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25.11.2016 | Immobilien | Im Fokus | Onlineartikel

Immobilien-Nutzungsarten und die Demografie

Autor:
Christoph Berger

Für eine Studie wurden die Folgen des Megatrends Demografie für Logistik-, Pflege- und Sozial-, Büro-, Wohn- und Einzelhandelsimmobilien untersucht.

Im Zeitraum von 2000 bis 2060 wird Deutschland 15,5 seiner Einwohner verlieren. Spätestens 2050 wird das Land als bevölkerungsreichstes Land Europas abgelöst werden. Lag die durchschnittliche Haushaltsgröße 2014 noch bei 1,99 Personen, wird diese bis 2030 auf 1,90 und bis 2060 sogar auf 1,82 Personen absinken. Die Zahl der Pflegeheime müsste sich von 12.354 im Jahr 2013 auf 56.570 im Jahr 2060 erhöhen, um die voraussichtliche Nachfrage zu decken. Zudem wies Deutschland im Jahr 2014 eine der niedrigsten Geburtenziffern weltweit pro Frau auf – 1,39 Kinder pro Frau. Die Zahl der Bewohner mit Migrationshintergrund nimmt hingegen zu. Doch trotz aller Migrationsbewegungen wird die absolute Zahl den Einwohnern in Deutschland zurückgehen. Das Erwerbspersonenpotenzial wird bis 2060 voraussichtlich um 29,6 Prozent sinken.

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Basierend auf diesen Zahlen untersuchte die Berlin Hyp für die im November 2016 veröffentliche Studie "Demografischer Wandel in Deutschland und Europa" die Folgen für verschiedene Immobilien-Nutzungsarten in Deutschland.

Vervierfachung der Pflegeimmobilien

So wird die Zahl der Ein- und Zweipersonenhaushalte weiter zunehmen, sodass Wohnimmobilien durch die Singularisierung der Gesellschaft beeinflusst werden. Ein Trend, der durchgehend auf alle Altersstufen zutrifft. Im Kapitel "Einflussfaktoren auf die deutsche Wohneigentumsquote" des Springer Fachbuchs "Erschwinglichkeit von Wohneigentum in Deutschland" wird zudem detailliert erläutert, wie diese Entwicklung mit dem Erwerb von Wohneigentum zusammenhängt und warum in Deutschland die Menschen erst vergleichsweise spät Wohneigentum erwerben.

Bedeutend ist die demografische Entwicklung auch für die Pflege- und Sozialimmobilien. Bleibt es bei den heutigen Kapazitäten pro Haus, müsste sich die Anzahl der Pflegeimmobilien bis zum Jahr 2060 vervierfachen.

Für die Einzelhandelsimmobilie sind laut den Studienautoren künftig Multi-Channel-Strategien der Händler und Anpassungen beim Service und der Ladengestaltung ausschlaggebend für die Zukunftsfähigkeit. Was die Supermärkte betrifft, so wird davon ausgegangen, dass bis 2030 nahezu jeder siebte Supermarkt aufgrund der demografischen Entwicklung und den damit zusammenhängenden Folgen geschlossen wird. Wie Shopping Center und Demografie zusammenhängen, darum geht es im Kapitel "Stand der gesellschaftlichen Entwicklung im Fokus der Handelswelt" des Springer-Fachbuchs "Die Zukunftsfähigkeit bestehender Shopping Center".

E-Commerce und abnehmende Erwerbstätigenzahlen

Die Situation für Logistikimmobilien werden in der Studie als gut bewertet. Diese würden von der Lage Deutschlands in der Mitte Europas sowie von der zunehmenden Technik- und Online-Affinität der Gesellschaft profitieren, schreiben die Autoren. Der Bereich E-Commerce wird somit immer entscheidender.

Und auch auf Büroimmobilien wird die demografische Entwicklung gleich in mehrfacher Hinsicht Einfluss nehmen. So sind Arbeitsplätze nicht nur vermehrt auf Ältere auszurichten, insgesamt wird die Anzahl der Arbeitskräfte zurückgehen, der Büroflächenbedarf also sinken.

Die Autoren der Studie kommen somit zu dem Fazit: Die Nachhaltigkeit von Immobilienvorhaben ist genau zu prüfen und zu hinterfragen, besonders im Sinne der nachhaltigen Nutzungskonzepte.

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