Skip to main content
main-content

15.11.2017 | Immobilienfinanzierung | Im Fokus | Onlineartikel

Alternative Instrumente bleiben 2018 gefragt

Autor:
Stefanie Hüthig
2:30 Min. Lesedauer

Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) im Oktober bekanntgab, die Anleihekäufe zu halbieren, halten Experten moderate Zinssteigerungen bei Immobilienkrediten für möglich. 

Steffen Sebastian, Professor am Lehrstuhl für Immobilienfinanzierung an der Universität Regensburg, möchte allerdings die jüngste Entscheidung der Notenbank nicht als Zinswende bezeichnen. Die derzeitige Dynamik im Immobilienkreditgeschäft sieht er durch anziehende Zinsen nicht gefährdet. Im Gegenteil, der Schritt der EZB könnte Vorzugseffekte zur Folge haben. Bereits Ende Oktober 2017 hatte der Baufinanzierungsvermittler Interhyp mitgeteilt, dass erste Bankpartner ihre Konditionen um bis zu zehn Basispunkte angehoben haben. Kein Wunder also, dass sich laut dem Barometer des Beratungsunternehmens BF direkt, Spezialist für die Finanzierung wohnwirtschaftlicher und gewerblicher Immobilienprojekte, für das vierte Quartal die Stimmung unter den deutschen Immobilienfinanzierern auf ein Jahreshoch verbessert hat. 

Einen Überblick über die wichtigsten Immobilienfinanzierer innerhalb der Struktur des Bankensystems hat der Springer-Autor Kerry-U Brauer in seinem Buch "Grundlagen der Immobilienwirtschaft" (Seite 465) zusammengestellt. Als nicht direkt in die Bankenstruktur einzuordnen, aber mit dieser verbunden sieht er Kapitalverwaltungs- sowie außerhalb von Banken die Lebensversicherungsgesellschaften.

Empfehlung der Redaktion

2018 | OriginalPaper | Buchkapitel

Immobilienfinanzierung

In der Betriebswirtschaftslehre wird unter Finanzierung die Kapitalbeschaffung zur Realisierung einer Investition verstanden. Bei der Kapitalbeschaffung wird in der betriebswirtschaftlichen Literatur nach.

Für 2018 rechnet BF direkt mit einer bleibenden hohen Nachfrage nach alternativen Finanzierungsinstrumenten. "Die zu erwartende Zinspolitik der EZB trägt dazu bei. Für Investoren gibt es kaum Ausweichmöglichkeiten mit vergleichbarem Rendite-Risiko-Profil", erklärt BF-Chef Francesco Fedele. Schon seit Längerem beobachtet sein Unternehmen verstärkt Kapitalsammelstellen aller Art, die als Immobilienfinanzierer auftreten. Sie "agieren sowohl bei Erstrang- als auch bei Nachrangdarlehen. Es handelt sich dabei fast ausschließlich um professionelle Investoren", erklärt BF-Chef Francesco Fedele. Crowdfunding werde weiterhin nur eine untergeordnete Rolle spielen. Mit 33,6 Prozent im BF-Quartalsbarometer am stärksten von den Finanzierern als alternative Kapitalgeber wahrgenommen werden deutsche Institutionelle als Direktinvestoren. Dazu zählen zum Beispiel Versicherer und Versorgungswerke. Es folgen mit 

  • 18,2 Prozent Family Offices und Private, 
  • deutsche Fonds mit 17,3 Prozent sowie 
  • ausländische Fonds mit 13,6 Prozent. 

Die Alternativen umfassen aus Sicht der BF direkt mindestens zehn Prozent des Volumens aller Immobilienfinanzierungen. Welche alternativen Finanzierungsformen derzeit besonders stark genutzt werden, zeigt die nachfolgende Tabelle:

Finanzierungsform*
(Angaben in Prozent)
Q3/17
Q3/17

Erstrangig besicherte Fremdkapitalinstrumente (z. B. Anleihen/„Whole-Loan“-Strukturen)

3,8 %
8,3 %

Nachrangig besicherte oder unbesicherte Fremdkapitalinstrumente (z. B. Anleihen, „senior unsecured“ Corporate Bonds)

19,2 
22,2 

Mezzaninekapital (z. B. Nachranganleihen oder -darlehen)

38,5 
38,9 
Eigenkapital (z. B. Private Equity oder Joint Venture)
23,1 
16,7 

Mittelbare Finanzierung durch Forward Commitments

11,5 
13,9 
Andere Instrumente
3,8 
0,0 
Quelle: BF Quartalsbarometer
*Mehrfachnennungen sind möglich


Laut Cushman & Wakefield hat Deutschland im ersten Quartal 2017 Großbritannien als Europas größten Gewerbeimmobilienmarkt abgelöst. Nun kann sich eine deutsche Finanz-Metropolregion auch mit einem Superlativ schmücken: Das Rhein-Main-Gebiet erreichte 2016 mit 2,56 Milliarden Euro Gesamtumsatzvolumen im Wohnungseigentumsmarkt einen historischen Höchstwert, wie die Real Estate-Gesellschaft Accentro kürzlich mitteilte. Wegen des Brexit sei auf absehbare Zeit nicht mit einem signifikanten Nachlassen der starken Nachfrage zu rechnen. 

Berlin bleibt Top-Standort

Zum vierten Mal in Folge wird Berlin von den führenden 800 Immobilienexperten in Europa zum begehrtesten europäischen Immobilienanlageplatz gekürt. Dies ist ein Ergebnis der jüngsten Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pwc und des Urban Land Instituts. Berlin ist der Studie zufolge auch 2018 die Metropole in Europa mit dem größten Investitions- und Entwicklungspotenzial.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

Premium Partner

    Bildnachweise