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12.04.2017 | Immobilienmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Wohneigentum auf Zeit

Autor:
Christoph Berger

"Wohneigentum auf Zeit" ist ein neues Eigentumsmodell, das laut einer Untersuchung mehrere Vorteile mit sich bringt. In der Schweiz sind sowohl Eigentümer als auch Mieter von dem Modell angetan.

Bei der Eigentumsform "Wohneigentum auf Zeit" wird das Eigentum eines Wohnobjekts auf einen im Vorfeld des Kaufs festgelegten Zeitintervall beschränkt. Dieser kann sich beispielsweise nach den Lebensumständen der Käufer bemessen: Zum Beispiel von der Geburt bis zum Auszug der Kinder.

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Während des vereinbarten Zeitraums sind die Käufer im Grundbuch eingetragen, sie erhalten das umfassende Eigentumsrecht. Ist die Zeitperiode abgelaufen, geht das Wohnobjekt wieder in den Besitz des Investors über. Dieser ist dann erneut alleiniger Eigentümer und kann das Wohnobjekt so nach seinen Vorstellungen bewirtschaften: es beispielsweise teileweise oder komplett sanieren.

Vorteile für Investoren und Käufer

Das Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern hat nun in einem Forschungsprojekt diese Eigentumsform untersucht. Festgestellt wurde dabei unter anderem, dass diese neue Form im Vergleich zum traditionellen Stockwerkeigentum zu einem besseren Substanzerhalt der Wohnobjekte führt. Auch für Pensionskassen sei das Modell eine gute Anlagemöglichkeit, da es konstante Zahlungsströme und damit langfristige Renditen garantiere. Für die Käufer auf Zeit bringe die Eigentumsform den Vorteil mit sich, günstiger an Wohneigentum zu kommen, da sich der Kaufpreis nach der festgelegten Besitzdauer bemesse.

In einer Online-Umfrage unter 996 Wohneigentümern und Mietern stellten die Wissenschaftler außerdem fest, dass diese Eigentumsform unter beiden Befragungsgruppen auf positive Resonanz stößt. So können sich 72 Prozent der Wohneigentümer in der Schweiz vorstellen, Wohneigentum auf Zeit zu erwerben. Begründungen waren unter anderem, dass die Wohnkosten m Vergleich zu traditionellen Eigentumsmodellen reduziert seien und man sich nach dem Verkauf nicht mehr um das Wohnobjekt kümmern müsse. Positiv wurde zudem bewertet, das Wohnobjekt auch während der Vertragsdauer veräußern zu können.

Einkommens- und Vermögensverhältnisse spielen eine Rolle

Was die Mieter betrifft, so liegt deren Zustimmung bei 78 Prozent – unter denen, die in absehbarer Zeit Wohnraum erwerben wollen sogar bei 81 Prozent. Und auch in der Mieter-Gruppe sind die reduzierten Wohnkosten und die Möglichkeit, das Wohnobjekt vor Ende der Laufzeit wieder veräußern zu können, die maßgeblichen Argumente.

Festgestellt wurde in der Umfrage jedoch auch, dass unter den Eigentümern die Haltung gegenüber dem Wohneigentum auf Zeit stark von den Einkommens- und Vermögenssituationen abhängt. Am meisten Unterstützung findet die Form Unterstützung bei Leuten mit einem Vermögen zwischen 500.000 und einer Millionen Franken, das sind etwa 468.000 bis 936.000 Euro.

Auch Deutschland hat niedrige Wohneigentumsquote

Bei den Mietern sind es das Alter und die berufliche Stellung, die über die Einstellung entscheiden. So befürworten Nicht-Berufstätige das Modell deutlich öfter und mit zunehmendem Alter sinkt die Unterstützung von Wohneigentum auf Zeit.

Hintergrund der Studie ist die Tatsache, dass der Wunsch nach Wohneigentum in der Schweiz sehr hoch ist. Trotzdem sei die Wohneigentumsquote in dem Land im internationalen Vergleich mit 37.5 Prozent für das Jahr 2014 gemäß des Bundesamtes für Statistik relativ tief, schreiben die Wissenschaftler.

Im Kapitel "Wohneigentum in Deutschland" des Springer-Fachbuchs "Wohnimmobilien" wird die Situation ausführlich für Deutschland besprochen. Dort heißt es unter anderem auch, dass Deutschland im Vergleich der EU28-Länder eine sehr niedrige Wohneigentumsquote aufweist, was ökonomisch betrachtet per se jedoch kein Nachteil sein müsse.

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