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Über dieses Buch

Unternehmensgründungen stellen oftmals die Hoffnungsträger der wirtschaftlichen Entwicklung dar. Sie werden daher in vielen Ländern durch viel faltige wirtschaftspolitische Maßnahmen gefördert, obwohl bekannt ist, dass nicht alle Unternehmensgründungen glei­ chermaßen erfolgreich sind: Ein großer Anteil überlebt die ersten Jahre nicht, und unter den überlebenden Unternehmen sind deutliche und nachhaltige Unterschiede im Erfolg zu ver­ zeichnen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, was wesentliche Einflussfaktoren für den Erfolg von Unternehmensgründungen sind. Eine nahe liegende Vermutung ist, dass die Qualifikation von Gründern einen entscheidenden Einfluss haben könnte, da sie dadurch in die Lage versetzt werden, die anstehenden Probleme und Entscheidungen einer Unterneh­ mensgründung besser, schneller oder zuverlässiger zu bewältigen. Eine Vielzahl von Studien hat sich deshalb auch mit dieser Frage beschäftigt. Allerdings sind die empirischen Befunde bisher eher uneindeutig und oft theoretisch schwach fundiert oder eklektisch argumentierend. Vor diesem Hintergrund hat sich Petra Moog das Ziel gesetzt, nicht nur eine weitere empiri­ sche Erhebung zur Diskussion beizusteuern, sondern auch den Versuch zu unternehmen, sich auf einen theoretischen Erklärungsansatz, nämlich die Humankapitaltheorie, zu konzentrieren und konsequent deren Erklärungsgehalt für den Erfolg von Unternehmensgründungen heraus­ zuarbeiten. Sie überträgt klassische humankapitaltheoretische Analysen auf selbständig Erwerbstätige und nutzt diesen Ansatz zur Erklärung des Zusammenhangs zwischen Grün­ dungserfolg und verschiedenartigen Qualifikationen bzw. Qualifikationsbündeln des Gründers. Hierfür differenziert sie erstmals systematisch nach partiellen und komplementären Effekten verschiedenartiger Qualifikationselemente.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

I. Das Phänomen unterschiedlichen Gründungserfolgs von Start-ups

Zusammenfassung
Untemehmensgründungen nehmen in Bezug auf ihren Erfolg und ihre Entwicklung einen sehr unterschiedlichen Verlauf. Ein Maß zur Erfolgsdifferenzierung von Gründungen ist ihr Wachstum. Die vorliegende Arbeit untersucht in diesem Kontext die Frage, welche Unternehmensgründungen wachsen, welche nicht, und welche Faktoren wie stark das Wachstum einer Gründung determinieren.
Petra Moog

II. Analyse des Forschungsstands personenbezogener Erklärungsansätze für den Gründungserfolg

Zusammenfassung
Schon mit dem Aufkommen erster volkswirtschaftlicher Theorieansätze im Merkantilimus bietet der Unternehmensgründer Anlass zu wirtschaftswissenschaftlichen Überlegungen (Welzel 1995). Bereits Cantillon stellt fest, dass die Funktionen12, die ein Unternehmer übernimmt, vielfältig sind und die Person des Unternehmers diese zu erfüllen hat (Cantillon 1931:14; Hébert/Link 1982:21). Ein Gründer oder das Gründungsteam subsummieren alle dynamischen Funktionen und Aufgaben in den Phasen und den Prozessen einer Gründung auf sich (Schneider 2001:6; Welzel 1995:42f.) und müssen entsprechend mit Qualifikationen ausgestattet sein bzw. sich entsprechend verhalten, um diese Aufgaben zu meistern und die Gründung zum Erfolg zu führen.13 So übernimmt ein Gründer bzw. ein Gründerteam bei der Organisation einer Gründung nicht nur die allgemeine Unternehmensplanung und versucht, Lösungen für vielfältige Führungs- und Entscheidungsprobleme wie Zielplanung, Alternativenentwicklung oder Durchführbarkeit zu finden. Die Gründer sind neben diesen dispositiven Aufgaben stets auch im operativen Tagesgeschäft tätig: Sie übernehmen unmittelbar für die Unternehmung wirksame Tätigkeiten in allen für eine Gründung relevanten betrieblichen Funktionsbereichen.14 Alle Aufgaben und Probleme, die im Zusammenhang mit einer Unternehmensgründung, d.h. der Aufnahme einer Selbständigkeit sowie der späteren Entwicklung stehen, laufen somit beim Gründer zusammen. Diese kombinierte Anforderung bedeutet für einen Gründer oder ein Gründungsteam, dass auf der einen Seite hervorragende Managementund operative Arbeit zu leisten ist. Auf der anderen Seite muss der Gründer in der Lage sein, Ideen zu generieren und umzusetzen sowie entsprechend der Unternehmenstätigkeit Fachwissen in die Gründung einzubringen (Szyperski/Klandt/Nathusius 1979:33).
Petra Moog

III. Ein humankapitaltheoretisches Modell zur Erklärung unterschiedlichen Gründungserfolgs

Zusammenfassung
Die ökonomische Literatur im Bereich der Personalökonomik und der Wachstumsforschung hat sich in den letzten Jahrzehnten intensiv mit der Thematik der Bildungsrenten auseinandergesetzt (z.B. SChevalier et al. 2003; LüDECKE/Beckmann 1999; Card 1998; Psacharopoulos 1994; Murphy/Welch 1992). Die Literatur beschäftigt sich mittels innovativer Methoden insbesondere mit der Frage, ob und in welcher Stärke ein kausaler Zusammenhang zwischen Bildung und Einkommen besteht (Ashenfelter et al. 1999; Willis 1986). Jedoch referieren die Studien fast ohne Ausnahme auf die Erträge von Bildung bei abhängiger Beschäftigung (Antecol/Bedard 1998; Rissiek 1998; Backes-Gellner/Frick 1989, etc.). Obwohl sich die Humankapitaltheorie als personenbezogener Ansatz im Kontext der o.g. arbeitsmarkt — und personalökonomischen Forschung als sehr erkenntnisreich erwiesen hat, wird sie im Gründungskontext bisher als Erklärungsansatz eher vernachlässigt. Bei der Erklärung von Erfolg und Wachstumsprozessen von jungen Unternehmen dominieren organisationstheoretische und soziologische Ansätze, bzw. oft deskriptive Erklärungsversuche. Und auch in humankapitaltheoretisch ausgerichteten Studien wurde bisher keine befriedigende Forschungsbasis entwickelt, die eine quantitative Auswertung des Bildungseinflusses auf das Gründungswachstum tatsächlich erlaubt, so dass hier ein Theoriedefizit zu konstatieren ist:
“In contrast, the literature that pertains to the measurement of the rate of the return to schooling in entrepreneurship or […] self-employment is less developed and actually yet poorly defined.” (Van Der Sluis/Van Praag/Vijverberg 2003:2).
Aufgrund der Erkenntnisse von Becker (1962 u. 1964), dass eine Investition in Humankapital die Produktivität und damit spätere Outputs erhöht, ist dieser Zusammenhang nicht nur auf abhängig Erwerbstätige anwendbar, wie dies bisher in der arbeitsmarktökonomischen Forschung der Regelfall ist.69 Vielmehr ist anzunehmen, dass diese Verknüpfung auch für selbständig Erwerbstätige gilt.70 Denn gerade das Humankapital eines Unternehmensgründers, dessen Arbeitskraft insbesondere in das von ihm geschaffene Unternehmen eingeht, kann auf den Gründungserfolg wirken.
Petra Moog

IV. Empirische Evidenz: Investitionen in Humankapital und Gründungserfolg

Zusammenfassung
Aus der Analyse des Forschungsstandes und aus den theoretischen Überlegungen kann angenommen werden, dass eine Beziehung zwischen Investitionen in Humankapital und dem Gründungserfolg besteht. Im Folgenden widmet sich daher das vorliegende vierte Kapitel der Analyse, ob empirische Befunde die Evidenz für die aufgestellte Vermutung des Zusammenhangs von Investitionen in Humankapital und Gründungserfolg liefern und somit die Humankapitaltheorie einen erkenntnissteigernden Beitrag innerhalb der Gründungs- und Erfolgsfaktorenforschung liefern kann. Darüber hinaus ist es von großem Untersuchungsinteresse, welche partiellen und komplementären Effekte sich in Bezug auf unterschiedliche Erfolgsindikatoren zeigen, d.h., welche Investitionen in Humankapital und vor allem welche Kombinationen den stärksten Einfluss generieren und welche von geringerem Belang sind. Nachfolgend wird daher zunächst auf die Datenbasis für die empirische Untersuchung eingegangen. Im Anschluss daran folgen die Operationalisierung der zu untersuchenden Variablen und schließlich die empirische Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
Petra Moog

V. Zusammenfassung und Ausblick

Zusammenfassung
Ziel der vorliegenden Arbeit war es, mittels einer theoretischen und empirischen Analyse die Fragestellung zu beantworten, ob und in welchem Ausmaß verschiedenartige Humankapitalinvestitionen von Unternehmensgründern Einfluss auf den Erfolg der von ihnen gegründeten Unternehmen ausüben — neben den vielen anderen Faktoren, die in der Vergangenheit bereits auf ihre Wirkung in Bezug auf den Gründungerfolg analysiert wurden.
Petra Moog

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