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Über dieses Buch

essentials liefern aktuelles Wissen in konzentrierter Form. Die Essenz dessen, worauf es als „State-of-the-Art“ in der gegenwärtigen Fachdiskussion oder in der Praxis ankommt. essentials informieren schnell, unkompliziert und verständlich

als Einführung in ein aktuelles Thema aus Ihrem Fachgebiet

als Einstieg in ein für Sie noch unbekanntes Themenfeld

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Die Bücher in elektronischer und gedruckter Form bringen das Expertenwissen von Springer-Fachautoren kompakt zur Darstellung. Sie sind besonders für die Nutzung als eBook auf Tablet-PCs, eBook-Readern und Smartphones geeignet. essentials: Wissensbausteine aus den Wirtschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften, aus Technik und Naturwissenschaften sowie aus Medizin, Psychologie und Gesundheitsberufen. Von renommierten Autoren aller Springer-Verlagsmarken.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Epistemologische Vorbemerkungen

Zusammenfassung
Wissenschaftssystematisch ist die Humanökologie ein umfassender Wissenszusammenhang, der sich als Querschnittskonzept versteht und kaum auf ein einzelwissenschaftliches Verständnis reduziert werden kann. Erkenntnistheoretische Analysen im Bereich der Humanökologie lassen sich entsprechend methodisch nicht auf einen analytischen Zugang reduzieren. Gewiss wird man vorrangig die Mittel des Rationalismus verwenden, wobei sich Kompromisse zwischen den Positionen von Nicolai Hartmann (1882–1950), Karl Popper (1902–1994), Thomas Kuhn (1922–1996), Imre Lakatos (1922–1974) und Paul Feyerabend (1924–1994) anbieten. In der Humanökologie können Erkenntnismittel der strengen Naturgesetzlichkeit wissenschaftssystematisch nicht bzw. nur segmental angewendet werden. In ihr ist der Zusammenhang wissenschaftlicher Aussagen hinsichtlich Aussagesensitivität und Aussagespezifität sozionaturaler Abläufe und Gegebenheiten zu beachten.
Bernd Herrmann, Bernhard Glaeser, Thomas Potthast

Kapitel 2. Ökologisch-organismische Grundlagen

Zusammenfassung
In ökologischen Prozessen geht es immer um die Balance zwischen den sechs ökologischen Grundelementen: Stoff (d. i. Materie als Voraussetzung), Energie (für die Aufrechterhaltung der lebensnotwendigen Prozesse), Raum (als Aufenthaltsort für Lebewesen), Information (genetische Programme in den Lebewesen und akkumuliertes Wissen („tradigenetisch“)), Zeit (als immanente Prozessgröße) und Biota (die Lebewesen im konkreten Raum). Ökologische Faktoren, d. i. das Wechselspiel zwischen Umweltfaktoren und der organismischen Anpassung, waren, neben genetischer Drift, die Ursachen der evolutiven Differenzierung auch für die Menschwerdung – jedenfalls solange, wie sich dieser Prozess im Zustand der selbstlaufenden Biologie abspielte. Wie alle Lebewesen variieren Menschen in ihren körperlichen Eigenschaften, je nach Geburtsort und Abstammungsgemeinschaft.
Bernd Herrmann, Bernhard Glaeser, Thomas Potthast

Kapitel 3. Soziologisch-humanökologische Grundlagen

Zusammenfassung
Ein frühes Lehrstück zur Humanökologie, welches ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeitsdimensionen verknüpft, ist eine Studie des Zoologen Karl Moebius (1877) zur Überfischung der Austernbänke in der Nordsee. Die humanökologische Geschichtsschreibung beginnt meist in den 1920er Jahren mit den Stadtsoziologen Chicagos und den Beziehungen menschlicher Lebewesen zu ihrer Umwelt. In den 1970er Jahren begründeten Landsoziologen die New Human Ecology im Zuge der Diskussion über die ökologischen Grenzen des Wachstums. Die europäische Humanökologie, mit zeitgleichen Wurzeln in Wien, ist ein Abkömmling der amerikanischen Vorläuferin. Das schwedische Programm zur integrierten nachhaltigen und interdisziplinäre Küstenforschung (SUCOZOMA) entstand aus dem Geiste der Humanökologie.
Bernd Herrmann, Bernhard Glaeser, Thomas Potthast

Kapitel 4. Ethisch-humanökologische Grundlagen

Zusammenfassung
Die massiven Verluste von Arten sowie zerstörerische Veränderungen und extreme Flächenrückgange praktisch aller Ökosystemtypen aufgrund des Umfangs und der Art von Wirkungen des Agro-Urban-Industriellen Komplexes sind für die Humanökologie von höchster Relevanz. Zum ersten bildet es heute vielleicht sogar den zentralen Gegenstand der Forschung selbst, zum zweiten stellt sich die Frage, was dies für aktuelles und künftiges menschliches Handeln bedeuten kann – und soll. Die ethische Bedeutsamkeit der Natur, der Biosphäre, von Ökosystemen, der Biodiversität oder bestimmten Gruppen von Lebewesen lässt sich hinsichtlich Nutzenwerten, eudiamonistisch-relationalen Werten und Selbstwerten differenzieren. Eine mit der Humanökologie verbundene Ethik muss notwendig interdisziplinär sein, weil sie ethische Urteile nur im Horizont bestimmter empirischer Informiertheit angemessen treffen kann; sie muss darüber hinaus transdisziplinär sein, um auch mit außerakademischen Akteursgruppen das moralische Gespräch zu suchen. Als geteilte normative Basis können die politisch weltweit akzeptierten Prinzipien Nachhaltiger Entwicklung mit den Strategien der Effizienz, Suffizienz und – notwendig auch – der Suffizienz gelten, um sich zu Fragen der Klima- oder der Biodiversitätskrise zu positionieren, ohne die Debatten um Selbstwerte (in) der Natur entscheiden zu müssen.
Bernd Herrmann, Bernhard Glaeser, Thomas Potthast

Kapitel 5. Enzyklopädisches Stichwort: Humanökologie

Zusammenfassung
Die Entstehung einer differenzierten menschlichen Kultur ist als Folge von Aneignungs- und Ausbeutungsstrategien natürlicher Ressourcen zu sehen, aus der eine Weltaneignung entspringt, die von den Ideen zu deren Umsetzung fortschreitet und in diesem Prozess ihre eigenen Bedeutungssysteme hervorbringt. Humanökologie thematisiert Wechselbeziehungen zwischen einerseits den biologischen Grundbedürfnissen und kulturell moderierten Lebensansprüchen der Art Homo sapiens und andererseits den von Menschen genutzten Ökosystemen bzw. der Biosphäre.
Bernd Herrmann, Bernhard Glaeser, Thomas Potthast

Backmatter

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