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10.08.2017 | Immobilienmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Immobilienmanagement produktionsnaher Flächen

Autor:
Christoph Berger

Das Zeitalter der Digitalisierung fordert flexible Flächenanpassungen produktionsnaher Immobilien. Doch ist die Immobilienwirtschaft auf diese Herausforderung vorbereitet? Nein, befand eine Expertenrunde.

Der Strukturwandel hin zur Digitalisierung in der produzierenden Industrie wird laut den Teilnehmern einer Tagung an der TU Darmstadt den Bedarf an immobilienwirtschaftlichen Produktionsflächen in den nächsten Jahren massiv verändern: Beispielsweise brauchen neue, industrie-4.0-taugliche Anlagen mehr oder weniger Platz oder werden vielfältiger genutzt; bis die Digitalisierung eingeführt ist, wird eine zweite Werkshalle benötigt; Lagerflächen können aufgegeben werden oder der Flächenbedarf von Unternehmen verlagert sich von der Produktion in Richtung Büroimmobilien.

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Gründe der externen Immobilienverwaltung, Chancen und Risiken

Unter betrieblichem Immobilienmanagement (Corporate Real Estate Management (CREM) sollen alle liegenschaftsbezogenen Aktivitäten eines Unternehmens verstanden werden, dessen Kerngeschäft nicht in Immobilien liegt. CREM befasst sich mit dem wirtschaft


Flexibilität ist demnach gefragt. Doch das betrieblich Immobilienmanagement sei darauf nicht vorbereitet, sind sich die Experten einig. Dabei hänge die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft mitsamt seinem in vielen Bereichen marktführendem Mittelstand entscheidend davon ab, sich den neuen Flächenanforderungen flexibel anpassen zu können.

Doppelte Herausforderung

Diese Unternehmen seien es, die derzeit nicht nur ihre Produkte und Prozesse auf die Digitalisierung anpassen müssten, sie seien es auch, die unter internationalem Wettbewerbsdruck stehen würden – mit Auswirkungen auf das betriebliche Immobilienmanagement. Insgesamt seien produktionsnahe Immobilien mit einem Marktvolumen von 600 Milliarden Euro betroffen. "Es kommt Bewegung in die Branche. Ein 'Weiter so' im Immobilienmanagement produktionsnaher Flächen wird es nicht geben", sagt Professor Andreas Pfnür, Leiter des Fachgebiets Immobilienwirtschaft und Baubetriebswirtschaftslehre der TU Darmstadt.

Als besorgniserregend bewertete die Expertenrunde – die Ergebnisse wurden in einem Whitepaper zusammenfasst – vor allem die geringen eigenen immobilienwirtschaftlichen Ressourcen der Unternehmen, um sich diesem Strukturwandel stellen zu können. Im Kapitel "Gründe der externen Immobilienverwaltung, Chancen und Risiken" des Springer-Fachbuchs "Das Recht des Corporate Real Estate Managements" wird zudem erwähnt: "Die Entwicklung einzelner CREM Abteilungen in den Unternehmen ist bis dato sehr unterschiedlich. So finden sich auf der – noch immer am häufigsten anzutreffenden – niedrigsten Entwicklungsebene des Corporate Real Estate Managements Immobilienabteilungen, deren Hauptaufgaben lediglich im Bereich der technischen Gebäudeerstellung und Bewirtschaftung liegen. Ein Immobilienmanagement unter strategischen Gesichtspunkten findet auf dieser Ebene selten bzw. gar nicht statt.."

In zwei Drittel der Unternehmen fehle es laut der Expertenrunde zudem nicht nur an Transparenz, sondern auch an Fachwissen der Mitarbeiter oder Ressourcen, um die Nutzung der Immobilienbestände flexibel den neuen Erfordernissen anpassen zu können. 

Gesucht: Real Estate as a Service

Dieser Makel ist daher von Bedeutung, da sich in Deutschland 86 Prozent der Produktionsflächen im Eigentum der produzierenden Unternehmen befinden. In den USA sind es im Vergleich dazu nur 30 Prozent, in Asien 20 Prozent. Doch die Immobilienverantwortlichen der hiesigen Wirtschaft haben die immobilienwirtschaftlichen Probleme weitgehend erkannt: Die Lösung suchen sie überwiegend im Verkauf ihrer Flächen, um zukünftig benötigten Flächen im Rahmen eines Komplettlösungsangebot zurück zu mieten. Real Estate as a Service sozusagen.  

Die Krux des Problems liege jedoch darin, so die Experten, dass es derzeit auch kaum immobilienwirtschaftliche Dienstleister gebe, die in der Lage sind, solche Lösungen bereitzustellen. Zudem fehle es an Investoren, die im Falle von Projektentwicklungen die Rolle des Vermieters übernehmen können.

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