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04.08.2016 | Immobilienfinanzierung | Im Fokus | Online-Artikel

Gefahr einer Immobilienblase bei Wohnhäusern

verfasst von: Christoph Berger

2:30 Min. Lesedauer
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Insgesamt sind die Immobilienpreise in Deutschland in den letzten Monaten nochmals deutlich gestiegen. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) warnte nun vor einer Immobilienpreisblase bei Wohnhäusern.

In immer mehr Regionen Deutschlands deute der Anstieg der Preise für Wohnhäuser auf übersteigerte Preiserwartungen und damit die Gefahr einer Immobilienblase hin. Gerade im Norden, zum Beispiel Hamburg und Hannover, seien die Preise stärker gestiegen als es die allgemeine Preisentwicklung hätte erwarten lassen. Ebenso gebe es in München und Berlin Anzeichen für übersteigerte Preise für Wohnhäuser.

Dabei ist anzumerken, dass die Kaufpreise wegen fallender Hypothekenzinsen über den Multiplikator schneller steigen, als die Mieten, was daraufhin deutet, dass sich eine spekulative Blase bilden könnte. Im Auseinanderdriften von Mieten und Kaufpreisen erkennt das DIW einen Indikator, der anzeigt, ob und wann eine Immobilienblase platzen könnte.
(aus dem Kapitel "Mieten – Wohngeld – Kosten der Unterbringung" im Springer-Fachbuch "Wohnen")

Beschleunigter Preisauftrieb

Zu diesen Ergebnissen kommt das dritte regionale Immobilienpreis Monitoring des RWI auf Basis von Daten des Internet-Immobilienportals ImmobilienScout24 auf der Ebene von Arbeitsmarktregionen. Demnach stieg die Zahl der Arbeitsmarktregionen mit Anzeichen für überhöhte Immobilienpreise für Wohnhäuser seit dem Jahr 2014 von 18 auf 47 an. Insgesamt gibt es 141 Arbeitsmarktregionen.

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Laut dem Monitoring verteuerten sich im vierten Quartal 2015 deutsche Wohnimmobilien in realer Betrachtung nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich um etwa vier Prozent. Und in der ersten Hälfte des Jahres 2016 habe sich dieser Preisauftrieb nochmals beschleunigt. Darauf weise zumindest der auf Informationen von im Internet angebotenen Wohnimmobilien beruhende Immobilienindex IMX von Immobilienscout24 hin. Dieser basiert auf Angebotspreisen und kann daher auf Preistendenzen hinweisen.

Kaufpreise steigen schneller als Mieten und Einkommen

Zudem ist das RWI nicht das einzige Institut, dass den derzeit stattfindenden Preisanstieg kritisch betrachtet. Auch der Empirica Blasenindex für das zweite Quartal 2016 kommt zu dem Ergebnis: Mieten und Kaufpreise wachsen in 209 von 402 Landkreisen/kreisfreien Städten nicht mehr im Gleichklang. So würden die Kaufpreise schneller als die Einkommen und Mieten steigen. Für acht von zwölf betrachteten Großstädten indiziert der Index eine "eher hohe" Blasengefahr.

Und im Artikel "Bomm steht auf soliden Füßen" des Bankmagazins heißt es: "Indizien für eine Immobilienblase sind laut KfW neben einer exzessiven Kreditvergabe feststellbare Überbewertungen der Häuserpreise in Relation zur langfristigen Entwicklung der Mieten und Einkommen." Dazu sagt Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW: "Auch bezüglich dieser Punkte kann zumindest auf Gesamtmarktebene noch Entwarnung gegeben werden. In Relation zu Mieten und Einkommen liegt in Deutschland immer noch eine leichte Unterbewertung vor. Allerdings sind in begehrten Wohnungsmärkten die Immobilienpreise auch 2015 stärker gestiegen als die Mieten. Das Risiko regionaler Immobilienpreisblasen nimmt dadurch zu."

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Quelle:
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