatz am besten geeigneten fasst diese Library zusammen. Sie ist entlang des E-Commerce-Prozesses strukturiert und teilt sich in die Wahrnehmungsphase (Kap. 4 ), die Entscheidungsfindungsphase (Kap. 5 ) und die Kundenbindungsphase (Kap. 6 ). Diese drei Kapitel stellen den Mittelpunkt des vorliegenden Buches dar. Die Sammlung von Behavior Patterns wurde über Jahre aufgebaut, qualifiziert, bereinigt und beschrieben. Das Ergebnis ist keine vollständige Sammlung aller jemals identifizierten Verhaltensmuster, sondern vielmehr eine praxisnahe Selektion mit dem Ziel, schnelle und sofort umsetzbare Antworten und Inspirationen für E-Commerce Professionals zu bieten, die ihren Kommunikations- und Vertriebserfolg steigern wollen.

Philipp Spreer

Kapitel 1. Einleitung: Entwicklungslinien des Engagements

Der Band „Der Humus der Gesellschaft. Über Bürgerschaftliches Engagement und die Bedingungen, es gut wachsen zu lassen“ versammelt Reden und Aufsätze des Autors, die um Zivilgesellschaft, Engagementnetzwerke, Engagementpolitik und Bürgerschaftliches Engagement kreisen. Der einführende Beitrag stärkt die These, dass Resilienz, Innovationskraft und gedeihliche friedliche Entwicklung einer Gesellschaft, aber auch jedes einzelnen Menschen, wesentlich davon abhängen, dass sich Bürgerinnen und Bürger für ihr Gemeinwesen engagieren. Das Böckenfördesche Diktum, wonach der freiheitliche säkularisierte Staat von Voraussetzungen lebt, die er nicht selbst schaffen kann, steht dabei im Fokus der Überlegungen.

Thomas Röbke

Kapitel 2. Der Klimawandel und seine gesellschaftspolitische Bedeutung

Der Klimawandel hat schon vor vielen Jahren begonnen sich anzuschleichen, unser überbordender ressourcenverbrauchender Lebensstil der reichen Länder der Welt hat ihn angelockt und die Aufholjagd der neuen Industrienationen hat ihn weiter gefüttert. Schon 1972 warnte der Club of Rome mit seinem Manifest „Die Grenzen des Wachstums“ vor Ausbeutung der Ressourcen und deren Folgen. Frederic Vester (2019) wies in seinem Buch „Die Kunst vernetzt zu denken“ darauf hin, dass die Krisen und Umweltkatastrophen nicht länger nur auf materieller oder gar technokratischer Ebene zu sehen sind, sondern dass wir zum Umgang damit eine neue Ebene des Denkens erschließen müssen.

Christa Fischer-Korp

Kapitel 3. Die Umsetzung

Es gibt viele Lösungsansätze, um die klimaschädlichen Emissionen zu reduzieren oder gar gegen Null zu bringen. Ein Teil davon sind technische Lösungen, wie E-Mobilität, Photovoltaikanlagen, Windräder, Geräte mit geringerem Stromverbrauch, Dämmung des Wohnraumes gegen Energieverlust, etc. Es werden Tausende von Bäumen aufgeforstet, um CO2 zu speichern und um Sauerstoff zu produzieren.

Christa Fischer-Korp

19. Soziale Medien in Notfällen, Krisen und Katastrophen

Die Nutzung sozialer Medien hat sich nicht nur im Alltag, sondern auch in vielen verschiedenen Notfällen, Krisen und Katastrophen etabliert. Dieser Prozess begann bereits vor etwa 20 Jahren nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001.

Christian Reuter, Marc-André Kaufhold

26. Einbindung ungebundener Helfender in die Bewältigung von Schadensereignissen

Während sogenannte „digital volunteers“ in der Forschung seit mehreren Jahren betrachtet werden, sind ungebundene Helfende vor Ort bislang weniger intensiv erforscht. In diesem Kapitel steht zunächst die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Typen von freiwilligen Helfenden im Mittelpunkt.

Stefan Sackmann, Sebastian Lindner, Sophie Gerstmann, Hans Betke

27. Mobiles Crowdsourcing zur Einbindung freiwilliger Helfender

Die Bevölkerung ist in hohem Maße bereit, bei Krisen und Katastrophen aktiv zu werden und die Einsatzkräfte vor Ort zu unterstützen. Mobile Crowdsourcing-Anwendungen können einen Beitrag leisten, solche freiwilligen, ungebundenen Helfenden im Katastrophenfall effektiv in den Katastrophenschutz einzubinden.

Frank Fuchs-Kittowski

8. Ausgewählte rechtliche Implikationen

Das Kapitel widmet sich ausgewählten Grundzügen der rechtlichen Einordnung des Einsatzes von Informations- und Kommunikationstechnik (IT), insbesondere (1) in Krisensituationen, (2) im Bereich sogenannter Kritischer Infrastrukturen in bestimmten Sektoren (z. B. Energie, Logistik, Banken) und (3) dem Einsatz solcher Systeme, deren Ausfall erhebliche Folgen jedenfalls für den Betreiber zeitigen bzw.

Klaus Gennen

13. IT-Systeme für das Krisenmanagement

Informationstechnik unterstützt den Menschen in allen Phasen des Krisenmanagements. Die Nutzung erfolgt in unterschiedlichen Umgebungen, durch unterschiedliche Personen und Gruppen sowie mittels unterschiedlicher Technologien.

Jens Pottebaum, Christina Schäfer

19. Stammesgeschichte und Systematik der Bakterien, Archaeen, „Pilze“, Pflanzen und anderer photoautotropher Eukaryoten

Nach der Entstehung des Lebens hat eine evolutionäre Differenzierung der Lebewesen in zwei Hauptgruppen stattgefunden, die Archaea (Archaeen) und Bacteria (Bakterien). Soweit man das heute weiß, ist eine Teilgruppe der Archaea der engste Verwandte eukaryotischer Organismen (Eukarya, Eukaryoten). Ungeachtet dieser Verwandtschaftsverhältnisse werden Archaea, Bacteria und Eukarya meist als Reiche (Regnum/Regna) oder Domänen klassifiziert. Gegenstand der Botanik und damit auch dieses Lehrbuchs sind Pflanzen sowie solche algenähnlichen photoautotrophen Organismen, die durch endocytobiotische Aufnahme von eukaryotischen Grün- oder Rotalgen entstanden sind. Diese Gruppen finden sich im Stammbaum des Lebens an unterschiedlichen Stellen (◘ Abb. 19.1).

Joachim W. Kadereit

15. Digitalisierung in der Mobilitätsinfrastruktur

Ein Beitrag zur Gestaltung des Mobilitätswandels

Intelligente Mobilität mit Hilfe von Digitalisierung setzt kaum ein anderes Land um wie China. China kooperiert mit internationalen Partnern beim Thema Fahrerassistenzsysteme und automatisiertes Fahren. E-Mobilität wird von der Regierung gefördert und ist eines der Kernelemente zur Verbesserung der Luftqualität. In Verkehrssteuerungszentren werden die Verkehrsmittel intermodal vernetzt und mit Daten zu Wetter, Ferien und Tageszeiten kombiniert, so dass die Verkehrsflüsse optimiert und Routenhinweise für die Verkehrsteilnehmer gegeben werden können. Dieser Beitrag vergleicht die Ziele und Rahmenbedingungen, stellt vor, worin sich chinesische und deutsche Mobilitätsansätze unterscheiden, und diskutiert, von welchen chinesischen Ansätzen wir möglicherweise lernen können und wollen. Damit nähern wir uns einer Beantwortung der Frage, wie Deutschland sich angesichts der ganz anderen Herangehensweise Chinas positionieren und eigene Stärken herausarbeiten und im Rahmen der aktuell laufenden Digitalisierungsinitiativen nutzen kann, um auch zukünftig ganz „vorne“ mit dabei zu sein.

Ulrike Reisach, Martin Stirzel

Kapitel 1. Basiswissen

Im Abschnitt Basiswissen werden die absoluten mathematischen Grundlagen als Fundament für die in den Folgekapiteln behandelten Schwerpunkte aufgearbeitet und anhand einfacher Beispiele kurz erläutert. Hierzu gehören z. B. die Auflistung mathematischer Begriffe und Symbole sowie wichtige Inhalte aus der Sekundarstufe I. Auch wenn die Inhalte dieses Kapitels einigen Lesern zu einfach erscheinen mögen wird empfohlen, alle Themenbereiche aufzuarbeiten - hierbei gilt stets: alles ohne den Taschenrechner, falls es nicht anders angegeben ist. Sofern in einigen Gebieten bereits ein Gefühl der Sicherheit vorhanden ist, können Wissenslücken hier nachgeschlagen werden.

Markus Kemper, Kai-Uwe Zirk

Der Hashtag in der Social-Media-Kommunikation: Perspektiven, Strategien und Anwendungen

In diesem Beitrag wird untersucht, wie und in welcher Form Hashtags in der Social-Media-Kommunikation verwendet werden, wobei der Fokus vor allem auf der Analyse der unterschiedlichen Arten und Funktionen von Hashtags liegt. Grundlage der Analyse bildeten die drei großen Einsatzbereiche „Sprache“, „Kommunikation“ und „Marketing“. Im Beitrag werden sowohl theoretische Ansätze aus der Forschung als auch Praxisbeispiele in Form von realen Beiträgen berücksichtigt. Die Ergebnisse zeigen, dass der Hashtag außerordentlich vielseitig eingesetzt werden kann und dass es kaum Grenzen bei der sprachlichen Bildung eines Hashtags gibt. Mal wird er sarkastisch eingesetzt, mal dient er offiziell der Katastrophenhilfe und mal entwickelt er sich zum sogenannten „Bashtag“. Dabei nimmt der Hashtag als verbindendes Element fast immer eine duale Rolle ein. Einerseits ist er ein Indikator für den Inhalt, andererseits ist er ein Indikator für die Zugehörigkeit zu einer virtuellen Gemeinschaft. Doch aufgepasst: #NowThatcherIsDead ist nicht gleich #NowThatCherIsDead.

Tim Thiemann, Alexander Moutchnik

8. Der Baumangel

Ausgehend von der Frage, was ein Mangel ist, werden die hiermit verbundenen Folgen aufgezeigt. Dabei ist zwischen Mängelrechten im BGB- und im VOB/B-Vertrag zu unterscheiden. Dargestellt werden die verschiedenen Mängelansprüche und die Verjährung derselben.

Axel Wirth, Cornelius Pfisterer, Barbara Schellenberg

Kapitel 3. Der Prozess zur Auswahl angemessener Sicherungsmaßnahmen (ZAWAS)

Eine der zentralen Regelungen der DS-GVO ist die Verpflichtung des Verantwortlichen bei der Auswahl geeigneter angemessener technischer und organisatorischer Maßnahmen das Verarbeitungsrisiko auf ein angemessenes Schutzniveau zu reduzieren. Technische und organisatorische Maßnahmen können beispielsweise das Sperren des Bildschirms oder das Schließen eines Fensters oder der Tür beim Verlassen des Büros sein.

Stefan Mierowski

Erreichbarkeit von Zielgruppen – Informations- und Mediennutzungsverhalten in Deutschland

Bevor man der Frage nachgeht, wie und in welcher Form am besten unterschiedliche Social-Media-Kanäle für die Kommunikation kommunaler Themen eingesetzt werden und somit ein wirksames Tool für die Interaktion der Kommunen mit ihren spezifischen Zielgruppen darstellen können, muss man sich ein paar generelle Gedanken machen, welche Stakeholder und Zielgruppen überhaupt auf diesem Weg bei welchen Themenkategorien erreichbar sind. Gerade aktuelle Fälle wie die Kommunikation während der Corona-Krise zeigen, wie man im Rahmen der Mediaplanung digitale Kanäle in das Gesamtspektrum der Kommunikationskanäle einordnen kann.

Thomas Breyer-Mayländer, Marc Löffel

Kapitel 10. Vertragsmanagement

Rechte und Pflichten entstehen nicht erst dann, wenn ein Vertrag zustande kommt. Auch im Vorfeld können die Beteiligten „Ansprüche“ (Was unter dem Begriff „Anspruch “ zu verstehen ist, wird vom Gesetzgeber in §194 BGB legal definiert.) gegeneinander besitzen. Bereits mit dem Eintritt in Vertragsverhandlungen entsteht zwischen den Verhandlungspartnern ein „gesetzliches Schuldverhältnis “ mit teilweise sehr weitgehenden Pflichten.

Marco Zessel

3. Vertiefungen

Immer wieder wurden Sie in den vorangegangenen Kapiteln auf Kapitel „weiter hinten“ verwiesen. Zum einen darf man nicht von Hölzchen auf Stöckchen kommen und muss sich entlang eines imaginären Fadens auf einer Detaillierungsebene entlang bewegen, weil es sonst verwirrend und unübersichtlich wird. Andererseits gibt es Themen, die so wichtig sind, dass man darin doch tiefer graben sollte. Deshalb soll in diesem Kapitel anhand von zehn Themen tiefer gegraben werden, die in der Praxis sowohl bei etablierten Unternehmen als auch bei Start-ups immer wieder auftauchen und man sich mit ihnen auseinandersetzen muss.

Klaus Krause, Tobias Schnitzler

Kapitel 12. Geographie-Machen durch Ein-Bild-ung

Visuelle und ästhetische Ansätze in der Humangeographie

Dieser Beitrag formuliert konzeptionelle Ansätze um zu analysieren, wie Bilder bei der Produktion von Räumen mitwirken. Aufbauend auf der von Benno Werlen formulierten sozialgeographischen Perspektive des „Geographie-Machens“ werden Imaginationspraktiken als grundlegender Bestandteil menschlichen Vorstellens und Gestaltens beschrieben. Um sich materiellen und immateriellen Praktiken des Vorstellens und Gestaltens anzunähern, verbindet dieser Beitrag Ansätze aus Sozialtheorie und der Ästhetischen Theorie. In Anlehnung an Ansätze der Visuellen Geographie eröffnen sich damit Potenziale, sich in humangeographischer Forschung mit den Zusammenhängen zwischen (Un-)Sichtbarmachung- und Raumproduktion auseinanderzusetzen.

Christiane Stephan

Kapitel 15. Claim Management und Nachforderungen bei Leistungsstörungen

Ein Claim ist eine rechtlich begründete Forderung oder Geltendmachung einer kommerziellen und monetären Entschädigung, Zahlung oder Erstattung durch einen Antragsteller für eine Störung, Schlechtleistung, einen Mangel oder ein Versagen eines vereinbarten Zustands eines Produkts, eines Prozesses, einer Funktion bei der Erfüllung eines Vertrags oder einer Vereinbarung. Das Claim Management oder Nachforderungsmanagement ist die systematische Überwachung und Beurteilung von Abweichungen bzw. Änderungen und deren wirtschaftlichen Folgen zwecks Ermittlung und Durchsetzung von Ansprüchen durch einen Claim- oder Lieferantenmanager.

Marc Helmold

Maßschuhe – ein nachhaltiges Produkt in Zeiten der Digitalisierung

Die Maßschuhmacherei Kirstin Hennemann wurde 2002 in Berlin-Prenzlauer Berg von Kirstin Hennemann gegründet. Einer Frau, die zunächst Politik und Germanistik studierte, dann aber das Schuhmacherhandwerk erlernte, nachdem sie frustriert von einer Shoppingtour in Frankfurt zurückkam. Es gab einfach keine schönen Schuhe für ihre anspruchsvollen Füße. Der Beitrag zeigt ihren außergewöhnlichen Karriereweg und die Bedeutung des Handwerks im Zeitalter der Digitalisierung.

Gabriele Braun, Kirstin Hennemann

Kapitel 1. Durch Einsatz Künstlicher Intelligenz Potenziale für Geschäftsprozesse von Finanzdienstleistern erschließen

Ein praxisorientierter Ansatz

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem pragmatischen Ansatz zum Einsatz künstlicher Intelligenz für Geschäftsprozesse von Finanzdienstleistern in vier Thesen. These 1: Als Ausgangsbasis für den Einsatz von KI ist es hilfreich, die Erscheinungsformen und Prozesse in einem ausreichend granularen Detailgrad zu beschreiben. These 2: Die Anzahl möglicher „Use Cases“ ist überwältigend. These 3: Eine standardisierte Bewertung und Positionierung der möglichen Anwendungsfälle in einer Heatmap erlauben die notwendige Priorisierung. These 4: Eine iterative Vorgehensweise, eingebettet in ein Ökosystem, ist ratsam, um das Potenzial von KI in Geschäftsprozessen zu erschließen.

Andreas Merbecks

Open Access

Kapitel 4. Modellgestützte Wirkungsanalysen ausgewählter Maßnahmen und Strategien

Im Dialog mit Akteuren der Landnutzung wurden die Leitmotive Klimaschutz, Bioenergieerzeugung, Umwelt- und Naturschutz und Klimaanpassung herausgearbeitet und anschließend in Landnutzungsstrategien untersucht sowie die möglichen Beiträge dieser Landnutzungsstrategien zu gesellschaftlichen Zielen geprüft. Die Szenarienstudie CC-LandStraD fokussiert auf Vermeidungsstrategien des Klimawandels. Betrachtete Klimaszenarien illustrieren die Unsicherheit zukünftiger Entwicklungen. Die Wirkungen ausgewählter Maßnahmen und Landnutzungsstrategien wurden mit Hilfe eines interdisziplinären Modellverbundes im Rahmen eines komparativ-statischen Vergleichs untersucht, und zwar für die Landnutzungssektoren Siedlung und Verkehr sowie Land- und Forstwirtschaft. Anschließend wurden Maßnahmen gebündelt und zu Strategien zusammengefasst und die Wirkungen regional differenziert im Hinblick auf Änderungen der Flächennutzung, land- und forstwirtschaftlicher Produktion und Einkommen sowie Simulation von Waldbeständen sowie Stoffflüssen ausgewertet.

Sarah Baum, Tobias Conradt, René Dechow, Peter Elsasser, Hermann Englert, Nils Ermisch, Horst Gömann, Roland Goetzke, Pia Gottschalk, Martin Gutsch, Martin Henseler, Jana Hoymann, Margret Köthke, Peter Kreins, Petra Lasch-Born, Felicitas Suckow, Frank Wechsung

Open Access

Kapitel 3. Handlungsfelder der Landnutzung

Mit welchen Maßnahmen eine angepasste Landnutzung zum Klimaschutz beitragen kann, wird anhand von Handlungsfeldern im Siedlungswesen, in der landwirtschaftlichen Landnutzung und forstlichen Handlungsoptionen sektoral veranschaulicht. Es werden die Maßnahmen beschrieben und ihre jeweilige Relevanz hergeleitet. Ferner wird spezifiziert, welche Maßnahmen konkret analysiert werden.

Sarah Baum, Peter Elsasser, Roland Goetzke, Martin Henseler, Jana Hoymann, Peter Kreins

Open Access

Kapitel 7. Anhang

In Kapitel 7 werden die betrachteten Maßnahmen detailliert beschrieben, ihr Beitrag zu den untersuchten Strategien Klimaschutz, Bioenergie, Natur- und Umweltschutz sowie Klimaanpassung eingeordnet und die zentralen Modellannahmen dargelegt. Für den Sektor Forstwirtschaft werden auch die verwendeten Maßnahmenvarianten für die Simulation der Strategien veranschaulicht.

Sarah Baum, Peter Elsasser, Nils Ermisch, Roland Goetzke, Martin Henseler, Jana Hoymann, Peter Kreins, Priska Weller

Open Access

Chapter 5. Gesellschaftliche Bewertung der Landnutzungsstrategien

Das Konzept der Ökosystemleistungen wird genutzt, um die verschiedenen Effekte von Landnutzungsänderungen systematisch zu erfassen und monetär zu bewerten. Eine Bewertung der in Kapitel 4 erarbeiteten Maßnahmen und Strategien der Landnutzung erfolgt auf der Grundlage der Ergebnisse einer umfangreichen Befragung im Rahmen einer erweiterten Kosten-Nutzen-Analyse. Die Bewertung erfolgt für landwirtschaftliche sowie für forstwirtschaftliche Ökosystemleistungen. Darüber hinaus wurden die Rahmensetzungen des Umwelt- und Planungsrechts, die Anreizsetzungen verschiedener Förderpolitiken sowie die Einflüsse privater und öffentlicher Akteure und Institutionen untersucht. Es wurden Möglichkeiten aufgezeigt, diese Regelungs- und Steuerungssysteme der Landnutzung anzupassen und weiterzuentwickeln, um den Herausforderungen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung sektorspezifisch und sektorübergreifend begegnen zu können. Mit Landnutzung befasste gesellschaftliche Akteure wurden im Forschungsprozess, für die Validierung von Zwischenergebnissen und die Praxisrelevanz der zu erzielenden Ergebnisse kontinuierlich im Projekt beteiligt. Die Ergebnisse dieses Prozesses, die Beteiligung und inhaltlichen Anregungen der Stakeholder werden dargestellt und methodische Fragen reflektiert.

Peter Elsasser, Ulrike Grabski-Kieron, Meike Hellmich, Jesko Hirschfeld, Mathias Raabe, Sandra Rajmis, Julian Sagebiel, Rosemaire Siebert, Annett Steinführer, Reimund Steinhäußer, Priska Weller

Kapitel 7. Ökologische Folgen

Es werden Umweltwirkungen des Verkehrs auf Ökosystemkomponenten und deren Berücksichtigung im Rahmen von Prüfungsinstrumenten und Folgenbewältigung beschrieben. Das Kapitel betrachtet generell die Maßstabsebene der Stadtlandschaft und geht von einer engen Verflechtung zwischen dem Straßenverkehr in den Innenstädten und der Verkehrserschließung im Umland mit dort stattfindenden ökologischen Belastungen aus. Die ökologischen Wirkungen des motorisierten Straßenverkehrs und dessen Infrastruktur werden systematisch hinsichtlich Wasserbilanz, Nähr- und Schadstoffflüsse sowie deren Wirkungen auf Tierarten und Biotope thematisiert. Um die Folgenbewältigung im Planungsprozess zu illustrieren, werden Umweltverträglichkeitsprüfung sowie FFH-Prüfung erläutert und die Eingriffsregelung mittels landschaftspflegerischem Begleitplan und Ökokontoverfahren diskutiert. Der Ausblick kommentiert Aussagen des Bundesverkehrswegeplans 2030 hinsichtlich künftiger Belastungen der Ökosysteme und zitiert Lösungsansätze bei der Suche nach effektiven Minderungsmaßnahmen.

Hans-Georg Schwarz-von Raumer

1. System des Beihilferechts und seine Bedeutung

Das Beihilfenverbot des Art. 107 AEUV bildet den Kern des staatsbezogenen Wettbewerbsrechts. Es verbietet dem Staat, durch finanzielle bzw. zumindest geldwerte Vergünstigungen bestimmte Unternehmen oder Produktionszweige zu begünstigen und dadurch den Wettbewerb (potenziell) zu verfälschen sowie den Handel zwischen Mitgliedstaaten zu beeinträchtigen. Damit wird ein spezieller Bereich, der allerdings große praktische Bedeutung hat, herausgegriffen und spezifisch geregelt.

Walter Frenz

Kapellbrücke

Durch die gegebene Topografie weist die Schweiz eine hohe Dichte an imposanten Brücken auf. Es gibt eine grosse Vielfalt von Brücken. Sie reicht von alten Holz- und Steinbrücken bis zu modernen Stahl- und Betonbrücken. Dieser Bericht beschäftig sich mit der weltbekannten Kapellbrücke in Luzern, welche nicht umsonst ein beliebtes Fotosujet bei Touristen und auch Einheimischen ist. Speziell an dieser Holzbrücke ist, dass sie bereits im 14. Jahrhundert gebaut wurde. Die Brücke und der darin integrierte Bilderzyklus weisen einen spannenden geschichtlichen Hintergrund auf. In dem Bericht wird, erläutert wie die Statik der Jochbrücke funktioniert und welche Baustoffe verwendet wurden. Auch über den Brand, welcher sich im Jahr 1993 ereignete, wird in diesem Bericht informiert.

Marco Stäheli

Holzbrücke Hundwil

Die Holzbrücke Hundwil ist auch bekannt unter den Namen Brücke im Rachentobel oder alte Tobelbrücke. Wegen der vielen Inschriften auf den Dachbindern trägt sie zudem den Spitznamen „Sprechende Brücke“. Die 1778 erstellte Holzbrücke ist neben der Kubelbrücke eine der beiden letzten erhaltenen Brücken, welche sich eindeutig dem Teufener Baumeister Hans Ulrich Grubenmann zuordnen lassen. Die andere Brücke befindet sich nur wenige Kilometer entfernt und wurde zwei Jahre später nach den gleichen Konstruktionsprinzipien errichtet. Die ausgeklügelte Bauweise erlaubte es, die Brücken stützenfrei auszubilden, was Grubenmann weit über die Schweizer Grenzen hinaus große Anerkennung als Architekt und Ingenieur einbrachte.

Marijo Doslic

Ponte dei Salti

Das Ferienparadies Tessin ist mit einer Vielzahl von historischen Denkmälern ausgestattet. So auch die Valle Verzasca. Heute international bekannt durch die Staumauer, liegt tiefer im Tal ein touristischer Geheimtipp. Das kleine, steinerne Dorf Lavertezzo besitzt nebst einer Kirche eine kleine Bogenbrücke. Der Ponte dei Salti besitzt eine lange Geschichte und ist durch sein romantisches Erscheinungsbild ein wichtiges Kulturgut der Gemeinde.

David Jakob

Sitterviadukt

Die Schweiz ist, als ein Land mit vielen Tälern und Schluchten, auch ein Eisenbahnland. Es umfasst viele kleine und grosse Kunstbauten und etliche Tunnel. Nahe St. Gallen steht ein ausserordentliches Bauwerk. Mit seiner enormen Höhe und der großen Spannweite ist den Ingenieuren ein Meisterwerk gelungen.

Daniel Stettler

Kapitel 6. Wirtschaftliche Auswirkungen des modifizierten Bewertungsverfahrens

Nach der Bestätigung von Hypothese 1, dass mit den neuen Bewertungsstufen Tendenzen der Schadensfortschreitung und der Schadensausbreitung bei Standsicherheitsbeeinträchtigungen frühzeitiger als im aktuellen Bewertungsverfahren erfassbar sind (siehe Abschnitt 4.2.2), wird in diesem Kapitel untersucht, ob sich durch den frühzeitigeren Hinweis der Zustandsverschlechterung, insbesondere bei kontinuierlicher Instandhaltung, Instandsetzungskosten einsparen lassen (Hypothese 2).

Cornell Weller

Kapitel 3. Einflussfaktoren auf die Zustandsbeurteilung

Die Verantwortung für Bauwerksprüfungen nach DIN 1076 liegt bei den Straßenbaubehörden von Bund und Ländern (siehe Abschnitt 2.2.1). Diese entscheiden anhand der Haushaltsbudgets und des Bauwerksbestandes über die Vorhaltung von eigenen Prüfteams oder die Fremdvergabe von Prüfleistungen. Während eigene Prüfteams ganzjährig aus Haushaltsmitteln finanziert werden müssen, belasten Fremdvergaben nur auftrags- und objektspezifisch das Haushaltsbudget.

Cornell Weller

Finding Relevant Flood Images on Twitter Using Content-Based Filters

The analysis of natural disasters such as floods in a timely manner often suffers from limited data due to coarsely distributed sensors or sensor failures. At the same time, a plethora of information is buried in an abundance of images of the event posted on social media platforms such as Twitter. These images could be used to document and rapidly assess the situation and derive proxy-data not available from sensors, e.g., the degree of water pollution. However, not all images posted online are suitable or informative enough for this purpose.Therefore, we propose an automatic filtering approach using machine learning techniques for finding Twitter images that are relevant for one of the following information objectives: assessing the flooded area, the inundation depth, and the degree of water pollution. Instead of relying on textual information present in the tweet, the filter analyzes the image contents directly. We evaluate the performance of two different approaches and various features on a case-study of two major flooding events. Our image-based filter is able to enhance the quality of the results substantially compared with a keyword-based filter, improving the mean average precision from 23% to 53% on average.

Björn Barz, Kai Schröter, Ann-Christin Kra, Joachim Denzler

2. Brandschutz

Dieser Satz eines Weihegebets aus dem 3. Jh. lässt sich wohl auch auf die Pflicht der Kirchengemeinden und Klostergemeinschaften, insbesondere der Pfarrer und Klostervorsteher, auf die Sicherheit der Kirchen gegen Feuer beziehen. Das bedeutet nach dem heutigen Sprachgebrauch – für den Brandschutz zu sorgen.

Sylwester Kabat

Chapter 5. Städtische Atmosphäre und Stadtklima

Städte haben ein eigenartiges Mikroklima und führen durch die zunehmende Besiedlung, anthropogene Wärmeproduktion und Technisierung der Lebensräume zur Erwärmung der Erdatmosphäre. Die natürlichen Energie- und Stoffströme werden in Städten von anthropogen erzeugten Strömen überlagert. Daher stehen Städte vor großen Herausforderungen, um nachhaltig eine bessere Lebensqualität, Ressourceneffizienz und den Schutz der Umwelt zu gewährleisten. Obwohl die anthropogene Energiezufuhr in Städten im Vergleich zu der natürlichen Zustrahlung relativ gering ist, wirken sich die städtischen Emissionen schwerwiegend auf das Klima aus. Aufgrund der durch die Bebauung verursachten Komplexität der städtischen Struktur erleidet auch die bodennahe Atmosphäre Veränderungen. Obwohl die Stadt in ihrer Gesamtheit eine geschlossene Struktur darstellt, ist sie in eine Vielzahl von kleineren räumlichen Strukturen unterteilt. Gekennzeichnet sind sie durch ständigen stetigen und auch abrupten Wechsel in ihrer Oberflächenrauigkeit. Städtische Versiegelungsflächen beeinträchtigen das Stadtklima erheblich. Durch geeignete Anordnung und Gestaltung dieser Flächen und Anordnung von Grün- und Wasserflächen sowie Luftbahnen kann der Aufheizung der Städte entgegengewirkt werden.

Schew-Ram Mehra

Chapter 9. Probleme, Herausforderung und Maßnahmen

Städte sind und werden in der Zukunft noch stärker der Lebensraum der meisten Menschen sein. Die Überlastung der Infrastruktur, ständig zunehmende Probleme bei der Wasser-, Energie- und Lebensmittelversorgung, Abfall- und Abwasserentsorgung, Beeinträchtigung ökologischer Qualität urbaner Räume sowie steigende gesundheitliche Belastung führen jedoch zunehmend zum Verlust an Lebensqualität der städtischen Bewohner. Auch hinsichtlich der Sicherheit sowohl im öffentlichen wie auch im privaten Raum und auch der Mobilität stoßen die Städte an ihre Grenzen. Hinzu kommen der demographische Wandel, die steigende Ressourcenverknappung und der spürbare Klimawandel. Die Zunahme von Hitzeperioden, starken Unwettersituationen, Hochwasser und Überschwemmungen werden sich auf die urbanen Ballungsgebiete noch gravierender auswirken. Um unter diesen veränderten Randbedingungen auch in Zukunft die Umwelt zu schützen und in den Städten behagliche Umgebungsbedingungen zu schaffen, müssen geeignete Maßnahmen ergriffen werden.

Schew-Ram Mehra

1. Grundlagen und Einordnung des § 13a BauGB in der Planung

In diesem Kapitel wird die Basis der Regelung des § 13a BauGB näher betrachtet und eine Einordnung in das Planungsgeschehen vorgenommen.Ausgehend vom Flächenverbrauch, mit seinen vielfältigen Auswirkungen als Hintergrund der Bestimmung, wird die Entwicklung des rechtlichen Rahmens dargelegt sowie Veranlassung, Zielstellung und Vorgänger des § 13a BauGB erläutert.

Bernd Bohnenberg

Kapitel 1. Einleitung

Demokratie ist das Spielfeld kollektiver AkteurInnen. Gleichwohl drängt sich der Eindruck auf, dass es unter bestimmten Umständen Raum für individuelles Leadership gibt, mithin, dass einzelne AmtsinhaberInnen und deren Persönlichkeiten zur richtigen Zeit am richtigen Ort einen individuellen Unterschied machen.

Henrike Wehrkamp

2. Daseinsvorsorge und Vorsorge

Mit dem Wegfall der Richtlinie 67/548 EWG und dem Inkrafttreten der VO (EU)Nr. 1272/2008 als der Basis des Chemikalienrechts für Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von chemischen Stoffen und Gemischen (umgangssprachlich als GHS-VO bezeichnet) wurde es erforderlich, das Störfallrecht diesen dort erfolgten Änderungen anzugleichen. Diese Änderungen sind insofern als tiefgreifend zu bezeichnen, da sich vor allem die Einstufungskriterien und damit die Einstufung der Chemikalien geändert haben.

Ursula Stephan, Bernd Schulz-Forberg

1. Einleitung

Die Beschäftigung der Menschheit mit Kenntnissen und Fertigkeiten auf chemischem Gebiet reicht bis in die Steinzeit zurück (ca. 4500 v. Chr.). Sie entwickelte sich aus verschiedenen Methoden des Feueranzündens im Zusammenhang mit der Kalt- bzw. Warmbehandlung von Kupfer und Gold. Damit begann nicht nur ein Anstieg der Menschheit auf eine höhere Stufe der Lebensweise, kurz Lebensqualität, sondern auch eine Belastung der Umwelt mit Schadstoffen, die natürlich bzw. ubiquitär nicht vorkommen.

Ursula Stephan, Bernd Schulz-Forberg

Kapitel 1. Einleitung

Ethologie und Hydraulik – wozu wird das benötigt?

Der Mensch nimmt großen Einfluss auf viele in seiner Umwelt ablaufende Prozesse und stellt damit einen maßgebenden Faktor für Veränderungen auf der Erde dar – es ist das Zeitalter des Anthropozän. Auf dem Weg von der Natur- zur Kulturlandschaft wurden Fließgewässer an Nutzungsanforderungen wie z. B. Energieerzeugung, Hochwasserregulierung und Schiffbarkeit angepasst und durch zahlreiche Querbauwerke in viele Segmente unterteilt. Zwar sind viele dieser Bauwerke durch Schleusen, Hebewerke oder entsprechende Beschilderung für Schiffe und Boote passierbar, jedoch geraten aquatische Lebewesen dort oft in eine für sie unpassierbare Sackgasse oder wagen bei Wasserkraftanlagen gar den oft tödlich endenden Weg durch die Turbine.

Boris Lehmann, Katharina Bensing, Beate Adam, Ulrich Schwevers, Jeffrey A. Tuhtan

Kapitel 2. Die Erfassung der Kosten (Kostenartenrechnung)

Das Externe Rechnungswesen bildet den Ausgangspunkt und die Grundlage der Kostenerfassung. Die im Externen Rechnungswesen ermittelten Aufwendungen sind jedoch mittels einer Abgrenzungsrechnung zu bearbeiten, bevor sie im Rahmen des Kostenmanagements – insbesondere der Kostenstellenrechnung – genutzt werden können.

Werner Heister, Julia Tiskens

4. § 4 Wasserrecht

Das Wasser gehört zu den wichtigsten Grundlagen des menschlichen, tierischen und pflanzlichen Lebens. Es wird vom Menschen in vielfältigster Weise genutzt. Neben seiner Verwendung als Trink- und Brauchwasser ist es wichtiges Produktionsmittel für Industrie und Handwerk. Es wird zur Stromproduktion in Wasserkraftanlagen benötigt und dient der Kühlung von Kernkraftwerken.

Anne-Barbara Walter

7. Unterhaltung ökologisch aufgewerteter Seedeiche

Zunächst wird der Status Quo der Unterhaltungsstrategien und der Unterhaltungsprozesse in den Küstenländern, die für den Hochwasserschutz an der Küste und für den Küstenschutz zuständig sind, dargestellt. Außerdem werden mittels einer Analyse des Risikos bzw. der Versagenswahrscheinlichkeiten von Deichen mit Bezug zur Unterhaltung und Instandhaltung mögliche Schwachstellen einzelner Elemente von Deichen herausgestellt. Hierbei wird die Qualität der Grasnarbe als wesentliches Kriterium für die Sicherheit von Deichen identifiziert. Darauf aufbauend wird ein risikobasierter Ansatz zur Bewertung der Sicherheit von Deichen und zur Deichunterhaltung erarbeitet, der unterstützt durch in situ Tests zur Verbesserung der Objektivierung der Bewertung des Zustands von Deichen beiträgt. Wesentliche Aspekte der in situ Tests sind die Qualität der Grasnarbe, die Scherfestigkeit sowie die Erosionsstabilität der Grasnarbe.

P. Jordan, N. Manojlovic, P. Fröhle

§ 535 Inhalt und Hauptpflichten des Mietvertrags

Artz, Austarieren der Dekorationslastverteilung im Wohnraummietverhältnis, namentlich über eine Freizeichnungslösung in Miet-AGB, (Zugleich Anmerkung zu BGH, Urt. v. 18.03.2015 – VIII ZR 185/14 –), NZM 2015, 801; Blum, Anmerkung zu BGH, Urt. v. 18.03.2015 – VIII ZR 185714 – (Zur (Un-)wirksamkeit einer Schönheitsreparaturklausel bei unrenoviert oder renovierungsbedürftig übernommener Wohnung), NJ 2015, 377; Boerner, Quotenabgeltungsklauseln in gewerblichen Mietverhältnissen. Folgen aus der Rechtsprechungsänderung zum Wohnraummietrecht am 18.03.2015, NZM 2015, 686; Börstinghaus, Die Entwicklung des Mietrechts seit der Mietrechtsreform 2001, NZM 2018, 297; Die aktuelle Rechtsprechung des BGH zum Mietrecht. Berichtszeitraum Januar bis Dezember 2015, NZM 2016, 417; Die aktuelle Rechtsprechung des BGH zum Mietrecht. Berichtszeitraum Januar 2014 bis Dezember 2014, NZM 2015, 281; Both, Betriebskostennachzahlungen im Urkundenprozess durchsetzen, NZM 2017, 425; Drasdo, Rauchverbot in Spezialimmobilien: Altenwohn- und Pflegeeinrichtungen, NZM 2018, 729; Rechtsprechungswende zu Dekorationsklauseln: Alles klar oder was?, NJW-Spezial 2015, 417; Drettmann, Schönheitsreparatur- und Quotenhaftungsklauseln in Wohn- und Geschäftsraummietverträgen. Folgen aus der BGH-Trias vom 18.03.2015 (Anmerkung zu BGH, Urt. v. 18.03.2015 – VIII ZR 185/14 – BGH, Urt. v. 18.03.2015 – VIII ZR 21/13 – BGH, Urt. v. 18.03.2015 – VIII ZR 242/13 –), NJW 2015, 3694; Elzer/Riecke, Inhaltskontrolle einer teilweisen Übertragung der Gebrauchserhaltungspflicht: Die Frage nach der Wirksamkeit oder die Frage nach der Unwirksamkeit?, ZMR 2016, 20; Emmerich, Anmerkung zu BGH, Urt. v. 18.03.2015 – VIII ZR 185/14 – (Mietrecht: Änderung der Rechtsprechung zu den Schönheitsreparaturen), JuS 2015, 840; Emmert, Pflicht des Vermieters zur Instandsetzung von Silikonverfugungen im Badezimmer, jurisPR-MietR 12/2018 Anm. 1; Gaßmann, Vertragliche Anforderungen an die Verpachtung privater Grundstücke zur Windenergienutzung, EnWZ 2018, 106; Gomille, Betriebspflichten für vermietete Einzelobjekte, NZM 2018, 809; Gsell, Die gerechte Miete, NZM 2017, 305; Harsch, Die Rechtsprechungsänderung zu Formularklauseln bei Schönheitsreparaturen und ihre praktischen Folgen, (Zugleich Anmerkung zu BGH, Urt. v. 18.03.2015 – VII ZR 185/14 – und – VIII ZR 242/13 –), MDR 2015, 801; Henke/Singbartl/Zintl, Mietwohnungsüberlassung an Touristen: Wimdu, Airbnb & Co. aus zivilrechtlicher Perspektive, NZM 2018, 1; Herrlein, Die Rechtsprechung zur Wohnraummiete im ersten Halbjahr 2015, NJW 2015, 2925; Hinz, Apothekenbetriebsräume in der Miete, NZM 2017, 233; Kappus, Anmerkung zu LG Berlin, Urt. v. 09.03.2017 – 67 S 7/17 – (Schönheitsreparatur-AGB vor dem endgültigen „Aus“?), NZM 2017, 261; „Dekorative Altlasten“ bei Wohnungsübergabe. Die „Vornahmeklausel“-Entscheidung des BGH zu Schönheitsreparatur-AGB vom 18.03.2015 in Mietvertragsgestaltung und -abwicklung und ihre Ausstrahlung auf gebräuchliche Kleinreparaturklauseln, NZM 2016, 609; Jahreis, Verpflichtung des Vermieters zur Räumung von Teilen des öffentlichen Gehwegs, jurisPR-MieR 16/2018 Anm. 6; Lammel, Vertrauensschutz bei Rechtsprechungsänderung. Anwendung der geänderten BGH-Rechtsprechung zu Schönheitsreparaturen auf Altfälle, ZMR 2016, 341; Langenberg, Umwälzungen bei der Abwälzung von Schönheitsreparaturen II. Anmerkung zu BGH, Urt. v. 18.03.2015 – in NZM 2015, 374 und NZM 2015, 424, NZM 2015, 681; Lehmann-Richter, Anmerkung zu BGH, Urt. v. 18.03.2015 – VIII ZR 185/14 – (Rechtsprechungswende zur Abwälzbarkeit von Schönheitsreparaturen), NJW 2015, 1598; Lützenkirchen, Freizeichnung des Vermieters von seiner gesetzlichen Verantwortung für den dekorativen Wohnungszustand. Möglichkeiten und Grenzen der Gestaltung von Miet-AGB auch jenseits von Schönheitsreparaturklauseln, NZM 2016, 113; Mayer/Eichel/Klinck, Hausordnung im Mietverhältnis, NZM 2018, 689; Menn, Konkurrenzschutz in der Gewerberaummiete, NZM 2017, 688; Müller, Plädoyer für eine weniger starre AGB-Kontrolle im unternehmerischen Geschäftsverkehr am Beispiel des Gewerberaummietrechts, NZM 2016, 185; Oppermann/Steege, Duldungspflichten des Mieters – eine zivilrechtliche Analyse, WuM 2017, 361; Rolfs/Möller, Widerrufsrechte im Wohnraummietrecht, NJW 2017, 3275; Schmidt, Zum Jahrestag eines „D-Day“ für Schönheitsreparatur-AGB, NJW 2016, 1201; Selk, Anmerkung zu BGH, Beschl. v. 22.08.2017 – VIII ZR 226/16 – (Abwehr von Wohnlärm aus der Nachbarwohnung: Das „Riesentheater“), NZM 2017, 697; Sternel, Verbleibende Verpflichtungen der Vertragspartner bei der Wohnungsübergabe, NZM 2017, 169; Streyl, Schönheitsreparaturen: Eine Anregung an den Gesetzgeber, NZM 2017, 345; v. Westphalen, Leuchttürme in der BGH-Rechtsprechung zu Miet-AGB, NZM 2018, 97; Inhaltskontrolle der Rechtsprechungswende des BGH zu Vornahmeklauseln in Schönheitsreparatur-AGB am 18.03.2015, NZM 2016, 10; Wehleit, WhatsApp – Rechtsnatur des Vertrags zwischen IM-Dienst und Nutzer, MMR 2018, 279; Wiek, Gespaltene Renovierungsklauseln für teilrenovierte Wohnungen, WuM 2016, 71; Zehelein, Wann ist eine Mietwohnung eigentlich „unrenoviert“?, NZM 2018, 105; Dekorationslastenverteilung in Gewerberaummiet-AGB, NZM 2017, 137.

Kai-Oliver Knops

Mobile Erweiterte Realität (mAR) mit unbemannten Luftfahrzeugen (UAVs)

Architekturen und Anwendungsfälle im Umweltbereich

Während mobile Erweiterte Realität (mAR) bisher überwiegend auf handelsüblichen Mobilgeräten (Smartphones, Tablets) oder auf speziellen AR-Brillen umgesetzt wird, wäre es auch möglich, unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs) zur Realisierung von mAR einzusetzen. Aus der Kombination dieser beiden innovativen Technologien ergäbe sich eine Vielzahl neuer Anwendungen, bei der das Kamerabild des UAVs durch AR-Informationen in Echtzeit erweitert und auf einem separaten Bildschirm dargestellt wird. Da aber Wissen über die Einsatzmöglichkeiten und die technische Umsetzung von AR-UAVs bislang nicht bekannt sind, wird das Potenzial der Kombination aus mAR und UAV bisher nicht genutzt. Daher werden in diesem Beitrag zum einen potenzielle AR-UAV-Anwendungsbereiche auf Basis einer systematischen Literaturanalyse identifiziert sowie zum anderen unterschiedliche Software-Architekturen, mit denen AR-UAV-Anwendungen software-technisch umgesetzt werden können, auf Basis von verschiedenen Tracking-Technologien entworfen und bewertet, um es insgesamt zu ermöglichen, das Potenzial von AR-UAVs stärker auszuschöpfen.

Maria Ressel, Simon Burkard, Frank Fuchs-Kittowski

Grundbegriffe, Anwendungen und Nutzungspotenziale von geodatenbasierter mobiler Augmented Reality im Umweltbereich

Die Autoren sehen ein großes, noch kaum erschlossenes Anwendungspotenzial für die neue Technologie der geodatenbasierten mobilen Augmented Reality (GeomAR) in der öffentlichen Verwaltung bzw. in der Umweltinformatik. Um ein Bewusstsein für solche Möglichkeiten zu schaffen und die Fantasie zum Konzipieren neuer denkbarer Anwendungen anzuregen, wird im vorliegenden Beitrag zunächst der Begriff erläutert, danach beispielhaft existierende Anwendungen aus der Fachliteratur dargestellt, schließlich prototypische und hypothetische Anwendungen aus dem eGovernment im Umweltbereich diskutiert und schließlich noch ein Ordnungsrahmen für GeomAR-Anwendungen vorgeschlagen.

Simon Burkard, Frank Fuchs-Kittowski, Andreas Abecker, Erik Haß, Fabienne Heise, Roman Miller, Kai Runte, Friedhelm Hosenfeld

Bildbasierte Verfahren auf kostengünstiger Micro-Controller-Hardware zum automatisierten Messen von Wasserstand an kleinen Gewässern

Um Hochwasserereignisse frühzeitig zu erkennen, ist eine kontinuierliche Überwachung des Wasserstandes von Gewässern unerlässlich. Zur Beobachtung von kleinen Gewässern stehen Kommunen allerdings oft keine Mittel zum Betrieb von kostenintensiven Pegelanlagen zur Verfügung. Ziel dieses Beitrags ist es, kostengünstige bildbasierte Messverfahren auf Micro-Controller-Hardware zu entwickeln und zu vergleichen, die den Wasserstand an festen Standorten automatisiert messen können. Auf der Basis von Testaufnahmen an mehreren Messstandorten kann gezeigt werden, dass die entworfenen Messverfahren den Wasserstand automatisiert, robust und mit wenigen Zentimetern Abweichung ermitteln können. Ihre Einsatzmöglichkeiten sind dabei stark von den individuellen Bedingungen einer Messstelle abhängig. Ein Detektionsverfahren mittels Analyse des optischen Flusses erzielte auf Grundlage des vorhandenen Testmaterials und im Rahmen einer Nutzwertanalyse die besten Ergebnisse hinsichtlich Messgenauigkeit und Robustheit.

Caroline Schulze, Simon Burkard, Frank Fuchs-Kittowski

Eine Microservice-basierte Referenzarchitektur für eine eventbasierte dezentrale Ad-hoc-Vernetzung in Notfall- und Krisenlagen am Beispiel eines Brandes in einer Recyclinganlage

Eine optimale Kommunikation und der Austausch von Informationen zwischen den Beteiligten ist ein Schlüsselelement für die Bewältigung komplexer Krisen- oder Katastrophenfälle. Vermeintlich kleine Brände können große Umweltschäden verursachen. Am Beispiel eines Brandes in einer Recyclinganlage werden präventive und reaktive Maßnahmen vorgestellt, die nur mit einer vollständigen digitalen Vernetzung möglich wären. Mit der zunehmenden Anzahl und Bedeutung heterogener Informations- und Kommunikationstechnologie-Systeme (IKT-Systeme) ist eine Weiterentwicklung der Vernetzung und Informationslogistik zwischen den Beteiligten erforderlich, um sich umfassend über die Situation zu informieren und schnelle, aber präzise Entscheidungen zu treffen. Dies erfordert eine effektive Architektur für die Vernetzung zwischen heterogenen IKT-Systemen. Dieses Papier schlägt aufbauend auf einem Praxisbeispiel einen Entwurf für eine Architektur zum Informationsaustausch in Krisensituationen oder Katastrophen vor. Dabei wird ein neuartiger, dezentraler Ansatz für den Informationsaustausch zwischen heterogenen IKT-Systemen konzipiert, der von den zugrunde liegenden Kommunikationstechnologien und der Heterogenität der angeschlossenen Systeme abstrahiert.

Michael Holzhüter, Ulrich Meissen

Kapitel 7. Biosphärische-technosphärische Transformationen – Dreißig praktikable Vorsätze

In diesem Praxiskapitel werden dreißig geniale Naturlösungen als Ausgangspunkt für technosphärische Anwendungen herausgestellt. Sie orientieren sich weitgehend an den in den vorherigen Kapiteln beschriebenen genialen Beispielen aus der evolutionären Natur. Unstreitig nutzt die Natur auch Routineprozesse während ihrer Entwicklungsstadien, jedoch immer mit Bedacht, nie absolut und dauerhaft, sondern ändert die Routine dort, wo es erforderlich ist, z. B. unter Berücksichtigung von Systemgrenzen (z. B. bei Nahrungsknappheit) und im Sinne einer nachhaltigen Weiterentwicklung zur Stärkung der Überlebensfähigkeit. In der Technosphäre gilt dieser Automatismus eher selten bis gar nicht. Wird eine Gewohnheitsroutine angestoßen, dann wird sie nicht selten mehrfach durchlaufen, auch wenn die erwartete Belohnung nicht mehr so üppig ausfällt oder sogar zur Belastung wird und somit über den Zeitpunkt einer notwendigen Routineänderung hinaus bestehen bleibt. Die Tendenz einer Teufelskreisspirale wird erkennbar mit allen schädlichen Konsequenzen, die sich daraus ergeben können. Das gilt im Privatbereich (Sucht nach zuckerhaltigen Süßigkeiten) genauso, wie im beruflichen/sozioökonomischen, politischen/gesellschaftlichen Bereich (Sucht nach Anerkennung, Sucht nach Bestätigung, Sucht nach Macht etc.).

E. W. Udo Küppers

Kapitel 12. „Frevler“ und „Helfer“: Die Akteure im Naturschutz

Während es im vorangehenden Kapitel um eher abstrakte Gefahren für Tier- und Pflanzenarten ging, stehen hier konkrete Akteure wie Einzelpersonen (hier: aggregiert zu Personen-Typen) oder Institutionen wie Behörden und Verbände im Mittelpunkt der Darstellung.

Klaus-Dieter Hupke

Kapitel 23. Flussbegradigung vs. Flussrenaturierung

Im Vergleich mit einem natürlichen Bach- oder Flusslauf ist eine begradigte Strecke biologisch verarmt, was v. a. an ihrer Normierung und Strukturreduzierung liegt. Von daher gibt es Versuche, zumindest in kleineren Gewässern das natürliche Fließsystem wieder herzustellen.

Klaus-Dieter Hupke

9. Glaziale Gefahren

Bei der Kapitelüberschrift mögen viele Leser vielleicht spontan an Gletscherspalten und andere Gefahren denken, die Gletscher für Bergsteiger darstellen können. Diese sind jedoch hier nicht Gegenstand der Betrachtung, sondern vielmehr jene Gefahren, die vom Gletscher auf dessen Umgebung und auf bewohnte Talräume ausgehen. In der Naturrisikoforschung bezeichnet der Begriff „Naturgefahr“ ein hypothetisches Ereignis mit potenziellen Schäden für den Menschen, wobei hier sowohl Sach- als auch Personenschäden gemeint sind. Ein „Naturereignis“ ist im Gegensatz dazu bereits eingetreten, hatte aber nur Auswirkungen auf das natürliche Umfeld, was vor allem in vom Menschen unbesiedelten und ungenutzten Gebieten vorkommen kann. Zieht ein Ereignis dagegen enorme Schäden für den Menschen nach sich, so spricht man von einer „Naturkatastrophe“ (Felgentreff und Glade 2008). Nach dieser Sichtweise existieren Naturgefahren nur für den Menschen und sind Naturkatastrophen nur für den Menschen katastrophal.

Wilfried Hagg

Kapitel 4. Gefährdungen und Risiken an und mit Maschinen

Die heutzutage in Maschinen installierten Leistungen bedeuten für alle, die mit oder an Maschinen arbeiten, potenzielle Gefahren. Sie dürfen sich nicht schädigend auswirken, weder auf Menschen, noch auf die Umwelt. Maschinenhersteller müssen ihre Produkte mit dem Sicherheitsniveau ausstatten, welches die Gesellschaft erwartet.

Alfred Neudörfer

Die Emscher – Erinnerungsort und Zukunftswerkstatt

Auch die Zukunft hat eine Vergangenheit. Hätte jemand einem „Pottler“ vor 50 oder 60 Jahren prophezeit, dass die Emscher wieder zu einem sauberen Fluss werden würde, hätte man wahrscheinlich bestenfalls ungläubige Blicke geerntet. Denn die Emscher – ein knapp 83 Kilometer langer Fluss, der mitten durch das Revier fließt – hieß im Volksmund lange „Köttelbecken“. Noch in den 1990er-Jahren wurde sie in der Presse als „gequältes Wasser“ beschrieben (Rigos 1999, S. 223).

Ulrich Paetzel

Open Access

3. Klimakonsequenzen für Natur und Mensch

Klimamodelle sind aktuell die besten Instrumente, um eine Prognose für die klimabedingten Veränderungen in den kommenden Jahren abzugeben. Wie schon bei der Bestimmung der Strahlungsbilanz und des Strahlungsantriebs (RF)15 zu sehen ist, gibt es Grenzen der Modelle, deren man sich bewusst sein muss. Dennoch erlauben sie, hilfreiche Erkenntnisse zur Veränderung des Klimas zu gewinnen.

Prof. Dr. Volker Wittpahl

Open Access

11. Zukunft unter Klima-Unsicherheiten agil und nachhaltig gestalten

Der beschleunigte Klimawandel fordert Wirtschaft und Gesellschaft heraus, zu handeln, um Klimaveränderungen abzuschwächen und zu kontrollieren sowie unser Leben an die sich ändernden Umstande anzupassen. Dabei trifft hoher Entscheidungsdruck auf große Unsicherheit. Um Handlungsmöglichkeiten zu erkennen und zu ergreifen, gilt es, die Instrumente für eine agile strategische Orientierung und Gestaltung im Klimawandelzeitalter zu sortieren und zu scharfen.

Sebastian Abel, Jakob Michelmann

Open Access

2. Klimawandel – Auswirkungen mit Blick auf den Tourismus

Das Klimasystem der Erde besteht aus dem komplexen Zusammenspiel der verschiedenen Sphären, bei dem Energieund Stoffströme zwischen den Weltmeeren, den Landmassen und der Atmosphäre ausgetauscht werden. Dieser Austausch wird durch die Energie der Sonne angetrieben, wobei die Energieumsetzung noch zusätzlich durch Wechselwirkungen mit der Erdoberfläche (z. B. Eis, Schnee und Wasser) sowie den Lebewesen modifiziert wird. Grundsätzlich versucht das Klimasystem ein Gleichgewicht – sowohl über Zeit als auch Raum – der Energieverteilung auf der Erde herzustellen. Durch die unterschiedlichen Reaktionszeiten der verschiedenen Sphären kommt es jedoch zu Überlagerungen von verschiedenen Prozessen und periodischen Schwankungen (Stephenson et al. 2004).

Marc Olefs, Herbert Formayer, Andreas Gobiet, Thomas Marke, Wolfgang Schöner, Andrea Fischer, Günther Aigner

Kapitel 5. Von der Gletschermühle bis zum Urstromtal

Die Spuren des Wassers sind bei der Enträtselung der eiszeitlichen Gletschertätigkeit genauso wichtig wie die Hinterlassenschaften des Eises selbst. In Norddeutschland sind die meisten eiszeitlichen Ablagerungen nicht von den Gletschern hinterlassen worden, sondern von ihren Schmelzwässern. Zu den ersten Indizien, dass auch die europäischen Mittelgebirge vergletschert gewesen sein könnten, gehören die Riesentöpfe. Sie entstehen dort, wo Schmelzwasser von der Geländeoberfläche in einer Gletschermühle bis zur Sohle des Gletschers durchdringt und in einem Wirbel von Wasser und Geröll tiefe Löcher im Gestein erzeugt werden.

Juergen Ehlers

Wasserbau

Die Kerndisziplinen des Wasserbaus sind die Stauanlagen, wie Wehre bzw. Flusssperren und Talsperren, aber auch Wasserkraftanlagen sowie der Flussbau. Dazu kommen der Hochwasserschutz, die Sanierung bestehender wasserbaulicher Anlagen und heute verstärkt auch Aspekte der Ökologie bei der Planung neuer Anlagen und bei der Renaturierung im Zuge der Modernisierung von Wasserbauten und bei der Neugestaltung flussbaulicher Anlagen.

Franz Zunic, Theodor Strobl

Hydrologie und Wasserwirtschaft

Grundkenntnisse in der Hydrologie und Wasserwirtschaft sind für die Planung, Bemessung, Bau und Betrieb baulicher wasserwirtschaftlicher Anlagen unverzichtbar. Hier werden insbesondere die Problematik der Hochwasserabflüsse und stochastische sowie deterministische Ansätze zu deren Quantifizierung behandelt. Die Komponenten des Wasserhaushaltes werden erläutert, wobei neben der Messdatenerfassung grundlegende Berechnungsverfahren dargestellt werden. Die wasserwirtschaftlichen Grundlagen der Speicherbemessung werden sowohl für Talsperren als auch für Hochwasserrückhaltebecken erläutert.

Andreas Schumann

Kapitel 11. Die Hoffnungsträger zuerst: Photovoltaik, Wind, Wasser

Die erneuerbaren Energieträger, die eine Energiegewinnung ohne Kohlendioxidemission gewähren, werden weltweit zunehmend eingesetzt: Sie sind tatsächlich die großen Hoffnungsträger in Bezug auf die angestrebte Klimaneutralität. Die Rechnung muss aber realistisch aufgestellt werden, um keine falschen Hoffnungen zu erwecken.

Cornel Stan

Kapitel 12. Die letzte Waffe: Die Atomkraft

Soll die Atomkraft überhaupt noch im Zusammenhang mit der Energie für die Welt erwähnt werden? Die Augen zu verschließen und den Verstand ausschalten, indem man sie grundsätzlich ablehnt ist auch nicht zielführend. Die so genannte „Atomkraft“ (korrekt wäre es, wie auch für Wind- und Wasser-, Energie) bringt im Vergleich mit allen anderen Energieträgern die unvergleichbar größte Energie mit dem geringsten Masseneinsatz. Dabei werden weder Kohlendioxid noch andere Substanzen emittiert, man braucht nicht viel Platz, die Kosten pro Leistungseinheit sind überschaubarer als jene von gigantischen Staumauern und unendlichen Stauseen.

Cornel Stan

7. Wasserturbinen

Die Wasserturbinen haben die Aufgabe, die Lage-, Druck- oder Geschwindigkeitsenergie des Wassers für die Erzeugung mechanischer Arbeit auszunutzen.Wasserturbinen sind Bestandteil eines Wasserkraftwerks, Abb. 7.1. Ihre Aufgabe ist die Umwandlung der in Stauseen, Kanälen, Flüssen, Gezeiten enthaltenen potentiellen Energie des Wassers in mechanische Leistung, meist zum Antrieb elektrischer Generatoren [1–6]. Wasserturbinen arbeiten mit relativ niedrigen Umfangsgeschwindigkeiten. Die Dichte und Temperatur des durchströmenden Wassers ändern sich minimal. Beim Einsatz der Turbinen besteht die Gefahr der Kavitation (s.  Abschn. 6.3.5). Durch das Entstehen von Dampfblasen, an Stellen mit Drücken nahe dem Dampfdruck $$p_\mathrm{v}$$ p v und das schlagartige Zusammenbrechen der Dampfblasen bei höheren Drücken, können Schäden entstehen (vgl. Abschn. 8.3.1). Hierbei ist die Ausführung des Saugrohres beziehungsweise die Geschwindigkeitsverzögerung hinter dem Laufrad bis zum Unterwasser UW zu beachten (Abb. 7.1a–c).

Paul Thamsen

B. Weitere wichtige Fallgruppen (alphabetisch geordnet)

Amtshaftungsrecht ist überwiegend Fallrecht. Dementsprechend werden weitere für das Verwaltungshandeln, die anwaltliche Beratungspraxis und die Rechtsprechung wichtige Fallgruppen nachfolgend dargestellt, wobei lediglich die jeweiligen Hauptproblembereiche erläutert werden. Weitere in der Literatur behandelte Haftungsbereiche spielen nach Einschätzung der Verfasser als Praktiker zumindest zur Zeit noch keine so große Rolle, können jedoch in Zukunft deutlich an Relevanz gewinnen.

Peter Itzel, Karin Schwall

A. Hauptfallgruppen der Amts- und Staatshaftung

Die Verletzung von Verkehrssicherungspflichten beschäftigt wohl am häufigsten die mit Amtshaftungsansprüchen und sonstigen Ersatzansprüchen gegen die „öffentliche Hand“ Befaßten, seien es Rechtsanwälte, Verwaltungsjuristen, Richter oder Juristen der Kommunalversicherer. In diesem Bereich liegt sicherlich ein Schwerpunkt der im Wege einer zumindest aufgrund physikalischer Kausalität von Handeln oder Unterlassen der Verwaltungen verursachten Schäden bei dem Bürger. Damit einher geht auch – bedauerlicherweise – oft der – leider häufig negativ besetzte – Erstkontakt Bürger – öffentliche Hand. Dabei darf nicht verkannt werden, dass dieses Aufeinandertreffen widerstreitender Interessen sich nicht nur in seinen Wirkungen auf den unmittelbar Geschädigten auswirkt sondern oft weit in andere gesellschaftliche Gruppen hineinreicht (über lokale Presse, Gemeinderat usw.). Umso mehr muß gerade bei der Abwicklung dieser gemeldeten Schäden Sensibilität auf Seiten der Verwaltungen und Versicherungen gezeigt werden, denn nicht jede Schadensmeldung beruht auf reinen Bereicherungsgedanken eines geschädigten Bürgers. In diesen Fallkonstellationen kann viel für ein positives Verhältnis Staat – Bürger geleistet, aber auch viel insoweit ge- und zerstört werden. In diesen Fällen erscheint der Aufbau eines neutralen Schlichtungsverfahrens (wegen Strukturgemeinsamkeiten event. nach dem Vorbild im Medizinbereich, bei behaupteten ärztlichen Fehlern) grundsätzlich angezeigt.

Peter Itzel, Karin Schwall

Digitale Geodaten

Geodaten sind Grundlage vieler Verwaltungsanwendungen. Standardisierungen und Regelungen zielen auf eine einfache Nutzung von digitalen Geodaten aus unterschiedlichen Quellen. Über Geodateninfrastrukturen werden digitale Geodaten publiziert, ausgetauscht und in Form von web-basierten Informationsdiensten zur direkten Nutzung durch Dritte bereitgestellt. Heute sind in dieser Form viele Geodaten verfügbar und werden beispielsweise im Rahmen von behördlichen Informationssystemen und Planungsverfahren für elektronisches Regieren und Verwalten genutzt. Aktuelle Entwicklungen zur Bereitstellung und Nutzung hochaktueller Beobachtungsdaten aus online-Sensorsystemen, zum Aufbau digitaler Stadtmodelle und der automatisierten Datenintegration und -analyse zeigen das Potenzial für die verbesserte Inwertsetzung dieser Daten etwa für das urbane Ressourcenmanagement.

Lars Bernard, Stephan Mäs

§ 4. Unmittelbarer Besitz; Erwerb und Verlust

a) Sachherrschaft: Ausgangspunkt der Besitzlehre ist der unmittelbare Besitz, der als tatsächliche Gewalt (§ 854 I) oder tatsächliche Sachherrschaft umschrieben wird. Das Gesetz definiert den Begriff des Besitzes jedoch nicht, weshalb Kriterien notwendig sind, mit denen man entscheiden kann, wer Besitz im Sinne der Sachherrschaft hat. Da der Besitz eine soziale Tatsache ist, kann grundsätzlich auch nur die Gesellschaft, d. h. die Verkehrsanschauung über diese Frage entscheiden.

Professor em. Dr. Dr. h.c. Hans Josef Wieling, Professor Dr. Thomas Finkenauer

Kapitel 1. Beton

Beton und Mörtel sind bis heute die meist verwendeten Stoffe im Bauwesen und folglich für den Bauingenieur von besonderer Bedeutung.

Eduardus Koenders, Kira Weise, Oliver Vogt

7. Stromerzeugung aus Wasserkraft

Lauf- und Speicherwasserkraftanlagen werden eingesetzt, um die ursprünglich aus der Sonnenenergie kommende und mithilfe des globalen Wasserkreislaufs (Kapitel 2) im Wasser gespeicherte potenzielle und kinetische Energie zur Bereitstellung mechanischer und/oder elektrischer Energie nutzbar zu machen. Dazu werden nachfolgend zunächst die grundlegenden physikalischen Zusammenhänge, wie sie an einem Wasserkraftanlagenstandort gegeben sind, diskutiert. Im Anschluss daran wird auf wesentliche auftretende Verlustmechanismen eingegangen.

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Markus Aufleger, Prof. Dr.-Ing. Franz Joos, Dr.-Ing. Klaus Jorde, Prof. Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt, Dr. Anne Rödl, Prof. Dr.-Ing. Michael Schlüter, M.Sc. Lucas Sens

2. Grundlagen des regenerativen Energieangebots

Die Energieströme auf der Erde speisen sich aus verschiedenen Quellen, die im Folgenden zunächst dargestellt werden. Dabei hat aber an der gesamten auf der Erde umgesetzten Energie die Sonnenenergie einen Anteil von nahezu 100%; d.h. sie dominiert eindeutig das „Energiesystem Erde“. Dabei trägt die Solarenergie nicht nur direkt, sondern in vielerlei Hinsicht auch indirekt zum globalen Energiesystem bei; beispielsweise wird die von der Sonne auf die Erde eingestrahlte Energie innerhalb der Atmosphäre geschwächt und dabei teilweise in andere Energieformen (z.B. Wind, Wasserkraft) umgewandelt. Deshalb wird im Folgenden auf den Aufbau und die wesentlichen Eigenschaften der Erdatmosphäre ebenfalls näher eingegangen. Diesem schließt sich die Bilanzierung der globalen Energieströme an, bevor die einzelnen potenziell von der Menschheit nutzbaren Energieströme bzw. regenerativen Energien im Detail dargestellt werden. Dabei wird jeweils auf die entsprechenden Grundlagen eingegangen, bevor die räumliche und zeitliche Variationsbreite dargestellt wird, die letztlich die jeweilige technische Nutzung (mit-)bestimmt.

Dr. Dipl.-Met. Beate Geyer, Dr.-Ing. Klaus Jorde, Prof. Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt, Prof. Dr. Iris Lewandowski, Dr. Ben Norden, Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Wolfgang Streicher, Prof. Dr.-Ing. Andreas Wiese

10. Zusammenfassender Vergleich

In den Kapiteln 3–9 werden verschiedene Möglichkeiten zur Wärme- und/oder Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien detailliert diskutiert; dabei werden jeweils die physikalischen Grundlagen und die Technik bzw. Systemtechnik umfassend dargestellt sowie ausgewählte ökonomische und ökologische sowie weitere Energiesystem-relevante Zusammenhänge und Kenngrößen ermittelt. Damit ist noch keine Aussage darüber getroffen, wie die einzelnen Techniken für die Nutzbarmachung erneuerbarer Energien untereinander und im Vergleich zu den jeweiligen Möglichkeiten zur Nutzung fossiler Energieträger – im Hinblick auf die Erfüllung einer bestimmten Versorgungsaufgabe – zu bewerten sind. Daher werden im Folgenden einzelne der hier untersuchten Möglichkeiten zur Nutzung erneuerbarer und fossiler Energien kursorisch gegenübergestellt. Dabei können aber immer nur Systeme bzw. Techniken sinnvoll miteinander verglichen werden, welche die gleiche End- bzw. Nutzenergie bereitstellen (d.h. Strom, Wärme). Deshalb wird bei der folgenden Gegenüberstellung im Wesentlichen unterschieden zwischen den Möglichkeiten zur Stromerzeugung, ggf. auch im Rahmen einer Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), und einer Wärmebereitstellung.

Prof. Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt, M.Sc. Lucas Sens

34. Herausforderungen bei der Schadenregulierung

Die Welt wird durch die zunehmende Globalisierung und durch stetig wechselnde rechtliche Landschaften komplexer. Diese Entwicklungen beeinflussen auch die Schadenbearbeitung von Industrieversicherungsverträgen. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich das Kapitel mit den Herausforderungen, denen der Versicherungsnehmer in der Schadenregulierung ausgesetzt ist, und zeigt entsprechende Handlungsempfehlungen auf. Beginnend mit der Auswahl des Versicherers gliedert es sich in die zeitlichen Dimensionen „vor dem Schaden“, „während des Schadens“ und „nach dem Schaden“ sowie einen „Ausblick“. Im ersten Abschnitt „Schadenbearbeitung als ein Kernprozess des Versicherers“ wird dem Leser verdeutlicht, warum eine sorgfältige Überprüfung des Versicherers wichtig ist und welche Auswahlkriterien eine Rolle spielen. Im nächsten Abschnitt werden Handlungsempfehlungen herausgearbeitet, die vom Versicherungsnehmer bereits vor dem Schaden zu berücksichtigen sind, um später dann eine zügige und zufriedenstellende Regulierung zu gewährleisten. In der zeitlichen Dimension „während des Schadens“ erfolgt eine Darstellung der Beteiligten im Schadensprozess, der ersten Schritte einer Schadensmeldung, einzuleitender Ad-hoc-Maßnahmen sowie Ausführungen zur Bedeutung der Krisenkommunikation und zu den Obliegenheiten im Schadensfall. Der vierte Abschnitt behandelt das Schadencontrolling und Empfehlungen, wie das Unternehmen nach dem Schadensfall zu einer positiven Reputation beitragen kann. Zukünftige Trends und Innovationen bilden den Abschluss.

Birgit Beudt, Frank Cremer

27. Naturgefahren

Naturgefahren treten schon seit Anbeginn unserer Zeit auf und verwirklichen sich auf vielseitige Art und Weise. Trotz weitentwickelter Technologien, wie Frühwarnsysteme oder besondere Bauweisen, stellen Naturgefahren nach wie vor eine große Gefahr dar und können zur Bedrohung für Menschen, Umwelt, Sach- und Vermögenswerte führen. In vielen Fällen treten Naturgefahren unvorhergesehen oder mit kurzen Vorwarnzeiten auf, daher kann das Schadenausmaß aufgrund der Vielzahl von Betroffenen in exponierten Gebieten sowie von Wertekonzentrationen im industriellen Bereich sehr hoch ausfallen. Neben Präventionsmaßnahmen ist eine Absicherung von Naturgefahren durch den Einkauf von Versicherungsschutz sowohl für Industrieunternehmen als auch für Privatpersonen zur Risikoabsicherung im Versicherungsfall bzw. zum Erhalt eines Schadenausgleichs sinnvoll. Selbst ein dokumentierter und vorab getesteter Notfallplan kann die Auswirkungen von Naturereignissen nur vermindern, jedoch können diese nicht vollständig vermeiden werden. Mehrere Faktoren, wie zum Beispiel der Klimawandel, tragen dazu bei, dass die Schadenserwartungen aufgrund der Intensität und Häufigkeit wetterbedingter Naturgefahren verstärkt werden. Deshalb, aber auch wegen zunehmender Industrieverdichtung, muss in Zukunft vermehrt mit höheren Frequenzen und größeren Schäden gerechnet werden. Vorsorgemaßnahmen müssen aufrechterhalten und an die sich ändernden Gegebenheiten angepasst werden.

Malwine Tewes, Andrea Scholtes

32. Projektmanagement und Projektversicherung

Das vorliegende Kapitel gibt einen Überblick über das Managen von Projekten und insbesondere über die möglichen Risiken und Schwierigkeiten bei der Zielerreichung dieser Projekte. Dabei werden die jeweiligen Risiken in verschiedene Risikogruppen unterteilt. Danach wird auf das Vermindern und Vermeiden dieser Risiken eingegangen und verschiedene Präventionsmechanismen dargestellt. Am Ende werden mögliche Versicherungslösungen und verschiedene Produkte beschrieben und erklärt, wobei die Versicherungssparten Bauwesenversicherung und Montageversicherung im Vordergrund der Betrachtung stehen. Ein Fazit und die Beurteilung von speziellen Projektversicherungen schließen das Kapitel ab.

Lutz Torbohm, Svenja Schröder

8. Technisches Risikomanagement

Die besondere Relevanz von Lieferantenaudits in Bezug auf Lieferantenausfälle und Betriebsunterbrechungen

Im Vergleich zum finanziellen Risikomanagement wird das technische Risikomanagement in vielen Unternehmen weniger beachtet. Dabei stellt dieses einen essenziellen Part des Risikomanagements dar. Insbesondere größere Unternehmen, die hohe Abhängigkeiten gegenüber Lieferanten aufweisen, führen Lieferantenaudits durch, in denen die technischen Risiken der Lieferanten identifiziert, analysiert, bewertet und schließlich mittels geeigneter Maßnahmen behandelt werden. Hierdurch sinkt das für Unternehmen mitunter existenzielle Risiko von Lieferantenausfällen. Der Ausfall eines single source bzw. single quality suppliers kann dazu führen, dass die eigene Wertschöpfungskette und damit die gesamte Leistungserstellung unterbrochen wird.

Thomas Bär, Yannick Berkemeier

6. Emerging Risks

Neue Risiken und deren Anforderungen an das Risikomanagement

In einem Zeitalter, das durch rasante Fortschritte in der technologischen und medizinischen Forschung geprägt ist, entstehen neue Risiken mit erheblicher Dynamik. Neue, schwer einschätzbare Risiken bezeichnet man mit dem Sammelbegriff „Emerging Risks“ (ER). Sie sind für die Gesellschaft und für Unternehmen insofern bedrohlich, als das Schadenpotenzial und der Charakter dieser Risiken entweder teilweise oder sogar gänzlich unbekannt sind. Somit bedarf es intensiver Identifizierungs- und Bewältigungsmaßnahmen für die Früherkennung sowie Charakterisierung solcher Risiken.In diesem Beitrag werden die Definition und die Eigenschaften von ER näher erläutert, der Zusammenhang zum Risikomanagement illustriert sowie Beispiele aus der Praxis dargestellt. Der Fokus liegt dabei auf der Versicherungswirtschaft, da sich Versicherungsunternehmen in ihrer Funktion als Risikoträger unmittelbar mit diesen Risiken auseinandersetzen müssen. Da sich der englische Begriff inzwischen in der Versicherungsbranche etabliert hat, wird er auch in diesem Buch so beibehalten.

Jörg F. Henne, Leonard Wenzel

Chapter 6. Phase 5: Organisations- und Kulturentwicklung

Am Ende dieses Kapitels haben Sie einen klaren Blick dafür, wo und wie Sie pragmatisch und übergreifend ansetzen können, um die Zusammenarbeit der Teams untereinander und somit die gesamte Unternehmenskultur weiter zu verbessern. Dieses Kapitel lenkt den Blick auf drei zentrale Handlungsfelder in Bezug auf die Veränderung und Weiterentwicklung der gesamten Kultur in Ihrem Unternehmen. Welches sind die Voraussetzungen, die Sie als Unternehmer oder Führungskraft für eine begeisternde Zusammenarbeit zur Verfügung stellen (müssen)? Wo sind die Hebel, an denen Sie ansetzen können, um die Kultur und den Geist der Organisation schrittweise und übergreifend zu verändern, z. B. in Bezug auf motiviertes, selbstorganisiertes, agiles Arbeiten? Inwiefern hängen ein gemeinsam empfundener Sinn des eigenen Unternehmens und die Fähigkeit zu agilem, selbstorganisiertem Arbeiten untrennbar zusammen? In den vorherigen Kapiteln wurde der Fokus immer größer gezogen, angefangen bei der Selbstentwicklung, weiter über die Auswirkungen auf Ihre Führung, bis hin zur Gestaltung und Entwicklung von Teamarbeit. Nun wird der Blick noch etwas weiter gemacht, hin zur Frage, wo und wie Sie übergreifend ansetzen können, um die Zusammenarbeit der Teams untereinander und somit die gesamte Unternehmenskultur weiter zu verbessern. Dieses Kapitel lenkt den Blick auf wesentliche Handlungsfelder in Bezug auf die Veränderung und Weiterentwicklung der gesamten Kultur in Ihrem Unternehmen.

Joachim Nickelsen

Kapitel 5. Darstellungsformen und mehrmodale Formate

Welche onlinetypischen Darstellungsformen und Formate gibt es? Das Kapitel unterscheidet informationsorientierte, erzählende, meinungsorientierte und serviceorientierte.

Gabriele Hooffacker

Von gemeinsam genutzten Dingen zu einer kollektiven Ästhetik

Das gemeinsame Nutzen von Dingen hat in den aktuellen Nachhaltigkeitsdebatten eine durchweg positive Konnotation – aus ökonomischer, ökologischer und sozialer Perspektive. Während die ökonomische und die ökologische Perspektive dabei auf die Schonung von Ressourcen wie Raum, Energie oder Bodenschätzen abzielen, ist aus sozialer Perspektive die kollektive Nutzung von Dingen spätestens seit den 1970er-Jahren auch ein Mittel gegen soziale Probleme. Neben sozioökonomischen und soziotechnischen Projekten, die über konstruktive und materialtechnologische Innovationen nach Sparsamkeit streben, spielt unter den Schlagworten Social Design oder Social Innovation das kollaborative und kooperative Entwerfen, Produzieren und Nutzen von Dingen auf der Suche nach nachhaltigen Lebensstilen eine zunehmend wichtige Rolle.

Martina Fineder

Kapitel 3. Wie Beginnt Ein Bauvorhaben

Ein kurzer Abriss über den Verlauf eines Bau-Projektes. Ein Bauvorhaben beginnt lange vor dem eigentlichen Baubeginn. Der Projektsteuerer begleitet den Auftraggeber oft von der ersten Projektidee bis zur Baufertigstellung. Vor dem Bauen ist zu planen. Allein der Planungsvorgang benötigt viel Abstimmung und Koordination. Steht fest was gebaut werden soll, ist die Leistung auszuschreiben und zu vergeben. Hier wird über die Kosten entschieden, hält die Kostenberechnung der Marktsituation stand? Ist die Leistung eingekauft kann die Bauabwicklung vor Ort beginnen.

Sven Schirmer

XI. Räumlich-funktionale Einordnung des CCM-Prinzips in den Bestand völkerrechtlicher Umweltschutzprinzipien

Zunächst wird versucht, das common concern of humankind-Prinzip vor dem Hintergrund seiner Entwicklungsgeschichte gleichsam „aus der Vogelperspektive“ in den „Kanon“ der bislang anerkannten Umweltschutzprinzipien des Völkerrechts räumlich-funktional einzuordnen. Hierbei wird zum einen in Abgrenzung zu anderen Schutzprinzipien der räumliche Anwendungsbereich des CCM-Prinzips skizziert. Zum anderen wird zugleich eine Aussage darüber getroffen, welche funktionale Rolle dem common concern-Prinzip im größeren Ordnungsrahmen der bisherigen Umweltschutzprinzipien zukommt. Mit dieser „Verortung“ des CCM-Prinzips im Umweltvölkerrecht soll vor allen Dingen aufgezeigt werden, dass jenes Prinzip nicht nur notwendig, sondern auch geeignet ist, eine an Bedeutung gewinnende Rechtsschutzlücke im internationalen Umweltschutz zu schließen. Zugleich sollen mit Blick auf das später zu skizzierende Weiterentwicklungspotenzial des CCM-Prinzips die räumlich-funktionalen Grenzen für seine Übertragung auf weitere Anwendungsfälle in der Zukunft abgesteckt werden.

Oliver Strank

I. Common concern of humankind im Völkerrecht

Im Zeitalter voranschreitender Globalisierung, in dem sich nationale und kulturelle Grenzen allmählich auflösen, Finanzmärkte rund um den Globus vernetzen, sich die internationalen Beziehungen von Individuen, Gesellschaften, Institutionen und Staaten zunehmend verdichten und alle Bereiche des menschlichen Lebens sich weltweit verflechten, schrumpft die Welt zusehends zu einem „globalen Dorf“ oder wächst bisweilen gar zu einer „globalen Schicksalsgemeinschaft“ mit einer Art „internationalem Solidaritätsgefühl“ zusammen. Rasch haben lokale Ereignisse infolge weltweiter Wechselwirkungen globale Folgen, und wo ein Problem infolge seiner Globalität tatsächlich alle Menschen gleichermaßen betrifft und sich zu einer existenziellen Bedrohung der menschlichen Lebensgrundlagen auf Erden zuspitzt, wächst es womöglich gar zu einer „gemeinsamen Sorge der Menschheit“ heran – zu einem common concern of humankind.

Oliver Strank

Kapitel 4. Empirische Untersuchung

Um Glokalisierung in religiösen Gemeinschaften zu untersuchen, wendete ich mich in einer empirischen Analyse zwei katholischen Ordensgemeinschaften zu. Mit den regionalen Schwerpunkten Philippinen und Deutschland untersuchte ich die Interpretationen, Bewertungen und Verhandlungen, die mit der Übersetzung der Umweltschutzziele der Gemeinschaften auf verschiedenen Ebenen einhergehen. Ich wählte ein qualitatives Verfahren beruhend auf dem Forschungsinteresse, soziale Prozesse in den Gemeinschaften auf der Mikroebene zu analysieren.

Jiska Gojowczyk

5. Projektrealisierung und Projektcontrolling

Ein Projekt darf nie kürzer und günstiger als geplant sein.

Siegfried von Känel

2. Immissionsschutzrecht

Zweck dieses Gesetzes ist es, Menschen, Tiere und Pflanzen, den Boden, das Wasser, die Atmosphäre sowie Kultur- und sonstige Sachgüter vor schädlichen Umwelteinwirkungen zu schützen und dem Entstehen schädlicher Umwelteinwirkungen vorzubeugen. Soweit es sich um genehmigungsbedürftige Anlagen handelt, dient dieses Gesetz auch

Gabi Förtsch, Heinz Meinholz

Kapitel 5. Marktversagen

Wir haben gezeigt, dass die Marktwirtschaft, also die Kombination von Markt und Wettbewerb unserer in Kap. 2 hergeleitetes wirtschaftspolitisches Ziel des Wohlfahrtsoptimums realisiert. Trotz der Vorteile des Marktmechanismus lässt er sich nicht überall einsetzen. Im Folgenden sollen Sie die Bereiche kennenlernen, in denen es zu sog. Marktversagen kommt.

Christian A. Conrad

Teil 7: Die Entdeckung eines Kohlevorkommens in Pennsylvania durch Friedrich List

Mit der Inbetriebnahme des Schuylkill-Kanals begann die verstärkte Suche nach weiteren abbauwürdigen Lagerstätten von Anthrazitkohle in den Bergen und Tälern im südlichen Schuylkill County. Nach seiner Ankunft in Reading hatte List das Kohlefieber mit großer Aufmerksamkeit beobachtet und festgestellt, dass die Flöze in nordwestlicher Richtung parallel zum Gebirge verlaufen. Deswegen beschloss er, seinen Focus auf das Tal der Schuylkill zu richten. In unmittelbarer Nähe der Indianersiedlung Tamaqua wurde er fündig. Dazu hielt er in seinem Tagebuch fest: „Ich stieg vom Pferd, um genauer zu schauen.

Eugen Wendler

Teil 3: Unberührte Natur und unwegsames Gelände in der Region um den Blue Mountain in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Die Little Schuylkill ist ein 50 km langer Nebenfluss der Großen Schuylkill im nordöstlichen Teil von Pennsylvania. Sie entspringt südlich der McAdoo Heights in der Nähe von Haddock, einer selbstständigen Gemeinde in Schuylkill County. Sie fließt zunächst in südlicher und dann in südwestlicher Richtung durch die Gemeinden Tamaqua und New Ringgold und mündet bei Port Clinton in die Große Schuylkill.

Eugen Wendler

Kapitel 2. Die Umweltgeschichte in Schlüsseldaten

Wie wandelten sich die Kenntnisse zu unserer Umwelt, zu unseren Wirkungen auf die Umwelt und zu den Wirkungen der Umwelt auf uns in den vergangenen zwei Jahrtausenden? Wie gingen Menschen und Institutionen mit dem sich ändernden Wissen um? Welche Umweltveränderungen traten auf? Im zweiten Kapitel werden diese Fragen für 260 Umweltgeschichten gestellt und chronologisch beantwortet. Die Intensität der Umweltveränderungen nimmt vom frühen Mittelalter bis in das frühe 14. Jahrhundert zu. Die kombinierte Wirkung von menschlichen Eingriffen in die Natur und Extremereignissen führt dann zu einer Folge von Katastrophen, die in der großen Pestpandemie Mitte des 14. Jh. kulminieren. Nach einer kurzen Phase, in der sich die Natur teilweise erholt, wachsen die Eingriffe von Menschen wieder. Sie erreichen im 20. und im 21. Jh. geradezu beängstigende Ausmaße. Der massive Klimawandel, die Zerstörung von Lebensräumen und das dramatische Artensterben resultieren.

Hans-Rudolf Bork

Chapter 1. Einführung

Diejenigen, die forschen, Neues entdecken, entwickeln oder nachahmen, verändern mit ihren Erkenntnissen und Produkten die Umwelt – mal in erwarteter, mal in unerwarteter Weise. Mal ein wenig, mal ungeheuer stark. Mal zum Guten, mal zum Schlechten. Die Wirkungen von Menschen auf ihre Umwelt sind bisweilen offensichtlich, häufig indes schleichend und nur schwer erkennbar. Mit Erfahrung und Wissen können wir jedoch richtig auf Umweltveränderungen reagieren. Dieses Kapitel gibt einen Überblick zur Vielfalt der Umweltereignisse, die Deutschland während der vergangenen zwei Jahrtausende prägten.

Hans-Rudolf Bork

Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

Das Kapitel beschreibt anhand der 17 Nachhaltigkeitsziele der UN die Herausforderungen und Fortschritte auf dem Weg in eine nachhaltige Welt. Jedes Nachhaltigkeitsziel wird in einem eigenen Abschnitt betrachtet, mit Ursachen, Folgen und Zusammenhängen – jeweils sowohl auf globaler Ebene als auch bezogen auf Deutschland. Jeder dieser Abschnitte beginnt mit einer wahren Geschichte, die in das Thema einführt. Wo es sich anbietet wird zu jedem der Themen gezeigt, was wir im Alltag tun können, um das jeweilige Nachhaltigkeitsziel zu unterstützen.

Matthias Medert

Bauwirtschaftslehre – Grundlagen

Die Bauwirtschaftslehre als spezielle Betriebswirtschaftslehre ist Grundlage des wirtschaftlichen Handelns der am Planen, Bauen und Betreiben von Bauten und Anlagen Beteiligten. Lange sehr stark auf die Technik fokussiert, werden heute professionell ausgerichtete bauwirtschaftliche Funktionen und Prozesse als entscheidende Erfolgsfaktoren in den Unternehmen akzeptiert und angenommen. Zunächst werden die Grundbegriffe der Volkswirtschaftslehre und der Betriebswirtschaftslehre erläutert. Dazu zählen Begriffe wie Markt, Angebot und Nachfrage, Kosten, Rentabilität, Konjunktur und Tarifrecht. In der Unternehmensrechnung sowie der Kosten-, Leistungs- und Ergebnisrechnung werden die Grundlagen zur Erfassung, Darstellung, Auswertung und Überwachung aller Geld- und Güterströme in (Bau-)Unternehmen vermittelt. Im Kapitel Unternehmensfinanzierung werden schließlich die Ziele und Einflussfaktoren der Finanzierung eines Unternehmens sowie alternative Finanzierungsformen dargestellt.

Claus Jürgen Diederichs, Alexander Malkwitz, Ayosha Aghazadeh

Kapitel 8. Konzeptspezifikation und Operationalisierung II

Das vorliegende Kapitel bereitet die Durchführung der zweiten Analyse zur Beantwortung der zweiten Forschungsfrage in Kapitel 9 vor.

Alice Knauf

Open Access

Kapitel 6. Abflussverzögerung – wie Abfluss gebremst werden kann

Ansatzpunkte zur Reduktion der Fließgeschwindigkeit sind vielseitig und erstrecken sich über den kompletten Fließpfad, wodurch zahlreiche Akteure einen Beitrag leisten können. Flächige, flurstücksinterne Maßnahmen erhöhen die Oberflächenrauheit, längs durchflossene begrünte Abflussmulden, Kleinstrückhaltebecken in der landwirtschaftlichen Flur, Flurgliederung und Flächenarrangement, Gestaltung von Gräben und Rohren, Wege- und Wasserführung beeinflussen die Fließgeschwindigkeit jenseits der Flurstücke in unterschiedlichem, quantifizierbarem Maß. Je nach Schutzbedarf ist das Zusammenwirken mehrerer Maßnahmen notwendig, um den Abflussscheitel ausreichend zu mindern.

Simon P. Seibert, Karl Auerswald

Open Access

Kapitel 1. Einleitung

Steigende Hochwasserschäden durch Klimaänderungen und Landnutzungsänderungen erfordern, den Wasser- und Stoffrückhalt in der Landschaft zu verbessern. Dazu muss man die Wasserflüsse in der Landschaft und die vielfältigen Einflüsse des Menschen kennen, und vor allem muss man sie quantitativ beschreiben können. Erstes Ziel dieses Handbuchs besteht daher darin, Methoden zur Quantifizierung von Wasserflüssen für die Flur- und Landschaftsgestaltung und die Beratung der Landnutzer aufzubereiten. Zweites Ziel ist die Beschreibung und Quantifizierung von Maßnahmen, die den Abflussscheitel dämpfen. Dies schließt die Lücke zwischen den klassischen, in der Wasserwirtschaft etablierten Bemessungsansätzen und den Maßnahmen des dezentralen Wasserrückhalts, die in der bestehenden Literatur fast ausschließlich qualitativ beschrieben werden, damit in der Wirkung ungewiss erscheinen und sich einer Kosten-Nutzen-Analyse entziehen. Das Handbuch richtet sich an Planer und Ingenieure und weitere in der Flur tätigen Akteure wie Wasser- und Anbauberater, Pflege- und Zweckverbände, Hochschulangehörige, Fachinstitute und Entscheidungsträger an Behörden.

Simon P. Seibert, Karl Auerswald

Open Access

Kapitel 2. Grundlagen der Abflussentstehung, Sturzfluten und dezentralen Hochwasserschutzmaßnahmen

Dieses Kapitel beschreibt den Landschaftswasserhaushalt und wesentliche Begriffe, Komponenten und Prozesse, die beim Niederschlag-Abfluss-Prozess von Bedeutung sind. Dabei werden insbesondere die drei wesentlichen Vorgänge erläutert, nämlich i) die Abflussbildung auf der Fläche (Entstehung von Oberflächenabfluss), ii) die Bündelung des Abflusses in der Fläche (Abflusskonzentration) und iii) der Fließprozess in Gerinnen und Gewässern (Wellenablauf). Darüber hinaus werden Einzugsgebiete charakterisiert, da sie die wesentliche räumliche Bezugsgröße zur Bilanzierung von Wasserflüssen darstellen. Eine Übersicht wichtiger Begriffe und Definitionen ist glossarartig zusammengestellt.

Simon P. Seibert, Karl Auerswald

Open Access

Kapitel 8. Anhang

Im Anhang befinden sich Tabellen zur Wirksamkeit dezentraler Maßnahmen zur Abflussminderung und zu hydraulischen Eigenschaften unterschiedlicher Abflusstypen und Fließpfade. Der Anhang liefert alternative Verfahren zur Bestimmung des Scheitelabflusses (Verhältnisverfahren) und der Abflusshöhe (nach Lutz) und er beschreibt ergänzende Verfahren wie die Ableitung von Gebiets- und Bemessungsniederschlägen, die Bestimmung der Hydrologischen Bodengruppe, die Kartierung von Fließwegen im Gelände, hilfreiche Geodaten und Verfahren der Geodatenanalyse. Wegen der besonderen Bedeutung widmet sich ein Teil außerdem dem Wegebau und der Wasserführung.

Simon P. Seibert, Karl Auerswald

Kapitel 38. Klimapolitik in Dresden. Diskurse um Klimawandel im Kontext von Stadtentwicklungspolitik

Um dem Klimawandel zu begegnen, hat die Bundesregierung in den vergangenen Jahren ambitionierte politische Ziele vereinbart. Für die erfolgreiche Umsetzung dieser Ziele wird vor allem den Städten eine zentrale Rolle zugewiesen. Am Beispiel der Klimapolitik Dresdens zeigt der Beitrag, dass die politischen Programme jedoch nicht einfach umgesetzt werden (können), sondern in den jeweiligen Kontexten auf konkrete Rationalitäten, historische Entwicklungspfade und gesellschaftliche Machtverhältnisse treffen. So rückte der globale Klimawandel in den 1990er-Jahren zwar in bundespolitischen Debatten in den Vordergrund, in vielen ostdeutschen Städten wurden jedoch in dieser Zeit vor allem massive Umweltprobleme vor Ort und die politischen Transformationsprozesse als prioritäre Herausforderungen bewertet. Infolgedessen werden auch die klimapolitischen Ziele hinsichtlich ihrer Relevanz und Bedeutsamkeit von städtischen Akteur*innen ganz unterschiedlich bewertet und in kontextspezifischen Entscheidungs- und Handlungspraktiken angeeignet, verändert oder auch abgelehnt.

Cindy Sturm

Kapitel 3. Sicherung von Geländesprüngen

Natürliche Böschungen haben bei ihrer Entstehung eine maximale Neigung eingenommen. Der Zustand in dem sie entstanden sind war im Grenzgleichgewicht (Sicherheit η = 1,0). Später können sich durch äußere Umstände die Materialkennwerte verändert, bzw kann sich auch sich derWasserhaushalt im Untergrund (Böschung) zum Vorteil verändert haben. Deshalb haben natürliche Böschungen eine Sicherheit größer als 1,0. Wir wissen aber vor einer Untersuchung der Böschungssituation und des betroffenen Untergrundes nichts über die vorhandene Sicherheit.

Bernhard Wietek

Bedeutung der Marke einer NPO für das Fundraising

Der strategische Aufbau einer starken Marke wird im Non-Profit-Bereich nach wie vor vernachlässigt. Vielzählige Herausforderungen im Fundraising führen dazu, dass eine Auseinandersetzung mit dem Thema aber unausweichlich ist. Eine stark positionierte Marke beeinflusst die Spendeentscheidung der Zielgruppen positiv und stellt einen zentralen Wettbewerbsvorteil dar. Nur Organisationen, die diese Chance nutzen und den Markenaufbau systematisch angehen, werden sich langfristig im Wettbewerb um Spenden behaupten können.

Mareike Ahlers, Tim Senn

2. Wie Natur im Kontext von Coaching, Therapie und Mentaltraining hilfreich und heilend sein kann

Der bloße Aufenthalt in der Natur hat schon eine förderliche Wirkung auf Körper, Geist und Seele. Diese heilsamen Eigenschaften wirken auf einer zusätzlichen Ebene, sind in Natur-Coaching, -Therapie und -Mentaltraining aber nicht das zentrale Anliegen. Wenn der Arbeitsraum Natur mit seinen vielen Vorteilen und Besonderheiten genutzt wird, dann wird nicht nur die eigene Praxis in ein gesundes Umfeld verlegt, sondern es entsteht eine ganz neue, mehrschichtige Dynamik. Die Natur ist dann nicht nur ein erholsames Setting, sondern erweist sich als überaus hilfreich sowohl für den Klienten als auch für den Prozessbegleiter. Dieses Kapitel möchte die vielen Aspekte dieses wertvollen Arbeitsraums mit unterschiedlichen Studien, Untersuchungen, Theorien und eigenen Erfahrungen auf ganzheitlicher Ebene untermauern und als theoretisches Fundament für den eigenen Naturzugang vorstellen.

Carsten Gans, Katja Dienemann, Anja Hume, André Lorino

5. Erstellen und Nutzen der Dokumentation während der Projektabwicklung

Ausgehend vom Lebenszyklus der Anlage und Dokumentation (s. Abschn. 1.5) werden in diesem Kapitel die Lebensphasen der Gesamtdokumentation im Engineering und während der Anlagenrealisierung inkl. Inbetriebnahme betrachtet.

Klaus H. Weber, Frank Mattukat, Manfred Schüßler

Kapitel 7. Nichtsolare Energiequellen

Nachdem wir die Vorteile der Nutzung von Sonnenenergie und ihre Energiewandler kennen gelernt haben, wollen wir noch einen kurzen Blick auf einige andere Energiequellen werfen. Das sind einmal die Gezeitenenergie und die Erdwärme, andererseits die Kernenergie und der Brutreaktor und schließlich die Kernfusion. Diese Energiequellen werden in der Diskussion über das Energieproblem immer wieder erwähnt, und man sollte daher über sie Bescheid wissen.

Klaus Stierstadt

Abschnitt 3: Vergabebestimmungen im Anwendungsbereich der Richtlinie 2009/81/EG1 (VOB/A – VS)2

Bauaufträge sind Verträge über die Ausführung oder die gleichzeitige Planung und Ausführung.

Springer Fachmedien Wiesbaden

Abschnitt 2: Vergabebestimmungen im Anwendungsbereich der Richtlinie 2014/24/EU1 (VOB/A – EU)2

Bauaufträge sind Verträge über die Ausführung oder die gleichzeitige Planung und Ausführung.

Springer Fachmedien Wiesbaden

Abschnitt 1: Basisparagrafen (§§ 1–24)

Bauleistungen sind Arbeiten jeder Art, durch die eine bauliche Anlage hergestellt, instand gehalten, geändert oder beseitigt wird.

Springer Fachmedien Wiesbaden

Privacy Concerns – Ursachen, Erscheinungsformen und Implikationen für das Kundenbeziehungsmanagement

Das Kundenbeziehungsmanagement befindet sich in einem Spannungsfeld zwischen fortgeschrittenen technologischen Möglichkeiten zur Erhebung und Nutzung von Kundendaten einerseits und einer erhöhten Sensibilität von Kunden gegenüber einer umfassenden und detaillierten Erfassung und Analyse ihres Verhaltens andererseits. Der vorliegende Beitrag bietet einen Überblick über das Konstrukt Privacy Concerns, seine Ursachen und Wirkungen und leitet daraus Implikationen für das Kundenbeziehungsmanagement sowie weiterführende Forschungsfragen ab.

Anja Geigenmüller, Antonia Hoebbel

Kapitel 21. Gemüse und Gemüseerzeugnisse

Unter Gemüse werden essbare Pflanzenteile verstanden, die meist in zerkleinertem und gekochtem Zustand genossen werden. Es gibt Wurzelgemüse, Zwiebelgemüse, Stängel- und Sprossgemüse, Blütengemüse und Frucht- bzw. Samengemüse. Gemüse werden meist in Monokulturen gewonnen. Durch züchterische Maßnahmen werden die Sorten soweit verändert, dass optimale Erträge erwartet werden können. Sehr interessante Inhaltsstoffe in Pflanzen sind die vielfach vorkommenden Polyphenole. Kartoffeln sind eines der Hauptnahrungsmittel in Deutschland. Die ursprünglich in Südamerika beheimatete Pflanze entwickelt auch grüne Scheinfrüchte, die wegen ihres hohen Gehaltes an Solanin/Chaconin giftig sind. Allerdings enthalten auch unreife, grüne Kartoffeln oder solche, die dem Tageslicht ausgesetzt waren geringe Mengen an Solanin/Chaconin. Tomaten zählen zur Familie der Nachtschattengewächse und sind mit Kartoffel, Paprika und Aubergine verwandt. Tomaten enthalten bis zu 95 % Wasser, ferner sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe. Die rote Farbe der Tomaten rührt vom Lycopin her, einem Carotinoid. Speisepilze bauen sich aus relativ viel Stickstoff-Substanz auf, von der nur 65 % Proteine sind. Daneben enthalten Pilze als Stützsubstanz anstelle der im Pflanzenreich üblichen Cellulose Chitin, dessen Grundsubstanz das N-Acetylglucosamin ist. Tafeloliven gehören je nach Herstellungsart eigentlich entweder in die Gruppe der Gärungsgemüse oder Essiggemüse.

Reinhard Matissek

Chapter 3. Legal Framework for Coastal Adaptation to Rising Sea Levels in Germany

The purpose of this chapter is to analyze if and to what extent the current legal framework in Germany enables adaptation to rising sea levels. The regulations examined mostly relate to either flood protection or climate change adaptation. The chapter begins with a brief introduction to Germany’s legal system, before moving on to risk assessment and funding. After exploring these general issues, the chapter’s focus shifts towards the different coastal adaptation strategies, starting with the dominating ‘protect’ strategy. First of all, this includes regulations on protection structures, primarily on dikes that characterize the mainland coast of the German North Sea. In this context, the role of property rights is examined with regard to expropriation. The investigation then continues by addressing flood-resistant design and insurance as examples of an accommodation strategy. Legal instruments of spatial and land use planning on limiting further development are subsequently explored. Afterwards, the thesis addresses whether a retreat strategy could be implemented under the existing law, particularly with regards to property rights. The chapter continues with an examination of intersecting areas like nature conservation that impact coastal adaptation. In this context, state liability for inadequate coastal adaptation is explored since this also constrains state action. As a final step, the current regulations are evaluated and suggestions for improvement made.

Linda Schumacher

Das Schweizer Haus: landschaftsbezogen entwickelt, als Symbol verbreitet

In Landschaft ist immer Natur zu erkennen, die meisten Landschaft sind vom Menschen gestaltet, und immer wird eine Idee mit Landschaft verbunden. Das Schweizer Chalet konnte als Bauform nur in einer Gegend entstehen, in deren Natur es Nadelholz gibt, das für den Blockbau verwendet wird. Die Schweiz wird seit langer Zeit mit Ideen zur Freiheit und erhabener Landschaft in Verbindung gebracht, ferner mit der wissenschaftlichen Erforschung der Höhenstufen bzw. des „Alpinen“. Das Chalet wurde zu einem Symbol der Schweiz. Während bei einem in der Schweiz gebauten Schweizer Haus der Zusammenhang zwischen Natur, deren Nutzung und damit verbundenen Ideen immer besteht, rückt die Idee bei jedem Schweizer Haus in den Mittelpunkt des Interesses, das außerhalb des Alpenlandes gebaut wird. Im Text werden einige dieser Häuser mit ihrer besonderen symbolischen Bedeutung vorgestellt.

Hansjörg Küster

Erlebte, Konzipierte und Verhandelte Bilder – Wegbereiter einer transformativen Landschaftsforschung?

In komplexen, landschaftlichen Transformationsprozessen, in denen Akteure mit unterschiedlichen fachlichen Hintergründen ko-kreativ Wege in eine nachhaltige Zukunft suchen, stellt sich die Frage: Wie lässt sich Komplexität so ausdrücken und darstellen, dass sie von möglichst vielen verstanden und als Herausforderung angenommen wird? Diese Frage steht vor allem in transdisziplinären Forschungssettings wie etwas Reallaboren im Mittelpunkt. Unterschiedliche bildliche Darstellungen können dabei, so die These dieses Beitrags, implizites Wissen versammeln und niedrigschwellige Zugänge zu komplexen Diskussionen schaffen. Anders als etwa lange textliche Darstellungen und Tabellen fungieren Bilder als Anker der Erinnerung, mit denen sich Akteure auch in länger andauernden Prozessen immer wieder verorten können. Um „die Landschaftsforschung anschlussfähig an den Erwartungs-, Erfahrungs-, Wissens- und Überzeugungshorizont betroffener Menschen zu machen“ (Berr 2018b, S. 4) können Erlebte, Konzipierte und Verhandelte Bilder zentrales Verständigungs-Medium sein.

Henrik Schultz

Kapitel 2. Renaturierung und naturnahe Entwicklung von Fließgewässern

Scherle definiert den Begriff Renaturierung als „die Herstellung oder Entwicklung naturnaher Gewässerzustände bezüglich der Morphologie, Hydrologie und Wasserqualität, die eine Wiederbesiedlung der Gewässer mit einem gewässertypischen Inventar der Flora und Fauna ermöglichen“ (Scherle 1999, S. 1–1). Er weist zudem daraufhin, dass „mit der Renaturierung ein Naturzustand zwar angestrebt aber i.d.R nicht erreicht werden wird, da auch zukünftig eine direkte oder indirekte Nutzung der Gewässer nicht verhindert werden kann und soll“ (Scherle 1999, S. 1–1).

Kim Nobis, Martin Schumann, Boris Lehmann, Hans-Joachim Linke

Kapitel 5. Alpine Landschaft als Lernort (Riedingtal, Salzburger Land)

Physisch-geographische Geländemethoden als Teil von Exkursionen

Physisch-Geographische Geländearbeit findet nicht immer, aber häufig als Teil von Exkursionen statt. Der Beitrag stellt ein Lehr-Lernkonzept vor, das eine Exkursion zur alpinen Forschungsstation mit einem Geländepraktikum integriert. Die handlungsorientierte Arbeitsexkursion systematisiert und strukturiert den Lernprozess entlang des Mensch-Umwelt-Systemverständnisses. Im Vordergrund steht die Bearbeitung von Fragestellungen, die sich in der vereinfacht formulierten Forschungsfrage subsummieren lassen: Wie steuert das Klima- und Hydrosystem das Landschaftssystem eines inneralpinen Tales? Die Exkursion mit Geländepraktikum aktiviert kognitive und konstruktivistische Herangehensweisen. Die Struktur des Lernprozesses und die Auseinandersetzung mit den einzelnen Fragestellungen erfordert, dass die Studierenden ihr Handeln selbstständig steuern in Hinblick auf Planung, Durchführung und Kontrolle bzw. Reflektion der Zielerreichung und Verinnerlichung der Abläufe im Handlungsrepertoire. Bei der Leistungsbewertung wird darauf Wert gelegt, dass die in den einzelnen Modulen bereits erlernten Methoden auch zur Anwendung kommen (Datenaufnahme, Dateninterpretation, statistische Auswertungen, graphische Darstellung etc.). Die Arbeit in Kleingruppen, die alle drei Teilmodule des Geländepraktikums nacheinander durchlaufen und die Gestaltung der Aufgabenstellungen garantiert, dass die Lehrveranstaltung nur gemeinsam und durch Nutzung geteilter Ressourcen (Messgeräte, Aufnahmebögen, Arbeitsmittel) erfolgreich absolviert werden kann. Dies schafft die Notwendigkeit, die Gruppenarbeit selbstorganisiert und effektiv zu gestalten.

Herbert Weingartner, Sandra Münzel, Matthias Marbach, Angela Hof

Kapitel 8. Lebensräume und Lebensgemeinschaften

In den Kapiteln 5 „Geographie und Klima“ und 6 „Vegetationslandschaften und Flora des Mittelmeerraumes“ wurden die Landlebensräume des mediterranen Raumes und ihre klimatischen und ökologischen Besonderheiten vorgestellt. Nachfolgend werden wir uns den Lebensräumen der Unterwasserwelt und des Übergangsbereichs zwischen Land und Meer, der Küste (Litoral, einschließlich der lagunären Lebensräume und der Vogelwelt) widmen. Wie schon das Land topographisch vielfältig und stark strukturiert ist, so setzt sich die enge Verzahnung unterschiedlicher Teillebensräume unter Wasser fort.

Robert Hofrichter, Jan Gohla, Roland Melzer, Stephan Pfannschmidt, Michael Wilke, Martin Heß, Peter Sackl

Kapitel 7. Ozeanographie und Wasserhaushalt

Die Geowissenschaften sind relativ jung; insbesondere die Ozeanographie unter ihnen existiert erst seit etwa 150 Jahren. Ein kurzer Abriss ihrer Geschichte, einige wichtige Namen und Meilensteine in ihrer Entwicklung und Fragen der Definitionen der einzelnen Zweige der Meereskunde wurden bereits in den ersten drei Kapiteln dargestellt.

Dagmar Hainbucher, Birgit Klein, Wolfgang Roether, Robert Hofrichter, Jan Gohla, Marcus Prell

Kapitel 9. Ökologie – die Lebewesen und ihre Umwelt im Mediterran

Der aus dem 19. Jh. stammende Begriff Ökologie – vereinfacht: die Beziehungen des Organismus zur umgebenden Außenwelt, welche die belebte und die unbelebte Umwelt mit einschließt – hat sich in den letzten Jahrzehnten weiterentwickelt. Die zunehmende Sorge um Verlust der Artenvielfalt, Verschmutzung im weitesten Sinn, Vergiftung von Böden, Luft, Wasser und somit auch der Meere, um die Endlichkeit irdischer Ressourcen, um den Klimawandel und seine Folgen und viele weitere Themen haben den früher wenig bekannten Begriff in weiten Bevölkerungsschichten populär gemacht und auch politisiert.

Robert Hofrichter, Franz Brümmer, C. Dieter Zander, Jan Gohla

Kapitel 5. Geographie und Klima

Das Forschungsobjekt der Geographie ist die Erdoberfläche. Dabei stehen einerseits Fragen nach der Gestaltung dieser und deren räumlichen Gliederung im Vordergrund, andererseits die Verhaltensmuster und Aktivitäten der auf ihr lebenden Menschen. Besonders interessant sind die Wechselbeziehungen zwischen den physischen Merkmalen und den anthropogenen Erscheinungen.

Robert Hofrichter, Wolfgang Kern, Robert Hofrichter jun.

Kapitel 4. Akkumulation von Makroplastik in der terrestrischen Umwelt

Mit dem Eintrag von Makroplastik in die Umwelt kann es dort durch die Persistenz des Materials in terrestrischen Bereichen akkumulieren. Hierzu zählen Sedimente, Böden und Gesteine, wobei der Meeresboden als finale Senke für Makroplastik zu bezeichnen ist.

Simone Lechthaler

Kapitel 4. Marine Fazies

Die marine FaziesFazies marine ist abhängig von der Strukturbildung des Kontinents, von dessen Bereitstellung von Sedimenten, von der Exposition der Küste gegenüber einem Ozean, Schelfmeer oder Nebenmeer. Sie ist eingebunden in den großregionalen Klimaraum, der detritisch-siliciklastische Sedimentation in höheren Breiten und biogen-karbonatische Sedimentation in niederen Breiten begünstigt. Schließlich wird sie erheblich modifiziert vom Einfluss der Gezeitenamplitude, die sehr verschiedene Wasserstände bringen kann.

Andreas Schäfer

Kapitel 3. Kontinentale Fazies

Die kontinentale Sedimentfazies ist abhängig von der Strukturbildung des Gebirges und des Sedimentbeckens.

Andreas Schäfer

Digitale Vernetzung für nachhaltige Geschäftsmodelle

Wie durch Vernetzung das Klima geschützt wird – Einblicke aus der Praxis

Mit der exponentiell voranschreitenden Entwicklung digitaler Technologien sind der Einsatz und damit die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft im globalen Kontext schon heute möglich. Der heiß diskutierte Klimawandel und die immer lauter werdenden Forderungen nach gesetzlichen Regelungen, wirtschaftlichen Lösungen und gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen verlangen ein rasches Umdenken wirtschaftlicher Akteure. Dabei kommt der Vernetzung eine besondere Bedeutung zu. Mirjam Gawellek stellt in ihrem Beitrag die aktuellen Entwicklungen und ihre Folgen rund um den Klimawandel in Zeiten digitaler Vernetzung vor. Zudem gibt sie Einblicke in unternehmerische Herangehensweisen unter Einbezug digitaler Technologien, um dem Klimawandel aktiv zu begegnen. Auf Basis ihrer Tätigkeit als Sustainability Manager zeigt sie anhand von zahlreichen Praxisbeispielen auf, wie es Unternehmen branchenunabhängig gelingt, durch interdisziplinäre Vernetzung zu einer nachhaltigen Ausrichtung zu gelangen. Sie untermauert ihre Beobachtungen anhand eigener Praxiserfahrungen im Themenkomplex „Nachhaltigkeit“ in Verbindung mit „Digitalisierung“, indem sie zeigt, wie Geschäftsmodelle heutzutage nachhaltig gestaltet werden können und somit das Leben der Menschen zukunftsweisend beeinflussen werden.

Mirjam Gawellek

Kapitel 10. Mikroorganismen an unterschiedlichen Standorten: Lebensbedingungen und Anpassungsstrategien

Die natürlichen Habitate von Mikroorganismen sind außerordentlich vielfältig. Jedes Biotop erlaubt das Wachstum von Mikroorganismen, selbst wenn extreme physikalische oder chemische Bedingungen vorherrschen. Die Lebensbereiche umfassen zum Beispiel das freie Wasser der Ozeane oder von Seen.

Walter Reineke, Michael Schlömann

Kapitel 1. Barthes’ Mythologie

Mithilfe von Roland Barthes’ Methode der Mythologie soll die Frage nach der Performanz von Mythen im Allgemeinen und insbesondere von Landschaften der Theorie in der Wissenschaft behandelt werden. Außerdem geht es in Barthes’ Mythologie von Anfang an um Aspekte mythischer Insellandschaften. Ein Blick auf diese Aspekte öffnet jenen Raum der Bedeutungen der Insel, dessen Schließungsversuche sich im Verlauf der Arbeit zeigen werden. Es erfolgen also eine methodologische und methodische Grundlegungsowie eine erste Verzeichnung möglicher Problemfelder und inhaltlicher Ankerplätze der später folgenden Theorielektüren.

Lukas Helbich

Einleitung: Soziale Gedächtnisse der Katastrophe

Im Folgenden wird es – gleichsam als Einleitung in diesen Band zu sozialen Katastrophengedächtnissen – zunächst darum gehen, den Begriff der Katastrophe näher zu bestimmen. Im Anschluss daran wird der Zusammenhang mit Formen und Funktionen sozialer Gedächtnisse hergestellt. Im Mittelpunkt steht dabei die These, dass es sich bei Katastrophen um gedächtnishafte Konstruktionen schlimmer Vergangenheiten handelt, die als Wissensbestände die Deutung der Gegenwart und die Vorbereitung auf die Zukunft beeinflussen. Am Ende dieses Abschnitts steht ein knapper Überblick über die hier versammelten Beiträge zu unterschiedlichen Facetten einer Assoziation katastrophaler Ereignisse mit Fragen sozialer Gedächtnisse sowie (kollektiven) Erinnerns.

Oliver Dimbath, Michael Heinlein

Das Vergessen und Erinnern zukünftiger Katastrophen. Wissens- und zeitsoziologische Perspektiven

Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Naturverhältnisse, die zu immer weiter in die Zukunft ausgreifenden Naturrisiken führen, untersucht der Beitrag Formen, Grenzen und Chancen des Vergegenwärtigens zukünftiger Katastrophen, das heißt eines prospektiven Katastrophenerinnerns. Eine Erörterung von Gemeinsamkeiten des Vergegenwärtigens von Vergangenem und von Zukünftigem, die sich aus Sicht der wissenssoziologischen Gedächtnis- und Zeitforschung zeigen, führt über Schwellen des Erinnerns von Vergangenem hin zu einem Verständnis von Schwellen des Zukunftserinnerns. Letztere tragen zu unterschiedlichen Reichweiten der Zeithorizonte prospektiven Katastrophenerinnerns bei und grenzen Bereiche des Zukünftigen ab, aus denen Zukunftsereignisse nicht oder nur in vergleichsweise geringerem Maße vergegenwärtigt werden können und insofern vergessen bleiben. Die hier gewählte egologisch fundierte wissenssoziologische Perspektive führt die sozialwissenschaftliche Analyse einerseits zu stark subjektbezogenen (autobiografischen) Mechanismen, die zur Gegenwartsgebundenheit der Zeithorizonte des Erinnerns und einem entsprechenden Zukunftsvergessen beitragen. Andererseits lässt sie zugleich Spielräume der stärker sozial beziehungsweise institutionell vermittelten Formen des Zukunftserinnerns erkennen, die größere zeitliche Reichweiten erfassen und daher über die beschriebenen Schwellen des Vergegenwärtigens zukünftiger Katastrophengefahren hinausreichen können.

Dietmar Rost

Katastrophenvergessen an der Oder. Zum Hochwasser von 1997

Ein Katastrophenvergessen scheint angesichts der Herausforderungen unserer Zeit eher hinderlich, hemmt es doch die Anpassung an- und bietet Potential für die Entfaltung weiterer Katastrophen. Weshalb aber sind Prozesse des Vergessens so persistent? Warum und auf welche Weise verschwanden bzw. verschwinden Katastrophen aus dem individuellen und kollektiven Gedächtnis? Was bedeutet das für prospektive Katastrophenszenarien? Vergessensprozesse auf kollektiver wie individueller Ebene anhand eines empirischen Beispiels zu beleuchten, ist Ziel des vorliegenden Beitrags. Die Materialgrundlage bilden hierbei qualitative Interviews mit Anwohnerinnen und Anwohnern, die das Oderhochwasser von 1997 in Brandenburg selbst erlebten. Der Beitrag zeigt, wie individuelle Alltagsbildungsprozesse nach dem Hochwasser von 1997, die von Dissonanzreduktionen begleitet sind, neue Erkenntnisse schnell untergehen lassen. Sie treffen auf einen grundsätzlichen Wechsel von Erinnerungsrahmen zwischen den Generationen, der dazu führt, dass Katastrophenerinnerungen verblassen. Mit dem Wechsel von Erinnerungsrahmen zwischen den Generationen ergibt sich ein Vergessen von längerfristigem sozial-ökologischem Wandel, was wiederum eine Vorbedingung für die Entfaltung von Katastrophen sein kann.

Maike Böcker

Deutungsmuster des Katastrophischen als Bezugsrahmen des Katastrophenerinnerns und -vergessens

Das ErlebenKatastrophenerinnerung einer KatastropheKatastrophe schlägt sich tendenziell im individuellen und kollektiven GedächtnisGedächtnis nieder. Die Gestalt der ErinnerungErinnerung ist allerdings weniger eine Reproduktion der Katastrophenerfahrung als vielmehr eine Rekonstruktion unter den Rahmenbedingungen des gegenwärtigen Erinnerungsaktes: ErinnerungErinnerung , so argumentierte bereits Halbwachs[aut]Halbwachs, Maurice , kann sich stets nur innerhalb aktuell verfügbarer Bezugsrahmen vollziehen. Zum einen hat ErinnerungErinnerung damit einen grundlegend sozialen Charakter; zum anderen ist VergessenVergessen damit konstitutiver Bestandteil des ErinnernsErinnern . Der folgende Beitrag argumentiert allgemein für eine stärkere Berücksichtigung sozialer Wissensbestände als konstituierende Bedingungen des ErinnernsErinnern und stellt konkret soziale Deutungsmuster als Lichter der ErinnerungErinnerung dar. Am Beispiel des Murenabgangs 2012 in St. Lorenzen wird die Varietät der Erinnerung entlang verschiedener Deutungsmuster veranschaulicht, sowie Verschiebungen in der ErinnerungErinnerung – neben etwaigen Einflüssen wie dem Zeitverlauf, dem Verblassen von Spuren, der Schaffung von Ankerpunkten – auf DeutungskonflikteKonflikt und damit einhergehende Umbrüche in der zugrunde liegenden symbolischen Ordnung zurückgeführt.

Sandra Maria Pfister

Zur diskursiven Konstruktion des Erinnerns. Resilienzkonstruktionen in öffentlichen Medien und bei Bewohnern in Hochwasserquartieren 20 Jahre nach der Oderflut von 1997

Gesellschaften können jeweils sehr eigene Vorstellungen ihrer Verwundbarkeit und Bewältigungsfähigkeiten auf Basis ihres gemeinsam geteilten, kulturellen Wissens entwickeln. Geteilte Wissensbestände, z. B. gemeinsame Erinnerungen, können so zu eigenen Realitäten werden, die jeweils spezifische Umgangsweisen mit flussbezogenen Gefahren bedingen können. Im kommunikativen Konstruktivismus wird davon ausgegangen, dass Wissen, etwa über vergangene und zukünftige Katastrophen, in Diskursen geteilt wird, die nicht nur historisch, sondern auch lokal-räumlich divergierende Wissensordnungen hervorbringen können. Auf diese Weise können Einschätzungen zur eigenen Vulnerabilität gegenüber Hochwassergefahren (‚Vulnerabilitätskonstruktionen‘) sowie über die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Bildung von Resilienz (‚Resilienzkonstruktionen‘) lokal sehr unterschiedlich ausfallen. Im vorliegenden Text werden diese Annahmen näher untersucht. Die hier vorliegenden empirischen Ergebnisse zeigen, dass lokalräumlich und historisch variierende Vulnerabilitätskonstruktionen aus lokal-gebundenen Mediendiskursen auch im Wissen lokaler Akteure beobachtbar sind. Auf diese Weise können Gefahren, die vom Fluss ausgehen, trotz räumlicher Nähe sehr unterschiedlich wahrgenommen werden, etwa auf beiden Seiten der Oder in Frankfurt und Słubice.

Kamil Bembnista, Thorsten Heimann

5. Probleme in der Praxis oder die Mühen der Ebene

In den nächsten Jahren wird es überall in den Verwaltungslandschaften in Europa eine Vielzahl von Vorhaben zur digitalen Transformation von Verwaltungsleistungen, Verfahren oder Förderungen geben. Da und dort wird auch länderübergreifende Zusammenarbeit erfolgen, weil die Prozesse grenzüberschreitend abgewickelt werden müssen. Alle Aufgabenstellungen haben vergleichbare Ausgangslagen und Herausforderungen.Im folgenden Kapitel werden die aus der langjährigen Praxisarbeit erkannten Problemstellungen beschrieben und konkrete Lösungsansätze dazu vorgestellt. Die Darstellung beginnt mit den strategischen Aufgaben, die in der Führungsebene angesiedelt sind und geht dann systematisch weiter über die inhaltlichen, organisatorischen und technischen Herausforderungen, die in den Vorhaben auftreten und bewältigt werden müssen. Abgerundet wird jeder Teilabschnitt im Kapitel mit konkreten Vorschlägen von praxiserprobten Arbeitsweisen und Formaten für die tägliche Projektarbeit.

Hans Werner Streicher

4. Ausgewählte Projekte der digitalen Transformation

Das Kap. 4 enthält insgesamt 10 ausgewählte Vorhaben der digitalen Transformationen aus unterschiedlichen Verwaltungsbereichen und -ebenen des Public Sector in Österreich.Beginnend bei der Ausgangslage und den Rahmenbedingungen werden die wichtigsten Schritte der Transformation aus organisatorischer, rechtlicher, technischer und kultureller Sicht beschrieben. Am Ende der einzelnen Abschnitte erfolgt eine Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse, die in Summe ein umfassendes Bild der in solchen Aufgaben zu erwartenden Themenstellungen und Lösungsansätze ergeben.Die Projekte stammen aus den drei Ebenen des österreichischen Public Sector, um dem Leser einerseits die spezifischen Rahmenbedingungen des jeweiligen Organisationsbereiches vorstellen zu können. In den Verfahrenslandschaften des DACH-Raumes gibt es auf den korrespondierenden Ebenen auch viele, sehr ähnliche Transformationsaufgaben, sodass die beschriebenen Vorhaben mit ein wenig Abstraktionsvermögen leicht in den eigenen Bereich übertragbar sind.

Hans Werner Streicher

Kapitel 3. Beiträge/Darstellungsformen

„Der erste Tagesschau-Sprecher heißt Gerd Heinz Boening. Er liest den fünfminütigen Wortnachrichtenblock, den die Hörfunk-Nachrichtenabteilung des NDR liefert.“

Hanno Schneider, Sandro Viroli, Simone Schneppensiefen, Axel Buchholz, Claudia Nothelle, Jörg Schönenborn, Michael Strempel, Gregor Alexander Heussen, Roman Bonnaire, Norbert Klein

Kapitel 2. Moderieren, Interviewen, Sprechen

Anne Will moderiert seit 2007 die politische Talkshow „Anne Will“ (vgl. „Autoren“). Zuvor war sie gut sechs Jahre lang „Tagesthemen“-Moderatorin. Besonders auf der Grundlage dieser Tätigkeit gibt sie in diesem Beitrag Ratschläge zum richtigen Moderieren.

Axel Buchholz, Joachim Weyand, Manfred Buchwald, Sandra Maischberger, Jan Hofer, Alexander Kulpok, Michael Rossié

Kapitel 11. Arbeitsplatz Funkhaus, Studio und Außenübertragung

Die digitale (nichtlineare) Produktion hat die Fernsehtechnik zur Fernseh-Datenverarbeitung verändert. Der Computer hat Recorder zum Aufzeichnen und Abspielen und das Videoband als Speichermedium ersetzt. Fernsehbild und -ton werden als digitale Daten in leistungsstarken miteinander vernetzten Rechnern gespeichert und bearbeitet.

Joachim Ullrich, Claudia Nothelle, Christian Otterbach, Axel Buchholz, Joachim Weyand

1. Planung von verfahrenstechnischen Anlagen

Zunächst wird beschrieben, was man unter Basic- oder Detail-Engineering und Projektmanagement versteht. Dann wird gezeigt, wie man die Aufgabenstellung für ein Projekt formuliert und welche Informationen für die Planung erforderlich sind und welche Vorschriften einzuhalten sind. Nach der verfahrenstechnischen Auslegung werden Aufstellungs- und Terminpläne erstellt. Es folgt die Kostenschätzung und die Wirtschaftlichkeitsüberptüfung. Die Genehmigung wird beantragt und es werden die Anfrage-Spezifikationen für die Apparate und Maschinen erstellt.

Manfred Nitsche

Kapitel 4. Ali al-Hasan Ibn al-Haitham – Vater der Optik

Ibn al-Haitham, in Europa auch unter dem Namen Alhazen bekannt, entdeckte eine geniale Methode, mit deren Hilfe man die Summe der ersten n Quadratzahlen von natürlichen Zahlen mithilfe eines Terms direkt berechnen kann.

Heinz Klaus Strick

Kapitel 13. Am Ende gab es nur Gewinner – der lange Weg des nordrhein-westfälischen Landtags zu seinem Neubau am Rhein

Der Landtag von Nordrhein-Westfalen hat seit Gründung des Landes 1946 bisher in vier Gebäuden gearbeitet. Die ersten beiden Versammlungsräume wurden noch von der britischen Besatzungsmacht bestimmt und waren die einzigen benutzbaren Räumlichkeiten nach dem Krieg in der neuen Landeshauptstadt. 1948 bezog der Landtag das preußische Ständehaus am Hofteich für vierzig Jahre als Domizil, das aber den Anforderungen der parlamentarischen Arbeit von Anfang nur unzureichend genügte. Interessenunterschiede zwischen der Stadt Düsseldorf und dem Landtag sowie die Angst der jeweiligen Regierungspartei vor der Kostenperzeption in der Wählerschaft bewirkten, dass erst nach jahrelanger Debatte, drei Wettbewerben, außerparlamentarischen Protesten und erst durch einen externen Vorschlag, die Entscheidung für einen Neubau des Landtags in postmoderner Rundbauform (mit einem runden Plenarsaal als Kern und Mittelpunkt) am Rheinufer fiel, das zugleich Teil einer umfangreichen und vom Land mit finanzierten Stadtentwicklungspolitik in Düsseldorf war. Als dritter Neubau eines Landtags in der Bundesrepublik nach Hessen und Bremen galt der 1988 fertiggestellte neue Landtag als Mustertyp eines politischen Gebäudes demokratischer Prägung und gelungenes architektonisches Experiment, dessen Attraktivität sich auch in den hohen Besucherzahlen ausdrückt. Trotz großzügiger Planung hat sich der neue Landtag für die parlamentarische Arbeit inzwischen schon wieder als zu klein erwiesen, so dass weitere Anbauten geplant sind. Zwischen dem Anspruch auf Öffentlichkeit und Bürgernähe sowie der veränderten Sicherheitslage besteht ein Spannungsverhältnis.

Ralf Kleinfeld

Kapitel 2. Besonderer Teil

Im Besonderen Teil wird vertiefend auf immobilienspezifische Steuerfragen eingegangen. Wie schon im Allgemeinen Teil, wird auch hier in der Darstellungsform dem Investitionszyklus gefolgt. Dies bedeutet, dass sich der Besteuerung des Erwerbsvorgangs, Ausführungen zur Besteuerung der Nutzung und der Immobilienveräußerung anschließen. Hierbei werden die jeweilig anfallenden Steuern erläutert. Der vertiefenden Darstellung der Besteuerung von unmittelbar gehaltenen Immobilien im Privatvermögen und im Betriebsvermögen (Direktinvestitionen) folgen Ausführungen zur Besteuerung der indirekten Immobilieninvestionen über eine Personen- oder Kapitalgesellschaft. In einem gesonderten Abschnitt wird auf die Besteuerung der unentgeltliche Übertragung von Immobilien im Rahmen von Erbschaften und Schenkungen eingegangen. Dem schließen sich Ausführungen zu Besteuerung von Immobilienprodukten in Form der geschlossenen und offenen Immobilienfonds, sowie dem German REIT an. Der Besondere Teil schließt mit einer Darstellung zur internationalen Immobilienbesteuerung ab. Hierbei wird sowohl auf die nationalen Regelungen, als auch die des OECD-Musterabkommens eingegangen.

Jürgen Lindauer

Kapitel 7. Umweltvorschriften

Das „Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge“, kurz Bundes-ImmissionsschutzgesetzBundesimmissionsschutzgesetz genannt, abgekürzt BImschGBImschG [1], hat in Deutschland eine über 45-jährige Tradition. Die ursprüngliche Fassung stammt aus dem Jahre 1974 und wurde seitdem mehrfach novelliert und ergänzt.

Herbert F. Bender

Kapitel 1. Einleitung: Sondersendungen als Störungsanzeiger und Entstörungsritual

Außenreporter Sandro Zahlemann vom Mitteldeutschen Rundfunk steht abends auf dem Gleis 16 des Leipziger Hauptbahnhofs, um live von der Einfahrt eines nagelneuen ICE der Deutschen Bahn zu berichten. An Bord befinden sich u. a. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Verkehrsminister Alexander Dobrindt sowie Jigme Khesar Namgyel Wangchuck, König von Bhutan. Anlass der Fahrt ist die Präsentation einer neuen ICE-Generation und der Abschluss eines großen Geschäfts, denn der König hat angekündigt, eine große Anzahl an ICE-Zügen in Auftrag zu geben.

Andreas Dörner, Ludgera Vogt

Kapitel 7. Fallstudien

Insgesamt wurden 19 Sondersendung auf ARD und ZDF zum Thema Griechenlandkrise ausgestrahlt, davon acht BP- (vier WDR, vier BR) und elf ZS-Sendungen. Jeweils eine Sendung behandelt den Wahlsieg der Syriza, drei BP und fünf ZS das Auslaufen der IWF-Kredite und die Rückzahlungsschwierigkeiten Griechenlands, zwei BP sowie drei ZS das auf Initiative der griechischen Regierung abgehaltene Referendum zum geplanten EU-Hilfspaket und die Folgen des Abstimmungsergebnisses. Jeweils zwei Sendungen behandeln die erfolgreichen Verhandlungen um ein neues Hilfspaket bei einem EU-Gipfel. Eine Besonderheit stellen der BP vom 29.06.2015 und das ZS vom 29.06.2015 dar, denn diese Sendungen werden live aus Athen gesendet.

Axel Fischer, Deborah Wolf, Andreas Dörner, Ludgera Vogt, Martin Henkelmann, Benjamin Scholz

Kapitel 6. Risiko

Das Kapitel 6 erklärt den Begriff Risiko im privaten und öffentlichen Sektor. Fallbeispiele aus industrieller Fertigung und Hochwasserschutz beleuchten die Unterschiede in der Herangehensweise.

Martin Gocht

Kapitel 7. Bewertungsverfahren

Das Kapitel 7 ist der Vorstellung der wichtigsten Bewertungsverfahren gewidmet: Nutzen-Kosten-Analyse, Kostenvergleichsrechnung, Kosten-Wirksamkeitsanalyse und Multikriterielle Analyse.

Martin Gocht

Kapitel 1. Einführung

Die Einleitung gliedert unterschiedliche Aufgabenbereich der Wasserwirtschaft in einen durch Quantität, Qualität und Struktur definierten Rahmen.

Martin Gocht

Kapitel 3. Projektwirkungen

Das Kapitel 3 schafft einen klaren Überblick über die Wirkungen von Projekten und definiert Kostenbegriffe.

Martin Gocht

Kapitel 1. Digitale Technologien verändern den Wettbewerb

Wenn wir vom Internet der Dinge und von Künstlicher Intelligenz als Game Changer sprechen, so meinen wir damit, dass gegenwärtig digitale Technologien die Spielregeln des Wettbewerbs grundlegend verändern. Diesen „Game-Changer-Effekt“ verdeutlichen wir zunächst anhand einiger Beispiele. Anschließend erläutern wir die Begriffe Internet of Things (IoT) und Künstliche Intelligenz (KI) und ihre Technologien. Die Märkte für IoT und KI wachsen weiterhin stark. Wir skizzieren wichtige industrielle Anwendungsgebiete von IoT und KI und gehen auf die Unterschiede zwischen B2C- und B2B-Geschäften ein. Am Ende des Kapitels fassen wir Fragen zusammen, die sich einem Unternehmen beim Start von IoT- und KI-Initiativen stellen.

Timothy Kaufmann, Hans-Gerd Servatius

Warum automatische Verfahren bei der Detektion von Hate Speech nur die halbe Miete sind

In diesem Kapitel wird die diskursive Aushandlung des Phänomens Hate Speech aufgezeigt. Zwar gibt es eine eindeutige Definition, die die verbale Gewalt und die diskriminierende Dimension hervorhebt. Ein Blick in Soziale Medien zeigt jedoch, dass diskriminierende, hetzerische Äußerungen von ihren Urheber*innen als Kritik oder Ausagieren von Meinungsfreiheit ausgewiesen werden. Solche metakommunikativen Rahmungen könnten die Identifizierung von HateSpeech ebenso erschweren wie die Tatsache, dass menschenverachtendes, diskriminierendes Potenzial nicht notwendigerweise auf der sprachlichen Oberfläche sichtbar wird. Darüber hinaus muss auch beachtet werden, dass es Äußerungen gibt, die anhand ihres expliziten sprachlichen Materials den Anschein erwecken Hate Speech zu sein. De facto handelt es sich aber um von allen Interagierenden akzeptierte Formen der Ingroup-Kommunikation. An Fallbeispielen wird veranschaulicht, wie die qualitative Analyse in solchen Fällen für Klarheit sorgen kann, und weshalb sie – dafür wird plädiert – zusätzlich zur automatischen Detektion von Hate Speech durchzuführen ist.

Konstanze Marx

5. Geotechnische und hydrogeologische Grundlagen

Die geotechnischen und hydrogeologischen Gegebenheiten einer Region bestimmen maßgebend die Auswirkungen von Hochwasserereignissen. Der Boden speichert Hochwasserabflüsse, ist das Transportmedium für Grundwasser und kann gleichzeitig Baustoff für den baulichen Hochwasserschutz sein. Die jeweilige Wechselwirkung zwischen Hochwasser und Boden kann nur anhand einer sicheren Beurteilung der anstehenden Bodenarten und ihrer bodenmechanischen und hydrogeologischen Eigenschaften bewertet werden.

Kerstin Lesny

3. Hydrologische Grundlagen

Hochwasser entsteht, wenn die Speicherkapazität des Bodens aufgrund lang anhaltender Niederschläge erschöpft ist (Sättigungsflächenabfluss, Dunnescher Oberflächenabfluss (s. Dunne et al. 1975) oder wenn die Infiltrationskapazität deutlich geringer als die Niederschlagsintensität ist (Hortonscher Oberflächenabfluss; s. Horton 1933)

Markus Disse

1. Einführung in die Thematik

Das vorliegende Handbuch enthält Hinweise und Informationen zur Entstehung und zu den Auswirkungen von Hochwasser und zum Schutz vor Hochwasserschäden. Die einzelnen Kapitel behandeln Themengebiete, die in vielen Fällen bei der praktischen Planung des Hochwasserschutzes von Bedeutung sind. Das schließt nicht aus, dass einiges nur kurz behandelt werden konnte und daher vielleicht im Einzelfall nicht zur Lösung spezieller Fragen beitragen kann.

Heinz Patt, Robert Jüpner

12. Rechtliche Grundlagen des Hochwasserschutzes

Die rechtlichen Grundlagen des Hochwasserschutzes sind in zahlreichen Gesetzen und untergesetzlichen Normen verankert. Gerade die vorfindliche Bebauung in städtischen Gebieten bereitet vielfältige Probleme. Der Gesetzgeber hat dies erkannt und vor geraumer Zeit die raumordnerischen und bauplanerischen Instrumente fortgeschrieben, um durch eine vorausschauende räumliche Planung den vorbeugenden Hochwasserschutz zu verbessern. Zudem hat er 2017 durch das Hochwasserschutzgesetz II den Versuch unternommen, die rechtlichen Vorgaben für den Hochwasserschutz nochmals zu verbessern.

Klaus-D. Fröhlich

11. Versicherung von Hochwasserschäden

Überschwemmungsereignisse haben in den letzten Jahrzehnten überall auf der Erde sowohl an Häufigkeit als auch an Intensität dramatisch zugenommen. Schäden haben zum Teil ganz neue Dimensionen erreicht. Dies stellt Regierungen, betroffene Menschen und die Versicherungswirtschaft auf nationaler und globaler Ebene vor immer größere Herausforderungen. Rund 40 Prozent aller gemeldeten Schadenereignisse und knapp ein Viertel der gesamtwirtschaftlichen Schäden sind weltweit auf die Folgen von hydrologischen Ereignissen (Überschwemmungen) zurückzuführen. Etwa die Hälfte aller bei Naturkatastrophen getöteten Menschen starb (im Zeitraum 1980 bis 2018) durch Wasser.

Wolfgang Kron

9. Ökologische Aspekte beim Hochwasserschutz

Unter Landschaftspflege versteht man die Gesamtheit aller Maßnahmen zur Sicherung, Verbesserung und Wiederherstellung der nachhaltigen Nutzungsfähigkeit der Naturgüter sowie der Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft. Zu den wichtigsten Naturgüter in unserer Landschaft zählen zweifelsfrei die Fließgewässer mit ihren Auen. Diese Lebensadern unserer Landschaften wurden insbesondere in urbanen Gebieten oft sicherheits- und nutzungsorientiert zu naturfernen Gerinnen umgestaltet, die ihre ureigensten Funktionen nicht mehr oder nur noch ungenügend erfüllen können.Bei allen wasserbaulichen Maßnahmen zum Hochwasserschutz darf daher die Erhaltung bzw. Verbesserung des ökologischen Zustands der Fließgewässer und Auen nicht vergessen werden. Dies gilt nicht nur für Maßnahmen in der freien Landschaft, sondern auch in städtischen Bereichen. Besondere Bedeutung haben dabei der Wasserrückhalt im Einzugsgebiet und die Abflussleistung naturnaher Gerinnestrecken. Um die Vorteile naturnaher Gestaltungen bei der Planung des Hochwasserschutzes bewerten und umsetzen zu können, ist das Wissen und das Verständnis um die ökologischen Funktionen natürlicher Fließgewässer und Auen unerlässlich.

Peter Jürging†, Walter Binder, Heinz Patt

2. Vom Hochwasserschutz zum Hochwasserrisikomanagement

Während lange Zeit ein „Hochwasserschutzversprechen“ mit einem Schwerpunkt auf den Bau technischer Hochwasserschutzeinrichtungen versucht wurde umzusetzen, hat sich mit Einführung der Europäischen Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie im Jahr 2007 ein Paradigmenwechsel hin zur Hochwasservorsorge und einem integrierten Hochwasserrisikomanagement vollzogen. Es ist zu erwarten, dass zukünftig weitere Entwicklungen, z. B. Resilienzansätze den Umgang mit der Hochwassergefahr prägen werden.

Uwe Müller, Robert Jüpner

8. Technischer Hochwasserschutz

Ein wesentliches Element des Hochwasserschutzes ist der Technische Hochwasserschutz. Damit sind alle technischen und strategischen Maßnahmen gemeint, die Hochwasserschäden vermeiden oder zumindest minimieren. Dies sind u. a. Maßnahmen zur Reduzierung der Abflussspitzen und der daraus resultierenden hohen Wasserstände, die Planung und der Bau von Deichen, Hochwasserschutzwänden und anderen Schutzanlagen. Hierbei werden oberflächlich abfließendes Wasser (Oberflächenwasser), unterirdisches Wasser (u. a. Grundwasser) und das Wasser im Abwasserkanalnetz berücksichtigt.

Robert Jüpner, Kerstin Lesny, Heinz Patt, Gebhard Weiß

Kapitel 3. Einflussfaktoren auf landschaftliche Resilienz

In Kap. 3 werden mögliche Einflussfaktoren auf das Bedingungsgefüge landschaftlicher Resilienz hergeleitet und diskutiert. Dabei wird davon ausgegangen, dass Resilienz nicht aus einem Entweder-oder, sondern aus einer Vernetzung verschiedener Faktoren zu einem möglichst großen „Sicherungsnetz“ erwächst und jeder der im Kapitel eingeführten sechs Einflussfaktoren deshalb über einen Antagonismus verfügt. Es gilt, eine landschaftsspezifisch ausgewogene Balance zwischen den Polen zu finden. Auf dieser Basis unterscheidet der Modellansatz im Ergebnis drei Prinzipien landschaftlicher Resilienz. Während die Einflussfaktoren im Modellansatz sowohl auf der physisch-materiellen Ebene als auch auf der Akteurs- und Handlungsebene der Landschaft zu finden sind, begünstigen Katalysatoren allein auf der Handlungsebene die Ausprägung landschaftlicher Resilienz.

Catrin Schmidt

Kapitel 2. Ebenen landschaftlicher Resilienz

Im zweiten Kapitel werden die Ebenen landschaftlicher Resilienz vorgestellt und erläutert: Die gegebene Resilienz umschreibt die natürlichen Ausgangsbedingungen einer Landschaft. Die erworbene Resilienz stellt das Ergebnis des gesellschaftlichen Umgangs mit den Ausgangsbedingungen und dem Landschaftswandel dar. Fallbeispiele wie die borealen Waldlandschaften Westkanadas oder Rifflandschaften des Roten Meeres und der Karibik zeigen, dass die gegenwärtige Ballung unterschiedlicher Störfaktoren das Risiko einer Überschreitung des Tipping Points wachsen lässt. Fallbeispiele wie die ariden Agrarlandschaften Mesopotamiens und des Niltales sowie die Osterinsel verdeutlichen im Gegenzug, wie gravierend die Konsequenzen einer solchen Überschreitung sind.

Catrin Schmidt

Kapitel 1. Ausgangspunkte

Der Begriff der Resilienz ist in ganz verschiedenen Fachdisziplinen gebräuchlich. Beginnen wir deshalb mit einer zielbezogenen Auswertung der aktuellen wissenschaftlichen Literatur und einer einführenden Klärung maßgeblicher Fachbegriffe im vorliegenden Buch. Landschaften weisen das Spezifikum auf, höchst dynamisch zu sein. Drei Fallbeispiele sollen vor diesem Hintergrund den adaptiven Zyklus nach Holling et al. (2002) veranschaulichen und zugleich der Frage nachspüren, wann überhaupt von einer landschaftlichen Resilienz gesprochen werden kann. Im Ergebnis werden Kriterien abgeleitet, die Grundlage der weiteren landschaftlichen Erkundungen sind.

Catrin Schmidt

Kapitel 1. Einführung

Die Produktion der Prozessindustrie ist in vielen Fällen mit Gefahren verbunden. Diese können physikalischer oder chemischer Natur sein. Physikalische Gefahren erwachsen aus Betriebsbedingungen, die extrem sein können, wie hohe oder niedrige Drücke oder hohe oder niedrige Temperaturen. Chemische Gefahren sind Folge der Eigenschaften der gehandhabten Stoffe. Sie können entzündbar, explosibel oder toxisch sein oder durch spontane Umwandlungsprozesse Energie freisetzen. Allerdings ist es gerade die Notwendigkeit, Stoffe in einen reaktionsfreudigen Zustand zu versetzen, damit die gewünschten Produkte erzeugt werden können, welche zu Gefahren führen kann.

Ulrich Hauptmanns

Kapitel 9. Anlagentechnische Untersuchungen

Eine Prozessanlage funktioniert bestimmungsgemäß, wenn die Stoffumschließung (Rohrleitungen, Apparategehäuse, Behälter etc.) intakt ist und alle Parameter, die ihren Zustand charakterisieren, wie Temperaturen, Massenströme, Drücke, Konzentrationen usw. innerhalb der Toleranzbereiche der Auslegung liegen. Voraussetzung ist dabei natürlich eine richtige Auslegung der Anlage, deren Grundlagen in den vorangehenden Kapiteln behandelt wurden. Hinzuweisen ist darauf, dass sich die genannten Toleranzbereiche mit unterschiedlichen Betriebszuständen wie Anfahren, Abfahren, Vollast oder Teillast verändern.

Ulrich Hauptmanns

Kapitel 6. Erkenntnisse und Schlussfolgerungen

In der Governance-Literatur findet man oft die implizite Annahme, dass politische Akteure an der Lösung eines politischen Problems interessiert sind und Akteure sich hinsichtlich des zu lösenden Problems rational verhalten. Hierzu gehört auch eine idealtypische Annahme vom Prozessverlauf. In einer idealtypischen Welt wäre davon auszugehen, dass vor der Entwicklung einer Anpassungsstrategie die Absicht eines zentralen Akteurs – in der Regel die Regierung – bestünde, eine Klimaanpassungsstrategie überhaupt entwickeln zu wollen.

Veit Ebermann

Kapitel 2. Entwicklung von Klimaanpassungsstrategien

Die Entwicklung von staatlichen Klimaanpassungsstrategien wurde durch Aktivitäten auf internationaler Ebene vorangetrieben und geprägt. Bereits Mitte der 1980er-Jahre verabschiedeten die Vereinten Nationen das erste internationale Abkommen zum Schutz der Erdatmosphäre. Mit der Wiener Konvention zum Schutz der Ozonschicht reagierte die Völkergemeinschaft auf den Abbau von dreiwertigem Sauerstoff (Ozon) in der Stratosphäre aufgrund des globalen Ausstoßes von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) und Halonen, welche weltweit in Kühlschränken, Spraydosen, Dämmstoffen oder Feuerlöschern eingesetzt wurden.

Veit Ebermann

Kapitel 5. Fallstudie Niedersachsen

Im August 2002 gab es im Einzugsgebiet der Elbe starke Regenfälle in kurz aufeinanderfolgenden Niederschlagsperioden. Vom 11. bis 13. August fiel in einigen Gebieten zwei bis dreimal so viel Regen wie im langjährigen Mittel des Monats August. Diese Niederschläge waren durch eine seltene Vb-Wetterlage verursacht, die in Mitteleuropa bereits zu mehreren Hochwasserereignissen geführt hatte.

Veit Ebermann

Chapter 5. Empirical Analysis II: On the Emergence of Cooperation

In this chapter, I follow Mill’s method of difference, which states that the dependent variables in the studied cases show a difference, different stages of cooperation, and are explained by the differing explaining variable across the otherwise similar cases—the reason why the approach is also called “the most similar research design” (Bennet, Case study methods: design, use, and comparative advantages. In: Sprinz DF, Wolinsky-Nahmias Y (eds) Models, numbers, and cases: methods for studying international relations. University of Michigan Press, Michigan, p. 31, 2004).The chapter starts with a thorough description of the explaining factors’ power to start off cooperation in a CPR problem setting within the context of each case study: a strong perception of the environmental problem’s severeness, actors’ participation in forums, and actors’ shared beliefs. Through the case comparison, I draw the conclusion that actors’ high problem perception contributes to the formation of cooperation, while their participation in forums fosters their cooperation in the management of a surface water pollution in the Rhine basin.The first subchapter presents the ERGM results for each case. The following subchapters discuss the explaining factors in light of the case studies’ contexts to illuminate the explaining factors’ influence on cooperation.

Laura Mae Jacqueline Herzog

Kapitel 13. Anhang: Verordnungen und Gesetzestexte

Bauleistungen sind Arbeiten jeder Art, durch die eine bauliche Anlage hergestellt, instand gehalten, geändert oder beseitigt wird.

Wolfgang Rösel, Antonius Busch, Bernd Rode

Kapitel 9. Versicherungen

Versicherungen sollen den Versicherten vor den Schadensfolgen von Risiken schützen, die er während des Planens und/oder des Ausführens eines Bauwerks zu tragen hat. Man unterscheidet allgemein zwischen sog. Sachversicherungen und Haftpflichtversicherungen. Die sog. Sachversicherungen schützen vor Risiken, die auf die versicherte Sache einwirken (Gefahrendeckung).

Wolfgang Rösel, Antonius Busch, Bernd Rode

Die Bedeutung von Entscheidungsunterstützungstools zur Bewältigung komplexer Problemlagen der Stadtentwicklung – Beispiel Klimaanpassung

Die deutschen Großstädte boomen, seit Mitte der 2000er Jahre verzeichnen die meisten von ihnen wieder positive Bevölkerungszuwachsraten; Unternehmen siedeln sich vermehrt in den Ballungsgebieten an und immer mehr Menschen pendeln zum Arbeiten in die Städte. Doch damit einher gehen Probleme wie Wohnungsmangel, Zunahme des Individualverkehrs und Umweltprobleme z.B. in Form schlechterer Luftqualität. Mit ganz anderen Problemen wiederum kämpfen die schrumpfenden Städte in Deutschland.

Mandy Mager, Erik Höhne

3. Besondere Regelungen im deutschen Transport- und Lagerrecht

Der Gesetzgeber des HGB hat den Frachtvertrag (§§ 407–450 HGB) in den Mittelpunkt seiner Überlegungen bei der Neuordnung des Transportrechts gestellt. Auch bei Nichtfrachtverträgen wird deshalb immer wieder auf das Frachtrecht Bezug genommen, insbesondere auf die Obhutshaftung des Frachtführers. Im Folgenden sollen dargestellt werden:

Thomas Wieske

Kapitel 3. Stromerzeugung und -speicherung

Elektrizität oder umgangssprachlich „Strom“ ist ein wichtiger Endenergieträger, dessen Bedeutung mit Fortschreiten der Energiewende weiter zunehmen wird. Wie wird der elektrische Strom gewonnen? Für die Bereitstellung von elektrischer Energie sind einige Umwege zu gehen, da die Energieformen nicht beliebig ineinander umwandelbar sind. So wird in einem Kohle- oder Gaskraftwerk aus der im Brennstoff gebundenen chemischen Energie über den Umweg der thermischen Energie zunächst mechanische und dann im Generator elektrische Energie gewonnen. Dieser klassische Kraftwerksprozess und seine klimaschädigenden Folgen sollen zu Beginn dieses Kapitels ausführlich beschrieben werden. In Kernkraftwerken macht man sich Kernbindungskräfte durch Kernspaltung oder -fusion zunutze, um thermische Energie und daraus mit einem konventionellen Kraftwerksprozess elektrische Energie zu gewinnen. Trotz erprobter Kraftwerkstechnik und hoher Sicherheitsstandards besteht jedoch ein Restrisiko für große Unfälle, wie zuletzt die Katastrophe von Fukushima belegt. Gibt es eine sichere nukleare Energieerzeugung? Löst die Kernfusion unsere Energie- und Klimaprobleme? Mit diesen Fragen beschäftigt sich dieses Kapitel ebenso wie mit der nach dem Verbleib des Atommülls.Regenerative Energien wie Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Biogas sind ebenso Ausgangspunkt von Energiewandlungsketten, die zu Elektrizität führen: aus Solarenergie gewinnen Photovoltaik-Anlagen die Elektrizität direkt und solarthermische Kraftwerke (CSP) über den Umweg thermischer Energie. Windenergieanlagen nutzen die kinetische Energie des Windes, Wasserkraftwerke die kinetische oder potenzielle Energie von Wasser.Auch aus Biomasse und Biogas wird über den Zwischenschritt der Verbrennung elektrische Energie gewonnen, im Gegensatz zu den mit fossilen Brennstoffen betriebenen Kraftwerken aber CO2-neutral. Bei Geothermie-Kraftwerken wird die thermische Energie zum Antrieb des Kraftwerksprozesses nicht durch Verbrennung gewonnen, sondern den Tiefen des Untergrunds entnommen.Die Brennstoffzelle wandelt die chemische Energie von Wasserstoff, Methan oder Methanol durch eine sog. kalte Verbrennung mit Luftsauerstoff direkt in elektrische Energie um. Diese Technologie könnte in einem zukünftigen Energiesystem große Bedeutung erlangen. Die Elektrischen Energiespeicher beenden das Kapitel. Der wachsende Anteil erneuerbarer Energien wird den Bedarf an Energiespeichern innerhalb der Systeme zur Strom- und Wärmebereitstellung aufgrund des volatilen bzw. saisonalen Angebots zukünftig erheblich erhöhen. Energiespeicher sind keine Energiewandler, die aus einer Form von Primärenergie (fossil, nuklear oder regenerativ) Endenergie erzeugen. Die Aufgabe von elektrischen Energiespeichern besteht vielmehr darin, bereits erzeugten, aber nicht benötigten Strom zu lagern, bis wieder ein Bedarf entsteht. Die Speicherung der elektrischen Energie kann direkt in Kondensatoren oder Spulen und indirekt als chemische Energie in Batterien und Akkumulatoren sowie als mechanische Energie in Schwungradspeichern erfolgen. Die in der Diskussion stehenden Power-to-X-Technologien schließen diesen Abschnitt ab.

Thomas Schabbach, Viktor Wesselak

Kapitel 7. Moden in der Hip-Hop-Szene

Im Folgenden sollen nun die bereits dargelegten Kernkategorien der szene-internen Struktur sowie des szenespezifischen Produktkonsums in Zusammenschau betrachtet und verknüpft werden, um daraus die Kerneigenschaften eines Modephänomens im Kontext der Hip-Hop-Szene abzuleiten und diese in einem übergreifenden Modell abzubilden und ins Verhältnis zu setzen. Hierzu sollen zunächst relevante Ausgangspunkte dargestellt werden, aus denen Modetendenzen in der Hip-Hop-Szene erwachsen können. Daran anknüpfend sollen die verschiedenen Wirkungsebenen szenespezifischer Moden aufgezeigt werden, da eben diese sich entlang der szene-internen Struktur entwickeln und somit die Grundlage für die Beschreibung eines für die Hip-Hop-Szene spezifischen Modephänomens bilden.

Marco Krause

3. Water

Water. H2O, is probably the best-known chemical formula there is. It is also known as hydrogen monoxide or oxygen dihydride. It is one of the most abundant substances on the planet; much of the Earth’s surface is covered with it. A view of the Earth from space, centered on the Pacific Ocean, shows almost no land at all, and the view showing the most land possible still has slightly more sea than land visible.

Jan Kozák, Roger M. W. Musson

Kapitel 9. Funktionen

Funktionen

Franz W. Peren

Kapitel 11. Hangaquatische Prozesse und Reliefformung – Bodenerosion durch Wasser

Unter hangaquatischen Prozessen werden die Vorgänge des Materialabtrags und -transportes sowie der Materialdeposition durch Wasser auf Hängen verstanden. Sie werden durch die Energie des Aufpralls der Regentropfen und den Oberflächenabfluss verursacht. Die Prozessgruppe setzt sich aus mehreren Teilprozessen zusammen. Sie gliedern sich in die Spritzwassererosion, flächenhafte Interrillenerosion, lineare Rillen- und Rinnenerosion sowie die lineare Graben- und Tunnelerosion. Hangaquatische Prozesse liegen vor, wenn keine anthropogenen Einflüsse auf das Hangsystem erfolgt sind, d.h. ein natürlicher Vorgang (natürlich-hangaquatisch) stattfindet. Wenn Eingriffe des wirtschaftenden Menschen in das Hangsystem in Form einer anthropogenen Landnutzung erfolgen, z. B. durch Entwaldung und Getreideanbau, wird diese Prozessgruppe als Bodenerosion durch Wasser bezeichnet. Gegenüber unbeeinflussten Bedingungen können durch diese Eingriffe die Prozessraten um mehrere Größenordnungen gesteigert werden und zur völligen Degradation und Zerstörung der Bodendecke führen.

Richard Dikau, Katharina Eibisch, Jana Eichel, Karoline Meßenzehl, Manuela Schlummer-Held

Kapitel 18. Biogeomorphologie

Die Biogeomorphologie ist eine Disziplin an der Schnittstelle von Geomorphologie, Biologie und Ökologie. Sie untersucht Rückkopplungen zwischen geomorphologischen Prozessen und Formen auf der einen und Lebewesen sowie ökologischen und evolutionären Prozessen auf der anderen Seite. Biogeomorphologische Prozesse sind empirisch beobachtbare Prozesse in der Relief- und Biosphäre, die aus Rückkopplungen zwischen geomorphologischen Prozessen, z.B. Wasserflüssen, und biologischen Prozessen, z.B. Wurzelwachstum, resultieren. Biogeomorphologische Prozesse werden durch Ökosystemingenieure ermöglicht, welche sich nur unter bestimmten Umweltbedingungen ansiedeln können. Damit treten biogeomorphologische Prozesse unter spezifischen Gegebenheiten auf und verändern sich in Zeit und Raum im Rahmen einer biogeomorphologischen Sukzession. Sie wurden bisher insbesondere in Flüssen und Talauen, an Küsten und auf Küstendünen und auf Hängen von Moränen beobachtet.

Richard Dikau, Katharina Eibisch, Jana Eichel, Karoline Meßenzehl, Manuela Schlummer-Held

Kapitel 19. Historische Bodenerosion, Sedimentspeicherung und ihre Bedeutung im Kohlenstoffkreislauf

In Abhängigkeit von den lokalen natürlichen Begebenheiten, landwirtschaftlichen Nutzungssystemen und der lokalen Siedlungsdynamik unterlagen Hangsysteme in Mitteleuropa in den vergangenen Jahrtausenden einer mehr oder weniger intensiven land- und forstwirtschaftlichen Nutzung. Die schrittweise Umwandlung der natürlichen Waldsysteme in landwirtschaftliche Nutzflächen führte zu Bodenabtrags-, -transport- und -akkumulationsprozessen in den Hang- und Flusssystemen, die heute in gekappten Bodenprofilen, Waldrandstufen, Kolluvien und Auenlehmdecken in den Talauen der Flüsse sichtbar sind. Der Prozess der Bodenerosion hat sich seit Beginn der Landnutzung vor 7500 Jahren intensiviert. In diesem Zeitraum wechselten sich Phasen mit steigenden und abnehmenden Erosionsraten aufgrund der Variabilität der zwei externen Einflussfaktoren des Klimas und des Menschen ab. Maßgeblich war dabei die komplizierte Rückkopplung zwischen Bevölkerungsdynamik, Landnutzungssystemen, Bodenbearbeitungstechniken und Kulturfruchtarten in Kombination mit der Intensität, Menge und dem Auftrittszeitpunkt der Niederschläge sowie der Temperatur.

Richard Dikau, Katharina Eibisch, Jana Eichel, Karoline Meßenzehl, Manuela Schlummer-Held

Kapitel 16. Lösungsprozesse und Reliefformung

Mit dem Begriff Karst werden geomorphologische Systeme beschrieben, die aus speziellen Reliefformtypen, Höhlen und einem ausgeprägten unterirdischen Wasserkörper bestehen. Diese Phänomene sind auf stark lösliche Festgesteine zurückzuführen, wie Kalkstein, Marmor oder Gips. Das in karbonatischen Gesteinen entwickelte Karstwasser versorgt ca. 20–25 % der Weltbevölkerung mit Grundwasser, was seine hohe Bedeutung für die menschlichen Gesellschaften hervorhebt. Der Karst ist ein offenes System, das in ein hydrogeologisches und ein geomorphologisches Teilsystem untergliedert wird. Die Karstphänomene sind ein Produkt ihrer gekoppelten Prozesse und Eigenschaften. Neben der Löslichkeit der Karstgesteine bilden ihre Lithologie und Struktur sowie ihr Trennflächengefüge (sekundäre Porosität) eine Voraussetzung für die Karstgenese. Das unterirdische Karstwassersystem und seine Fähigkeit, die strukturell verursachten Wasserwege des Festgesteins in ein Hohlraumsystem unterschiedlicher Raumskalen zu transformieren (tertiäre Porosität) stellen den Motor des Karstsystems dar. Reliefformgenese an der Erdoberfläche und unterirdisches Hohlraumsystem erfahren eine gekoppelte Genese, die in dieser Form nur in Karstsystemen auftritt.

Richard Dikau, Katharina Eibisch, Jana Eichel, Karoline Meßenzehl, Manuela Schlummer-Held

Kapitel 12. Fluviale Prozesse und Reliefformung

Fluviale Prozesse und Formen umfassen geomorphologische Phänomene, die durch Fließgewässer hervorgerufen werden. Sie bilden eine Gruppe von Wasserläufen, die ständig oder zeitweise fließendes Wasser führen. Dafür werden auch die Begriffe Fluss, Strom oder Bach verwendet. Im fluvialen System erfolgt eine Umwandlung der potenziellen Energie der Solarstrahlung und der Gravitation in die kinetische Energie der Bewegung und Wärme. Der Charakter von fluvialen Systemen der Erde ist äußerst vielfältig. Er wird in hohem Maße durch die klimatische Situation bestimmt und entwickelt sich entlang der Gradienten von Niederschlag, Temperatur, Höhe und Saisonalität. Ungeachtet dieser hohen Variabilität bilden die fluvialen Systeme für den terrestrischen Sedimenttransport in die Ozeane das effektivste geomorphologische System. Durch fluviale Systeme erfolgen schätzungsweise 85–90 % der heutigen Sedimentflüsse von den Kontinenten in die Ozeane. Fluviale Prozesse erzeugen charakteristische Reliefformen. Das Tal bildet eine zentrale und weit verbreitete fluviale Erosionsform. Es ist gleichzeitig eine Reliefform, die hohe Magnituden der fluvialen Sedimente der Kontinente speichern kann.

Richard Dikau, Katharina Eibisch, Jana Eichel, Karoline Meßenzehl, Manuela Schlummer-Held

7. Entscheidungen und Beeinflussungen

In diesem Kapitel werden die vielfältigen Faktoren vorgestellt, die unsere Entscheidungen maßgeblich beeinflussen. Es wird umfassend beschrieben, warum wir uns im wahrsten Sinne des Wortes oft irrational verhalten und warum es so schwierig ist, dies selbst zu erkennen. Der Bogen wird dabei von der Dissonanztheorie, über unterschiedliche Heuristiken bis hin zum Barnum-Effekt gespannt.

Harald Kindermann

Kapitel 39. Towards Smart Water – Die Zukunft der deutschen Wasserwirtschaft in einer vernetzten Welt

Als Teil der Daseinsvorsorge sind die sichere Bereitstellung von Trinkwasser mit höchster Qualität und die schonende Entsorgung von Abwasser oberstes Ziel der deutschen Wasserwirtschaft. In diesem Kapitel werden nach einer einleitenden Vorstellung des deutschen Wassersektors die großen Herausforderungen der Zukunft dargestellt. Wie die Digitalisierung zur Lösung dieser Herausforderungen beitragen kann, wird im Anschluss beispielhaft an einigen Themenkomplexen erläutert. Ziel ist es, dem Leser ein Grundverständnis vom deutschen Wassersektor sowie von den drängenden Herausforderungen zu vermitteln und eine Anzahl von Chancen wie auch Risiken von „smarten“ Anwendungen darzustellen.

Hagimar von Ditfurth

Kapitel 35. Stadtwerke im Wandel – was das Internet der Bienen mit Smart City zu tun hat

Kommunale Unternehmen im Allgemeinen und Stadtwerke im Besonderen sind ein elementarer Partner, wenn es um die Gestaltung der lokalen Welt geht. Fast immer tragen sie die Verantwortung für die kommunale Infrastruktur. Die Energieversorgung, der öffentliche Nahverkehr, kommunale Gebäude, öffentliche Wege und Plätze, die Entsorgungssysteme, Parkhäuser, Grünanlagen, Straßenbeleuchtung – all das bietet riesigen Gestaltungsspielraum für die Smartness einer Stadt. Selbst Bienen können als Nutzer in der Smart City profitieren, wenn Stadtwerke ihrer kommunalen Verantwortung gerecht werden.

Thorsten Radensleben, Robin Grey

Kapitel 82. Panoramabilder für smarte Städte

CycloMedia bietet seinen Kunden ein digitales Planungsfundament durch lagegenaue, aktuelle und dreidimensionale 360°-Aufnahmen. Objekte, die eine Stadt charakterisieren, wie Straßenbeleuchtung, Verkehrsschilder oder Straßen können auf Grundlage des digitalen Bildmaterials analysiert, inventarisiert und im nächsten Schritt miteinander vernetzt werden. Digitalisieren – Vernetzen – Automatisieren: auf einen kurzen Nenner gebracht ist das der Weg zur smarten und digitalen Stadt, und CycloMedia bietet dazu das „Starter-Kit“. Namhafte deutsche Großstädte haben sich für den Einsatz der CycloMedia-Lösung entschieden, einen digitalen Zwilling aufzubauen, der die Basis für eine innovative Stadtplanung bildet.

Michael Arthen

Kapitel 30. Kommunales Grünflächenmanagement – ein wichtiger Beitrag auf dem Weg zur Smart City

Urbane Grünflächen tragen entscheidend zur grünen Identität und Attraktivität bzw. Lebensqualität einer Kommune bei. Diese Vielfalt zu wahren und einen Beitrag zur nachhaltigen Flächenentwicklung zu liefern, ist sehr wichtig. Die kommunale Pflichtaufgabe eines Grünflächenmanagements wird durch moderne Informations- und Kommunikationstechnologie unterstützt und bietet großes Potenzial, einen wichtigen Beitrag zur Smart City zu leisten. Chancen und Mehrwerte liegen z.B. bei der Gestaltung des Wohnumfeldes, im Bürgerdialog sowie im Bereich Energie und Klima bei freier Verfügbarkeit der Daten.

Roland Hachmann

„Keeping is not safe“

Zur kulturellen Bedeutung von Saatenbanken am Beispiel von Ruth Ozekis All Over Creation und Margaret Atwoods The Year of the Flood

In Anwesenheit des norwegischen Staatspräsidenten sowie internationaler Repräsentanten und Pressevertreter wurde im Februar 2008 im Norden Norwegens, auf der Insel Spitzbergen, der Svalbard Global Seed Vault eröffnet, die größte von 1400 Saatenbanken weltweit. 130 m über dem Meeresspiegel und tief im Permafrost gelegen, sollen die dort gespeicherten Saaten bei einer konstanten Temperatur von -18 Grad Celsius vor natürlichen wie gesellschaftlichen Katastrophen geschützt sein, vor den Folgen der globalen Erderwärmung, vor nuklearem Fallout, vor einer nicht aufhaltbaren Ausbreitung von Schädlingen und Krankheitserregern. 2016 lagerten dort 5103 Pflanzenarten und 865.000 Samenproben, 2018 waren es bereits eine Million Samenproben, und zwar allesamt Duplikate von Saaten, die in den Herkunftsländern ebenfalls gelagert werden müssen.

Christa Grewe-Volpp

6. Ressourcen- und Terminplanung für Windenergieprojekte – Ein vereinfachter Prozessüberblick

Das umfangreiche und vielfältige Thema Ressourcen- und Terminplanung für Windenergieprojekte soll dem Leser am Beispiel einer idealtypischen Planung und Durchführung eines Windparkprojektes vereinfacht dargestellt und in seiner Vielfältigkeit aufgeführt werden. Nach einleitenden Bemerkungen zu den Projektablaufprozessen werden ein üblicher Projektverlauf über alle typischen Themenfelder des Projektmanagements und deren wechselseitigen Beziehungen und Wirkungen auf die Gesamtplanung des Projektes aufgezeigt. Dabei werden die wichtigsten Beteiligten und deren Interaktionen zueinander aufgeführt. Weiter werden einzelne Aspekte der typischen Phasen betrachtet und eine möglichst realistische Dauer der Abläufe dargestellt. Für alle Phasen werden dem Leser die typischen Arbeitsschritte und Abfolgen vorgeschlagen.

Günter Laubinger

Kapitel 5. Regulatorische Auswirkungen

Sowohl bei Aufsichtsbehörden als auch in der Privatwirtschaft ist das Thema ‚Klimawandel‘ lange Zeit vernachlässigt worden. So gibt es im Bankensektor hinsichtlich der Geschäftsmodelle und des Risikomanagements zahlreiche neue Herausforderungen durch das Auftreten von Klimarisiken. Diesen Risiken kann durch einzel- aber auch gesamtwirtschaftlichen Instrumenten begegnet werden.

Joachim Weeber

Kapitel 8. Nichts dem Finanzamt schenken – Steuervorteile kennen und nutzen

Um Geld und Erbschaftsteuer optimal arbeiten zu lassen, um legale steuerminimierende Gestaltungen zu nutzen und um planen zu können, ist steuerliches Grundwissen bares Geld wert. Unter diesem Blickwinkel sind für den Anleger besonders Kenntnisse der Einkommensteuer sowie der Stromsteuer und der Schenkungsteuer unabdingbar.

Philipp Karl Maximilian Lindmayer, Hans-Ulrich Dietz

Sport in Zeiten der Energiewende – Herausforderungen, Chancen und Perspektiven

Der Klimaschutz zählt mit zu den größten globalen Herausforderung unserer Zeit. Daher sind alle gesellschaftlichen Akteure gefordert – auch der organisierte Sport. Auf der einen Seite ist er selbst vom Klimawandel betroffen, insbesondere im Bereich der Natursportarten. Auf der anderen Seite verbraucht auch der Sport eine Menge Energie, vom Sportstättenbau und -betrieb, über den Stadionbesuch bis hin zu den weltweiten Sportgroßveranstaltungen. Der folgende Beitrag skizziert exemplarisch Ansatzpunkte für einen aktiven Klimaschutz im Sport – und damit auch zur dringend erforderlichen Energiewende.

Hans-Joachim Neuerburg, Bianca Quardokus
Bildnachweise