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Über dieses Buch

In der 2. vollständig überarbeiteten Auflage des Fachbuches behandeln die Autoren die Vorgehensweise bei der Sanierung im Bestand, weisen auf typische Schädigungen hin und geben konstruktive Hinweise für eine substanzschonende Instandsetzung und Sanierung. Das Werk wurde im Hinblick auf den Wissens- und Kenntnisstand grundlegend aktualisiert und es wurden neue Problemstellungen, wie z. B. Schäden und Instandsetzungen an Hallentragwerken, eingearbeitet.

Der Leser findet nicht nur Hinweise zur Schadenanalyse und Planung einer Sanierungsstrategie an Dach- und Deckenkonstruktionen oder Holzbauverbindungen sondern auch an Fachwerk-, Block-, Umgebindebauten sowie Hallen in Holzbauweise.

Fragen des Holz- und Feuchteschutzes werden ebenso behandelt wie bauphysikalische und statisch-konstruktive Aspekte. Zahlreiche Beispiele zeigen das breite Spektrum der Sanierungsprobleme, mit denen Architekten, Ingenieure und Denkmalpfleger ebenso wie Holzschutzspezialisten und Baupraktiker der verschiedensten Spezialdisziplinen bei der Altbausanierung konfrontiert sind. Holz ist wesentlicher Baustoff der Bausubstanz in Bestandsgebäuden. Die Sanierung des Bestandes erfordert eine werterhaltende Behandlung der Schäden, die oft unzureichend oder fehlerhaft ausgeführt wird.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Die Bautechnik des Holzbaus hat in ihrer langen Entwicklungsgeschichte eine Vielfalt von Konstruktionen hervorgebracht, deren Darstellung im Einzelnen den Rahmen eines solchen Buches sprengen würde. Die Autoren beschränken sich daher auf die wesentlichen Konstruktionsarten, wie Dach- und Deckenkonstruktionen, Fachwerk-, Block- und Umgebindebauten, neue Holzbauweisen sowie Hallenkonstruktionen. Der Begriff „neue Holzbauweisen“ charakterisiert neue Entwicklungen im Holzbau zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als die traditionellen zimmermannsmäßigen Konstruktionsprinzipien im Hinblick auf eine industrielle Verwertung weiterentwickelt wurden. Die für das Verständnis des Buches wichtigen Begriffe findet der Leser im folgenden Text. Weiterhin sei auf weiterführende Literatur zu Fachbegriffen verwiesen. Die Autoren empfehlen außerdem die Fachterminologie für den historischen Holzbau „Fachwerk-Dachwerk“.
Karin Lißner, Wolfgang Rug

2. Holzbau – Eine Geschichte innovativer Bautechnik

Als der altbabylonische König Hammurabi (1728 bis 1686 v. Chr.) vor ca. 3700 Jahren die Verantwortlichkeit der Baumeister für die Sicherheit von Bauwerken durch Gesetz regelte, blickten die Menschen schon auf ca. 5000 Jahre bauliche Tätigkeit zurück, denn mit den Anfängen der Landwirtschaft im Nahen Osten und in Europa war es notwendig, dauerhaftere Bauten zu errichten.
Den Menschen galt der größtenteils regional verfügbare Werkstoff Holz wegen seiner vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten seit jeher als „Materie“ schlechthin. Dabei reicht die traditionelle Verbindung des Menschen zum Baustoff Holz zurück bis in die Anfänge der Schaffung primitiver windschützender Erdhüttenmit Schutzdächern aus Holz, die man auf ca. 40.000 Jahre vor der Zeitrechnung datiert.
Karin Lißner, Wolfgang Rug

3. Historische Konstruktionen und Verbindungen

Seit den Anfängen des Holzbaus wurden die vielfältigsten Verbindungsarten entwickelt und ausgeführt. Schon vor unserer Zeitrechnung entwickelten Zimmerer Holzverbindungen, bei denen Holzstäbe mit gleichen oder verschiedenen Richtungen in Knotenpunkten zusammenstießen. Diese Verbindungen konnten keine nennenswerten Zugkräfte übertragen. Als älteste Verbindung ist die Verblattung bekannt; sie wurde ursprünglich mit Keilen gesichert. Später wurden die unterschiedlichsten Zapfenverbindungen entwickelt, anfangs ebenfalls
verkeilt, dann mit Holznägeln gesichert.
Der traditionelle Zimmermannsholzbau ist durch die Verbindungen geprägt, mit denen Holzstäbe (Balken, Sparren, Pfetten, Schwellen usw. aus Kant- oder Rundhölzern) zum Tragwerk „verbunden“ wurden. Diese Verbindungen waren „Stoßverbindungen“, bei denen die aufzunehmenden Kräfte nur durch Druckkontakt und gegebenenfalls durch Reibung übertragen werden.
Karin Lißner, Wolfgang Rug

4. Schadensanalyse

Gemäß der aktuellen Fassung der Musterbauordnung (MBO § 3(1)) sind bauliche Anlagen so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere Leben, Gesundheit und die natürlichen Lebensgrundlagen nicht gefährdet werden.
Aus baurechtlicher Sicht ist der Eigentümer bestehender Gebäude zur regelmäßigen Prüfung des Erhaltungszustandes seiner baulichen Anlage verpflichtet, unterliegt diese doch, wie jeder technische Gegenstand, einer Abnutzung, die zur Verminderung oder auch zum Verlust der Funktionsfähigkeit führen kann.
Die Abnutzung und die Verminderung der Funktionsfähigkeit kann nur aufgehalten werden, wenn regelmäßig Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden.
Weiterhin wird gefordert, dass auch bei Änderungen und Instandhaltungen an bestehenden Gebäuden die von der obersten Bauaufsichtbehörde durch öffentliche Bekanntmachung der Technischen Baubestimmungen eingeführten technischen Regeln zu beachten sind (MBO § 3 Absatz (3)). Die einzuhaltenden technischen Regeln beinhalten aber nur Bestimmungen für die Errichtung von Neubauten. Dies erscheint unverhältnismäßig, da inzwischen das Bauvolumen im Bereich der Erhaltung, Instandsetzung und Modernisierung der bestehenden Bausubstanz bei mehr als 70 % des Gesamtbauvolumens liegt. In Zukunft wird das Bauen im Bestand, gerade auch unter dem Aspekt der energetischen Verbesserung der Altbausubstanz, weiter an Bedeutung zunehmen.
Karin Lißner, Wolfgang Rug

5. Schadensbewertung

Nach der Schadensaufnahme ist in jedem Fall eine Bewertung der Schädigung im Hinblick auf die Einhaltung baurechtlicher Forderungen vorzunehmen. Durchzuführen ist eine Auswertung der Schadensanalyse, die Aussagen zur Stand- und Funktionssicherheit des Bauwerkes enthält, und es sind Aussagen zur Erhaltungswürdigkeit des Bauteils bzw. Bauwerkes zu treffen.
Grundsätzlich geht es um eine detaillierte Prüfung der Funktions- bzw. Gebrauchsfähigkeit der konstruktiven Bestandteile eines Gebäudes, wie sie in dem Algorithmus in Abb. 5.1 dargestellt ist. Neben der sicheren Lastabtragung, d. h. der Bewertung der Standsicherheit einer Konstruktion, sind die Fragen der Einhaltung weiterer bauordnungsrechtlicher Forderungen auf dem Gebiet des Holz-, Wärme-, Feuchte-, Brand- und Schallschutzes zu analysieren und zu bewerten. Immer wieder kommt es vor, dass sowohl der Bauherr als auch der verantwortliche Architekt glauben, die Arbeitsschritte Schadensanalyse und -bewertung einsparen zu können. Die Folge sind weit höhere Kosten. Erst durch eine fachgerechte Analyse des Bauzustandes ist es möglich, die richtigen Maßnahmen zu erkennen und deren Kostenumfang zu bestimmen.
Karin Lißner, Wolfgang Rug

6. Instandsetzung, Sanierung und nutzergerechte Verbesserung/Ertüchtigung

Um eine fachgerechte Instandsetzung und Sanierung realisieren zu können, ist eine detaillierte Planung durch erfahrene Fachleute unerlässlich. So sind neben differenzierten Kenntnissen zur Prüfung der Sanierungsbedürftigkeit Erfahrungen über rationelle Möglichkeiten zur Reparatur, Instandsetzung und Verstärkung von Konstruktionen für ein konzeptionelles und entscheidungsfreudiges Vorgehen erforderlich. Auch wird eine besondere Sorgfalt und Verantwortung bzw. Fachkenntnis verlangt, geht es doch um die Erhaltung unwiederbringlicher historischer Werte. Ungenügende Fachkenntnisse in der Planung und in der Qualität der Ausführung führen zur massiven Vernichtung historischer Bausubstanz.
Die Sensibilität im Umgang mit den kulturgeschichtlichen Zeugnissen vergangener Epochen erkennt man in der Planung der einzelnen Bauabläufe. Sie zeigt sich aber auch in der organisatorischen Fähigkeit ihrer Realisierung und der Qualität der Bauüberwachung bzw. der ausgeführten Bauarbeiten. Geschuldet wird dem Bauherrn ein mängelfreies Werk, welches sich mit ausreichender Dauerhaftigkeit und Substanzverträglichkeit im vorgegebenen wirtschaftlichen Rahmen bewegt.
Karin Lißner, Wolfgang Rug

7. Verbindungen, Dach- und Deckenkonstruktionen, Fachwerk- und Umgebindebauten, typische Schadbilder, historische Holzbauvorschriften und Normung der Dübel besonderer Bauart

Karin Lißner, Wolfgang Rug

Backmatter

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