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30.09.2019 | Immobilienmanagement | Interview | Onlineartikel

"Wir gehen von mehr als 15 Prozent Einsparung aus"

Autor: Armin Hingst

Gewerbeimmobilien sind effizienter zu betreiben, sagt Energie-Management-Professor Viktor Grinewitschus im Gespräch mit der Zeitschrift "return". Oft fehlen smarte Technik und enge Nutzerführung oder es gibt zu viel Energieüberschuss.

return: Herr Grinewitschus, oft wird das Energie-Management von Immobilien ausgelagert. Sollte man dann alles in einer Hand lassen oder spezialisierte Unternehmen beauftragen?

Viktor Grinewitschus: Das muss abgewogen werden. Habe ich zum Beispiel mit der Gebäudesicherheit auf der einen und dem Energie-Management auf der anderen Seite zwei Bereiche, die nicht sehr viel miteinander zu tun haben, bieten sich durchaus Spezialisten an. Geht es aber zum Beispiel um Klimatechnik und die Sonnenschutzsteuerung, dann ist es möglicherweise wenig sinnvoll, den laufenden Betrieb des einen an eine Klimafirma, den des anderen an einen Elektrobetrieb zu vergeben. Denn beide Gewerke müssen für ein optimales Energie-Management zusammenspielen. Und Sie als Immobilienbetreiber müssten sich dann um die Schnittstellen zwischen beiden Gewerken kümmern. Das müssten Sie nicht, wenn beide Subsysteme von einem Service-Unternehmen verwaltet würden. Und Schnittstellen sind eine zentrale Herausforderung beim Gebäude-Management.

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"Wir gehen von mehr als 15 Prozent Einsparung aus"

Zu wenig smarte Technik, keine enge Nutzerführung, zu viel Energieüberschuss - Immobilien für Gewerbe sind effizienter zu betreiben, sagt Energie-Management-Professor Viktor Grinewitschus.

Und die anderen?

Es geht darum, möglichst wenig Energie zu verbrauchen und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit und Motivation der Mitarbeiter zu erhalten. Wo ein buchstäblich unerträgliches Klima herrscht, da kann man nicht arbeiten. Gewerbeimmobilien haben je nach Nutzung sehr unterschiedliche Energieprofile. 

Braucht also dann jeder seinen eigenen Facility-Management-Experten? 

Nicht unbedingt. Wichtig ist es aber, Synergieeffekte zu erkennen und zu heben. Im LEH spielt die Prozesskälte eine wichtige Rolle im Energie-Management, denn der Supermarkt muss seine Tiefkühlkost schützen. Haben Sie zum Beispiel eine Gewerbeimmobilie mit einem Supermarkt im Erdgeschoss und Büros darüber, können Sie die Abwärme der Kühlanlagen im Winter für die Raumheizung der Büroetagen nutzen. Es gibt ein erhebliches Einsparpotenzial, wenn Sie Dinge wie diese intelligent verknüpfen. Natürlich steigt die Komplexität, aber es mehren sich die Möglichkeiten. Wir müssen Gebäude einfach mehr als Systeme begreifen. Ein weiteres Beispiel sind moderne Bürogebäude, die wenig Heizenergie brauchen und bei denen Sie im Winter die Wärme gut im Gebäude halten können. Was aber machen Sie im Sommer? Sie haben heute in Büroimmobilien oft die Situation, dass mehr Energie für die Kühlung aufgewendet werden muss.

Heiße Sommer machen sich da besonders bemerkbar?

Natürlich kann man von einem oder zwei heißen Sommern nicht auf die Entwicklung des Gesamtklimas schließen. Aber es wird in der Tat schrittweise immer wärmer, wohingegen wir unsere Gebäude so konstruieren, dass sie möglichst wenig Wärme verlieren. Große Glasflächen fangen zudem nicht nur im Winter die Sonnenstrahlen ein, sondern erst recht im Sommer. Da bekommen Sie dann die Wärme kaum noch raus. In eine andere Richtung geht es zum Beispiel bei der Beleuchtung. Wird die auf LED umgestellt, sparen Sie selbstverständlich Strom, haben aber auch weniger Abwärme, für die im Winter die Heizung den Ausgleich schaffen muss. Je effizienter Sie werden wollen, desto stärker gilt es, das Gebäude als Gesamtsystem zu verstehen.

Das vollständige Interview mit Viktor Grinewitschus können Sie in der aktuellen Ausgabe von "return - Magazin für Transformation und Turnaround" lesen. 

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