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23.11.2017 | Holzbau | Im Fokus | Onlineartikel

Roboter für die Holzverarbeitung

Autor:
Christoph Berger

Welche Möglichkeiten und Geschäftsmodelle für kleinere Unternehmen ergeben sich durch den Robotereinsatz in der Holzverarbeitung? An diesen Fragen arbeiten Wissenschaftler an der HNEE in Kooperation mit einem Tischlereiunternehmen.

Das Berliner Tischlereiunternehmen Artis hat der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) eine seit 2012 im Einsatz befindliche Roboterzelle zur Verfügung gestellt. Der Roboterarm hat sieben Gelenke und damit eine recht große Beweglichkeit. Er kann Werkstücke nahezu umgreifend und mit einem Arbeitsvolumen von 150 Kubikmetern bearbeiten. Außerdem ist es möglich, ihn mit unterschiedlichsten Werkzeugen für die Bearbeitung oder Handhabung von Holz zu bestücken – jederzeit sei die Lage oder Ausrichtung des Werkstücks veränderbar, heißt es. Bis zu 200 Kilogramm Tragkraft kann er dazu aufbringen. Die Bedienung des Roboters erfolgt über eine Standard-Industriesoftware. Mit generativer Design-Software könne aber noch mehr Potenzial ausgeschöpft werden. Um die charakteristischen Eigenschaften (re-)konfigurierbarer Produktionssysteme und die Arten von Rekonfigurierbarkeit geht es auch im Kapitel "Konfiguration und Rekonfiguration von Produktionssystemen" des Springer-Fachbuchs "Neue Entwicklungen in der Unternehmensorganisation".

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Das Ziel der Kooperation erklärt Prof. Dr. Klaus Dreiner vom Fachbereich Holzingenieurswesen an der HNEE: "Wir wollen erforschen, welche Möglichkeiten sich damit für die Holzverarbeitung erschließen und welche Geschäftsmodelle, sich daraus auch für kleinere Unternehmen erzielen lassen." Denn: Sowohl für die Wissenschaft als auch die Praxis würden sich durch die Robotik vielfältige Tätigkeitsfelder ergeben. Denkbar seien beispielsweise Projekte, die sich mit der Geometrieerfassung an Bauteilen während der Bearbeitung befassen. Auch die Umsetzung von 3-D-Druck, Bohr-, Schneid-, Fräs- und Schleifarbeiten würden in das Untersuchungsfeld einbezogen, erklärt der Wissenschaftler. Mit der Zelle würden sich unter anderem Holzwerkstoffe und Hartschäume bearbeiten lassen.

Potenziale der Robotik

Die hier angedachte Automatisierung für die Holzverarbeitung ist in anderen Branchen längst bekannt: beispielsweise in der Autoindustrie. Doch Dreiner nennt auch Unterschiede. Er sieht eine mögliche Zukunft in holzbearbeitenden Betrieben, die aufgrund ihrer Größe keine Massenartikel produzieren können und wollen. Er sagt: "Mit Kreativität und Einzigartigkeit können künftig unter Anwendung der Roboterzelle ganz neue Wege beschritten werden." So wirbt beispielsweise auch die in Rehna ansässige Tischlerei Eigenstetter damit, kompliziert geformte Teile aus Holz und Kunststoffen zu fertigen. Dies geschieht unter anderem in einem Roboterfräszentrum, in dem auch sehr große Teile 5-achsig simultan bearbeitet werden können.

Wie relevant das Thema ist und welche Potenziale in der automatisierten Holzverarbeitung stecken, zeigt sich zudem daran, dass beispielsweise die Roboterhersteller ABB, Yaskawa oder Universal Robots eigens Portale für die holzverarbeitenden Unternehmen eingerichtet haben, auf denen die derzeitigen Möglichkeiten vorgestellt werden.

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Industrieroboter

Quelle:
Dubbel

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