Finanzierer scheuen Großkredite für gewerbliche Immobilien
- 25.11.2025
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Großvolumige Finanzierungen gewerblicher Immobilien sind eingebrochen: Transaktionen mit mehr als 100 Millionen Euro sind zur Rarität geworden. Kleine Kreditvolumen dominieren den Markt.
Große Finanzierungen werden vermehrt von Bankenkonsortien ausgereicht. Die Konsortialfinanzierungen ermöglichen diesen, Klumpenrisiken in der eigenen Bilanz kleinzuhalten.
Gina Sanders / Fotolia
Immobilienfinanzierer meiden immer häufiger große Kreditvolumen bei ihren gewerblichen Projekten. Laut aktuellem BF Quartalsbarometer des Finanzierungsspezialisten BF Direkt ist der Anteil großer Transaktionen von mehr als 100 Millionen Euro im Zehn-Jahres-Vergleich fast eingeschlafen. Lag der Anteil entsprechender Deals im Quartal 2019 noch im einstelligen Prozentbereich, tendiert der Wert seither praktisch gegen null. Der Schnitt der Neufinanzierungen übersteigt seither bei fast keinem der 110 quartalsweise befragten Immobilienexperten mehr diese Grenze.
Kleinere Transaktionen steigen deutlich
Immer häufiger gibt es hingegen kleinere Finanzierungen: 2015 und 2016 gaben nur rund 25 Prozent des Panels an, dass die durchschnittliche Finanzierung weniger als zehn Millionen Euro beträgt. 2024 und 2025 lag der Anteil bei rund 45 Prozent.
Rückläufig sind hingegen Finanzierungen mit einem Volumen von zehn bis 50 Millionen Euro. Diese machten vor zehn Jahren noch 53 Prozent des Neugeschäfts aus. Nun sind es noch 37 Prozent. Stabil ist nur die Größenklassen zwischen 50 und 100 Millionen Euro. Diese beträgt aktuell wie vor zehn Jahren rund 17 Prozent.
Banken zögern aus Angst vor Klumpenrisiken
Der Rückgang, der vor allem seit 2022 auffällig sei, gehe einher mit der schwierigen Marktlage, betont Francesco Fedele, CEO von BF Direkt. "Wir erleben seitdem einen Rückgang der Transaktionen insgesamt." Die Langzeitauswertung des Quartalsbarometers belege, dass neben den Immobilienunternehmen auch die Finanzierungspartner die Klumpenrisiken bei den Transaktionen scheuen.
Einer der Gründe für die Zunahme kleinerer Finanzierungen ist die Tatsache, dass großvolumige Finanzierungen in den letzten Jahren vermehrt von Bankenkonsortien ausgereicht werden. Die Institute sind risikoaverser geworden und Konsortialfinanzierungen bieten die Möglichkeit, große Klumpenrisiken in der eigenen Bilanz zu vermeiden", ergänzt Steffen Sebastian, Professor für Immobilienfinanzierung an der IREBS Universität Regensburg und wissenschaftlicher Berater der Studie.