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10.05.2017 | Hochwasser | Kommentar | Onlineartikel

Schadensanalysen an Infrastrukturen

Autor:
Prof. Dr.-Ing. Thomas Naumann

Ein wichtiges Arbeitsfeld im Hochwasserrisikomanagement sind die Schadensanalysen an Infrastrukturen. Diese gilt es weiterzuentwickeln und zu systematisieren. Professor Thomas Naumann kommentiert.

Zu den wesentlichen Teilbereichen des Hochwasserrisikomanagements gehört die Abschätzung zu erwartender Hochwasserwirkungen einschließlich daraus ggf. resultierender Hochwasserschäden im Hinblick auf verschiedene Rezeptoren des urbanen oder ländlichen Raumes. Dabei werden die eingebundenen Experten mit einer schwer überschaubaren Vielfalt an möglichen Konsequenzen in Überflutungsgebieten konfrontiert, die vom Gebäudebestand mit seinem Inventar über beeinträchtigte gewerbliche Wirtschaftsaktivitäten bis hin zu bedrohten Menschenleben, geschädigten Kulturgütern, Schäden in der Land- und Forstwirtschaft oder eben Schäden an Infrastrukturen reichen.

Empfehlung der Redaktion

01.05.2017 | Ausgabe 5 | 2017 | Ausgabe 5/2017

Schadensanalysen an Infrastrukturen — ein wichtiges Arbeitsfeld im Hochwasserrisikomanagement


In der Regel sind unsere Kolleginnen und Kollegen hier gefordert, auf der Grundlage hydraulischer Modellierungsergebnisse die zu erwartenden Hochwasserwirkungen und Hochwasserschäden, jeweils mit Bezug auf unterschiedliche Rezeptoren oder Nutzungsklassen, nachvollziehbar darzustellen und in Schadensabschätzungen zu überführen. Man bedient sich dabei wiederum verschiedenster Werkzeuge, deren Ziele oft in einer Differenzierung der vom Hochwasser betroffenen Nutzungsarten sowie in einer Vereinheitlichung flächenbezogener Schadenskennwerte liegen. Unter diesen Randbedingungen werden dann ereignisspezifische Schadensabschätzungen vorgenommen, die zur Priorisierung sowie auch zur Betrachtung der wirtschaftlichen Angemessenheit von Investitionsentscheidungen im Technischen Hochwasserschutz dienen. Aus zahlreichen Fachdiskussionen ist mir bekannt, dass hier so mancher Kollege mitunter kritisch oder zweifelnd hinterfragt, inwieweit die von ihm genutzten Informationen zu Wirkungsbeziehungen oder Schäden für seinen konkreten Anwendungsfall im Untersuchungsgebiet wirklich tauglich sind. Dies ist nur zu verständlich.

Erkenntnisse weiterentwickeln und systematisieren

Damit erwächst für alle Experten aus Forschung und Ingenieurpraxis die Notwendigkeit, ihre Erkenntnisse zu nutzungsspezifischen Wirkungsmechanismen oder Schadensbeziehungen (weiter) zu entwickeln, zu systematisieren und zu diskutieren, um den Kolleginnen und Kollegen in der praktischen Projektarbeit möglichst fundierte Werkzeuge zur Verfügung zu stellen. Dabei sollte der Grundsatz gelten, dass eine vertiefende Forschungsarbeit bzw. Differenzierung/Typisierung vor allem in solchen Bereichen nötig ist, (i) wo die ingenieurmäßige Wissensbasis noch vertiefende Erkenntnisse benötigt und (ii) wo im Praxisfall vergleichsweise bedeutende Schadenshöhen zu erwarten sind. Im Hinblick auf den Rezeptor der Straßenverkehrsinfrastrukturen (SVIS) erscheinen die beiden benannten Kriterien sicher erfüllt. Insofern ist es erfreulich, dass beginnend mit diesem Heft mehrere Fachbeiträge mit aktuellen Forschungsergebnissen zu Hochwasserschäden an Straßenverkehrsinfrastrukturen veröffentlicht werden. Diese Erkenntnisse sollten dazu beitragen, auch für solche Infrastrukturen in Überflutungsgebieten zukünftig differenzierte ingenieurmäßige Schadensabschätzungen vorzunehmen. Und damit besteht hier eine gute Chance, die praktische Projektarbeit unserer Kolleginnen und Kollegen zu erleichtern.

Lesen Sie den gesamten unter der Überschrift "Schadensanalysen an Infrastrukturen – ein wichtiges Arbeitsfeld im Hochwasserrisikomanagement" erschienenen Kommentar WasserWirtschaft | Ausgabe 05/2017.

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