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Open Access 2024 | Open Access | Buch

Im Brennpunkt der Wirtschaftspolitik

Innovation, Globalisierung und Klimawandel

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Über dieses Buch

Dieser Open-Access-Sammelband zeigt, wie innovative Forschung und Lehre in der Volkswirtschaftslehre zu einer besseren Gesellschaft beitragen können. Eine Wirtschaftspolitik mit Ziel und Plan sollte auf rigorosem theoretischem Fundament stehen und sich auf verlässliche empirische Evidenz stützen. Damit die Forschung Wirkung entfalten kann, müssen die Forscher die neuesten Erkenntnisse in eine populäre Sprache übersetzen, damit sie einer breiten und nicht spezialisierten Öffentlichkeit zugänglich werden. Wähler und Entscheidungsträger der Politik können von den Ergebnissen der Forschung nur profitieren, wenn diese in nicht-technischer Sprache zugänglich sind. Die Aufgaben der Universitäten sind Forschung, Lehre und Information der Öffentlichkeit. Im Projekt "Next Generation" fassen die besten Masterstudierenden der Universität St. Gallen politikrelevante Ergebnisse der volkswirtschaftlichen Forschung populär zusammen. Mit diesem "Readers Digest" der Ökonomie leisten sie einen wichtigenBeitrag zur dritten Mission der Universität.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

Frontmatter

Open Access

Im Brennpunkt der Wirtschaftspolitik: Innovation, Globalisierung und Klimawandel
Zusammenfassung
Globalisierung, Innovation und Klimawandel treiben den wirtschaftlichen Wandel voran. Der Aufstieg Chinas pflügt die Weltwirtschaft um. Der Strukturwandel zwingt Familien und Unternehmen, sich ständig neu anzupassen. Rezessionen und Finanzkrisen gefährden den erreichten Wohlstand. Welche neuen Herausforderungen ergeben sich für die Wirtschaftspolitik? Wie kann die Politik die Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum in einer sich rasch ändernden Wirtschaft verbessern? Wer sind die Gewinner und Verlierer? Was kann die Politik tun, damit nicht nur wenige, sondern möglichst viele vom wirtschaftlichen Wandel profitieren?
Christian Keuschnigg

Wissenschaft und Innovationen

Frontmatter

Open Access

Universitäten brauchen Basisfinanzierung
Zusammenfassung
Universitäten schaffen neues Wissen und bilden die grössten Talente aus. Die Grundlagenforschung soll allen nutzen, frei zugänglich sein, und braucht daher eine nachhaltige Basisfinanzierung. Die angewandte Forschung stiftet konkreten Nutzen für die Wirtschaft und trägt zur Drittmittelfinanzierung der Universitäten bei. Die Unternehmen müssen jedoch die Erträge schützen, damit ihre Investitionen in die Forschung rentieren.
Fortunat Ramming

Open Access

Universitäten beflügeln die Wirtschaft
Zusammenfassung
Ein neuer Trend ist die zunehmende Verlagerung der Grundlagenforschung von den Unternehmen in die Universitäten. Das führt zu einer neuen Arbeitsteiligkeit in der Forschungslandschaft. Die Universitäten spezialisieren sich mehr auf komplexe und riskante Grundlagenforschung mit noch unsicheren Anwendungsmöglichkeiten. Die Unternehmen investieren vorwiegend in anwendungsorientierte F&E mit hohen Chancen der Kommerzialisierung. In dieser Arbeitsteiligkeit hängt die Wirtschaft stärker vom Nachschub mit neuen Ideen aus der Forschung der Universitäten ab. Die Bedeutung der universitären Forschung für Innovation und Wachstum nimmt zu. Regionen mit einer lokalen Universität weisen mehr Patentanmeldungen auf und sind innovativer als andere Regionen ohne eine eigene Universität.
Fortunat Ramming

Open Access

Die Aufhebung des Patentschutzes bremst Innovation
Zusammenfassung
Ist eine befristete Aufhebung des Patentschutzes der Covid-19-Impfstoffe ein geeignetes Mittel zur Pandemiebekämpfung? Die Befürworter argumentieren, dass damit eine raschere Ausweitung der Produktion und Versorgung mit Impfstoffen möglich wäre. Aber welche Folgen hat eine Aufweichung des Patentschutzes für die Forschungsanreize der Unternehmen und für künftige Innovationen? Die vorliegende Studie zeigt, dass die Forschungs- und Innovationstätigkeit der Unternehmen in Folge einer Abschwächung des Patentschutzes deutlich zurückgeht. Start-ups und kleinere und mittlere Unternehmen (KMU), die nur begrenzte Möglichkeiten zur Lizensierung oder zum Verkauf ihrer Patente haben, sind besonders von einem effektiven Patentschutz abhängig.
Matthias Lukosch

Open Access

Sind Patente tatsächlich ein Hindernis für Folgeinnovationen?
Zusammenfassung
Dass der Patentschutz die weitere Nutzung von Forschungserkenntnissen erschwert und neue Innovationen verlangsamt, ist eine verbreitete Hypothese. Die vorliegende Studie aus dem Bereich der Genforschung untersucht, wie oft wissenschaftliche Erkenntnisse über bestimmte Gene in weiteren Forschungsarbeiten und klinischen Studien Verwendung finden. Der tatsächliche Patentstatus einer DNA-Sequenz spielt dabei nur eine geringe Rolle. Wichtig ist stattdessen, ob überhaupt ein Patentantrag gestellt wurde, nicht aber, ob diesem auch stattgegeben wurde. Diese Ergebnisse stellen die Hypothese infrage. Denn sie legen nahe, dass der Patentschutz Folgeinnovationen zumindest im medizinisch-pharmazeutischen Bereich kaum hemmt.
Lia Sonvilla

Klimawandel

Frontmatter

Open Access

Weniger Emissionen Dank Innovationen
Zusammenfassung
Die Bekämpfung des Klimawandels zwingt zu einschneidenden Massnahmen. Hohe CO2 Preise sind unvermeidlich. Aber neue Kosten lähmen die Wettbewerbsfähigkeit und bremsen das Wachstum. Ist Innovation die Lösung? Mit Prozessinnovationen können die Unternehmen die Produktion emissionssparend verbessern, den Kostenanstieg durch CO2-Steuern wenigstens teilweise kompensieren, und ihre preisliche Wettbewerbsfähigkeit wieder steigern. Wenn die Emissionen sinken, ohne die Kosten zu steigern, wäre das Ziel einer wachstumsfreundlichen Klimapolitik erreicht. Entscheidend ist, wie stark die privaten F&E-Investitionen zunehmen, wenn die Umweltsteuern steigen.
Michael Altorfer

Open Access

Mit Innovation den Klimawandel meistern
Zusammenfassung
Der Klimawandel hält Politik und Wirtschaft auf Trab. Kann mehr Innovation die Lösung sein? Innovation soll die Emissionen stark reduzieren und das Wachstum in eine Umwelt schonende Richtung lenken. Aber es ist schwer, die Richtung der Innovation zu ändern und das gesammelte Knowhow der Vergangenheit in grossen Teilen abzuschreiben. Um diese Trägheit zu überwinden und einen nachhaltigen Paradigmenwechsel einzuleiten, braucht es anfänglich kräftige Massnahmen: nicht nur hohe CO2 Steuern und Preise für den Emissionshandel, sondern auch starke Investitionen in die Grundlagenforschung und in private F&E-Förderung grüner Technologien.
Cara Stromeyer

Open Access

Innovation für die Energiewende
Zusammenfassung
Um den Klimawandel zu stoppen, braucht es einen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas. Die Innovation muss sich auf erneuerbare Energie richten und die Weiterentwicklung fossiler Energieträger stoppen. Grosse Unternehmen haben jedoch in der Vergangenheit viel Erfahrung in fossiler Energie gesammelt. Es fällt ihnen schwer, dieses Know-how abzuschreiben und ihre Forschung radikal auf erneuerbare Energie umzustellen. Junge Unternehmen sind nicht in vergangenen F&E-Mustern verhaftet und können sich leichter auf erneuerbare Energie spezialisieren. Die Energiewende gelingt eher, wenn die Wirtschaftspolitik den Marktzutritt junger Unternehmen und ihre anschliessenden F&E-Investitionen erleichtert.
Michael Altorfer

Open Access

Altes nutzen oder Neues erfinden? Wie Firmen sich dem Emissionshandel anpassen
Zusammenfassung
Um die schlimmsten Folgen des Klimawandels abzuwenden, müssen die CO2 Emissionen rasch auf Netto-Null sinken. Wie wirksam ist das Emissionshandelssystem der EU? CO2 Steuern und die Preise für Emissionsrechte geben der Umwelt einen Preis und machen Emissionen kostspielig. Die Firmen können Altes nutzen oder Neues erfinden. Der Einsatz existierender Technologien verspricht schnelle, aber begrenzte Erfolge. Neue Innovationen dauern länger, aber wirken umso nachhaltiger. Die Forschungsarbeit zeigt, wie die Einführung des Emissionshandels in der EU die grünen Innovationen beflügelt. Das senkt die Kosten für die Eindämmung der Emissionen und steigert die Chance, ehrgeizige Klimaziele zu erreichen.
Cara Stromeyer

Open Access

Wie Banken die Klimaziele unterstützen können
Zusammenfassung
Zuletzt haben sich immer mehr Banken zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens bekannt. Führt diese Selbstverpflichtung dazu, dass Banken Kredite verstärkt von verschmutzenden hin zu grünen Unternehmen lenken? Oder handelt es sich dabei in erster Linie um «Greenwashing»? Die vorliegende Studie zeigt, dass Banken mit einer solchen Selbstverpflichtung tatsächlich weniger Kredite an emissionsstarke Unternehmen vergeben. Allerdings finden die Forscher nur wenig Hinweise dafür, dass die besonders starken Emittenten ihren CO2-Ausstoss deshalb verringern.
Lia Sonvilla

Handel

Frontmatter

Open Access

Wie erfolgreich investiert China im Ausland?
Zusammenfassung
China ist ein Land der jungen Sparer und bildet riesige Finanzvermögen. Der Aufstieg Chinas auf den internationalen Finanzmärkten ist vorprogrammiert. Ein Land kann viel gewinnen, indem es sein Finanzvermögen breit streut und mit dem Ertrag aus Auslandsinvestitionen die Ertragsschwankungen im Inland teilweise ausgleicht. Die Investoren müssen beides im Blick haben, Ertrag und Risiko. Doch wie erfolgreich sind die chinesischen Auslandsinvestitionen? Welche Anlagemotive treiben die Investitionsentscheidungen? Gelingt es, mit Auslandsinvestitionen das Anlagerisiko der heimischen Sparer zu reduzieren? Kann chinesisches Anlagekapital im Ausland eine höhere Rendite erzielen als daheim?
Björn Hartmann

Open Access

Die Politik des Handelskriegs
Zusammenfassung
Die Vorteile des Freihandels überwiegen. Doch die Betroffenheit ist sehr unterschiedlich. Die Konsumenten gewinnen mit niedrigeren Preisen und mehr Auswahl. Die exportintensiven Unternehmen und ihre Arbeitnehmer profitieren von besserem Zugang zu Absatzmärkten und neuen Wachstumschancen. In den importkonkurrierenden Branchen dagegen fürchten die Arbeitnehmer um Jobs und gute Löhne. Die Nachteile des Freihandels sind sehr sichtbar und konkret, die Vorteile sind dagegen für den Einzelnen eher diffus. Das prägt die politischen Anreize im Handelskrieg.
Sara Fontanet

Open Access

Wozu teure Ursprungsregeln im Handel?
Zusammenfassung
Der Freihandel hat es schwer. So wollen z. B. Kanada und die EU mit dem Freihandelsabkommen CETA den gegenseitigen Handel mit reduzierten Zöllen begünstigen und ihre Wirtschaft beleben. Andere Handelspartner bleiben aussen vor. Ein Ursprungsnachweis soll verhindern, dass Unternehmen aus Drittstaaten mit Umgehungsgeschäften die Vorzugszölle ausnutzen. In den meisten Fällen sind jedoch solche Umgehungsgeschäfte ohnehin nicht profitabel, weil die zusätzlichen Transport-, Vertrags- und Rechtskosten wesentlich grösser sind als die Zollvorteile.
Manuel J. Ammann, Timon Jaeggi

Open Access

Ist Handel ansteckend oder stabilisierend?
Zusammenfassung
Handel ist ansteckend. Ist eine Region im Boom, dann profitieren in anderen Regionen die Exporteure von Konsumgütern und die Zulieferer. Dank intensiver Handelsbeziehungen können auch sie am Boom teilhaben und mehr Beschäftigung und Wachstum erzielen. In der Krise passiert das Gegenteil. Starke Handelsverflechtungen führen zu einer Ausbreitung der Rezession. Am Ende sitzen jedoch alle in einem Boot. Im Boom fliesst Kaufkraft ab und stärkt in anderen Regionen einen schwächeren Konjunkturgang. Stürzt eine Region in die Rezession, tragen andere Bundesstaaten, die noch wenig betroffen sind und das besser verkraften können, den Einbruch mit. So kann ein Handelsraum sich gegenseitig stützen und insgesamt die Konjunkturschwankungen dämpfen.
Tabea Mündlein

Beschäftigung und Arbeitsmarkt

Frontmatter

Open Access

Wie die Arbeitslosenversicherung die Wirtschaft stabilisiert
Zusammenfassung
Die Arbeitslosenversicherung schützt die Arbeitenden vor grösseren Einkommensausfällen in der Rezession und hilft, den Wohlstand über die Zeit zu glätten. Sie ist auch ein wichtiger automatischer Stabilisator, der die Konjunkturschwankungen dämpft. Gerade die Arbeitslosen haben häufig eine hohe Konsumquote und geben in der Rezession jedes zusätzliche Einkommen aus. Die Absicherung der Einkommen stützt zudem die Kreditfähigkeit der Haushalte. Eine solide finanzierte Arbeitslosenversicherung stabilisiert die Konsumnachfrage und festigt die Widerstandskraft der Wirtschaft.
Isabella Maassen

Open Access

Unterschätzte Wohlstandsunterschiede: Welche Rolle spielt die Arbeitszeit?
Zusammenfassung
Wird in armen Ländern mehr gearbeitet als in reichen? Die vorliegende Studie zeigt erhebliche Arbeitszeitunterschiede zwischen Ländern mit hohem und niedrigem Einkommen auf. Je höher das Pro-Kopf Einkommen, desto kürzer ist die durchschnittliche Wochenarbeitszeit. Bei Wohlstandsvergleichen etwa zwischen Industrie- und Entwicklungsländern blieb dieser Unterschied allerdings meist unberücksichtigt. Dies deutet darauf hin, dass die Produktivitäts- und Wohlfahrtsunterschiede zwischen armen und reichen Ländern deutlich grösser sind, als bisher vermutet. Denn in reichen Ländern erwirtschaften Arbeitnehmer nicht nur ein höheres Einkommen, sie tun dies auch in kürzerer Zeit.
Manuel J. Ammann

Open Access

Was ist Flexibilität den Arbeitnehmern wert?
Zusammenfassung
Digitale Plattformen wie der Fahrdienst Uber bringen viele einzelne Anbieter und Nachfrager zusammen. Sie bieten allen Teilnehmern ein hohes Mass an Flexibilität. Ein Uberfahrer kann z. B. spontan entscheiden, ob er einen Auftrag annimmt oder nicht. Doch wie sehr schätzen Arbeitnehmer die grosse Flexibilität solcher Plattformen? Die vorliegende Studie zeigt, dass die flexiblen Arbeitszeiten den Fahrern signifikante Wohlfahrtsgewinne versprechen. Verglichen mit traditionellen Arbeitsverhältnissen mögen solche Arrangements zwar bedeutende Nachteile haben, ein wichtiger Mehrwert liegt aber in ihrer hohen Flexibilität.
Patrick Kunzelmann

Open Access

Wirkt die Frauenquote für Führungskräfte?
Zusammenfassung
Quotenregelungen für Führungsgremien von Unternehmen sind ein oft und kontrovers diskutiertes Instrument, um die Gleichstellung von Frauen und Männern weiter voranzubringen. Die vorliegende Studie untersucht die Einführung einer Quote für Aufsichtsräte in Norwegen. Die Ergebnisse machen deutlich: Frauen sind wegen der Quote besser repräsentiert und die geschlechtsspezifischen Gehaltsunterschiede nehmen innerhalb des Aufsichtsrates ab. Befürchtungen, wie z. B. es gäbe nicht genügend qualifizierte Frauen, erwiesen sich als haltlos. Darüber hinaus ist die Wirkung der Quote aber begrenzt. Denn andere Frauen profitieren kaum von besseren Karriereperspektiven und Arbeitsmarktchancen.
Sarah Schachler

Familie

Frontmatter

Open Access

Die Heiratschancen gebildeter Frauen
Zusammenfassung
Partnerschaft und Familie haben für die meisten Frauen und Männer einen hohen Wert, und ebenso berufliche Erfüllung und Karriere. Das bestimmt schon vorher auf dem Heiratsmarkt die Erwartungen an die Partner und ihre Attraktivität. Denn in der Ehe müssen sie sich über die Aufteilung der Heimarbeit und der beruflichen Prioritäten einigen. Die hochqualifizierten Frauen wollen arbeiten und können viel zum Familieneinkommen beisteuern, aber die Zeit zuhause fehlt. Da sind die Männer gefordert, in Kinderbetreuung und Heimarbeit anzupacken, um Beruf und Familie zu vereinbaren. Ihre Freiräume nehmen ab, sie müssen Kompromisse eingehen. Nehmen deshalb die Heiratschancen hochqualifizierter Frauen ab? Welchen Einfluss haben soziale Normen über die Stellung der Frau in Familie, Gesellschaft und Arbeitswelt?
Nora Bearth

Open Access

Wie die Grossfamilie ihre Kinder fördert
Zusammenfassung
Eltern wenden viel Zeit auf und geben ein Vermögen aus, um ihre Kinder zu fördern. Je höher Einkommen und Bildung sind, desto besser gelingt es ihnen. Auch Onkel, Tanten, die weitere Verwandtschaft und die Grosseltern üben einen wichtigen Einfluss aus, indem sie Zeit mit den Kindern verbringen, als Vorbild dienen, und Normen und Werte weitergeben.
Charlotte Hermanns

Open Access

Hilfe beim Wohnortwechsel: Zukunftschance für Familien?
Zusammenfassung
Der Wohnort einer Familie beeinflusst die Zukunftschancen ihrer Kinder. Der Umzug in ein Wohnviertel, wo die künftigen Einkommen der Kinder über jenen ihrer Eltern liegen, verbessert die soziale Mobilität und verringert Armut über Generationen hinweg. Warum ziehen einkommensschwache Familien trotzdem nur selten in solche Chancengebiete? Diese Studie zeigt, dass neben finanzieller Unterstützung bereits einfache Hilfeleistungen, z. B. bei der Wohnungssuche, den Wohnortwechsel in Chancengebiete deutlich erleichtern und so die Perspektiven von Kindern einkommensschwacher Familien langfristig verbessern.
Nicolas Greber

Open Access

Privatsphäre im Internet: Gewinner und Verlierer
Zusammenfassung
Seit 2018 gilt in der Europäischen Union die Datenschutz-Grundverordnung. Dadurch sollen persönliche Daten im Internet besser geschützt werden. Unternehmen müssen die Besucher ihrer Internetseite explizit fragen, welche Daten sie sammeln dürfen und müssen eine «Verzichtsoption» anbieten. Wie stark wird die neue Verzichtsoption genutzt? Und welchen Einfluss hat diese Verordnung auf datenbasierte Unternehmen? Die vorliegende Studie zeigt, dass viele Internetnutzer von der neuen Verzichtsoption Gebrauch machen und ihre persönlichen Daten besser schützen. Trotzdem können datenbasierte Unternehmen das Kaufverhalten der Nutzer nicht schlechter abschätzen als zuvor. Denn jene Nutzer, welche der Datensammlung zustimmen, sind mit der neuen Regelung meist einfacher nachzuverfolgen.
Nicolas Greber

Open Access

Wie viel Reichtum verhindern Vermögenssteuern?
Zusammenfassung
Der Reichtum eines Landes besteht im Wert der Produktionsanlagen, welche die Unternehmen betreiben, und der Immobilien mit dem Boden, welche Haushalte und Unternehmen nutzen. Auch der Staat häuft Vermögen in Form von öffentlicher Infrastruktur an, die alle nutzen. Angesichts der Konzentration der Finanz- und Immobilienvermögen bei den Reichsten stehen Vermögenssteuern zunehmend im Brennpunkt der Diskussion, um die Ungleichheit zu mindern. Die Vermögenssteuern zahlen die Reichen, denn nur bei ihnen ist das Vermögen konzentriert. Doch was sind die Konsequenzen? Wie viel Vermögen verhindern die Vermögenssteuern?
Tabea Mündlein

Banken

Frontmatter

Open Access

Wer verschuldet sich beim Kreditgeber letzter Instanz?
Zusammenfassung
Zentralbanken sind die Kreditgeber letzter Instanz. Sie finanzieren Geschäftsbanken selbst dann, wenn kaum andere Anleger dazu bereit sind. Dies trägt dazu bei, Liquiditätsengpässe oder gar destabilisierende Bankenpaniken zu verhindern. Doch nehmen Geschäftsbanken Zentralbankkredite vor allem deshalb auf, um Liquidität sicherzustellen, oder gibt es auch andere Gründe dafür? Die vorliegende Studie analysiert die Kreditvergabe der Europäischen Zentralbank (EZB) an Geschäftsbanken während der Staatsschuldenkrise in der Eurozone. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass schwache Banken mit wenig Eigenkapital überproportional viele Kredite bei der EZB aufnahmen und gleichzeitig Staatsanleihen europäischer Krisenstaaten kauften. Dies ging mit der Umverteilung risikobehafteter Vermögenswerte von stark zu schwach kapitalisierten Banken einher.
Lia Sonvilla

Open Access

Mehr Sicherheit mit zentraler Bankenaufsicht
Zusammenfassung
Die Wirtschaft braucht Kredit, und die Gesellschaft mehr Sicherheit. Die Banken müssen in der Kreditvergabe auf Ertrag und Risiko gleichzeitig achten. Damit die Regulierung effektiven Schutz bieten kann, muss die Bankenaufsicht die Einhaltung der Vorschriften überwachen und frühzeitig das Entstehen übermässiger Risiken aufdecken. In der Bankenunion kann eine zentrale Aufsicht eher für gleich lange Spiesse im europaweiten Wettbewerb der Banken sorgen, kann unabhängiger als nationale Aufsichtsbehörden agieren, und dank besserer Ressourcen auch komplexe Grossbanken wirksam beaufsichtigen. So wird die Kreditvergabe sicherer, indem die Banken angehalten sind, faule und riskante Kredite zügig abzubauen und mehr Kredit auf die produktiveren Unternehmen mit besseren Aussichten lenken.
David Gmür

Open Access

Ansteckungsgefahr bei den Staatsschulden!
Zusammenfassung
Heimische Banken halten oft einen beträchtlichen Anteil heimischer Staatsschulden, um ihre Ertragsquellen zu diversifizieren. Unternehmenskredite sind riskanter und werfen höhere Zinsen ab. Staatsanleihen rentieren weniger, sind aber umso sicherer. Wenn jedoch die öffentlichen Finanzen entgleisen und der Staat zum Risiko wird, stecken sich die Banken an. Wenn sie in der Krise auf ihre Staatsanleihen hohe Verluste erleiden, müssen sie von ihren Kunden höhere Zinsen verlangen und können weniger Kredite vergeben. Die Kreditklemme blockiert das Wachstum und verschärft die Krise. Es droht ein Teufelskreis zwischen überschuldeten Staaten und schwachen Banken.
Johannes von Möllendorff

Open Access

Wie «Zombiekredite» die Inflation bremsen
Zusammenfassung
Seit der globalen Finanzkrise 2008 sind die Zinsen in der Eurozone und vielen anderen Industriestaaten sehr niedrig. Anders als von manchen Ökonomen erwartet, führten die langanhaltend tiefen Zinsen zumindest bisher kaum zu nennenswert höheren Preisen. Im Gegenteil, die Inflation lag meist sogar unter dem Ziel der Zentralbanken. Wie kann man dieses Inflationsrätsel erklären? Eine wichtige Rolle spielen «Zombie Firmen». Sie sind wenig produktiv, hochverschuldet und überleben nur dank tiefer Zinsen. Dennoch steigert ihre Produktion das Güterangebot, was die Preise niedrig hält.
Margaret Green

Open Access

Hohe Zahlungsmoral belebt die Wirtschaft
Zusammenfassung
Der Staat ist für viele Unternehmen ein wichtiger Kunde. Wenn die Kunden die Rechnung rasch begleichen, entspannt sich die Knappheit an Liquidität. Der Zugang zu Krediten verbessert sich. Die Unternehmen können ihre Investitionen leichter finanzieren und neue Beschäftigte einstellen. Eine hohe Zahlungsmoral des Staates belebt daher die Wirtschaft. In konjunkturell schwierigen Zeiten ist eine hohe Zahlungsmoral besonders wirksam und kann die Erholung beschleunigen. Wie bedeutsam ist eine hohe staatliche Zahlungsmoral für die Entwicklung der Wirtschaft?
Lorenzo F. Currenti
Metadaten
Titel
Im Brennpunkt der Wirtschaftspolitik
herausgegeben von
Christian Keuschnigg
Copyright-Jahr
2024
Electronic ISBN
978-3-658-44415-0
Print ISBN
978-3-658-44414-3
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-44415-0

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